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Apple und Podcasts: Konkurrenz belebt die Szene

01.03.2019 | 10:45 Uhr |

Apple dominiert den Podcast-Markt. Aber wie lange noch? Denn Wettbewerber wie Spotify investieren massiv in die boomende Branche.

Wenn Sie nicht im Podcast-Business t├Ątig sind (Offenlegung: Ich bestreite den gr├Â├čten Teil meines Einkommens aus Podcasts), werden Sie vielleicht nicht erkennen, dass Apple der dominante Akteur auf diesem Gebiet ist. Diese Dominanz wird von zwei Faktoren bestimmt: Dem ultimativen Verzeichnis der Podcasts und der in iOS integrierten Podcasts-App, die die Mehrheit der Podcast-H├Ârer auf dem Planeten nutzt.

Der langsame ├ťbergang vom Radio zum On-Demand-Audio h├Ąlt an, und die Wirtschaft merkt es. Die Investitionen in Podcast-Unternehmen steigen, die H├Ârerschaft w├Ąchst, und der Markt f├╝r Podcast-Werbung legt weiter zu. Doch trotz seiner Dominanz in der Branche scheint Apple seltsamerweise kein Interesse am Podcasting zu haben.

Es begann mit dem iPod

Apple erreichte diese Dominanz, weil es 2005 bemerkte, dass die Leute alles daran setzten, die ersten Podcasts auf ihre iPod-Musikplayer zu laden, und beschloss, einige Anstrengungen zu unternehmen, um den Prozess zu erleichtern. Apple hatte eine neue Version von Garageband mit zus├Ątzlichen Podcast-Features ver├Âffentlicht, ein Verzeichnis von Podcasts mit Hilfe des iTunes Store Frameworks erstellt und iTunes aktualisiert, um Podcast-Abonnements direkt zu unterst├╝tzen. Sie mussten Ihren iPod immer noch direkt an den Mac oder PC h├Ąngen, um neue Episoden herunterzuladen, was nicht die beste Methodik war, aber es war besser, als Podcast-Dateien in iTunes zu laden, sie als Songs oder H├Ârb├╝cher zu markieren und sie manuell zu synchronisieren.

Im Jahr 2005 erlaubte iTunes 4.9 erstmals Podcast-Abonnements. Über diesen Zwischenschritt konnte man den Inhalt auf den iPod laden.
Vergr├Â├čern Im Jahr 2005 erlaubte iTunes 4.9 erstmals Podcast-Abonnements. ├ťber diesen Zwischenschritt konnte man den Inhalt auf den iPod laden.

Der kurze Podcast-Boom von 2005 hielt nicht wirklich an, aber er brachte Apple in den ersten Tagen des iPhone in die perfekte Position. Mit dem Smratphone gab es endlich ein Ger├Ąt, das Podcasts spontan aktualisieren konnte, und Apple hatte es endlich verstanden und┬á baute eine eigene Podcast-App. Niemand sonst hatte es bisher geschafft, das iTunes-Podcast-Verzeichnis zu replizieren, und pl├Âtzlich war Apple der gr├Â├čte Player in einer wachsenden Medienbranche.

In der Zwischenzeit hat Apple mit Podcasts nicht viel mehr erreicht. Garageband ist seit langem von all seinen podcastfokussierten Funktionen befreit. Die Podcast-App auf iOS wird immer besser, und Apple hat k├╝rzlich einige anonymisierte Statistiken hinzugef├╝gt, so dass Podcast-Publisher nun seltenen Zugriff auf Informationen dar├╝ber erhalten k├Ânnen, wie viele Personen ihre Podcasts h├Âren und welche Teile der Episoden sie h├Âren. Die Daten sind von eingeschr├Ąnktem Nutzen, bedingt durch die Tatsache, dass es sich um ein Opt-in handelt und nur f├╝r Apples eigene App. Aber es ist immer noch eine Fundgrube von Daten, die uns Podcastern offen gelegt hat, was wir alle erwartet haben, n├Ąmlich, dass die meisten Leute die meisten Episoden eines Podcasts h├Âren und nur ein kleiner Prozentsatz die Anzeigen ├╝berspringt.

Der Aufstieg der Mitbewerber

Inzwischen ist die Welt voll von Unternehmen, die sich viel mehr auf Podcasts konzentrieren als Apple. Unternehmen, die mit ├Âffentlichen Radiosendern in den USA verbunden sind, haben sich auf das Medium gest├╝rzt, was ihnen den Zugang zu einem neuen und gro├čen Publikum f├╝r ihre Arbeit erm├Âglicht hat. Viele Start-ups wurden gegr├╝ndet, um Anzeigen auf Podcasts zu produzieren, zu verteilen und zu verkaufen.

Einer der j├╝ngsten Trends ist der Wunsch nach noch mehr Statistiken dar├╝ber, wie Menschen Podcasts h├Âren. Vertriebsleiter, die durch die kleinteiligen Details der Webwerbung verw├Âhnt werden, sind frustriert dar├╝ber, dass es mit Ausnahme von Statistiken aus Apps wie Apples Podcasts keine gute M├Âglichkeit gibt, etwas dar├╝ber hinaus zu sagen, wenn jemand eine Episode herunterl├Ądt. Sie wollen mehr. Vor kurzem hat National Public Radio (der ├Âffentlich-rechtliche Rundfunk in den USA) etwas namens RAD beworben: Eine Spezifikation, die Informationen dar├╝ber, wie Sie Ihre Podcast-App verwenden, an den Publisher f├╝r Datenerfassungszwecke weitergibt.

