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Kaufberatung M1-Macbooks: Welches soll ich kaufen?

21.10.2021 | 14:30 Uhr |

Bei Apple gibt es mittlerweile gleich drei Macbooks Pro, die unterschiedlicher nicht sein können. Welches ist das richtige?

Mit der Einführung der neuen 14-Zoll- und 16-Zoll-Macbooks Pro hat Apple offiziell alle seine Notebooks von Intel-Prozessoren umgezogen: Die zweijährige Umstellung auf Apple Silicon geht gut voran. Apple bietet jetzt drei Macbooks Pro an: Ein 13-Zoll-Modell mit dem M1-Prozessor, ein 14-Zoll-Modell mit dem M1 Pro oder M1 Max und ein 16-Zoll-Modell mit dem M1 Pro oder M1 Max.

Auch wenn die neuen M1-Pro- und M1-Max-Prozessoren unglaublich erscheinen, geht es bei diesen neuen Laptops um mehr als nur um einen tollen neuen Prozessor. Sie sind voller großartiger neuer Funktionen wie einem Pro Motion HDR-Display und der Rückkehr beliebter Funktionen wie HDMI-Ausgang und Magsafe, die das 13-Zoll-Modell geradezu antiquiert erscheinen lassen. Wenn Sie sich also nicht entscheiden können, finden Sie hier einen Vergleich der drei Modelle.

Die technischen Daten im Überblick

Wir werden einige der wichtigsten Unterschiede Punkt für Punkt besprechen, aber hier sind erst einmal die wichtigsten technischen Daten auf einen Blick.

Das Erste, was auffällt, ist der enorme Preisunterschied zwischen dem ein Jahr alten 13-Zoll Macbook Pro mit M1 und den neuen 14- und 16-Zoll-Modellen. Der Einstiegspreis liegt über 50 Prozent höher und selbst ein voll ausgestattetes 13-Zoll-Modell kostet kaum mehr als der Einstiegspreis des 14-Zoll-Modells.

Aber wenn man genau hinschaut, sieht man, wohin das Geld investiert wird. Bei den neueren Macbook-Pro-Modellen haben Sie die Wahl zwischen zwei Prozessoren, von denen der kleinere fast doppelt so leistungsfähig ist wie der M1. Der Einstiegsspeicher ist doppelt so groß und der maximale Speicherplatz viermal so groß. Die Bildschirme haben die gleiche Pixeldichte, sind aber größer und haben dünnere Ränder, verfügen über HDR mit außergewöhnlicher Helligkeit und Kontrast und verfügen über die Pro-Motion-Technologie mit variabler Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz. Außerdem gibt es mehr Thunderbolt-Anschlüsse, HDMI und einen SD-Kartensteckplatz.

Kurz gesagt: Die neuen 14" und 16" Macbooks Pro sind zwar deutlich teurer, aber auch deutlich leistungsfähiger, und das nicht nur beim Prozessor.

Ein gewaltiger Leistungsunterschied

Wir sind beeindruckt vom M1-Prozessor, der Ende 2020 in mehreren Mac-Modellen vorgestellt werden. Er ist absolut sparsam, aber viel schneller als die leistungsstärksten Intel Laptop-Chips. Aber das 13-Zoll-Modell ist auf diesen Chip festgelegt und die einzige wirkliche Option, die Sie haben, ist die Wahl zwischen 8 GB oder 16 GB RAM.

Die neuen Macbooks Pro bieten viel mehr Optionen, angefangen bei den Prozessoren. Es gibt das M1 Pro, das über die doppelte Anzahl an Hochleistungskernen, die doppelte Anzahl an GPU-Kernen (16) und die dreifache Speicherbandbreite verfügt, wobei 16 GB oder 32 GB Arbeitsspeicher zur Auswahl stehen. Die nächsthöhere Variante ist das M1 Max, das über dieselbe CPU verfügt, aber die GPU-Kerne (32), die Speicherbandbreite (400 GB/Sek.) und den Arbeitsspeicher (32 oder 64 GB) verdoppelt.

Der M1 Pro und der M1 Max von Apple sind riesige Chips mit großen Leistungssteigerungen gegenüber dem M1.
Vergrößern Der M1 Pro und der M1 Max von Apple sind riesige Chips mit großen Leistungssteigerungen gegenüber dem M1.
© Apple

Diese Chips sollen für einen absolut massiven Leistungszuwachs sorgen. Apple gibt an, dass die CPU-Leistung um 70 Prozent und die GPU-Leistung um das Doppelte (bzw. beim M1 Max um das Vierfache) im Vergleich zum M1 gesteigert werden soll, und angesichts der höheren Speicherbandbreite halten wir das für wahrscheinlich.

