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Apples neue revolutionäre Funktionen: Kopiert und geklaut

05.06.2019 | 12:29 Uhr | Birgit Götz,

Apple enthüllte während seiner WWDC-Keynote Neuheiten, die Android-Nutzer schon lange kennen. Man könnte sagen: Apple stellt 10 neue Funktionen vor, die es von Google, Samsung, Microsoft und Fitbit geliehen, kopiert und gestohlen hat.

Apples WWDC-Keynote war vollgepackt mit einer Reihe neuer Funktionen , Apps und Optimierungen, die Apples iPhones, iPads und Apple Watches schöner und leistungsfähiger machen sollen als je zuvor. Ab September sollen Sie für Ihre Apple-Geräte, sowohl für die alten als auch die neuen Modelle, neue Funktionen für iOS 13, iPad-OS und Watch-OS 6 zur Verfügung haben, die laut Craig Federighi, Senior Vice President für Software-Entwicklung bei Apple, nichts weniger als "bahnbrechend, weltbewegend und revolutionär" sein sollen.

Auch wenn diese Updates für iPhones, iPads und Apple Watches dramatisch und aufregend sein können, wie Apple meint: Neu  sind diese Funktionen nicht gerade. Jedenfalls nicht für diejenigen, die keine Apple-Nutzer sind. Die meisten der von Apple angekündigten herausragenden Funktionen gibt es schon länger, und als die Zuhörer bei jeder offensichtlichen Applaus-Pause schrien und schrien, dürften Android- und Fitbit-Fans wahrscheinlich eher gegrinst als geklatscht haben.

Die 10 neuen Funktionen

  • Dark Mode

  • Download-Manager

  • Watch-OS und App Store

  • iPad Widgets für den Startbildschirm

  • Desktop-Browsing auf dem iPad

  • Look Around

  • Homepod-Spracherkennung

  • Quickpath-Eingabe

  • Gesundheits-Tracking für Frauen

  • Sprachsteuerung

Dark Mode

Ja, Apple hat im vergangenen Jahr den Dark Mode für die Menüleiste und Dock mit Yosemite geliefert und auf Apps mit macOS Mojave erweitert. Aber Dark Mode auf Smartphones ist ein alter Hut. Google hat seit Jahren ein dunkles Theme auf seinen Smartphones. Und Samsung führte mit seinem One UI Redesign Anfang des Jahres einen systemweiten Dark Mode ein.

Wenn Apple sagt, dass der Dark Mode "durchdacht entwickelt wurde, um jedes Element auf dem Bildschirm für Ihre Augen einfacher zu machen, und nahtlos in das System integriert ist", dann denken Sie daran, dass Galaxy- und Pixel-Nutzer den Dark Mode zuerst hatten.

Download-Manager

Diese Funktion ist so überfällig, dass Apple nicht einmal einen ausgefallenen Namen dafür hat. In iPad-OS können Sie "Ihre aktiven und aktuellen Downloads in Safari sehen und einfach über den neuen "Download"-Ordner in "Dateien" darauf zugreifen" - weil es jetzt einen Download-Manager gibt. Sie können jeden Android-Nutzer fragen - er wird sich nicht an Zeiten erinnern, in denen er diese Funktion nicht zur Verfügung hatte.

WatchOS und App Store

Die Möglichkeit, Apps am Handgelenk zu suchen, herunterzuladen und zu installieren ist ein großer Schritt für die Apple Watch .  Aber es war eine größere Sache, als Google schon 2017 den Play Store für seine Smartwatches startete. Und Google ließ Entwickler damals sogar nur Smartwatch-Apps herstellen. Zugegeben, der Zustand von Wear-OS und kompatiblen Geräten lässt viel zu wünschen übrig, aber Google kann zumindest behaupten, dass es lange vor Apple eine eigenständige Smartwatch auf den Weg gebracht hat. Ein App-Store am Handgelenk ist also nichts Neues für Wear-OS-Nutzer.

iPad Widgets für den Startbildschirm

Zu den größten WWDC-Ankündigungen (abgesehen vom 999-Dollar-Displayständer, der kein Display enthält) gehört die Einführung von iPad-OS. Längst überfällig und unglaublich aufregend für iPad-Fans macht das neue Betriebssystem das iPad endlich frei von den Einschränkungen mit iOS und bietet dem Tablet damit eine glänzende Zukunft als echter Mac-Ersatz.

Apple wollte auf seiner Entwicklerkonferenz mal wieder allen zeigen, wer die dicksten Äpfel hat: Der neue Mac Pro, der natürlich im ultra-stylischen Tower-Gehäuse kommt, kostet schon in der mittelmäßigen Grundausstattung 5999 Dollar. Wenn man alles an Erweiterungskarten dazukauft, was ins Gehäuse reinpasst und den Mac Pro damit zum absoluten Rechenmonster und Traum jedes Video- und 3D-Profis macht, muss man sogar rund 50.000 Euro auf den Tisch legen. Wahnsinn!
Übertrieben teuer ist aber nicht nur der Mac Pro, sondern auch der passende Profi-Monitor "Pro Display XDR" für 5000 Euro und der erst recht der dazugehörige Ständer für unfassbare 1000 Euro! Aber seht selbst...