Es scheint eine starke Herausforderung f├╝r die Macher von Podcast-Apps zu sein - sie m├╝ssten viel technische Arbeit leisten, um etwas zu unterst├╝tzen, das ihren Nutzern nicht wirklich zugute kommt und gleichzeitig ihre Privatsph├Ąre beeintr├Ąchtigt. Apples Beharren auf der Anonymisierung von Benutzerstatistiken w├╝rde darauf hindeuten, dass Apple Podcast nicht ein so breites System wie RAD unterst├╝tzen w├╝rden. Aber der Druck im Namen invasiverer Werbemetriken ist gro├č, unabh├Ąngig davon.

Spotify hat eine große Investition in seine Podcastpräsenz getätigt.
Vergr├Â├čern Spotify hat eine gro├če Investition in seine Podcastpr├Ąsenz get├Ątigt.

Auf der anderen Seite kauft Spotify Unternehmen wie das Podcast-Studio Gimlet Media und Anchor, einen Hersteller von Tools zur einfacheren Herstellung und Verteilung von Podcasts. Spotify verwendet sein eigenes Verzeichnis, nicht das von Apple, und plant anscheinend, eine halbe Milliarde Dollar f├╝r Podcast-bezogene Unternehmen (einschlie├člich Anchor und Gimlet) auszugeben.

Spotify, Apples Erzrivale im Musik-Streaming, hat also beschlossen, dass das Podcast-H├Âren eine logische Erweiterung dessen ist, was bereits ihr Gesch├Ąftsmodell ist - und hat erkannt, dass je mehr Minuten jemand damit verbringt, Podcasts zu h├Âren, desto weniger Geld Spotify an Musikgeb├╝hren zahlen muss. Vermutlich wird es auch einige Spotify-exklusive Podcasts geben, die es erm├Âglichen, Menschen zur Nutzung von Spotify zu bewegen, was mit den Musikkatalogen, die ├╝ber alle Dienste hinweg weitgehend gleich sind, nicht wirklich m├Âglich ist.

Wo bleibt denn nun Apples Antwort darauf?

Bei all dieser Aufregung bleibt Apple ruhig - und es gibt noch nicht einmal Ger├╝chte ├╝ber die Pl├Ąne von Apple in diesem Bereich. Die Konkurrenten sind auf dem Vormarsch, die Branche heizt sich auf, und Apple scheint Podcasts weiterhin so zu behandeln, wie sie es von Anfang an getan haben.

Auf der einen Seite ist es bewundernswert, dass Apple seinen enormen Einfluss auf den Podcast-Markt nicht ausgenutzt hat. Es erm├Âglicht es der Podcast-Welt, in einer weitgehend offenen Umgebung zu gedeihen, ohne die Suche nach wichtigen Akteuren, die Innovationen zerst├Âren w├╝rden. Apple hat sich f├╝r Podcasts eingesetzt, ohne zu versuchen, sie zu kontrollieren.

Und doch, da Spotify in Bewegung ist, muss ich mich fragen, ob Apple in diesem Bereich einen aktiveren Ansatz verfolgen muss. Die wirtschaftlichen Grundlagen sind f├╝r Apple Music und Spotify recht ├Ąhnlich; ich bin etwas ├╝berrascht, dass Apple f├╝r Apple-Music-Abonnenten nicht in Premium-Audioinhalte investiert hat┬á ÔÇô denn wenn es sich um reine Abonnements handelt, ist es nicht wirklich ein Podcast. Wir h├Âren, dass Apple Milliarden f├╝r Videoinhalte f├╝r seinen neuen Streaming-Service ausgibt , aber nicht einen Blick darauf, dass Apple seine Macht beim Podcasting nutzt, um Apple Music zu st├Ąrken oder zumindest die Expansion von Spotify in Schach zu halten.

Die Wahrheit ist, dass Podcasting einfach zu klein sein dürfte, um Apples Interesse zu wecken. Wenn man mehr als eine Milliarde US-Dollar für Fernsehsendungen ausgibt, scheint die Idee, ein paar hundert Millionen Euro auszugeben, um ein Studio wie Gimlet zu kaufen, wie eine Änderung der etablierten Spielregeln.

Generell betrachtet, liegen die Ambitionen von Apple in M├Ąrkten, die riesig sind und weitaus gr├Â├čer als die gesamte Podcast-Welt. Apple ist ein dominanter Akteur im Bereich Podcasting, aber innerhalb von Apple ist Podcasting der Fokus eines sehr kleinen Teams in einer entlegenen Rundung des Apple Parks. Dieses Team k├╝mmert sich wirklich um Podcasting und leistet sehr gute Arbeit, aber es sind kleine Fische im riesigen Meer des heutigen Apple.

Vielleicht ist es das aber das Beste f├╝r alle Beteiligten. Es gibt nicht allzu viele Beispiele daf├╝r, dass riesige Technologieunternehmen sich daf├╝r entscheiden, ihre Dominanz in einem Markt nicht zu nutzen. Vielleicht wird Apple die Welt des Podcasting weiterhin so sanft behandeln, zumindest bis ein Wettbewerber etwas unternimmt, um Cupertinos Aufmerksamkeit zu erregen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine ├ťbersetzung, den Originalbericht finden Sie bei unserer Schwesterpublikation Macworld.

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