2515049

Apple arbeitet angeblich immer noch an Airpower – aus irgendeinem Grund

19.06.2020 | 11:22 Uhr | Peter Müller

Das teure Mehrgeräte-Ladegerät, das niemand wirklich braucht, ist nach neuen Leaks von Jon Prosser noch in den Apple-Labors in Arbeit. Daran gibt es aber Zweifel.

Airpower ist ein merkwürdiges Produkt. Es ist eines der wenigen Produkte, die Apple jemals öffentlich angekündigt und dann nie veröffentlicht hat. Nachdem Apple es während der iPhone-Keynote im September 2017 auf der Bühne angekündigt und auf seiner Website vorgestellt hatte, konnte Apple die technischen Probleme bei der Produktion nie lösen und beendete das Projekt schließlich Anfang 2019 unveröffentlicht.

Nun zeigen neue Tweets des bekannten Apple-Leakers Jon Prosser neue Airpower (Codename "C68") Prototypen, die sich noch in der Entwicklung befinden

Den neuen Leaks zufolge hat Apple offenbar das erhebliche Problem behoben, das es hatte, dass die AirPower die Apple Watch nicht richtig auflud.
Vergrößern Den neuen Leaks zufolge hat Apple offenbar das erhebliche Problem behoben, das es hatte, dass die AirPower die Apple Watch nicht richtig auflud.

Darüber hinaus scheint sich der Stromanschluss von Lightning zu USB-C geändert zu haben. Bereits im April bemerkte Prosser, dass der C68 eine Überarbeitung erfuhr, um ihm weniger Ladespulen mit weniger Überlappung zu geben und einen A11-Prozessor zur Verwaltung von Ladung und Thermik einzubauen, um so das Überhitzungsproblem zu überwinden, das Apple hatte.

Keiner braucht die Airpower wirklich

Apple scheint entschlossen, Airpower um jeden Preis zum Laufen zu bringen – behauptet Prosser. Es wurde bereits damit gerechnet, dass die Matte relativ teuer sein würde, und mit einem A11 im Inneren, der die Wärme verwaltet, würde der erwartete Preis bei über 200 Dollar liegen.

Aber ein solches Produkt ist einfach nicht notwendig. Im Jahr 2017 brauchte der Markt für drahtlose Premium-Ladegeräte einen kleinen Schub. Heute gibt es eine Vielzahl von Mobiltelefon-Ladegeräten, die von billigen Telefonpolstern bis hin zu ausgefallenen, schick aussehenden Ladegeräten für mehrere Geräte reichen. Was genau bringt Airpower hier auf den Tisch? Sie können Ihr Smartphone, Ihre Airpods oder Apple Watch zum Aufladen überall darauf ablegen, anstatt sie an bestimmten Stellen zu platzieren

Und das war's dann auch schon. Das ist die große Neuerung. Und dafür zahlen Sie einen Aufpreis von 100 Dollar oder mehr gegenüber den bestehenden Multi-Device-Ladeflächen? Wir wären alle besser bedient, wenn Apple sich darauf konzentrieren würde, dem iPhone und dem Always-on-Display, das nützliche Informationen anzeigt, während es sich auf einem kabellosen Ladegerät befindet, den Vorzug zu geben, anstatt teure und übertriebene Lösungen zu entwickeln, mit denen Sie Ihre Airpods oder was auch immer an einer beliebigen Stelle auf einem Fünf-Zoll-Oval statt an einer bestimmten Stelle platzieren können.

Zweifel sind angebracht

An Prossers Bericht bestehen aber Zweifel. Durch oft akkurate Vorhersagen aufgefallen , hatte Prosser sich zuletzt ein wenig verzettelt. Seine Prognose einer Apple-AR-Brille im Steve-Jobs-Look kann man mindestens als abenteuerlich einstufen, zumal es sich ohnehin um ein noch sehr zukünftiges Produkt handelt und Apple vermutlich selbst noch nicht alle Details seiner künftigen Lösung kennt.

Bei den Bildern des C68 dürfte er sich aber vergriffen haben, der Tweet-Account @choco_bit meldet sich als Urheber der Fotos, zuerst auf Discord geposted. Diese würden keine echten Produkte zeigen, aber auch @choco_bit behauptet, Apple würde weiter an einer Ladelösung arbeiten. Ob die aber so wie ursprünglich geplant mit einer beliebigen Platzierung der Geräte darauf kommen würde oder iPhone, Apple Watch und Airpods-Ladeschalen diskrete Plätze zugewiesen bekommen, ist eben nicht klar. Wenn überhaupt eine Airpower je kommen sollte, wird sie also entweder anders, als sie Prosser beschreibt oder kommt viel später und nicht schon Ende 2020/Anfang 2021.

Macwelt Marktplatz

2515049