In der 14-Zoll-Version verfügt das Einsteigermodell über einen M1 Pro mit zwei deaktivierten Hochleistungskernen und zwei deaktivierten GPU-Kernen, insgesamt also 8 CPU- und 14 GPU-Kerne. Dieser leistungsreduzierte Chip ist für das 16-Zoll-Modell nicht verfügbar. Wenn Sie den vollen M1 Pro im 14" Macbook Pro konfigurieren, müssen Sie 230 Euro mehr ausgeben oder Sie können einen 10-Kern-CPU mit einer 16-Kern-GPU für 270 Euro mehr bekommen.

13″ Macbook Pro

14″ Macbook Pro

16″ Macbook Pro

Einstiegspreis

1.449 Euro

2.249 Euro

2.749 Euro

Maximal möglicher Preis

2.599 Euro

6.659 Euro

6.839 Euro

Abmessungen

1,56 x 30,41 x 21,24 cm

1,55 x 31,26 x 22,21 cm

1,68 x 35,57 x 24,81 cm

Gewicht

1,4 kg

1,6 kg

2,1 kg

Processor

M1

M1 Pro or M1 Max

M1 Pro or M1 Max

CPU

8 Kerne (4 Effizienzkerne, 4 Leistungskerne)

8 oder 10 Kerne (2 Effizienzkerne, 6 oder 8 Leistungskerne)

10 Kerne (2 Effizienzkerne, 8 Leistungskerne)

GPU

8 Kerne

14 oder 16 Kerne (M1 Pro), 24 oder 32 Kerne (M1 Max)

16 Kerne (M1 Pro), 24 oder 32 Kerne (M1 Max)

Neural Engine

16 Kerne (11 TOPS)

16 Kerne (11 TOPS)

16 Kerne (11 TOPS)

RAM

8 GB oder 16 GB, 68 GB/sec

16 GB oder 32 GB, 200 GB/sec (M1 Pro)

16 GB oder 32 GB, 200 GB/sec (M1 Pro)

32 GB oder 64 GB, 400 GB/sec (M1 Max)

32 GB oder 64 GB, 400 GB/sec (M1 Max)

Speicher

256 GB, 512 GB, 1 TB, 2 TB

512 GB, 1 TB, 2 TB, 4 TB, 8 TB

512 GB, 1 TB, 2 TB, 4 TB, 8 TB

Bildschirm

2560 x1 600, 500 Nits, P3, True Tone

3024 x 1964, 1,000 Nits HDR (1,600 peak), P3, True Tone, 120Hz Pro Motion

3456 x 2234, 1,000 Nits HDR (1,600 peak), P3, True Tone, 120Hz Pro Motion

Kamera

720p

1080p 

1080p

Anschlüsse

2 Thunderbolt / USB4 Anschlüsse

3 Thunderbolt-4-Anschlüsse, HDMI 2.0, SDXC-Stecker

3 Thunderbolt-4-Anschlüsse, HDMI 2.0, SDXC-Stecker

Akkulaufzeiten

17 Stunden Websurfen, 20 Stunden Abspielen von Videos

11 Stunden Surfen, 17 Stunden Video abspielen

14 Stunden Surfen, 21 Stunden Video abspielen

Netzteil

61W USB-C

67W oder 96W USB-C mit Magsafe

140W USB-C mit Magsafe

Ein großer Unterschied bei der Bildschirmqualität

Am Bildschirm des 13" Macbooks Pro gibt es nichts auszusetzen. Er hat eine hervorragende Auflösung (227 Pixel pro Zoll), Farbtiefe und Genauigkeit. Apple hat jedoch bei der Einführung von HDR und hohen Bildwiederholraten bei seinen Notebooks ziemlich hinterhergehinkt, während vergleichbare Windows-Geräte diese Technologien schon seit Jahren bieten.

Mit dem neuen 14- und 16-Zoll Macbook Pro ändert sich alles. Der Bildschirm hat immer noch die gleiche Auflösung (227 Pixel pro Zoll), ist aber größer und hat rundherum schlankere Ränder. Noch wichtiger ist, dass er Tausende von Mini-LED-Hintergrundbeleuchtungen für bessere Energieeffizienz, Kontrast und Helligkeit verwendet. Bei SDR-Inhalten erreicht der Bildschirm immer noch maximal 500 Nits, bei HDR-Inhalten können die neuen Displays bis zu 1.000 Nits im Dauerbetrieb und 1.600 Nits in der Spitze erreichen. Das ist eine unglaubliche HDR-Leistung, die fast jedes andere Notebook-Display auf dem Markt übertrifft.

