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Powerbeats Pro im Test: Besser als AirPods, aber nicht für alle

10.05.2019 | 14:11 Uhr |

Apples Tochterunternehmen Beats by Dre bringt ihre ersten echten drahtlosen Ohrhörer und sie sind wunderbar.

AirPods sind zur Ikone geworden und das aus gutem Grund. Vor mehr als zwei Jahren veröffentlichte Apple eine Reihe von echten kabellosen Ohrhörern, die viele der Probleme lösen, die uns dazu brachten, Bluetooth-Kopfhörer zu hassen. Nun sind die Lauscher so bequem und zuverlässig geworden, wie wir es uns immer erträumt hatten. Die neueren Airpods mit dem  H1-Chip sind sogar noch besser .

Aber die Airpods der zweiten Generation sind nicht die besten True-Wireless-Ohrhörer , die Apple herstellt. Nicht mehr. Dieses Prädikat verdient nun die Tochtergesellschaft Beats by Dre mit ihren neuen Powerbeats Pro.

Beats' erste True Wireless, die Powerbeats Pro, sind besser als die Airpods. Für diese Qualität muss man einen Preisaufschlag in Kauf nehmen – 250 Euro statt 180 Euro im Vergleich zu den Airpods – und Sie werden die Powerbeats Pro nicht ganz so handlich finden wie AirPods. Aber wenn Sie echte kabellose Ohrhörer wünschen, die mit Ihrem iPhone genauso mühelos funktionieren wie Airpods und besser klingen und länger durchhalten, sind sie den Spitzenpreis wert.

Von außen: Beats

Die Powerbeats Pro werden den Fans der unglaublich beliebten Powerbeats-Bluetooth-Ohrhörer bekannt vorkommen. Sie haben die gleichen abgewinkelten Düsen mit gummierten Spitzen, die eng in Ihren Gehörgang passen. Vier Paar Aufsätze sind im Lieferumfang enthalten, so dass fast jeder eine bequeme Passform finden sollte. Sie haben den gleichen flachen, nach vorne gerichteten Körper (diesmal etwas nach oben geneigt), der mit einem Ohrbügel verbunden ist, der wie eine eng anliegende Brille hinter der Ohrmuschel sitzt.

Dieses Design hält die Hörer auch während intensiver sportlicher Aktivität an Ort und Stelle. Laufen, Gewichtheben, CrossFit – was auch immer Sie tun, die Powerbeats Pro werden wahrscheinlich nicht ausfallen. Sie sind nach Zertifikat IPx4 wasserdicht, was im Grunde bedeutet, dass Sie sich keine Sorgen um Schweiß oder Spritzer machen müssen, aber die Ohrhörer nicht in Wasser tauchen sollten.

In meinen Tests konnte ich sie nur bewusst und mit etwas Aufwand bewegen. Ich lief, ich schlug Räder, ich machte Hampelmänner, Situps und Liegestütze, ich absolvierte ein paar Schulterrollen, was ich seit meiner Aikido-Zeit vor 20 Jahren nicht mehr ausprobiert habe. Die Powerbeats Pro blieben nicht nur auf meinen Ohren, sie blieben auch richtig in meinen Gehörgängen sitzen.

Sie sind bequem genug, um über einen längeren Zeitraum getragen zu werden, aber wie bei allen Ohrstöpseln mit Ohrbügeln beginnen mich diese nach ein oder zwei Stunden zu stören.

Jeder Freund von Ohrhörern wird Ihnen sagen, dass eine gute Versiegelung des Gehörgangs einen besseren Klang (insbesondere Bass) bedeutet, so dass das Powerbeats-Pro-Design eine viel bessere Klangqualität als die Airpods liefert, obwohl sie nicht unbedingt die am besten klingenden echten drahtlosen Ohrhörer sind, die Sie kaufen können. Wenn Sie mit dem Powerbeats 3 vertraut sind, werden Sie eine gute Vorstellung davon haben, welche Akustik Sie erwarten können. Beats haben die Powerbeats Pro etwas kleiner und leichter gemacht und sie verwenden eine andere Treiber-Technologie, aber der  Klang ist insgesamt sehr ähnlich.

