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Zyxel Aurora: Überwachung im Dreieck

27.07.2017 | 13:14 Uhr |

Die nächste Kamera für die Überwachung des privaten Bereichs: Die Zyxel Aurora legt Wert auf die Bildqualität.

Überwachungskameras für das Zuhause sind mit die populärsten Geräte im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und auf gewisse Weise funktionieren sie alle gleich: An einer Stelle mit Überblick in der Wohnung oder am Haus angebracht, reagieren sie auf Bewegungen und zeichnen auf, was vor ihrer Linse und ihrem Mikrofon abgeht. In der Regel lassen sich die Kameras auch als Gegensprechanlage nutzen, aufgrund der unvermeidlichen Verzögerungen beim Übertragen der Daten über das Internet aber nicht wie im Skype- oder Facetime-Gespräch. Unterscheiden wollen sich die Anbieter mit Videoqualität oder bestimmten Funktionen in der App.

Ungewöhnliche Form, durchaus sinnvoll

Zyxel hat sich mit der Aurora noch ein anderes Alleinstellungsmerkmal ausgemacht: Die Dreiecksform sticht ins Auge. Das kann natürlich zum Nachteil gereichen, den unauffällig ist die Aurora gewiss nicht, außer, man legt sie mit dem Spitz nach oben in ein Regal oder montiert sie mit dem Spitz nach unten in eine Ecke des Raums. Der sollte besser weiß gestrichen sein, damit die Kamera und das ebenso weiße USB-C-Kabel für die Stromversorgung nicht weiter auffallen. Und, klar: Die in Grün recht hell leuchtende LED sollte man tunlichst in der App abschalten, wenn man unauffällig einen Raum oder den Außenbereich überwachen will.

Die ungewöhnliche Dreiecksform hat den Vorteil, dass sich die Kamera ohne weitere Halterungen oder Stative (ein Gewinde für einen Tripod ist jedoch eingebaut) auf eine ebene Fläche abstellen lässt. Der Fuß der Kamera, mit dem sie über eine Stange verbunden ist, über die man sie in drei Dimensionen recht großzügig justieren kann, ist magnetisch und somit leicht an der Dunstabzugshaube in unserer Küche anzubringen, an der wir schon die Nest Cam Outdoor ausprobiert haben. Eine an Wand oder Decke anschraubbare Eisenplatte dient gewissermaßen als Halterung für nicht-magnetische Oberflächen. Sonstiges Befestigungsmaterial ist im Gegensatz zu einigen Konkurrenzprodukten nicht im Lieferumfang enthalten.

Man kann die Aurora natürlich auch etwas unauffälliger betreiben …
Vergrößern Man kann die Aurora natürlich auch etwas unauffälliger betreiben …

An der kurzen Leine gehalten

Dadurch wird die Schachtel aber recht kompakt, wie die Zyxel Aurora überhaupt relativ klein ist. Leider kommt das USB-C-Kabel dann auch noch recht kurz daher, es ist gerade einmal drei Meter lang und schränkt somit den Einsatzbereich der Kamera erst einmal ein.

So einfach wie die Verpackung ist, so unkompliziert ist per Bluetooth die Einrichtung der Kamera mit der App Aurora, die man sich per in der Kurzanleitung aufgedruckten QR-Code aus dem App Store lädt. Für die Nutzung benötigt man ein Cloud-Konto beim Hersteller, das ist unvermeidlich. Gratis bekommt man immerhin 16 GB an Speicher, weiteren soll man sich dazu buchen können, doch hat die App bisher keine derartige Upgrade-Möglichkeit vorgesehen. Wenigstens können wir über diese neue Firmware laden,  IoT-Geräte ohne eine solche Option kämen uns nicht ins Haus.