Pro Motion ist ein entscheidender Faktor, denn es bringt hohe Bildwiederholfrequenzen von 120 Hz auf das Macbook Pro (endlich!), ermöglicht aber auch dynamische variable Bildwiederholfrequenzen bis zu 24 Hz, was nicht nur bei Videos merkbar ist, sondern auch die Batterie spart.

Lautsprecher, Mikrofone und Kopfhörer

Die Lautsprecher im 13" M1 Macbook Pro sind gut, aber die neuen Modelle haben ein Soundsystem mit sechs Lautsprechern, das eine viel bessere Klangqualität und Unterstützung für 3D-Audio verspricht. Alle Macbooks Pro haben ein Beamforming-Array mit drei Mikrofonen, die neuen Modelle haben jedoch eine höhere Empfindlichkeit und ein geringeres Grundrauschen, sodass Aufnahmen besser klingen sollten.

Alle Macbooks Pro verfügen über einen Kopfhöreranschluss, die neuen 14- und 16-Zoll-Modelle unterstützen zudem speziell hochohmige Kopfhörer. Das ist ideal für Studiokopfhörer, die mehr Leistung benötigen, um sie zu betreiben.

Eine bessere Webcam und eine Aussparung

Die 720p-Facetime-Kamera der meisten Macs, einschließlich des 13-Zoll Macbooks Pro, ist uns schon viel zu lange ein Dorn im Auge. Apple redet viel darüber, wie die verbesserte Bildverarbeitung im M1-Chip die Kamera besser macht, sie ist immer nach wie vor ein schäbiges und veraltetes Stück Hardware.

Die neuen Macbooks Pro haben eine 1080p-Webcam. Wichtiger als die verbesserte Auflösung ist die neue Optik mit einer größeren Blende. Es handelt sich wahrscheinlich um die gleiche Hardware wie beim M1 iMac, der uns mit seiner Webcam-Qualität beeindruckt hat.

Macbook Pro mit der Notch
Vergrößern Macbook Pro mit der Notch
© Apple

Leider bleibt die Weitwinkelkamera mit Unterstützung für Center Stage aus irgendeinem Grund nur dem iPad Pro vorbehalten. Die neuen Macbooks Pro haben zwar eine viel bessere Webcam, in dem Punkt bleibt bei den Macs immer noch etwas Luft nach oben.

Die neue Webcam ist in einer ziemlich großen Aussparung am oberen Rand des Displays untergebracht. Obwohl sie der des iPhones fast identisch ist, handelt es sich nicht um einen True-Depth-Sensor. Es gibt keine Face ID oder Animoji oder etwas Ähnliches. Die Kerbe schneidet jedoch nicht in den Hauptanzeigebereich ein. Der Bereich unter der Aussparung ist ein 16×10-Display, genau wie bei allen früheren Macbooks. Der Anzeigebereich auf beiden Seiten der Aussparung erstreckt sich von dort aus nach oben und fügt dem 16:10-Rechteck Bildschirmfläche hinzu. Die Menüleiste befindet sich in diesem Bereich, sodass Sie effektiv mehr vertikalen Platz für alle Ihre Apps haben. Entwickler können diesen zusätzlichen Bildschirmbereich nutzen, wenn sie möchten.

Die Anschlüsse sind wieder da!

Vor Jahren hat Apple unseren geliebten Magsafe-Ladeanschluss abgeschafft und stattdessen einen der wenigen Thunderbolt-Anschlüsse zum Aufladen verwendet. Und auch der SD-Kartensteckplatz und der HDMI-Anschluss wurden abgeschafft. So ist es auch beim 13" Pro – es gibt nur zwei Thunderbolt-Anschlüsse, einen Kopfhöreranschluss und sonst nichts.

Mit den neuen Macbooks Pro hat Apple einen zusätzlichen Thunderbolt-Anschluss, einen HDMI-Anschluss, einen SDXC-Kartensteckplatz und einen Magsafe-Anschluss zurückgebracht. Etwas verwirrend ist, dass das Unternehmen Magsafe auch als Marke für die magnetische Lade- und Zubehörbefestigungstechnologie des iPhones verwendet, die zwar etwas anderes ist, aber auch magnetisches Laden beinhaltet.

Ja, wir wünschten, der HDMI-Anschluss würde HDMI 2.1 unterstützen (es ist HDMI 2.0, also maximal 4K und 60 Hz), aber das ist immer noch ein großer Schritt in die richtige Richtung – rückwärts!

