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Zehn Wünsche an iOS 13: So werden iPhone und iPad noch besser

14.11.2018 | 11:22 Uhr |

Nach dem Systemupdate ist vor dem Update: iPhone und iPad werden noch besser, wenn Apple unsere Wunschliste für iOS 13 berücksichtigt.

Ich bin sehr zufrieden mit iOS 12. Es ist eine der besten iOS-Versionen seit Jahren. Warum es so gut funktioniert: Apple hat diesmal den Mund nicht zu voll genommen und fast alle für iOS 12 angekündigten Funktionen auch gleich beim Start verfügbar gemacht - nur Gruppen-Facetime und neue Emojis mussten bis zum ersten Update auf iOS 12.1 warten, das Apple aber bald nachlieferte. Das bedeutet eine enorme Verbesserung gegenüber dem problematischen Rollout von iOS 11. iOS 12 scheint in erster Linie darauf ausgerichtet zu sein, bestehende Schwachstellen zu beseitigen: Apple hat sich auf Leistung und Zuverlässigkeit, gruppierte Benachrichtigungen, Bildschirmzeit, Gruppen-Facetime und bessere Karten konzentriert.

Aber Apple kann noch viel mehr tun. Die neuesten iPhones und iPad Pro haben Prozessoren, Kameras und Sensoren eingebaut, die zu unglaublichen Dingen fähig sind. Aber iOS fühlt sich manchmal so an, als würde es uns ausbremsen. Insbesondere  das iPad Pro hat an sich alles, was es für einen kompletten Laptopersatz braucht – mit Ausnahme eines Betriebssystems, mit dem Sie alles tun können, was Sie auf einem Laptop tun müssen. In diesem Sinne sind hier einige der Dinge, die ich in iOS 13 zu sehen hoffe.

1. Support für die ältesten Geräte beenden - System aber flott halten

Apples Fokus auf Leistung in iOS 12 machte vor allem für ältere iPhones und iPads einen großen Unterschied zum Vorgängersystem aus. Sie werden es nicht unbedingt in den Ergebnissen der Benchmark-App sehen, aber in der Praxis ist der Unterschied deutlich spürbar. Das Tastatur- und Freigabemenü springt genau dort auf, wo es früher eine kurze Verzögerung gab. Apps werden schneller gestartet. Das Scrollen ist flüssiger und die Anzahl der ausgelassenen Frames ist geringer. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Besitzer des iPhone 6s oder des iPad Air 2 sagen: "Es ist, als ob mein Gerät wieder brandneu wäre!" Was auch immer Apple in iOS 13 ändert, es ist zwingend erforderlich, dass es iPhones und iPads genauso schnell und reaktionsschnell hält wie in iOS 12.

Ich könnte aber gut verstehen, wenn iOS 13 nicht die gleichen Geräte wie iOS 12 unterstützt. Ich würde es sogar begrüßen. Es ist beeindruckend, dass man iOS 12 selbst noch auf iPhone 5s und iPad Mini 2 ausführen kann, aber diese Geräte verwenden nur 1 GB RAM. Das Aufgeben der ältesten Geräte würde es Apple immer noch ermöglichen, bis zu fünf Jahre alte iPhones und iPads zu unterstützen, aber würde es ermöglichen, iOS 13 mit einer Mindestanforderung von 2 GB RAM zu bringen. Die Funktionen, die Apple mit einem höheren Minimum an RAM-Spezifikation hinzufügen kann, sind wahrscheinlich den Kompromiss wert.

2. Dunkelmodus

Sie wissen, welches Apple-Betriebssystem einen Dunkelmodus hat? macOS Mojav e. Da eine größere Anzahl von Entwicklern mittlerweile ihren Programmen eine dunkle Ansicht spendiert haben, sieht das ziemlich gut aus.

Ein Dunkelmodus auch in  iOS ergibt Sinn, und zwar nicht nur, weil die Benutzer seit Jahren danach schreien. Apple steckt tief in einem Projekt, das die Portierung von iOS-Anwendungen auf den Mac erleichtern soll, indem es die Unterstützung für UIKit - das iOS Interface Development Framework - auf macOS Mojave hinzufügt. Apple verwendete zunächst allein diese Tools, um einige iOS-Anwendungen auf macOS Mojave zu portieren: Nachrichten, Home, Sprachnotizen und Aktien. Schließlich werden die Tools es allen Entwicklern ermöglichen, viel einfacher macOS-Versionen ihrer iOS-Anwendungen zu erstellen.

