Wie schon länger zu erwarten, wirft Google mit seiner eigenen KI nun ebenfalls den digitalen Fehdehandschuh ins Feld und beginnt mit der Einführung von Google Bard, seinem KI-Chatbot-Konkurrenten zu ChatGPT, der maschinelle Intelligenz nutzen soll, um intelligente Antworten auf Anfragen zu geben.
Bisher durften nur ausgewählte User damit experimentieren, schreibt Apple Insider. Seit Dienstag nimmt Google demnach Anmeldungen für die Warteliste zur Nutzung von Bard entgegen. Die Warteliste ist zunächst nur in den USA und in Großbritannien zugänglich. Laut Google soll der Zugang mit der Zeit aber auf weitere Länder und Sprachen ausgeweitet werden.
Bard-Technologie mit ähnlichen Prinzipien wie ChatGPT
Google selbst führt dies und die Technologie hinter Bard in einem ausführlichen Blog aus. Demnach stützt sich Google Bard auf ein umfangreiches Sprachmodell, das aus einer abgespeckten Version von LaMDA (Language Model for Dialogue Applications) bestehe und die Anfragen des Users liest und analysiert. Es wählt dann, ein Wort nach dem anderen, das nächste Wort im Satz aus einer Liste aus, das wahrscheinlich als nächstes kommen wird. Dies erinnert an Beschreibungen, wie ChatGPT funktioniert.
Auch bei Bard basiere eine solche Entscheidung auf der Wahrscheinlichkeit von Wörtern, die als Nächstes in einer Aussage verwendet werden könnten, entsprechend der Eingabeaufforderung (Prompt) dessen, was die KI bereits generiert hat, und ihrer umfangreichen Wissensbasis etwa in Form von Datenbanken oder Artikeln im Internet, sowie dem, was man der KI gezielt antrainiert hat.
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Google räumt aber ein, dass es zu Fehlern kommen könne, da LLMs “aus einem breiten Spektrum von Informationen lernen, die Vorurteile und Stereotypen der realen Welt widerspiegeln”. Dadurch könnten LLMs “ungenaue, irreführende oder falsche Informationen liefern, während sie diese zuversichtlich präsentieren.” Dazu zeigt Googles neuestes Beispiel einen Fehler bei der Identifizierung des wissenschaftlichen Namens einer Pflanze. Weitere Ausführungen beschreiben, wie User zur Sicherheit die Wahl unter verschiedenen Antwort Möglichkeiten haben und welche Verantwortung Google gemäß der eigenen “AI Principles” künftig bei der weiteren Entwicklung der KI walten lassen will.
Google bringt sich vor allem gegen Microsoft in Stellung
Googles Einführung von Bard ist offensichtlich eine Antwort auf Microsofts Zusammenarbeit mit ChatGPT, die zur Entwicklung eines Chatbots für Bing geführt hat.
Bei der gegenwärtigen rasanten Entwicklung – vor wenigen Wochen waren Chatbots und KIs noch kein ständiges Thema in den News – fühlt man sich ein wenig an die früheren Konkurrenzen zwischen Browsern (Internet Explorer oder Netscape? – dann Firefox versus Google Chrome) oder noch früher beginnend zwischen den Betriebssystemen (macOS oder Windows) und anderen Wettstreitigkeiten in der IT-Welt erinnert.
Auch andere springen rasant auf den Zug auf
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Suchmaschine inklusive Chatbot You.com. Diese nutzt bei Anfragen flexibel Ergebnisse von Google, Bing, aber auch beispielsweise Reddit und basiert für interaktive Chats auf ChatGPT 3.5. Letztlich werden die User entscheiden, welche Angebote das Rennen machen. Microsoft ist schon einen großen Schritt weiter, weil der Konzern aus Redmond die Technologie von ChatGPT bereits in Bing integriert hat und dies demnächst auch für seine Office-Pakete umsetzen will. Aufgrund seiner Beteiligung bei Entwickler Open-AI kann es hier jeweils die neusten Versionen wie aktuell ChatGPT 4.0 einsetzen.