2601371

Apple nimmt 81,4 Milliarden US-Dollar ein

28.07.2021 | 06:33 Uhr | Peter Müller

Vor allem das Wachstum in der Services-Sparte sticht aus der Bilanz von Apples drittem Quartal heraus.

Die weltweite Chip-Knappheit kann Apple nicht aufhalten – das Unternehmen hat am Dienstag eine weitere gigantische Bilanz für das dritte Quartal 2020/21 vorgelegt. Apple hat einen Rekordumsatz von 81,4 Milliarden Dollar erzielt, was einem Wachstum von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn beträgt 21,74 Milliarden US-Dollar oder 1,30 US-Dollar pro verwässerter Aktie, die Brutto-Gewinnmarge 35,25 Prozent.

Umsätze und Gewinne Apples. Insgesamt ist die Saisonalität klar zu erkennen, die vor allem auf dem iPhone-Produktzyklus aufsetzt.
Vergrößern Umsätze und Gewinne Apples. Insgesamt ist die Saisonalität klar zu erkennen, die vor allem auf dem iPhone-Produktzyklus aufsetzt.

Services wachsen konstant weiter

Die 17,5 Milliarden Dollar, die Apple mit seinen Services erwirtschaftet hat (dazu gehören Apple TV+, Apple Music, Apple News+, iCloud und andere), sind ein neuer Rekord, und toppen die 16,9 Milliarden Dollar aus dem vorherigen Quartal noch einmal. 49 Prozent des Gesamtumsatzes von Apple im dritten Quartal entfielen auf das iPhone. Die Umsätze mit dem Mac und dem iPad setzten neue Rekorde für das Juni-Quartal – die letzten vier Quartale waren für den Mac die besten überhaupt. Die Aufschlüsselung der einzelnen Produktkategorien mit dem entsprechenden Wachstum sieht im Jahresvergleich so aus:

  • iPhone: 39,6 Milliarden US-Dollar (+ 50 %)

  • Mac: 8,2 Mrd. US-Dollar (+16 %)

  • iPad: 7,4 Mrd. US-Dollar (+12 %)

  • Wearables, Home und Zubehör: 8,8 Mrd. US-Dollar (+ 36 %)

  • Services: 17,5 Mrd. Dollar (+ 33 %)

Während in jeder Produktkategorie eine Verbesserung gegenüber dem gleichen Quartal 2019/20 zu verzeichnen war, ging der iPhone-Umsatz im Vergleich zum Vorquartal (47,9 Mrd. US-Dollar) etwas zurück. Dies ist nicht ungewöhnlich, da sich die Verbraucher häufig dazu entschließen, im vierten Quartal auf die Veröffentlichung des neuen iPhones zu warten. Bei der Bekanntgabe der Q2-Ergebnisse im vergangenen April sagte CFO Luca Maestri, dass Apple aufgrund von Lieferengpässen und anderen Faktoren ein starkes zweistelliges Wachstum, aber einen sequenziellen Umsatzrückgang gegenüber dem Märzquartal erwartet.

Die Umsätze nach Sparten und gesamt: Für die Balken (iPhone in Gelb, gesamt in Violett) gilt die rechte Skala (in Milliarden US-Dollar)
Vergrößern Die Umsätze nach Sparten und gesamt: Für die Balken (iPhone in Gelb, gesamt in Violett) gilt die rechte Skala (in Milliarden US-Dollar)

Keine Prognosen für Q4

"In diesem Quartal haben unsere Teams auf einer Periode beispielloser Innovation aufgebaut, indem sie leistungsstarke neue Produkte mit unseren Nutzern geteilt haben, in einer Zeit, in der die Nutzung von Technologie, um Menschen überall zu verbinden, noch nie so wichtig war", sagte Apple CEO Tim Cook in einer Presseerklärung. "Wir arbeiten weiter daran, alles, was wir herstellen, mit den Werten zu verbinden, die uns ausmachen - indem wir eine neue Generation von Entwicklern dazu inspirieren, das Programmieren zu erlernen, indem wir unserem Umweltziel für 2030 näher kommen und indem wir uns der dringenden Aufgabe widmen, eine gerechtere Zukunft zu schaffen."

Apple hat keine Umsatzprognose für das vierte Quartal abgegeben. Maestri erklärte, dass Apple für das vierte Quartal ein geringeres Umsatzwachstum als für das dritte Quartal erwartet, was auf Verlangsamung im Dienstleistungsbereich und Lieferengpässe zurückzuführen sei, die sich auf die iPhone- und iPad-Produktion auswirken werden. Apple erwartet jedoch ein zweistelliges Wachstum im vierten Quartal in allen Produktkategorien.

Apple will Dinge besser machen

Wie die Zahlen zeigen, hat Apple weiterhin weniger unter dem globalen Chipmangel zu leiden als andere Unternehmen, mit dafür verantwortlich sind Apples eigene Chips, die der Zulieferer TSMC bevorzugt für Apple herstellt. Das sei aber nicht der Grund gewesen, den Mac auf eine eigene Architektur umzustellen und somit unabhängiger von Zulieferern zu werden, erklärt Apple-CEO Tim Cook in der telefonischen Bilanzpressekonferenz . Apple frage sich stets, ob man selbst etwas besser machen könne oder ob man Komponenten zukaufe. Was den M1 betreffe, habe man festgestellt, das SoC des Mac besser machen zu können als es die Chips sind, die man bisher von Intel und anderen bezog. Erst kürzlich hat Nvidia jedoch den britischen Chip-Designer ARM übernommen, auf dessen Arbeit die von Apple entwickelten Chips basieren. Tim Cook wollte die Übernahme nicht kommentieren und nicht über mögliche Folgen für Apple spekulieren, es gebe jede Menge offene Fragen.

Keine Stückzahlen

Über die Verkaufszahlen macht Apple seit drei Jahren keine Angaben mehr,  die fast 40 Milliarden US-Dollar Umsatz im iPhone-Segment dürften sich auf über 50 Millionen Stück umrechnen. Tim Cook erklärte nur , viele neue Kunden gewonnen zu haben, die im Quartal ihr erstes iPhone kauften. Es habe zudem einen neuen Rekord bei iPhone-Upgrades gegeben. Welche Modelle besonders begehrt waren, verriet der CEO nicht.

Macwelt Marktplatz

2601371