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Wer Asteroideneinschlag und Supernovae überlebt

18.07.2017 | 11:17 Uhr |

Keine Angst, kosmische Katastrophen sind keine in Sicht. Was aber einst die Dinos dahingerafft hat, würde bestimmten Tieren nichts ausmachen.

Eine der am  besten geklickten Newsmeldungen auf Macwelt und PC-Welt der letzten Jahre war jenes soziale Experiment, das in Überschrift, Vorspann und Einstieg einen "nächste Woche" bevorstehenden Asteroideneinschlag ankündigte . Medienforscher und wir wollten wissen, wie viele Leute eine Meldung teilen, bevor sie sie komplett zu Ende gelesen haben und damit falsche Eindrücke an ihre Kommunikationspartner in sozialen Netzen weiter geben. Es waren erschreckend viele.

Was wir in der Meldung aber natürlich nicht weiter ausführten, denn darum ging es ja nicht: Was von der Erde übrig bleibt, wenn sie tatsächlich eine derartige Katastrophe ereilte, wie sie vor 65 Millionen Jahren schon ein mal ein Massensterben auslöste oder zumindest beschleunigte. Mag ja sein, dass die menschliche Zivilisation ein wenig länger durchhält, als wir das vermuten, leicht wird es nicht, uns auf dem Planeten mit seinen begrenzten Ressourcen so einzurichten und einzuschränken, dass wir noch tausende oder gar Millionen Jahre auf ihm verbringen können.

Dennoch sind unsere Tage auf Erden gezählt, das Ende muss nicht nah sein, kann aber jederzeit in Form eines Asteroiden oder einer Supernova in unserer kosmischen Nachbarschaft um die Ecke biegen. Prallt ein großes Bruchstück unseres Sonnensystems auf die Erdoberfläche, hätte das katastrophale Folgen für fast alle Ökosysteme und Zivilisationen, es werden aber gewiss so viele Arten überleben, damit die Evolution einen weiteren Anlauf nehmen kann. War vor 65 Millionen Jahren ja auch so, wovon letztendlich unsere fernen Vorfahren, kleine Nagetiere, profitierten.

Sollte aber in nicht allzu großer Entfernung ein Stern sein Leben in einer Supernova aushauchen, dürfte kaum etwas übrig bleiben, die gigantische Gammastrahlung, die den Planeten durchsieben würde, ist mit dem Leben, wie wir es kennen, kaum vereinbar. Doch ein Lebewesen sollte selbst eine solche Katastrophe überstehen, haben Wissenschaftler im Magazin Nature publiziert : Das Bärentierchen. Experimente an Bord des Satelliten FOTON-M, bei dem die millimetergroßen Lebewesebn der absoluten Kälte und Trockenheit des Weltraums ebenso ausgesetzt waren wie der kosmischen Strahlung, hätten gezeigt, dass diese Tierchen auch das überleben würden. Das Leben als solches kann also ganz schön zäh sein.

Was aber selbst das Bärentierchen nicht überleben wird: In etwa drei bis vier Milliarden Jahren wird sich unsere Sonne zu einem roten Riesen aufblähen, wenn sie statt Wasserstoff Helium verbrennt. Das würde in der Tat alle Spuren von Leben auf unserem kleinen Felsbrocken vernichten. Aber da haben wir ja noch eine Weile hin. Für eine Supernova in nächster Nachbarschaft, die dem Leben auf der Erde gefährlich werden könnte, gibt es keine validen Hinweise. Selbst die wahrscheinlichsten Kandidaten für eine baldige Explosion wie Beteigeuze, Eta Carinae und Rho Cassiopeiae sollten weit genug entfernt sein.

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