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Whatsapp auf dem Diensthandy laut DSGVO nicht zulässig

01.06.2018 | 13:30 Uhr | Thomas Hartmann

Bequem ist es sicher, über den fraglos beliebtesten Messenger Whatsapp zu kommunizieren. Wer das aber auch beruflich macht, sollte die Rechtslage kennen.

Gerade durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) , die seit dem 25. Mai 2018 ohne Wenn und Aber in Kraft getreten ist, muss man noch einmal genauer hinsehen, wie das eigene Kommunikationsverhalten ist. Wer etwa Whatsapp auch für seine dienstlichen und beruflichen Kontakte nutzt, könnte sich hier zumindest in eine rechtliche Grauzone begeben oder direkt gegen geltendes Recht verstoßen, wie " Der Standard " für österreichische Gepflogenheiten, aber auch im Hinblick auf Bayern und Deutschland berichtet. Denn zwar soll die durchgehende Verschlüsselung von Whatsapp dafür sorgen, dass keine Nachrichteninhalte sowie Fotos oder Sprachnachrichten vom Anbieter weiterverarbeitet werden – nach eigener Auskunft hat der selbst keine Kenntnis davon.

Dennoch teilt das Unternehmen durchaus Informationen mit Facebook wie auch extern und weltweit, je nachdem, mit wem man kommuniziert. Und insbesondere werden nicht nur Details wie das Profilbild, Statusnachrichten, Kontaktzeitpunkt und anderes verarbeitet, sondern auch das Adressbuch, das sich auf dem Handy findet. Dies wird direkt zu Whatsapp auf deren Server hochgeladen, sogar von solchen Kontakten, die selbst kein Whatsapp nutzen. Hierzu braucht man aber die Zustimmung aller jeweiligen Kontaktpersonen, was in der Realität fast unmöglich sein dürfte.

"Der Standard" weist jedoch auf einen Tätigkeitsbericht des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht von 2015/16 hin, wonach Unternehmen Whatsapp durchaus auch geschäftlich nutzen dürfen, wenn vorher ausdrücklich auf die Datenschutzbedenken hingewiesen wurde und man einen anderen Kommunikationsweg prinzipiell anbietet. Dann könne sich der Kunde frei entscheiden, welche Kommunikationsart er bevorzugt. Das Problem mit der Datenweitergabe aus dem Adressbuch findet hier aber in der Tat keine Berücksichtigung.

"Der Standard" weist auf mögliche Alternativen hin, die Adressbücher nur verschlüsselt verarbeiten und anschließend auch wieder löschen, wie zum Beispiel die App Signal, aber auch Telegram oder Threema sind hier beliebte Alternativen mit deutlich höheren Sicherheitsstandards.

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