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Erster Praxistest: Das taugen die Dreifach-Kameras des iPhone 11 (Pro)

11.09.2019 | 13:39 Uhr |

Unser Kollege Jason Snell hatte gestern nach der Keynote die Gelegenheit, die neuen Kameras in Augenschein zu nehmen.

Fotografie ist wohl zur wichtigsten Funktion der¬† Smartphones geworden. So stand gestern vor allem die Kamera des iPhone 11 im Mittelpunkt des iPhone-Events, in den Produktbildern und bei der Pr√§senz auf der B√ľhne. Das iPhone 11 verf√ľgt √ľber umfangreiche Upgrades des iPhone-Kamerasystems, was gut ist, denn die Wahrnehmung unter den Beobachtern des Smartphone-Marktes war zuletzt, dass Apples in Sachen Fotografie hinter Konkurrenten wie Google, Samsung und Huawei zur√ľckgefallen sei.

Nach der Veranstaltung durfte ich einige Zeit mit einem iPhone 11 Pro und seinen Kamera- und Foto-Apps verbringen , die beide modifiziert wurden, um die neuen Funktionen der iPhone-11-Linie zu unterst√ľtzen. Hier ist ein Blick auf die Neuigkeiten und wie alles zusammenpasst.

Neu: Ultraweitwinkelkamera

Alle iPhone-Modelle erhielten in diesem Update eine Kamera, die Apple als "ultra wide" bezeichnet. Es handelt sich um eine 12-Megapixel-Kamera mit einem Sichtfeld von 120 Grad. In Bezug auf die iPhone-Kamera ist es die "0,5x"-Kamera, verglichen mit der 1x "Wide"-Kamera und der 2x "Tele-Photo"-Kamera. Sie k√∂nnen zwischen den Objektiven wechseln, indem Sie direkt auf die Schaltfl√§chen der Kamera-App tippen ‚Äď und ja, das bedeutet, dass die Kamera-App des iPhone 11 Pro nun √ľber drei verschiedene Schaltfl√§chen verf√ľgt, wie auf dem Foto unten gezeigt. Sie k√∂nnen Ihren Finger auch √ľber die Tasten schieben, um ein Zoom-Rad aufzurufen, das die "Heim"-Zooms der verf√ľgbaren Objektive deutlich anzeigt und sie subtil einrastet.

Drei-Kamera-Ansicht auf dem iPhone Pro Max.
Vergrößern Drei-Kamera-Ansicht auf dem iPhone Pro Max.
© Jason Snell

W√§hrend Sie Videos aufnehmen, k√∂nnen Sie auch mit dieser¬† Geste ein- und auszoomen. Die iPhone-Software √ľbersetzt das in einen sanften Zoom-Effekt und √ľbergibt unbemerkt von einer Kamera zur anderen (ein netter Trick, der viel Mathematik und Bildbearbeitung erfordert).

Ja, die Ultraweitwinkelkamera ist da, um Ihnen zu helfen, breitere Aufnahmen zu machen ‚Äď besonders in Szenarien, in denen Sie nicht mehr als zehn Schritte zur√ľckgehen k√∂nnen, um diese breitere Sicht zu erhalten. Wenn Sie schon einmal auf ein kleines Panorama zur√ľckgreifen mussten, nur um die Aussicht zu erfassen, werden Sie eine Idee davon haben, wie n√ľtzlich das ist. Aber es wird noch beeindruckender, wenn man es in Verbindung mit den anderen Kameras verwendet.

Hier sehen Sie die zusätzlichen Bildinformationen, die unter den Kanten der Kamera-App sichtbar sind, während Sie eine Aufnahme aufnehmen.
Vergrößern Hier sehen Sie die zusätzlichen Bildinformationen, die unter den Kanten der Kamera-App sichtbar sind, während Sie eine Aufnahme aufnehmen.

Sie k√∂nnen das iPhone 11 optional sowohl f√ľr Video als auch f√ľr Fotos so einstellen, dass es Daten sowohl von der Weitwinkel- als auch von der Ultraweitwinkel-Kamera erfasst. Das iPhone beh√§lt beide Aufnahmen f√ľr einen unbestimmten Zeitraum, wenn Sie mit der ultrabreiten Version nichts anfangen k√∂nnen, wird sie schlie√ülich gel√∂scht. Das iPhone versteckt also eine breitere Sicht auf das Bild oder Video, das Sie gerade aufgenommen haben. Das k√∂nnen Sie aber hervorholen, falls Sie bemerken, dass ein wichtiger Teil der Szene an den R√§ndern des Bildes fehlt.

