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Zu lahmes Internet? Das sind Ihre Rechte

20.11.2018 | 09:52 Uhr |

Ihr Internet-Anbieter hat High-Speed Internet versprochen und trotzdem ruckelt andauernd der Stream? Wir erklären, wie Ihre Rechte aussehen und was Sie dagegen wirksam unternehmen können!

In manchen Bereichen ist Deutschland noch Entwicklungsland. Beispiel: Breitband-Ausbau. Hier hängt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich weit zurück - und das seit Jahren.

Eine neue Studie der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass sich daran nicht viel verändert hat. Das Internet in vielen Haushalten sei schlichtweg zu langsam. „Weil Internetanbieter oft mit hohen ‚bis zu‘-Bandbreiten werben, ist der Frust groß, wenn angepriesene Highspeed-Verbindungen als lahme Enten stranden. Aber nur, wenn die tatsächliche Internetgeschwindigkeit erheblich, regelmäßig wiederkehrend oder dauerhaft von der vereinbarten abweicht, kann der Kunde den Vertrag kündigen“, erklären die Verbraucherschützer die Messlatte der Bundesnetzagentur, der Aufsichtsbehörde für die Telekommunikationsanbieter.

Um Ihr Kundenrecht durchzusetzen, sollten Sie hinsichtlich Speed-Test folgende Punkte beachten.

Ziehen Sie den Stecker!
Der gute, alte Trick behebt manchmal am schnellsten das Problem des langsamen Internets: Einfach den Stecker des Routers ziehen und kurz aus- und wieder anschalten. Eine schlechte Internetleitung muss nicht immer Ursache des Problems sein. Darüber hinaus können ein schlechter WLAN-Empfang, zu viele Browser-Cookies oder schlichtweg die falschen Router-Einstellungen dazu beitragen, dass Ihr Internet zu langsam ist.

Welche Geschwindigkeit steht Ihnen zu?
Bei dieser Frage hilft ein Blick auf das Produktinformationsblatt.   Hier „müssen Anbieter angeben, welches Download- und Upload-Tempo Kunden beim Internetdienst normalerweise erwarten können. Auf diese Unterlage muss der Verbraucher vor Vertragsschluss unter anderem hingewiesen werden; meist steht sie auch auf den Internetseiten des Anbieters zur Verfügung“, erklären die Verbraucherschützer.

Internet-Leitung richtig messen
Auf der Webseite www.breitbandmessung.de stellt die Bundesnetzagentur ein Messtool zur Verfügung, mit dem Sie die versprochene Geschwindigkeit überprüfen können. Obendrein gibt es ein Protokoll mit allen wichtigen Daten. Abweichungen werden ebenfalls sofort dokumentiert. Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Messergebnisse entweder als Screenshot oder als Ausdruck gesichert werden sollten, sowie 20 Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen in gleichem Umfang (mindestens zehn Messungen pro Tag) durchzuführen, um dauerhafte Minderleistungen nachweisen zu können. Aber Achtung: Die gemessenen Werte sind nur dann valide, wenn Ihr Computer mit einem Netzwerkkabel an den Router angeschlossen ist.
Wenn Abweichungen vorhanden sind…
… kommt es darauf an, ob sie erheblich, kontinuierlich oder regelmäßig wiederkehrend auftreten. In diesem Fall wird die vertraglich zugesicherte Leistung nicht erfüllt. Sie können dann Anbieter Abhilfe verlangen, wenn „nicht an mindestens zwei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden, die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erzielt oder die vereinbarte Mindestgeschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.“

Außerordentliche Kündigung
Als ersten Schritt sollten Sie ihren Internet-Anbieter über das Problem informieren - am besten auf schriftlichem Wege. Setzen Sie dabei eine angemessene Frist zur Abhilfe. Sofern die Geschwindigkeit weiterhin hinter der vereinbarten zurück bleibt oder es dem Anbieter technisch am Wohnort gar nicht möglich ist, die vertraglich vereinbarten Leistungen dauerhaft zu erbringen, kann der Vertrag laut Verbraucherschutzzentrale NRW außerordentlich gekündigt werden.“



Tarifwechsel
Als letzten Ausweg können Sie verlangen, zu einem günstigeren Tarif zu wechseln, der von vornherein eine maximale Geschwindigkeit bereitstellt, die Sie auch nachweisbar erreichen können. Achten Sie aber darauf, dass die Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren nicht wieder von vorne beginnt und keine weiteren Kosten für den Tarifwechsel anfallen.

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