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"No Way Home": Spassiges Weltraumgeballer

13.01.2020 | 12:58 Uhr |

Endlich ein Weltraum-Shooter, der ein wenig albern ist und Genres vermischt, freut sich Leif Johnson in seiner Rezension.

In neuen Apple-Arcade-Titel "No Way Home "steckt die arme Cho in einer Rettungskapsel in den Tiefen des Weltraums fest, nach einer Explosion, die alle anderen auf dem Billigkreuzfahrschiff, auf dem sie sich aufhielt, getötet hat. Sie muss zurück nach Hause auf die Erde, aber sie ist anscheinend nicht einmal in der gleichen Galaxie.

"Möchtest du etwas Smooth Jazz, während wir auf Rettung warten?" fragt Matey, ihr Assistent in der Rettungskapsel.

Cho – eine junge Frau mit Mohawk-Frisur, die von der Pilotenschule geflogen ist, – würde das nicht tun, vielen Dank. Zum Glück für unsere Heldin hat Budget Star Cruises zumindest nicht am Budget für ihre Kapsel gespart, die mit einem aufrüstbaren Laser ausgestattet ist, der Felsbrocken und Bösewichte absprengt, und mit einem Enterhaken, der entweder Asteroiden wegziehen oder Feinde an Ort und Stelle halten kann, wenn sie versuchen, den Schüssen der Kapsel auszuweichen. Und dann ist da noch Matey selbst, der neben ihr schwebt und sowohl Tutorial-Taps als auch automatisierte Sekundärattacken abfeuert. Wenn man sich im Weltraum verirrt, könnte es schlimmer sein.

Nach einer Stunde mit Cho stelle ich mir "No Way Out" als eine robuste Version von "Asteroids" vor. Chos kleines Raumschiff kann im Kreis um sich herum feuern, entweder um große Weltraumfelsen zu treffen oder um die Rümpfe von Piratenschiffen zu durchlöchern, die sie verfolgen. Darüber hinaus kann sie Materialien sammeln, um mehr als 50 Arten von Geschützen zu bauen, die sie gegen etwa 60 verschiedene Gegner einsetzen kann, und sie kann die Raumzeitkrümmungen verwenden, um zwischen den vom Spiel erzeugten Asteroiden-Schwärmen hin- und herzuspringen. Manchmal muss sie sogar Wellen von Feinden abwehren, um Artefakte von vergessenen außerirdischen Zivilisationen zu schnappen, wobei sie darauf achten muss, ihre Waffe nicht zu überhitzen oder die Schutzschilde ihres Schiffes zu erschöpfen.

In ihren freien Momenten zieht sie sich in Weltraumbars zurück, um Missionen von zwielichtigen Händlern abzuholen und sich mit den Freibeutern im Ruhestand zu beschäftigen, die jetzt lieber Getränke einschenken, als Weltraum-Armadas zu verwüsten. Es gibt viel zu tun.

Wie Sie vielleicht schon vermutet haben, ist das Spiel von SMG Studio auf eine Art und Weise albern, die an "Per Anhalter durch die Galaxis" erinnert – mir gefällt das. Matey liefert den Großteil der bekloppten Sprüche, aber man hört sie genauso gut aus den Tentakelschlitzen der Aliens, die Cho in interplanetarischen Pubs trifft, wie z.B. einer, der sie dafür rügt, dass sie ihn als Alien bezeichnet hat, obwohl sie die Fremde in dieser Gegend ist. "No Way Home" als Ganzes sieht aus wie ein lebendig gewordener Webcomic, mit einer handgezeichneten Ästhetik, die sich in allem, von Chat-Fenstern bis hin zu Speisekarten, offenbart.

Die Aliens, die Cho trifft, sind alle ziemlich aufgeschlossen, wenn man bedenkt, dass sie mit vielen von ihnen den ersten Kontakt aufnimmt.
Vergrößern Die Aliens, die Cho trifft, sind alle ziemlich aufgeschlossen, wenn man bedenkt, dass sie mit vielen von ihnen den ersten Kontakt aufnimmt.

Das Timing könnte nicht besser sein. Nachdem Apple vor ein paar Monaten seinen Service zunächst mit 53 Spielen startete, haben kreative und gelegentlich launische Spiele wie "Manifold Garden" und "Inmost" den Großteil der Neuerscheinungen ausgemacht. Das sind genau die Sachen, die ich im letzten Juni als "Art-House-Spiele" bezeichnet habe, und ich glaube immer noch, dass sie wesentlich dazu beitragen, dass sich Apple von anderen Spieleplattformen abhebt. Aber selbst diejenigen von uns, die Kunst und Kreativität schätzen, wollen sich manchmal einfach nur zurücklehnen und sich in etwas verlieren, das uns stundenlang Piraten und Weltraumfelsen sprengen lässt. Etwas, das sich mit anderen Worten wie ein echtes Arcade-Spiel anfühlt. Wie z.B. Apple Arcade's "Bleak Sword" oder "What the Golf?", "No Way Home" trägt viel zur Erfüllung dieses Wunsches bei.

Wenn es eine Einschränkung gibt, dann die, dass ich nach interessanteren Waffen sehne. Wenn Cho die Bastelstationen durchwühlt, finde ich im Grunde nur bessere Versionen der Waffe, die ich schon habe. Ich würde gerne Geschütze sehen, die Geschosse oder Laser abfeuern, und ich würde gerne sehen, wie Cho Bösewichte mit etwas interessanterem als dem Enterhaken (obwohl er nützlich ist) um sich schlägt.

Diese Art von Gadgets warten wahrscheinlich in weiteren Levels und ich vermute, dass ich Spaß haben werde, sie zu finden, während ich Cho zurück zur Erde steuere. Schließlich geht es bei "No Way Home" genauso sehr um die Erkundung wie darum, Dinge in die Luft zu jagen, und ich war schon beeindruckt von der Anzahl der Male, die ich an intergalaktischen Toren – Teil einer "intergalaktischen Conga-Linie", wie Matey sagt – vorbeigeflogen bin, die nichts mit der Mission zu tun haben, auf der ich mich befinde. Welche Beute erwartet mich dort? Werden die Feinde zu hart für mich sein? Ich freue mich darauf, dieses Stück zu Ende zu schreiben, damit ich diese Frage beantworten kann, und ich habe schon lange nicht mehr so für ein Apple-Arcade-Spiel empfunden.

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