In der Foto-App zeigt dieses Symbol an, dass außerhalb der Standard-Ausschnittgrenze mehr Bilder von der Ultraweitkamera verfügbar sind.
Vergr√∂√üern In der Foto-App zeigt dieses Symbol an, dass au√üerhalb der Standard-Ausschnittgrenze mehr Bilder von der Ultraweitkamera verf√ľgbar sind.
© Jason Snell

Um das zu bewerkstelligen, unternehmen Sie einfach das Naheligende: √Ėffnen Sie das Bild in der Fotoanwendung, tippen Sie auf "Bearbeiten" und w√§hlen Sie dann das Zuschneidewerkzeug. Sie werden feststellen, dass es hinter den Schnittmarken noch mehr Bildinhalte gibt! Dies sind Bilddaten von der Ultraweitkamera, die nahtlos in Ihr Foto oder Video eingef√ľgt wurden, und wenn Sie sie verwenden m√∂chten, k√∂nnen Sie einfach den Ausschnitt √§ndern, um mehr Informationen anzuzeigen. Es ist eine sehr clevere Art, mit der Ultrabreitkamera ein Sicherheitsnetz zu schaffen. Sobald Sie auf die Schaltfl√§che "Bearbeiten" getippt haben, stehen Ihnen diese zus√§tzlichen Informationen au√üerhalb der Kamera f√ľr sp√§tere Optimierungen weiterhin zur Verf√ľgung ‚Äď iOS wird sie nicht wegwerfen.

Die Geheimnisse des Nachtmodus

Seitdem Google seinen Nachtmodus eingef√ľhrt hat, eine Funktion f√ľr die Pixel-Smartphones, die Mehrfachbelichtungen, einschlie√ülich Langzeitbelichtungen und eine ganze Menge Bildverarbeitung verwendet, um lebendige, helle Szenen an Orten mit sehr wenig Licht zu erzeugen, schien Apples k√∂rniger, realistischer Ansatz zur Aufnahme von Bildern an dunklen Orten nicht mehr en vogue zu sein. Mit dem iPhone 11 nimmt Apple endlich auch an diesem Spiel teil.

Die Nachtmodusanzeige auf dem iPhone 11 Pro Max.
Vergrößern Die Nachtmodusanzeige auf dem iPhone 11 Pro Max.
© Jason Snell

Wenn Sie in der Kamera-App versuchen, ein Bild in einer dunklen Szene aufzunehmen, erscheint automatisch eine Nachtmodusanzeige ‚Äď Sie m√ľssen nichts tun. Die gelbe Nachtmodusanzeige zeigt neben einem Halbmond-Symbol die Zeit an, die Sie ben√∂tigen, um Ihr Telefon stillzuhalten, um eine lange Belichtung zu erhalten. Diese Belichtungszeit wird auch durch das Verschluss-Symbol nach unten angezeigt. Tippen und halten Sie die Kamera ruhig und das iPhone schie√üt nicht nur ein Bild, sondern zahlreiche, verarbeitet sie, wendet Apples eigene Bildverarbeitungs-Magie an und erzeugt ein Foto, das aussieht, als w√§re es in einer viel helleren Umgebung aufgenommen worden.

W√§hrend ich dieses Feature ausprobierte, befand ich mich in einem hell erleuchteten Demo-Raum im Apple Park ‚Äď also musste ich das Objektiv der Kameras des iPhone 11 Pro abdecken, bis es dachte, es sei dunkel geworden. Infolgedessen konnte ich keine Testbilder aufnehmen. Apples Beispielbilder sehen vielversprechend aus, aber nat√ľrlich tun sie das. Ich freue mich darauf, dieses Feature pers√∂nlich auszuprobieren.

Oh, noch eine lustige Bemerkung: Laut dem Apple-Mitarbeiter, mit dem ich im Demo-Bereich gesprochen habe, ist der Nachtmodus nicht nur f√ľr schnelle Aufnahmen aus der Hand gedacht. Wenn Sie das iPhone auf ein Stativ stellen, sodass es stabil ist ‚Äď und das wird es mitbekommen, denn es ist mit vielen Bewegungssensoren ausgestattet ‚Äď, k√∂nnen Sie noch l√§ngere Belichtungszeiten w√§hlen, was z.B. f√ľr Nachtaufnahmen im Freien praktisch w√§re. Der Nachtmodus hat also mehr zu bieten, als Sie vielleicht gedacht haben.