Intuitive App

In der App legt man fest, wann die Kamera filmen soll, also ob sie kontinuierlich ein Bild aufzeichnet und in den Speicher ablegt, der dann recht bald voll sein dürfte – der Hersteller spricht immerhin von einer Woche nahtloser Aufnahmen – oder ob sie nur auf Bewegungen reagiert. Wir wählen natürlich die zweite Option. Auch schön gelöst, da sehr intuitiv: Wir können bestimmte Stunden der Woche von den Aufnahmen auswählen oder ausschließen. Es ist ja auch wenig sinnvoll, filmt die Kamera, solange wir zu Hause sind, vor lauter Alarmen sehen wir in der Benachrichtigungszentrale von iOS respektive dem Posteingang nichts anderes mehr. Damit in unserer Abwesenheit auch nicht ständig die Katze einen Alarm auslöst, können wir auch bestimmte Bereiche ausnehmen. Hilft ein wenig weiter, wenn das Tier auf dem Tisch springt und wir das rechtzeitig mitbekommen, können wir ja auch auf Live-Bild und -Ton umstellen und es ermahnen – das Vieh zeigt sich eher unbeeindruckt.

Einrichtung per App: Mit Blutooth mit der Kamera verbunden
Vergrößern Einrichtung per App: Mit Blutooth mit der Kamera verbunden

Sharing is caring

Zugriff auf die Kamera erhält nicht nur der Haushaltsvorstand, denn legt dieser für die Mitbewohner weitere Zyxel-Accounts an, lässt sich das Beobachten des Heims auch an diese delegieren. Das Teilen von Aufnahmen geht aber weiter: Jedes Video lässt sich auf Wunsch über die im Teilen-Menü von iOS vorgesehenen Kanäle teilen, davor muss man es aber erst auf das iPhone herunter laden, der Sharing-Button erledigt das gleich in einem Aufwasch.

Aufnahmezeiten einrichten, Bereiche ausschließen, dauerhaft Kamera freigeben und einzelne Clips teilen (v.l.n.r.)
Vergrößern Aufnahmezeiten einrichten, Bereiche ausschließen, dauerhaft Kamera freigeben und einzelne Clips teilen (v.l.n.r.)

Die Bildqualität des von Sony zugelieferten Chips ist hervorragend, die Fischaugenoptik mit 145-Grad-Blick erfasst das Wesentliche.

Nachtsicht

Das Versprechen von Farbbildern auch bei Nacht hält die Aurora, zwar sind die bewegten Bilder ein wenig unscharf, wenn man sie sich in der Vergrößerung ansieht, aber es sind eben nicht alle Katzen grau. Die hohe Empfindlichkeit der Optik und des Sensors hat Folgen: Schon wenn im Treppenhaus das Licht angeht, gibt die Kamera einen Alarm aus. Im Eingangsbereich mag das sinnvoll sein, bei unserer Aufstellung eher weniger, vor lauter falschen Alarmen können wir gar nicht mehr erkennen, wo jetzt Bewegung war und wo nicht.

Interessant ist aber, was passiert, wenn in der überwachten Küche das Licht angeht. Erst einmal sehen wir einige Frames komplett in weiß, klar, vollständige Überbelichtung. Doch die Aurora adaptiert sich sehr schnell an die neuen Verhältnisse. Beim Verlassen der Küche (nicht im Video) ergibt sich das umgekehrte Bild: Erst ein paar völlige schwarze Frames, aber schnell dreht die Kamera ihre Blende wieder auf.

Fazit

Von den bisher getesteten Lösungen ist die Zyxel Aurora mit ihrem Preis von rund 160 Euro eine der günstigsten, Abstriche bei der Optik müssen wir nicht machen. Auch die iOS-App ist komfortabel und intuitiv zu bedienen, die Empfindlichkeit des Bewegungsmelders erscheint uns sehr hoch. Es hat jedoch immer ein wenig gedauert, bis wir nach einem Alarm, den wir per Push-Nachricht oder Mail erhalten, das zugehörige Video dann auch tatsächlich in der App sehen. Leider haben wir keine Möglichkeit, über den Desktop-Browser auf unsere Kamera zuzugreifen, das haben andere Anbieter besser gelöst. Für den Einstieg in die Überwachung des Smart Home ist die Zyxel Aurora aber empfehlenswert, vor allem dann, wenn man mehrere Kameras aufstellen will.

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