Aber wenn Sie UIKit für die Entwicklung einer Mac-Anwendung verwenden und UIKit keine Unterstützung für den Dunkelmodus hat, wie werden Sie dann das auf Mojave unterstützen? Da Apple nun die Lücke zwischen der Entwicklung von iOS- und Mac-Apps schließt, ist es sinnvoll, Dark-Mode-Tools im UIKit-Framework für den Einsatz auf beiden Plattformen bereitzustellen.

3. Eine intelligentere Siri

Apple hat einen interessanten Ansatz zur Verbesserung von Siri in iOS 12 gewählt: Es stellt Werkzeuge für Dritte bereit, um Siri nützlicher zu machen. Diese Entwicklertools ermöglichen es der digitalen Assistentin etwa, proaktive Vorschläge auf dem Sperrbildschirm für In-App-Aktionen zu machen. Benutzer können ihre eigens definierten Siri-Sprachaufforderungen für den Zugriff auf die Funktionen einer App zuweisen.

Power-User können es mit der Shortcuts-App, die wie Automator für iOS ist , noch einen Schritt weiter gehen. Es ermöglicht Ihnen die Erstellung benutzerdefinierter Siri-Phrasen, um eine ganze Reihe von Aktionen aus einer Vielzahl von Anwendungen und Betriebssystemfunktionen auszuführen. Prima!

Aber nichts davon macht Siri wirklich klüger. Apples KI  hinkt immer noch weit hinter Google Assistant und Alexa zurück, wenn es darum geht, allgemeine Fragen zu beantworten und Aktionen mit Hardware und Diensten von Drittanbietern durchzuführen. Es gibt so viele offensichtliche Defizite: Sie können etwa eine Spotlight-Suche nach einer Flugnummer durchführen und erhalten dabei detaillierte Fluginformationen, aber fragen Sie Siri und Sie bekommen  nur eine einfache Websuche.

Siri Shortcuts sind brillant, aber keine Lösung für Siris grundlegende Fehler.
Vergrößern Siri Shortcuts sind brillant, aber keine Lösung für Siris grundlegende Fehler.

Siri braucht eine bessere Spracherkennung, schnellere Reaktionszeiten und mehr unterhaltende  Aktivitäten wie Quiz und Spiele. Sie muss genauere Antworten auf eine viel breitere Palette von Fragen geben. Vor allem aber braucht SiriKit eine starke Expansion in neue Bereiche wie Musik und Shopping.

4. Warum ist dieses Popup-Fenster immer noch da?

Immer wenn Sie die Lautstärke Ihres iPhones oder iPads anpassen, nimmt auf einmal ein großer Klecks die gesamte Mitte des Bildschirms ein.

Wie um alles in der Welt ist dieses hässliche riesige Volumen-Popup noch ein Grundbestandteil von iOS?
Vergrößern Wie um alles in der Welt ist dieses hässliche riesige Volumen-Popup noch ein Grundbestandteil von iOS?

Apple ist vielleicht mehr als jedes andere Technologieunternehmen von den feinen Details seiner Produkte besessen. Aber dieses große hässliche Popup stört uns jedes Mal an, wenn wir eine grundlegende Funktion des Systems aufrufen. Weg damit!

5. Eine intelligentere und flexiblere Kamera

Apple macht weiterhin große Fortschritte in der Computerfotografie, aber ich denke, es gibt neben neuer Hardware noch viele weitere Möglichkeiten zur Verbesserung des Erlebnisses. Es gibt keinen Grund, warum der Porträtmodus des iPhone XR auf menschliche Gesichter beschränkt sein sollte, vor allem weil Google seit einigen Jahren den Porträtmodus mit einem einzigen Objektiv für jedes Motiv anwendet. Die Steigerung der Gesamtbildqualität und insbesondere der Qualität des Portraitmodus und der Portraitbeleuchtung sollte in iOS 13 eine hohe Priorität haben und nicht den Produkten mit dem unvermeidlichen A13-Prozessor und der zweifellos leistungsfähigeren Neuronalen Engine vorbehalten sein.