Schnelle Aufnahme von Videos, größere Auswahl und mehr

Während die Ergänzung der Ultrabreitkamera und des Nachtmodus die wichtigsten Funktionen sind, gibt es viele weitere Ergänzungen zur Kamera-App mit dem iPhone 11. Hier ein kurzer Überblick:

  • ¬†Mit dem neuen QuickTake-Videomodus k√∂nnen Sie den Ausl√∂ser im Standbildmodus gedr√ľckt halten, um schnell ein Video aufzunehmen, solange Sie die Taste gedr√ľckt halten. Was Apple auf der B√ľhne nicht gezeigt hat: Wenn man den Knopf nach rechts streicht, kann man die Videoaufnahme "sperren", sodass sie auch nach dem Fingerdruck fortgesetzt wird. Und wenn Sie vom Ausl√∂ser nach links streichen, k√∂nnen Sie im Burst-Modus immer noch einen riesigen Stapel Fotos aufnehmen ‚Äď die Funktion, die fr√ľher ausgel√∂st wurde, wenn Sie Ihren Finger l√§nger auf dem Ausl√∂ser gehalten haben. (Auch langj√§hrige Apple-User werden den QuickTake-Namen erkennen ‚Äď bevor es ein iPhone-Feature war, war es der Name von Apples bahnbrechender Digitalkamera .)

  • Das iPhone XR musste f√ľr den Portraitmodus mit Hilfe maschinellen Lernens Vermutungen √ľber die Tiefe anstellen, aber sein Nachfolger, das iPhone 11, hat eine zweite Kamera. Das bedeutet, dass es endlich korrekte Rauminformationen erh√§lt, indem es die Parallaxe zwischen den beiden Kameras zur Tiefenerkennung nutzt. Daher unterst√ľtzt der Portraitmodus auf dem iPhone 11 auch nicht nur Menschen, etwa Hunde oder Blumen.

Eine zweite Kamera auf dem iPhone 11 ermöglicht "echten" Portraitmodus.
Vergrößern Eine zweite Kamera auf dem iPhone 11 ermöglicht "echten" Portraitmodus.
© Jason Snell
  • Die neue Breitbild-Selfie-Kamera auf dem iPhone 11 ist so zugeschnitten, dass sie standardm√§√üig mehr oder weniger wie die aktuelle iPhone-Selfie-Kamera aussieht. Sie k√∂nnen auf das Vollbild zugreifen, indem Sie das Telefon horizontal drehen oder auf die Zoomtaste unten im Vorschaubild tippen. So oder so lassen jetzt mehr Menschen in das Selbstportr√§t integrieren.

Ein breiteres Selfie auf dem iPhone 11 Pro.
Vergrößern Ein breiteres Selfie auf dem iPhone 11 Pro.
© Jason Snell

Wie nat√ľrlich f√ľhlen sich diese Erweiterungen der Kamera-Applikation an, die ja alle nicht wirklich neu sind? Apple hat sehr hart daran gearbeitet, seinem Fotosystem eine enorme Anzahl von prozessorintensiven Funktionen hinzuzuf√ľgen ‚Äď und auch daran gearbeitet, die harte Arbeit hinter der Kamera-Schnittstelle zu verstecken, an die wir alle gew√∂hnt sind. Infolgedessen konnte ich, w√§hrend es hier und da ein paar neue Symbole und Schaltfl√§chen gab, ein iPhone 11 Pro in die Hand nehmen und mit dem Fotografieren beginnen, ohne das Gef√ľhl zu haben, dass etwas wesentlich anders war.

Wenn Sie mich fragen, ist das der richtige Ansatz ‚Äď denn w√§hrend ich m√∂chte, dass Apple seine beeindruckendste Hard- und Software einsetzt, damit meine Fotos optimal aussehen, m√∂chte ich nicht wirklich dar√ľber nachdenken. Ich will nur gute Fotos machen. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als w√ľrde das iPhone 11 in dieser Hinsicht √ľberzeugen.

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