Die enge Abdichtung bedeutet, dass Sie viel weniger von der Welt um sich herum hören werden, was die Powerbeats Pro perfekt für laute Umgebungen macht, in denen Sie Geräusche ausblenden wollen (Busse, Züge, Flugzeuge). Auf der anderen Seite kann die Stille aber auch gefährlich werden auf belebten Straßen in der Stadt.

Powerbeats Pro sind viel größer als AirPods, aber dennoch leicht und komfortabel genug für ausgedehnte Tragezeiten.
Vergrößern Powerbeats Pro sind viel größer als AirPods, aber dennoch leicht und komfortabel genug für ausgedehnte Tragezeiten.
© Jason Cross / IDG

Die Bedienelemente werden auch Powerbeats-Anwendern vertraut sein. Anstatt wie bei den Airpods zu tippen, gibt es auf jeder Seite physische Bedienelemente: eine Lautstärkeregler und eine einzige Multifunktionstaste. Tippen Sie einmal, um zu spielen/anhalten, zweimal, um vorwärts zu springen, dreimal, um zurückzuspringen, oder halten Sie sie gedrückt, um Siri auszulösen. Berührungsempfindliches Tippen ist wahrscheinlich nicht die beste Schnittstelle für ein Paar Ohrhörer, die für sportliche Zwecke entwickelt wurden. Die Tasten sind jedoch leicht zu finden und zu bedienen, mit genau dem richtigen Maß an Widerstand. Jeder Ohrhörer kann erkennen, wann er aus den Ohren entfernt wird, und die Musik automatisch anhalten oder fortsetzen, genau wie der AirPods.

Powerbeats Pro sind zudem in vier Farben erhältlich, im Gegensatz zu den Airpods: Schwarz, Elfenbein, Moos und Marine. Nur das schwarze Modell ist derzeit verfügbar, die anderen kommen bald. Es ist merkwürdig (und ein wenig enttäuschend), dass der Klassiker Beats Red nirgendwo zu finden ist.

Lesen Sie auch: Die besten Alternativen zu Airpods

Im Kern: Airpods

Im Inneren verfügen die Powerbeats Pro über den gleichen H1-Chip und die gleichen Sensoren wie die Airpods der zweiten Generation, so dass sie fast die gleichen Funktionen aufweisen. Sie koppeln sie mit Ihrem iPhone, indem Sie einfach die Ladehülle in der Nähe öffnen und den Akkustand auf die gleiche Weise überprüfen. Sie können Siri mit einem freihändigen "Hey, Siri" anstelle von Tippen auslösen und es funktioniert genauso gut wie bei den neuen AirPods.  Der H1-Chip bietet eine grundsolide Bluetooth-Verbindung. Ich habe keine Pausen oder Sprünge erlebt, auch nicht in einem überfüllten Pendlerzug, in dem es mindestens 20 andere Bluetooth-Geräte in der Gegend gegeben haben muss.

Einfache Kopplung und Check des Ladezustands. It's a kind of magic!
Vergrößern Einfache Kopplung und Check des Ladezustands. It's a kind of magic!

Ich hatte kein Problem damit, Siri aufzurufen, selbst auf einer belebten Straße. Sie müssen nicht darauf warten, dass die Musik leiser wird, um zu erkennen, dass Siri sie verstanden hat. Siri hört immer zu, Sie können sie  einfach mit  "Hey Siri!" aktivieren und ohne innezuhalten ihren Befehl sprechen.

