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Wie ein Apple II Stephen Hawking die Stimme zurückgab

15.03.2018 | 13:32 Uhr | Peter Müller

Stephen Hawking ist tot – und nicht nur die Welt der Wissenschaft trauert. Auch Tim Cook meldet sich zu Wort - verbindet doch Apple und den Kosmologen eine gemeinsame Geschichte.

Warum Stephen Hawking seit über 50 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen war, ist bekannt: Der gestern an Albert Einsteins Geburtstag verstorbene Physiker litt an einer juvenilen Form der Nervenkrankheit ALS, die ihm schon in jungen Jahren nach und nach motorische Fähigkeiten nahm. Warum aber seit Jahrzehnten ein Computer für ihn spricht, den er zuletzt mit Augenbewegungen steuerte, ist eine spezielle Krankheitsfolge. Denn im Jahr 1985 erlitt Hawking bei einem Besuch des CERN in Genf eine Lungenentzündung, die zu einer solchen Atemnot führte, dass er nur mittels eines Luftröhrenschnittes zu retten war. Damit ging auch seine Sprachfähigkeit völlig verloren, die bereits zuvor schon deutlich gelitten hatte.

Eine damals noch junge Firma hatte aber die Hardware im Angebot, auf der die Software zur Synthese von Sprache laufen konnte: Apple. Entwickelt hatte die Software bereits im Jahr 1984 der MIT-Ingenieur Denis Klatt für Hawking, die Hardware, auf der er sie entwickelte, war ein Apple II. Mit der Lösung konnte Hawking auf einem Bildschirm Wörter auswählen, die der Synthesizer von sich gab, eine Sprechgeschwindigkeit von 15 Wörtern pro Minute war von Anfang an möglich, wie "Cult of Mac" erinnert . Hawking habe jedoch später Software und Hardware gewechselt.

Tim Cook erinnert in einem Tweet mit einem Hawking-Zitat an den verstorbenen Kosmologen: "Der größte Feind des Wissens ist nicht die Ignoranz, es ist die Illusion von Wissen." Apple werde stets von Hawkings Leben und Ideen beeinflusst bleiben.

Wer übrigens hören will, wie Stephen Hawkings "Stimme" klingt, dem seien hier zwei Pink-Floyd-Songs empfohlen. Für Pink Floyd's letztes Studioalbum "The Division Bell" von 1992 sprach Hawking im Song " Keep Talking " darüber, wie sehr die Erfindung Sprache im Rahmen der kognitiven Revolution  die Menschheit voranbrachte. Ebenso vor mehr als 25 Jahren entstand auch die instrumentale Fortsetzung " Talkin' Hawkin " mit weiteren Sätzen aus dem Sprachcomputer, veröffentlicht Ende 2014 auf dem Abschiedsalbum "The Endeless River". Pink Floyd haben sich mittlerweile offiziell aufgelöst, die Band möge gewissermaßen in Frieden ruhen wie Stephen Hawking. Das Werk der Musiker ist aber ebenso unsterblich wie das des Physikers.

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