Mehr noch, es kann an der Zeit sein, die gesamte Kamera-Schnittstelle zu überdenken. Fotografieren mit dem iPhone ist einfach und intuitiv, aber es fühlt sich an, als hätte Apple seit Jahren die gleiche Kamera-App und fügt dieser einfach immer nur ein paar neue Dinge hinzu.

Es gibt keinen guten Grund, uns in die Einstellungen zu schicken, wollen wir nur Videoauflösung und Bildrate ändern.
Vergrößern Es gibt keinen guten Grund, uns in die Einstellungen zu schicken, wollen wir nur Videoauflösung und Bildrate ändern.

Insbesondere wäre es toll, mehr Optionen zu bekommen, um Einstellungen innerhalb der App anzupassen, und wenn das auch nur in einem "Pro"-Tab ginge. Aber wir wollen die Bildrate und Auflösung der Videoaufzeichnung steuern, ohne in die App "Einstellungen" springen zu müssen. Apple, gib uns die Kontrolle über Weißabgleich, ISO und Verschlusszeit! Diese Art von manuellen Optionen  sind nicht für jeden geeignet, aber sie werden helfen, die Botschaft zu verbreiten, dass das iPhone nicht nur so gut ist wie eine echte Kamera, sondern eine echte Kamera ist.

6. Ein neuer Startbildschirm

Mehr oder weniger seit iOS 7 gab es kein wesentliches Update des iOS-Startbildschirms. Jetzt, da iPhones unterschiedlich groß sind, mit unterschiedlichen Seitenverhältnissen kommen, oder mit der Notch aber ohne Home-Taste - wäre es an der Zeit, den gesamten Home-Bildschirm zu überdenken. Ich erwarte nicht, das Raster der Icons zu ändern. Dies ist so gut verstanden und intuitiv, dass ein Paradigmenwechsel wenig Nutzen brächte.

Aber die Icons könnten anders aussehen. Vielleicht könnten sie sogar dynamisch sein - wenn sie nicht animiert sind, dann können sie verschiedene Symbole anzeigen, um verschiedene Zustände der App abzubilden. Oder zumindest ein Symbol für den hellen Modus und eines für den dunklen Modus (denn wir werden endlich den Dunkelmodus bekommen, gell?)

Vielleicht ist es an der Zeit, intelligente Funktionen von Siri auf den Startbildschirm zu bringen, anstatt nur die Spotlight-Suche. Oder die Home-Zeile könnte optional dynamisch sein, basierend auf den Anwendungen, die Sie typischerweise zu bestimmten Zeiten, Tagen und Orten verwenden? Vielleicht könnte ein kleiner Streifen unterhalb der Notch für Siri reserviert werden, um Ihnen proaktiv Dinge zu erzählen, die hilfreich sein könnten, wie z.B. die Warnung, dass der Verkehr auf dem Heimweg allmählich besser wird oder dass es voraussichtlich in zwei Stunden zu regnen beginnt.

Apple sollte Android nicht nur mit einer App-Schublade und einer Suchleiste kopieren, aber es wäre wünschenswert, dass wir nach diesen Vorbildern App-Icons und -Ordner platzieren, wo immer wir wollen, anstatt sie automatisch von oben links an sie auf die vorgegebenen Plätze zu verteilen. Und vielleicht ist die Welt bereit für einen iOS-Home-Bildschirm, der mehr ist als eine dumme Sammlung von Symbolen, sondern versucht, Ihnen hilfreiche, übersichtliche Informationen zu geben.

7. Befreit das iPad

Ich würde gerne sehen, wie das iPad zum vollständigen Computerersatz wird, als den Apple es immer wieder vermarktet . Bisher ist iOS einfach zu restriktiv, um das zu verwirklichen. Die Datei-App muss in die Lage kommen, Inhalte von externen Speichermedien anzuzeigen. Sie sollten in der Lage sein, zwei Instanzen derselben App nebeneinander auszuführen. Mehrere Konten würden die Verwaltung gemeinsamer Familien-iPads erheblich erleichtern. Safari auf dem iPad sollte mehr mit Desktop-Safari gemein haben und ab Werk Desktop-Sites anstelle mobiler Varianten anzeigen.

