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Presseschau: 24-Zoll-iMac in der Testübersicht – schön und schnell

19.05.2021 | 09:00 Uhr | Peter Müller

Die ersten Testberichte sind da: Der neue iMac ist ein Hit, meinen die Kollegen beinahe übereinstimmend. Einige konzentrieren sich aber auf die hübsche Oberfläche.

Es ist  eine gefühlte Ewigkeit her, dass Apple den neuen 24-Zoll-iMac auf seinem "Spring Loaded"-Event vorgestellt hat, aber am Freitag dieser Woche können Sie endlich einen kaufen – oder ihre ab 30. April getätigte Bestellung kommt nun endlich an. Wie immer hat Apple Testgeräte an eine ausgewählte Gruppe von Journalisten verschickt, und der Konsens ist klar: der iMac ist kein bahnbrechender Computer, aber er macht eine Menge Spaß. ( Macwelt.de hat Apple dabei nicht bedacht, auch die IDG-Kollegen in USA und UK haben keinen iMac M1 selbst testen können, Anm. d. Red. )

Die auffälligste Änderung am neuen iMac ist das Design, und die Testberichte sind sich einig, dass es sich beim M1 um den besten iMac seit Jahren handelt. So schreibt Monica Chin von The Verge , dass sie "noch nie so viele meiner Freunde oder so viele Leute auf TikTok gesehen hat, die so begeistert von einem technischen Produkt waren, wie sie es von den farbigen iMacs zu sein scheinen", während Brian Heater von TechCrunch den neuen iMac "warm und einladend" nannte, aber darauf hinwies, dass man ihn persönlich sehen sollte, bevor man ihn kauft. Er beschrieb sein gelbes Modell als "mehr golden, als ich erwartet hatte, mit einem hellen und glänzenden Glanz."

Beeindruckende Oberfläche

Dan Ackerman von CNET nannte den neuen iMac "einen klaren Rückgriff auf den klassischen iMac G3", bemerkte aber, dass das Fehlen eines Apple-Logos auf der Vorderseite "nur unterstreicht, wie viel toter Raum noch immer unter dem Display vorhanden ist." In ähnlicher Weise bemerkt Chin, dass die Rahmen des iMacs "im Vergleich zu denen einiger moderner Monitore immer noch beträchtlich sind", während Jonas Ekelund von Macworld Sweden bemerkt : "Die einzige Kritik am Design, der wir zustimmen können, ist, dass Apple zum ersten Mal kein Apple-Logo auf der Vorderseite hat. Es ist nur eine leere Fläche, die seltsam aussieht."

Was das Display angeht, so ist es vorhersehbar beeindruckend, wobei die Beschreibung von Michael Andronico von CNN den Ton angibt: "Der 24-Zoll-4,5K-Retina-Bildschirm des Desktops ist unglaublich detailreich - in den von Apple zur Verfügung gestellten Beispielbildern konnten wir jede einzelne Blume in einem bunten Feld ausmachen, und eine Nahaufnahme eines Erdnussbutter-Gelee-Sandwichs sah köstlich realistisch aus." ( You wanna lick it? Anm. d. Red. )

Abgesehen von den Farben waren die Tester von dem Gewicht und der Schlankheit des Geräts beeindruckt, wodurch es sich leichter bewegen und einstellen lässt. Heater merkt an, dass es einfach war, "das System halbwegs regelmäßig nach oben und unten zu schwenken, um mich besser in der Webcam auszurichten", während Chin sagt, dass der iMac "wie ein Tablet auf einem Ständer aussieht", verglichen mit der Intel-Version.

Die Tester waren auch von der verbesserten Webcam, dem Mikrofon-Setup und dem Ethernet-fähigen Netzadapter beeindruckt. Chin von The Verge bemerkt: "Der Unterschied zwischen dieser Webcam und dem körnigen Durcheinander, welches das Macbook Pro produziert, ist wie Tag und Nacht."

Die Leistung zählt schon auch

Und dann ist da natürlich noch der M1-Chip. Während die Leistung erwartungsgemäß auf Augenhöhe mit dem Mac Mini und den Macbooks war, schrieb Ackerman, dass "Sie problemlos mit 4K-Videomaterial in Apps wie DaVinci Resolve oder Premiere arbeiten können, sogar mit einer Vorschau in 4K, während Sie arbeiten." Die Benchmarks zwischen den verschiedenen M1-Macs waren fast identisch, aber Chin nennt den M1 im iMac dennoch "den Star der Show", dank der "bahnbrechenden Effizienz, mit der dieser Prozessor läuft." Er ist auch sehr leise, wobei Joanna Stern vom Wall Street Journal anmerkte , dass "es tatsächlich erstaunlich ist, die surrende Festplatte in dieser alten (Intel-)Version neben seinem völlig lautlosen modernen Gegenstück zu hören."

Alles in allem ist der neue iMac eine großartige Maschine, die vielleicht nicht für jeden geeignet ist. Chin warnt davor, dass Technik-Enthusiasten "das als Geldverschwendung ansehen könnten", nennt ihn aber "ein einfaches, attraktives und sehr funktionales Gerät für Anwender aller Kategorien." Stern fasst es vielleicht am besten zusammen: "Für Desktop-Liebhaber, die keine extreme Leistung oder einen riesigen Bildschirm verlangen - vor allem für all die geduldigen Seelen, die alte silberne iMacs seit der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts am Leben erhalten - ist dies die fast perfekte Antwort."

Ernsthafter Stresstest und Deep Purple

An die Rollig Stones und eine Apple-Werbung für den iMac des Jahres 2000 erinnert Jason Snells Test des neuen iMac M1 auf Six Colors (nomen est omen …) – "She's a Rainbow". Doch die Farbe ist eben nicht so aufdringlich, wie man vermuten könnte. Sitze man vor der Maschine lenkt die pastellige Variante auf dem Kinn weniger ab auch die eher grauen als weißen Rahmen um den Bildschirm stören nicht. Überraschend fest steckt das Magsafe-Stromkabel an der Rückseite, der Bildschirm liefere die von Apple gewohnte Leistung hinsichtlich Tonumfang, Auflösung, Kontrast und Helligkeit. Die Frontkamera ist die gleiche wie im eingestellten iMac Pro, dank der neuronalen Kerne des M1 liefere sie aber weit bessere Bilder. Die Leistung kennt man im Prinzip schon von den M1-Macs des letzten Herbsts, die Benchmarks liegen in der gleichen Größenordnung. Aber gegenüber dem Vorgänger, dem Intel-iMac 21,5 Zoll eben um 50 Prozent höher. Alles in allem ein hervorragender Computer. Und dabei handelt es sich noch um das Low End des Apple Silicon

Die erste Fassung des iMac-Tests hatte Spiegel-Redakteur Matthias Kremp – man kennt ihn noch von der MacUP –  noch recht frech betitelt: Purple to the people . Dabei spielt der Kollege auch auf einen Eyeshader von MAC (sic!) an, und natürlich auf die Farbe seines Testgerätes. Sonderlich viel Neues lernen wir aus dem Testbericht nicht, aber zwei interessante Aspekte: Die Verpackung enthält nun keinerlei Kunststoff mehr und die Mikrofone der flachen Flunder sind vielleicht doch nicht so gut wie Apple das suggerieren möchte: Tonaufnahmen klingen ein wenig hallig. Immerhin lasse der iMac M1 in Sachen Leistung wenig zu wünschen übrig, wie Kremp an einer Logic-Pro-Datei mit einem Projekt von Billie Eilish feststellt. 

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