Auf Wiedersehen, Touchbar

Das 13" Macbook Pro mit M1-Prozessor ist nur mit Touch Bar erhältlich – und jetzt ist es der einzige Mac damit. Die neuen 14- und 16-Zoll Macbooks Pro sind nur ohne Touch Bar erhältlich! Stattdessen bietet Apple eine Reihe von Funktionstasten in voller Höhe mit einem Touch ID Sensor auf der rechten Seite. Jeder Nutzer oder jede Nutzerin muss wohl für sich entscheiden, welches System besser ist, beide Tastaturoptionen haben eine Touch-ID-Taste oben rechts auf der Tastatur wie das Magic Keyboard mit Touch-ID des iMac.

Die Touch Bar ist verschwunden und an ihre Stelle ist eine Reihe von Funktionstasten in voller Größe getreten.
Vergrößern Die Touch Bar ist verschwunden und an ihre Stelle ist eine Reihe von Funktionstasten in voller Größe getreten.
© Apple

Batterielaufzeit

Während die neuen 14- und 16-Zoll Macbooks Pro eine wirklich hervorragende Batterielaufzeit haben, vor allem wenn man die viel größeren und schnelleren Prozessoren, den größeren Arbeitsspeicher und die besseren Displays berücksichtigt, ist sie nicht ganz so hervorragend wie beim älteren 13-Zoll Modell.

Nennen Sie es einen Vorteil des M1-Chips, der halb so leistungsfähig ist wie der M1 Pro und ein Viertel so leistungsfähig wie der M1 Max... Sie erhalten mehr Akkulaufzeit. Das 13-Zoll-M1-Modell hat einen 58,2-Wh-Akku und kann 20 Stunden lang Videos abspielen, während der 70-Wh-Akku des 14-Zoll-Modells 17 Stunden lang durchhält und das 16-Zoll-Modell mit seinem 100-Wh-Akku 21 Stunden lang Videos abspielen kann.

Ein weiterer Hinweis: Das 14-Zoll- Macbook Pro der Einstiegsklasse wird mit einem 67-Watt-Netzteil geliefert, optional ist auch ein 96-Watt-Netzteil erhältlich. Das 96-Watt-Modell ist für die Schnellladung erforderlich und gehört bei allen anderen Konfigurationen zum Lieferumfang. Andernfalls ist es ein Aufpreis für 20 Euro. Das 16-Zoll-Modell wird in allen Konfigurationen mit einem 140-Watt-Netzteil geliefert. Das 13-Zoll MacBook Pro hat ein weniger leistungsstarkes 61-Watt-Netzteil, aber auch eine deutlich kleinere Batterie zum Aufladen. Es unterstützt kein Schnellladen.

Fazit

Auf dem Papier sind die neuen 14" und 16" Macbooks Pro dem 13" Macbook Pro haushoch überlegen und wir gehen davon aus, dass die Benchmarks und die reale Nutzung dies bestätigen werden. Sie haben bessere Prozessoren, bessere Bildschirme, mehr Anschlüsse und eine bessere Webkamera. Aber es hat auch einen um 800 Euro höheren Startpreis und es fehlt die Touchbar, eine Funktion, die Apples Profi-Laptops einst von den Nicht-Pro-Laptops unterschied. Ohne die Touchbar ist das 13-Zoll Macbook Pro im Grunde nur ein Macbook Air.

Wir sind uns nicht sicher, was Apple mit dem 13-Zoll Macbook Pro vorhat. Es ist möglich, dass Apple es nächstes Jahr mit einem M2-Chip und einem Design ausstattet, das zu den neuen Modellen passt. Die neuen Pro-Modelle deuten darauf hin, dass Apple mehr Platz zwischen den Einstiegs- und Profi-Notebooks schaffen möchte. Und zwei Modelle, die von der Größe her so nah beieinander liegen, scheinen unnötig. Es würde uns also nicht überraschen, wenn das 13-Zoll-Pro-Modell im nächsten Jahr aus dem Sortiment genommen wird. Wenn Sie also die Touchbar mögen , sollten Sie sich ein 13-Zoll-Pro-Modell zulegen, solange Sie noch können.

Für alle anderen ist das 14" oder 16" Macbook Pro die absolute Krönung des tragbaren Macs. Wir empfehlen Ihnen, so viel Arbeitsspeicher und Speicherplatz zu kaufen, wie Sie sich leisten können – für die meisten ist das 10-Core/16-Core M1 Pro mit 32 GB Arbeitsspeicher und 1 TB Speicherplatz die beste Wahl. Man kann davon ausgehen, dass Sie mit jeder der von Apple angebotenen Konfigurationen zufrieden sein werden. Aus Gründen der Zukunftssicherheit würden wir das 8-Kern-Einsteigermodell vermeiden, aber wenn das alles ist, was Ihr Budget hergibt, wird es auch in den kommenden Jahren noch schnell genug sein.

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