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Werbeverbände gegen Cookieverwaltung in Safari 11

18.09.2017 | 10:17 Uhr |

Mit Safari 11 will Apple verhindern, dass insbesondere Drittanwender-Cookies das Nutzerverhalten detailliert erfassen können. Werber begehren dagegen auf.

Update 18.09.2017:

Antwort: Apple hat auf die Kritik von sechs Werbenetzwerken an den neuen Funktionen von Safari reagiert. Der Browser von macOS und iOS verhindert Cross-Site-Tracking, was das Geschäftsmodell der Werber entschieden behindert. Die Anwender hätten aber ein Recht auf Privatsphäre, lässt Apple gegenüber "The Loop" wissen. Safari sei der erste Browser gewesen, der automatisch Cookies von Dritten blocke, die intelligente Tracking-Verhinderung sei nun ein neues Werkzeug zum aktiven Schutz der Privatsphäre. Die Tracking-Technologie sei so durchdringend geworden, dass Anzeigennetzwerke den gesamten Browser-Verlauf der Nutzer rekonstruieren könnten, ohne deren Einverständnis. Safari blocke jedoch keine Anzeigen und verhindere auch deren legitimes Tracking nicht.

Ursprüngliche Meldung vom 17.09.2017:

Die sechs größten Werbeverbände in den USA haben nach einem Bericht von Adweek   in einem offenen Brief gegen Apples Pläne protestiert, mit dem kommenden Safari Version 11 den Einsatz und die Verwaltung von Cookies durch Drittanbieter massiv einzuschränken. Dies will Apple im Interesse des Nutzers so einrichten, dass dieser nicht über zahlreiche Websites hinweg getrackt werden kann und kommerzielle Interessenten dies gezielt ausnutzen.

Das Verfahren nennt sich “Intelligent Tracking Prevention” und setzt beispielsweise ein Zeitfenster zum sogenannten Retargeting , bei dem im Ergebnis Nutzer auf anderen Webseiten mit gezielter Werbung angesprochen werden sollen. Dieses Verfahren basiert auf den Cookies eines Ad-Servers etwa beim Besuch von Webshops. Nur für Websites, die der Nutzer von sich aus besucht, gilt künftig eine Frist von 24 Stunden, um dort gesetzte Cookies auch auf anderen Websites einsetzen zu können.

Die Werber sehen nun Einschränkungen auch für das Nutzerverhalten, denn diesen würden nicht mehr individualisierte und passende Werbeangebote, sondern allgemein maschinelle unterbreitet. Besucht ein User eine Website nicht innerhalb von 30 Tagen erneut, löscht Safari ab der nächsten Version die entsprechenden Cookies und Webseiten-Daten automatisch. Die Werber sehen dadurch sogar die Infrastruktur des Internets gefährdet.

Außerdem dürften die Werbeverbände massive Einbußen bei der Online-Werbung befürchten. Denn das Auftragsvolumen umfasst in 2017 allein für die USA voraussichtlich 83 Milliarden US-Dollar, was 16 Prozent mehr entspricht als im vergangenen Jahr.

Safari 11 wird mit den kommenden Betriebssystem-Upgrades zu iOS 11 und macOS High Sierra  erscheinen.

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