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Wegen Safari-Tracking: Google droht eine 3-Mrd-Strafe

22.05.2018 | 10:59 Uhr | Halyna Kubiv

Google muss sich vor einem Gericht in Großbritannien verantworten. Es droht eine empfindliche Strafe für den Konzern.

Bereits Anfang 2012 hat der Sicherheitsforscher Jonathan Mayer entdeckt, dass Google eine Technik entwickelt hat, um das Nutzer-Verhalten trotzt gesperrter Safari-Cookies auf Webseiten zu verfolgen. In den USA musste das Unternehmen bereits im gleichen Jahr eine hohe Summe an US-amerikanische Nutzer auszahlen: Rund 17  Mio. US-Dollar haben 37 US-Staaten erhalten, davor musste Google eine weitere Strafe von 22 Mio. US-Dollar an die US-amerikanische Handelsbehörde FTC zahlen.

In Großbritannien hat Google eine Verbraucherschutz-Gruppe rund um Richard Lloyd "Google, You Owe Us" vor Gericht gebracht . Die Anhörung findet noch heute statt. Insgesamt klagen rund 4,4 Millionen Briten gegen Google. Falls das Gericht das Unternehmen als schuldig befindet und einer Strafe von 750 Britischen Pfund pro Kläger statt gibt, kann das in einer Zahlung von 3,3 Milliarden Britischen Pfund, also knapp 3,65 Mrd. Euro resultieren. Nach Angaben der Kläger konnte Google trotzt gesperrter Cookies in Safari dennoch Informationen über den gesundheitlichen Zustand, Rasse, politische Interessen, sozialen Stand, Einkaufsgewohnheiten und Ortungsdaten der Nutzer sammeln. Danach habe Google diese Daten zusammengefasst und die Nutzer in Kohorten wie "Fussball-Fans" oder "Nachrichten-Verfolger" für personalisierte Werbung eingeordnet.

Die Gegendarstellung von Google gegenüber dem Guardian klingt zumindest jetzt noch zuversichtlich. Die Anwälte von Google sehen keine Chance, dass die Kläger vor Gericht beweisen kann, alle 4,4 Millionen beteiligte Nutzer wären vom Google-Hack betroffen. Dazu verurteilen sie die Versuche von "Google, You Owe Us" die Privatsphäre von vielen für ihre eigene "Kampagne" zu benutzen.

Allerdings haben Lloyd und seine Unterstützer bereits 2016 einen vergleichbaren Prozess gegen Google gewonnen. Damals haben sich jedoch nur drei betroffene Nutzer beteiligt.

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