► Ausführlicher Artikel zum Mac Pro (2019): www.macwelt.de/news/Mac-Pro-wird-wieder-modular-10603853.html

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Die auffälligste visuelle Veränderung - Widgets auf dem Startbildschirm - hat Android allerdings schon 2011 mit Honeycomb eingeführt. Wir werden nicht darüber diskutieren, wie es derzeit mit den Android-Tablets läuft, aber hey, zumindest hat Google eine Sache richtig gemacht.

Desktop-Browsing auf dem iPad
Der Safari-Browser wird auf dem iPad nicht mehr standardmäßig die mobile Version von Websites verwenden. Apple hat endlich erkannt, dass Nutzer auf dem iPad das gleiche Interneterlebnis verdienen wie Nutzer auf dem Mac, und gibt jetzt die Vollversion von Safari unter iPad-OS frei. Nutzer von Chrome-Tablets können sich darüber nur amüsieren, weil sie schon die ganze Zeit über einen vollständigen Browser hatten.

Look Around

Neben einem grundlegenden Umbau der Kartendaten in den USA, mit reichhaltigeren Details und (hoffentlich) genaueren Wegbeschreibungen, hat Apple eine Funktion namens Look Around eingeführt, mit der Sie "Städte mit einem immersiven 3D-Erlebnis erkunden können, bei dem Sie um 360 Grad schwenken und sich nahtlos durch die Straßen bewegen können".

Das klingt vertraut, und das ist es auch. Google nannte es damals Street View, und das gibt es schon so lange wie das iPhone.

Und Apples andere große Maps-Funktion? Favoriten. In Google Maps gibt es das schon seit Ewigkeiten nicht mehr.

Homepod-Spracherkennung

Apple hat nicht aufgegeben, seinen intelligenten Lautsprecher zu einer brauchbaren Option für Ihr Haus zu machen. Zusätzlich zu einer neuen Stimme für Siri, die nuanciert spricht, kann Homepod nun erkennen, wer spricht und entsprechende Antworten liefern. Das ist großartig, aber es war noch etwas besser, als Google das im letzten Jahr seinem Assistant hinzufügte.

Quickpath-Eingabe

Apple beschreibt seine neue Quickpath-Eingabe so, als handle es sich um eine Funktion, von der Sie noch nie zuvor gehört haben: "Streichen Sie einfach von einem Buchstaben zum nächsten, ohne den Finger zu heben, um ein Wort einzugeben. Maschinelles Lernen auf dem Gerät erkennt den Weg, den Sie zeichnen, und wandelt ihn für Sie um, so dass das einhändige Tippen zum Kinderspiel wird."

Google verwendet Swipes auf seiner Gboard-Tastatur seit 2016 ... eine Funktion, die jetzt exklusiv angekündigt wird für iOS.

Gesundheits-Tracking für Frauen

Die Apple Watch hat mit Watch-OS 6 eine Reihe neuer Gesundheits- und Fitness-Funktionen aufgegriffen. Für Frauen ist keine wichtiger als die Zyklus-Tracking-App, mit der sie den Verlauf ihrer Periode und die Symptome protokollieren können.

Fitbit hat das Gesundheitstracking für Frauen am Handgelenk eingeführt, und die Zyklus-Tracking-App Clue gibt es bereits für die Apple Watch. Während wir also die Bemühungen von Apple hier loben, ist das weniger eine innovative Funktion als vielmehr eine, die bei Apple längst überfällig ist.

Sprachsteuerung

Eine berührende Demonstration während der WWDC-Keynote war es, einem Mac-Nutzer im Rollstuhl zuzusehen, wie er mühelos seinen Mac navigiert, Fotos teilt und Nachrichten sendet, alles ohne Maus. Das alles ist Teil von Apples neuer Sprachsteuerung, die mit umfassenden Befehlen mit Apps und nummerierten Labels interagiert, um das Auswählen und Anklicken von Elementen auf dem Bildschirm zu erleichtern.

Obwohl es sicher eine lebensverändernde Funktion für beeinträchtigte Mac-Nutzer ist, hätten sie diese Funktion schon viel länger haben können, wenn sie einen Windows-10-PC gekauft hätten. Die Windows-Spracherkennung (die es eigentlich seit Windows 7 gibt) ist eine robuste und umfassende Möglichkeit, jeden Punkt Ihres PCs ohne Maus und Tastatur zu steuern. Sie verwendet eine ähnliche Nummerierungs- und Rastermethode. Also, Platz 1 für Windows.

Dieser Beitrag stammt von unseren amerikanischen Kollegen von pcworld.com

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