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Wegen unerlaubtes Safari-Trackings: Google in UK vor Gericht

30.11.2017 | 11:20 Uhr | Thomas Hartmann

Weil Google heimlich Cookies trotz gegenteiliger Einstellungen von Safari-Usern ausgelesen hat, muss der Konzern sich nun auch im Vereinigten Königreich vor Gericht verantworten.

Mehr als 5 Millionen Nutzer, die Safari in den Jahren 2011 und 2012 in Großbritannien als Browser einsetzten, sollen von Google ausspioniert worden sein, so die Anklage, die jetzt als Massenklage umgesetzt und voraussichtlich im Frühjahr 2018 vor Gericht verhandelt wird. Dies berichtet BBC Online . Obwohl auch andere Geräte davon betroffen sind, konzentriert man sich auf den Missbrauch der Privateinstellungen auf iPhones. Google hat demnach heimlich Cookies gesetzt, mit denen sich das Verhalten von Usern nachverfolgen lässt, obwohl die entsprechenden Einstellungen in Safari dies eigentlich untersagten. Auch in den USA hatte es deswegen schon Verhandlungen gegeben, Macwelt berichtete. Dort wurde Google zu einer Rekordstrafe von 22 Millionen US-Dollar verurteilt, die Klage war damals, im Jahr 2012, durch die US Federal Trade Commission (FTC) angestrengt worden.

In Großbritannien zeichnet als Anführer der Klagegruppe Richard Lloyd verantwortlich. Der Mann war vormals Direktor bei der größten britischen Verbraucherorganisation Which mit Sitz in London . Er habe einen solchen massiven und massenhaften Vertrauensbruch noch nie zuvor erlebt. Man wolle eine klare und nachhaltige Botschaft an Google und andere ”Tech-Giganten” in Silicon Valley schicken, dass man keine Angst vor ihnen haben.

Google hat nach seinen Worten die Auskunft gegeben, dann müsse man schon nach Kalifornien kommen, wenn man das rechtlich verfolgen wolle. Lloyd zeigt sich äußerst enttäuscht darüber, dass Google sich hinter formalen und rechtlichen Mauern verschanze, anstatt sich dem Verfahren einfach zu stellen. Auch gegenüber der BBC meinte Google, dass man es gewohnt sei, mit vergleichbaren Fällen umzugehen. Man befürchtet offenbar keine Folgen daraus. Im Gegensatz dazu rechnet Lloyd damit, dass Google mehrere 100 britische Pfund an jeden betroffenen User werde zahlen müssen. Unterstützt wird die Klage durch die Rechtskanzlei Mishcon de Reya, welche schon öfter größer angelegte Rechtsstreitigkeiten durchgeführt hat. Für die betroffenen und indirekt mitklagenden User entstehen keine Kosten für die anstehenden Verfahren.

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