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Whatsapp: Werbung kommt, Verschlüsselung leidet

10.10.2018 | 11:34 Uhr |

Ab 2019 soll Werbung in den beliebten Messenger implementiert werden. Darunter könnte auch die Verschlüsselung leiden.

Wie wir schon im August berichteten, soll in den Whatsapp-Messenger ab 2019 wohl Werbung implementiert werden. Die Frist, die Facebook beim Kauf des Messengers eingeräumt hatte, läuft nun aus und Facebook möchte mit der beliebten Messenger-App Gewinne erzielen. Die einstigen Whatsapp-Gründer Jan Koum und Brian Acton haben die Firma längst verlassen, bei ihnen stießen Facebooks Vorhaben bezüglich der Werbung jeweils auf großen Widerstand. Und so hat Facebook nun freie Bahn, an den geschätzten 1,5 Milliarden Whatsapp-Nutzern kräftig abzukassieren.

Dem Wall Street Journal erklärte ein Whatsapp-Sprecher, dass dazu neue Arten von Werbeanzeigen in Whatsapp implementiert werden sollen. So soll es zum Beispiel möglich sein, das Nutzer auf Firmen aufmerksam gemacht werden und den Kundenservice direkt per Whatsapp kontaktieren können. Pro Anzeige, die einen Kunden erreicht, verlangt Whatsapp einen Werbepreis von 0,5 und neun US-Cent. Rund 100 Unternehmen haben das Werbefeature bereits getestet.

Tipp: Es muss nicht immer Whatsapp sein

Auch Anzeigen innerhalb der Status-Anzeige möchte Whatsapp einblenden – hier gilt Instagram als Vorbild. Die Anzeigen sollen auf dem Werbesystem von Facebook basieren. Nutzer sollen zudem entscheiden können, ob sie Nachrichten von Firmen erhalten möchten.

Problematisch wird die Sache im Bereich des Datenschutzes. Vor kurzem rechnete Whatsapp-Mitgründer Brian Acton mit seinem alten Arbeitgeber ab. Im Interview mit Forbes warnte er, dass Facebook bemüht sei, Firmen Möglichkeiten zu eröffnen, um mehr Einblicke über Whatsapp-Nutzer im verschlüsselten Umfeld zu ermöglichen. So wäre es denkbar, dass Firmen mit Nutzern geführte Konversationen unverschlüsselt auslagern könnten, um im Nachhinein daraus Daten zu extrahieren.

Gewinnmaximierung wichtig für Facebook, Datenschutz eher weniger

Dass Facebook nicht gerade zimperlich mit den Daten der Kunden umgeht, konnte man erst kürzlich abermals feststellen. So kam heraus, dass Facebook die zur Zwei-Faktor-Authentifizierung hinterlegten Handynummern der Nutzer für Werbung ausnutzte. Daraus machte Facebook auch keinen Hehl. Techcrunch ging damals davon aus, dass Whatsapp-Nutzer im Hinblick auf die bevorstehende Einführung von Werbung in den Messenger das nächste Ziel werden. 

Mehr Informationen rund um dieses Thema finden Sie in den folgenden, chronologisch angeordneten Artikeln:

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