8. Unterstützung für 4K- und HDR-Videos auf Youtube

Es ist irgendwie lächerlich, dass die superhochauflösenden Displays des iPhone XS Max und iPads immer noch YouTube-Videos nur mit maximal 1920x1080 Pixeln anzeigen können. Höhere Auflösungen und HDR-Video verwenden ausschließlich den lizenzfreien VP9-Codec von Google.

Apple weigert sich entschieden, den VP9-Codec zu unterstützen oder Apps die Implementierung eigener Video-Codecs zu ermöglichen. Und selbst Browser von Drittanbietern müssen alle die Rendering-Engine von Safari verwenden. Egal ob im Browser oder in der YouTube-App, jedes iOS-Gerät erreicht maximal 1080p und SDR.

Ich weiß, dass Apple, Google und viele andere hart an dem lizenzfreien AV1-Codec arbeiten, um sowohl HEVC als auch VP9 zu ersetzen, aber es wird eine Weile dauern, bis das erledigt ist. Inzwischen haben iPhone- und iPad-Nutzer keinen Zugriff auf den mit ziemlicher Sicherheit größten Vorrat für 4K-Videoinhalte im Internet. Apple, schluck'  deinen Stolz und unterstütze VP9 (oder lassen Sie dies zumindest Google in seiner YouTube-App tun).

9. Ständig eingeschaltetes Display

Jetzt, da Apple drei iPhones mit OLED-Displays hat, ist es sinnvoll, ihnen ein Always-on-Display zu geben. OLEDs verbrauchen nur Energie für die beleuchteten Pixel, so dass die Beleuchtung eines kleinen Prozentsatzes des Bildschirms nur mit wenig Batterieverbrauch erfolgt.

Viele Android-Handys verfügen über ständig eingeschaltete Displays. Apple sollte seine eigene Version entwickeln, dabei aber den Datenschutz nicht ignorieren.
Vergrößern Viele Android-Handys verfügen über ständig eingeschaltete Displays. Apple sollte seine eigene Version entwickeln, dabei aber den Datenschutz nicht ignorieren.

Wir würden uns freuen, wenn es ein anpassbares, entwicklerfreundliches Always-on-Display für OLED-fähige iPhones (iPhone X und seine Nachfolger) gäbe. Es könnte etwa verschiedene auswählbare Uhrendesigns und Widgets mit einer neuen API für App-Entwickler beinhalten. Diese können den Widgets im heutigen iOS ähnlich sein, aber eine vereinfachte Darstellung für die reduzierte Farb- und Schwarzunterlegung bieten, die notwendig ist, um den Akku nicht zu sehr zu belasten.

Viele Wünsche auf einmal, für iOS 13 würden wir uns schon über ein "Phase eins" des Always-on-Display freuen: Zeigt uns einfach die Uhrzeit, alle anstehenden Kalendertermine oder Erinnerungen, das Wetter und vielleicht eine vereinfachte Darstellung der letzten Benachrichtigungen. Die große API für Entwickler kann im folgenden Jahr in Phase zwei kommen.

10. Synchronisierung von Benachrichtigungen

Wenn Sie ein iPhone, iPad und einen Mac haben, werden Sie oft über dasselbe auf allen Geräten informiert. Mit der einfachen Portierung von iOS-Anwendungen auf den Mac wird sich das nur noch verschlimmern.

Apple sollte den Benachrichtigungsstatus über iCloud synchronisieren lassen. Wenn ich eine Benachrichtigung auf meinem iPhone wegstreiche, sollte diese bei der nächsten Nutzung meines iPads auch dort weg sein.

Es gibt noch weitere Funktionen, die Apple implementieren könnte, um bei der Überlastung der Benachrichtigung mehrerer Geräte zu helfen. Zum Beispiel: Wie wäre es mit einer Einstellung, bei der, wenn Sie ein Gerät (z.B. Ihr iPhone) aktiv nutzen, neue Benachrichtigungen, die an alle Ihre Geräte gesendet werden, nur Rauschen oder Vibrationen auf Ihrem iPhone verursachen. iPad und  Mac würden stumm bleiben. Sobald Sie eine Weile lang kein einziges Gerät mehr benutzen (etwa fünf Minuten), werden sie wieder Geräusche und Vibrationen auf allen Ihren Geräten gemäß Ihren Einstellungen bemerken.

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