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'Butter Royale' im Test: 'Fortnite' als Lebensmittelschlacht

27.01.2020 | 14:40 Uhr |

Apple Arcade bekommt nun endlich ein Battle-Royale-Spiel, das an Fortnite erinnert, aber wesentlich familienfreundlicher ist. Leif Johnson hat es sich angesehen.

Man sagt mir oft, dass zu viel Cholesterin mich t√∂ten w√ľrde, aber ich h√§tte nie gedacht, dass es einen konkreten Tod in Form einer Mauer aus Butter geben w√ľrde, die die Landschaft erdr√ľckt. Und das ist nicht alles, wor√ľber ich mir Sorgen machen muss. Da sind dann auch noch 31 andere Menschen, die mich mit S√ľ√üigkeiten erschlagen wollen. Zum Gl√ľck habe ich den K√ľhlschrank √ľberfallen und ein Gesch√ľtz gefunden, das Hot Dogs ausspuckt. Auch Sie k√∂nnen in Butter Royale, dem Neuzugang vom Freitag bei Apple Arcade, einen Vorgeschmack auf solch k√∂stliche Abenteuer bekommen. Wie der Name schon vermuten l√§sst, handelt es sich dabei um einen Battle-Royale-Shooter in der Art von "Fortnite", aber es vereinfacht das Gameplay, das entweder mit einem Touchscreen oder einem Gamepad wie dem PlayStation DualShock 4 gut funktioniert. Allerdings habe ich mich ein wenig gestr√§ubt: Noch ein weiteres Battle-Royale-Spiel? Sind die nicht schon out?

Nachdem ich es etwa eine Stunde lang gespielt habe, habe ich die Art und Weise genossen, wie es die Spannung von Spielen wie "Fortnite" oder "Player Unknown's Battlegrounds" in ein mundgerechtes Paket √ľbersetzt.

"Butter Royale" bedient sich vieler Anleihen bei "Fortnite", wenn Sie also das Spiel von Epic kennen, haben Sie bereits eine gute Vorstellung davon, was Sie hier tun k√∂nnen. Sie k√∂nnen Ihren Gesundheitszustand mit Schildern verbessern, die Sie in der Landschaft verstreut finden. Sie nehmen Munition und Waffen auf und tauschen sie aus, wenn Sie etwas Besseres finden. Sie k√∂nnen den Mehrspieler-Modus entweder allein oder in Vierer-Trupps spielen (obwohl Sie hier auch gegen die KI spielen k√∂nnen). Sie w√§hlen auf einer Karte, die mit gastronomisch benannten Orten wie San Francheesco, Salty Shipyards und Pasta Plaza best√ľckt ist, aus, wo Sie jedes Spiel beginnen m√∂chten. Und dann gibt es nat√ľrlich noch den "Sturm" selbst, der den Spielplatz regelm√§√üig heimsucht und die Welt so bedrohlich zu ersticken droht wie die Farbe im Sherwin-Williams-Logo.

Bekannte Konzepte werden im Allgemeinen einfach neu erfunden. Die Amunition wird in K√ľhlschr√§nken statt in Kisten aufbewahrt und die Waffen bestehen aus harmlosem Spielzeug wie Scharfsch√ľtzengewehren mit Eisspendern oder Popcorn-Sch√ľtzen. In "Butter Royale" stirbt man nicht einmal: Man wird "eingecremt". Wenn man bedenkt, was um einen herum passiert, ist es wohl besser als eine Herzkrankheit. Es hat eine bezaubernde √Ąsthetik und ich w√ľnschte, Butter Royale h√§tte noch mehr den Junk-Food-Ansatz verfolgt, etwa indem man die Karte mit riesigen Cremekuchen und hochhausgro√üen Colaflaschen statt mit bauf√§lligen Lagerh√§usern und Werften best√ľckt.

Der wirklich gro√üe Unterschied besteht jedoch darin, dass all diese Dinge v√∂llig gratis sind, selbst die Auszeichnungen, die man erh√§lt, wie die verschiedenen Flaggen, die auftauchen, wenn man stirbt, die Standard-Nahkampfwaffe oder die Fu√üabdr√ľcke, die man hinterl√§sst, wenn man √ľber die Karte trampelt.

Fortnite-Entwickler Epic verdient seine Milliarden von Dollar mit Saisonkarten f√ľr solche digitale Angebote, zusammen mit Werbe-Skins f√ľr gro√üe Filme wie "Star Wars IX: The Rise of Skywalker", aber davon gibt es hier nichts. Die einzige W√§hrung, die man in "Butter Royale" ausgeben muss, sind die Kekse und Eintrittskarten, die man aus dem normalen Spielbetrieb erh√§lt, und selbst dann setzt Butter Royale ein t√§gliches Limit f√ľr sie fest, vermutlich, um die Zugabe einzud√§mmen. Das macht "Butter Royale" auch zu einer anst√§ndigen Alternative f√ľr Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder ihr Bankkonto leer r√§umen, um einen Ninja-Skin zu kaufen. Zum Trost: Wenn man die erste Saison von Butter Royale ausreizt, erh√§lt man ein unverschlie√übares Fell, das einen wie ein Ninja aussehen l√§sst. Touch√©.

Normalerweise w√§re ich einer der Nutzer, die ein Spiel wie dieses missbilligen w√ľrden, besonders da die Spiele und Modi von Battle Royale jetzt so √ľbertrieben sind und die beiden gr√∂√üten Spiele auf iOS und iPadOS bereits kostenlos sind.

Aber ich k√∂nnte mir vorstellen, dass ich auf meinen morgendlichen und abendlichen Fahrten mehr als von "Fortnite" profitieren w√ľrde. Das Twin-Stick-Design h√§lt das Spiel einfach. Das Top-Down-Design erm√∂glicht eine andere Perspektive als die der Spiele, von denen es inspiriert wurde. Es gibt auch keine Geb√§udekomponente, sodass man die Fingerakrobatik, die die Touchscreen-Version von Fortnite selbst erfordert, nicht beherrschen muss.

Die Karten sind klein und man muss nur gegen 32 statt gegen 100 Personen k√§mpfen. Wie Sie in dem Video oben sehen k√∂nnen, habe ich ein ganzes Vierer-Team-Match in k√ľrzerer Zeit gewonnen, als ich mit der U-Bahn zur Arbeit fuhr. Ich habe es ausnahmsweise gewonnen, indem ich die letzten beiden Gegner mit einem Baguette umhaute, da mir die Munition ausgegangen war, und sie waren unf√§hig, weil sie sich in der Butter verfangen hatten. Das ist ein gewisses Ma√ü an Charme, das selbst "Fortnite" nicht hat.

Wie so viele der in San Francheesco und auf der Pasta Plaza verstreuten Junkfood-Artikel ist es ein Genuss.

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