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Chess 1.o

02.04.2003 | 00:00 Uhr |

"Apple setzt auf Open Source", bekräftigte Steve Jobs während der Macworld San Francisco, als er den neuen Browser Safari vorstellte. Der schmale Internet-Explorer-Konkurrent basiert auf KHTML und KJS, zwei Produkte des Open-Source-Projekts Konqueror. Es demonstriert in erster Linie, wie effektiv man Open Source einsetzen kann. Damit taktiert Apple bei weitem klüger als manch anderes IT-Unternehmen.

Dabei ist Open Source nichts Neues für Apple. Bereits im März 1999 hat der Computerhersteller den Kern von Mac-OS X Server als Open-Source-BSD-Betriebssystem veröffentlicht: Darwin . Damit war der Grundstein gelegt, Mac-OS X als Betriebssystems mithilfe der Open-Source-Gemeinde um die Apache Group, FreeBSD, NetBSD und anderen zu entwickeln. Darwin arbeitet unter der Oberfläche von Mac-OS X und bringt zahlreiche Techniken unter einen Hut, wie etwa Mach 3.0, Betriebssystem-Dienste, die auf BSD (Berkeley Software Distribution) 4.4 basieren, Netzdienste und den Support für mehrere integrierte Dateisysteme.

Viele interpretieren bereits den Begriff "Open Source" falsch. Gerade im Deutschen ist häufig von "freier" Software die Rede, und wird mit kostenlos gleich gesetzt. Laut GNU ist damit aber die freie Nutzung gemeint , der freie Zugang des Quellcodes, freies Kopieren und die Freiheit, das Programm zu verbessern. Gemäß dieser Definition unterhält Apple eine Vielzahl solcher Projekte: Das Drucksystem CUPS, den Streaming Server, CDSA, Open Directory, Openplay, Rendezvous, Webcore oder Headerdoc. Auch der veränderte Quellcode von Safari ging samt Änderungsliste direkt an die Konquerer-Entwickler um den Deutschen Dirk Müller zurück. Der Zuspruch sowohl bei den Mac-Anwendern als auch in der Open-Source-Gemeinde war dementsprechend groß.

Mit diesem Schritt macht sich Apple das Know-how einer breiten Entwicklergemeinde zu eigen und bringt die eigene Entwicklungsarbeit mit ein. Damit lässt sich Vielfalt mit Innovation hervorragend verbinden. Damit spielt Open Source plötzlich eine ganz andere Rolle, als etwa bei Microsoft. Steve Ballmer sieht in Open-Source-Projekten, gerade auch in Linux, eine Bedrohung für die eignen Produkte und hatte deshalb seine Entwickler dazu aufgefordert, Open Source auszutricksen. Damit stellt er sich und sein Unternehmen gegen einen unsichtbaren und ungreifbaren Feind.

Dass ein Miteinander statt Gegeneinander mehr Früchte trägt demonstriert dagegen das Fink-Projekt für die Mac-Plattform. Hier hat sich eine Entwicklergemeinde zusammengetan, um die Portierung von Unix-Software auf den Mac zu forcieren. Und das stützen die Apple-Entwickler auch ab. Das ist etwa die Lesart, wie man die X11-Ankündigung am Rand der Macworld Expo, verstehen kann.

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