Vier Ohrstöpsel sollten ausreichen, um jedem einen bequemen Sitz zu bieten. Und nehmen Sie das schwarze Lightningkabel dazu!
Vergrößern Vier Ohrstöpsel sollten ausreichen, um jedem einen bequemen Sitz zu bieten. Und nehmen Sie das schwarze Lightningkabel dazu!
© Jason Cross / IDG

Sie laden die Powerbeats Pro auf die gleiche Weise wie die Airpods, mit einem Lightning-Kabel. Sie werden sogar mit einem eleganten schwarzen USB-A Lightning-Kabel geliefert. (Wäre es nicht toll, wenn das bei schwarzen iPhones auch der Fall wäre?) Die Ohrhörer laden sich ziemlich schnell auf – nur 15 Minuten geben ihnen fast die Hälfte der Ladung, und eine volle Ladung dauert etwa 90 Minuten. Das Gehäuse hält weitere 24 Stunden Ladung bereit, genau wie das Gehäuse des Airpods. Es gibt jedoch keine Option für ein kabelloses Ladegerät.

Obwohl die Basistechnologie die gleiche ist wie bei den AirPods, können Sie nicht mit der Akkulaufzeit der Airpods rechnen – sondern mit dem Doppelten. Die Powerbeats Pro sind für phänomenale neun Stunden Musikwiedergabe und sechs Stunden Telefongesprächszeit ausgelegt. Ich hörte zwar keine neun Stunden lang ununterbrochen Musik, aber es dauerte mehrere Stunden, bis die Ohrhörer keinen Saft mehr hatten. So schafft man es leicht, einen langen Flug zu überstehen, ohne zwischendrin das Ladecase zu nutzen

Besser als Airpods – trotz einiger Kompromisse

Die Powerbeats Pro sind insgesamt besser als die Airpods der zweiten Generation, aber es gibt einige Kompromisse. Bei 249 Euro Kaufpreis sind sie zunächst einmal 70 Euro teurer. Und wenn Sie wirklich drahtloses Aufladen wünschen, sind die Powerbeats Pro keine Option.

Ein Grund, warum Airpods nicht so gut klingen, ist, dass sie leicht in den Ohren liegen, anstatt den Gehörgang mit Gummi-Ohrstöpseln dicht zu machen. Das bedeutet, dass mehr von den Klängen der Umgebung durchkommen, was in einigen Situationen wertvoll und in anderen unerwünscht sein kann.

Sie wollen das Ladecase der Powerbeats Pro(links) definitiv nicht in der Hosentasche haben. Es ist deutlich größer als das Gehäuse der AirPods.
Vergrößern Sie wollen das Ladecase der Powerbeats Pro(links) definitiv nicht in der Hosentasche haben. Es ist deutlich größer als das Gehäuse der AirPods.
© Jason Cross / IDG

Airpods sind auch viel kleiner und leichter. Die Ohrbügel der Powerbeats Pro machen sie zu sperrig, um in ein winziges Gehäuse im Stil einer Zahnseidepakung zu passen. Das große Klappgehäuse passt aber nicht so einfach in die Hosentasche. Und ihr Anspruch, fest in den Ohren zu sitzen, macht sie ein wenig umständlich, wenn sie häufig an- und ausgezogen werden. Wenn Sie nur kurze Telefonate mit Ihren kabellosen Ohrhörern entgegennehmen möchten, sind die Airpods viel komfortabler.

Wenn Sie Außengeräusche blockieren, Ihre Ohrstöpsel bei anstrengenden Aktivitäten tragen, über lange Zeiträume hören, ohne sie wieder aufzuladen oder wenn Sie sich wirklich um die Klangqualität kümmern, sind die Powerbeats Pro aber die bessere Wahl. Wenn Sie Ihre Umgebung hören möchten oder wenn Sie Wert auf Verstaubarkeit legen und Ihre Ohrhörer schnell einstecken oder entfernen möchten oder wenn der Preis ein kritischer Faktor ist, sind Sie mit Airpods besser dran.

Nun, da die Apple-Tochter Beats offiziell den Return zu Apples Aufschlag mit den Airpods gibt, freue ich mich darauf, dass Apple den Ball wieder zurückschlägt.

Steckbrief

Hersteller:

Beats

Preis:

249 Euro

Vorzüge:

Gute Klangqualität, komfortabler Sitz, lange Akkulaufzeit

Nachteile:

Teuer, Schachtel zu groß für die Hosentasche

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