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App Store lockert Bedingungen für "Reader"-Apps

02.09.2021 | 10:36 Uhr |

Die japanische Fair-Trade-Kommission zwingt Apple, die Beschränkungen für "Reader"-Apps leicht zu lockern. Sogenannte "Reader"-Apps dürfen bald auf ihre eigenen externen Seiten zur Account-Verwaltung verlinken – weltweit.

Apple erlaubt schon länger sogenannten "Reader"-Apps (wie Netflix, Kindle, Spotify, Audible oder Dropbox), Nutzern außerhalb der üblichen In-App-Kauf-Methode (bei der Apple 15 bis 30 Prozent der Abonnement- oder Kaufeinnahmen kassiert) Inhalte anzubieten. Allerdings dürfen diese Apps nicht erwähnen, dass so etwas möglich ist, und sie dürfen keine Links von der App zu ihren Websites für die Kontoverwaltung (einschließlich Abonnementverlängerungen oder Käufe) einrichten.

Japan sorgt für globale Änderungen

Am Mittwoch kündigte Apple eine kleine Änderung dieser Politik an, um eine Untersuchung der Japan Fair Trade Commission (JFTC) abzuschließen. In der Pressemitteilung von Apple heißt es:

"Das Update erlaubt es Entwicklern von "Reader"-Apps, einen In-App-Link zu ihrer Website einzubinden, über den Nutzer ein Konto einrichten oder verwalten können. Obwohl die Vereinbarung mit der JFTC getroffen wurde, wird Apple diese Änderung global auf alle Reader-Apps im Store anwenden. Reader-Apps bieten zuvor gekaufte Inhalte oder Abonnements für digitale Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Audio-, Musik- und Videoinhalte.

Um ein sicheres und nahtloses Nutzererlebnis zu gewährleisten, verlangen die Richtlinien des App Store von den Entwicklern, dass sie digitale Dienste und Abonnements über das In-App-Zahlungssystem von Apple verkaufen. Da die Entwickler von Reader-Apps keine digitalen Waren und Dienstleistungen zum Kauf anbieten, hat Apple mit der JFTC vereinbart, dass die Entwickler dieser Apps einen einzigen Link zu ihrer Website freigeben können, um den Nutzern bei der Einrichtung und Verwaltung ihres Kontos zu helfen".

Die Änderung wird Anfang 2022 in Kraft treten, nach einer Aktualisierung und Überprüfung der Richtlinien für App-Store-Entwickler. Es handelt sich um ein relativ kleines Zugeständnis: Die fraglichen Apps werden nicht in der Lage sein, ihre eigene In-App-Abrechnung und Zahlungsabwicklung anzubieten, wie es Apps tun, die physische Waren und Dienstleistungen anbieten (wie Amazon, Uber oder DoorDash).

Es sieht nicht so aus, als ob die neuen Richtlinien es den Apps erlauben würden, darauf hinzuweisen, dass Abonnements oder Käufe im Internet verfügbar sind. Vielmehr wird es den Apps erlaubt sein, "einen einzigen Link zu ihrer Website zu teilen, um den Nutzern bei der Einrichtung und Verwaltung ihres Kontos zu helfen", heißt es. Diese Kontoverwaltung könnte den Kauf oder die Verlängerung von Abonnements beinhalten, aber aus Apples Mitteilung klingt es so, als ob der einzelne Link in der App nicht sagen darf: "Abonnieren Sie für nur 9,99 Euro pro Monat" und stattdessen etwas wie "Kontoverwaltung" oder "Richten Sie Ihr Konto ein" sagen muss.

Auch gelten Game-Streaming-Apps weiterhin nicht als "Reader"-Apps und bleiben von App Store ausgeschlossen.

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