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Wann ist die nächste Apple-Keynote?

18.08.2022 | 10:00 Uhr | Peter Müller

Zweimal hatte Apple im Jahr 2022 schon auf Keynotes Neuigkeiten gezeigt. Der nächste Termin deutet sich an.

Zweimal hatten Tim Cook und Kollegen auf virtuellen Keynotes in diesem Jahr neue Produkte vorgestellt. Auf dem Special Event " Peek Performance " den Mac Studio mit M1 Ultra, dazu ein neues iPhone SE und die fünfte Generation des iPad Air, das nun auch mit M1-Chip arbeitet. Die Grüntöne von iPhone 13 und iPhone 13 Pro spielten nur eine Nebenrolle. Wie üblich brachte dann die WWDC Anfang Juni erste Blicke auf die neuen Betriebssysteme iOS 16, iPadOS 16, macOS 13, watchOS 9 und mehr – dazu gab es in diesem Jahr auch wieder neue Hardware zu sehen, das Macbook Pro M2 und das Macbook Air M2 .

Jetzt ist Sommer in Cupertino, aber nicht wirklich Pause. Im August wird es zwar keine neuen Shows geben, dafür etliche Public-Beta-Versionen der neuen Betriebssysteme. Und natürlich bereitet Apple einen womöglich sehr umfassenden Produktreigen für September, Oktober und November vor. Das erwarten wir im Herbst und in der ersten Jahreshälfte 2023 konkret

Heißer Herbst

Zwei oder drei Shows im Herbst – das ist hier die Frage. Apple hat gewiss genug in der Pipeline, um mehr als eine Keynote abzuhalten. In den letzten Jahren waren es meist deren zwei: Eine drehte sich um das iPhone und die Apple Watch, eine Zweite um den Mac und das iPad. Nur im Ausnahmejahr 2020 hatte Apple gleich dreimal zum Special Event geladen, die ersten Apple-Silicon-Macs bekamen eine eigene Bühne, die sie nur mit dem Homepod Mini teilen mussten.

Genau das könnte in diesem Jahr auch wieder der Fall sein: Apple hat in Sachen iPhone, Apple Watch, Mac, iPad, Smarthome und einigen Randthemen noch so viele Neuheiten zu zeigen, dass es für drei Special Events reichen würde. Mindestens zwei wie im Vorjahr können wir aber erwarten.

September: iPhone und Apple Watch

Die Massenproduktion der iPhone 14 und iPhone 14 Pro hat schon begonnen. Die Pro-Modelle werden sich in diesem Jahr wieder stärker von den regulären Ausgaben unterscheiden, nicht nur durch eine zusätzliche Kamera. So sollen die Pros erstmals einen anderen, neueren Prozessor als die regulären Modelle erhalten, den A16. Das iPhone 14, vermutlich in normaler und "Max"-Größe, aber nicht mehr als Mini, bleibt beim A15. Ebenso könnte das Always-On-Display, das sich in iOS 16 abzeichnet, exklusiv den Pro-Modellen vorbehalten sein. Alles, was wir über die kommenden iPhones wissen, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst .

Meist stellt Apple zur neuen iPhone-Generation auch eine frische Apple Watch vor. Die Series 8 könnte einen neuen Sensor bringen, der die Körpertemperatur am Handgelenk erfasst und einen qualitativen Wert ausgibt. Das wird ähnlich wie die Messung des Blutsauerstoffs eher eine Wellness-Funktion sein und daher keine Freigabe durch eine Behörde wie die FDA erfordern. Erstmals könnte Apple die neue Uhr auch in drei Größen anbieten, eine Apple Watch Pro soll die Reihe ergänzen. Diese komme als eine robustere Outdoor-Version mit längerer Akku-Laufzeit und einem 47-mm-Bildschirm , der mehr Platz für Komplikationen biete. Und da die Series 3 im Herbst aus dem Handel gehen wird, braucht Apple ein neues Einsteigermodell, eine zweite Generation der SE könnte das möglich machen.

Wenn schon iPhone und Watch, was würde da am besten dazu passen? Richtig: eine zweite Generation der Airpods Pro . Auch die könnte es schon im September geben. Wir sehen in den Kalender und identifizieren den Dienstag, 13. September als möglichen Termin.

Der in der Regel recht gut informierte Bloomberg-Redakteur Mark Gurman bringt einen früheren Termin ins Spiel : Mittwoch, 7. September . Das wäre zwar ungewöhnlich früh, aber kein Präzedenzfall. Denn im Jahr 2016 zeigte Apple ebenso am Mittwoch, 7. September das iPhone 7, die Apple Watch Series 2 und die ersten Airpods. Warum Mittwoch? Am ersten Montag im September ist in den USA der arbeitsfreie Labor Day, Apple will offenbar noch einen Arbeitstag zwischen dem langen Wochenende und der Keynote einlegen. Gurman hatte im Frühjahr bereits mit seiner Prognose für den Keynote-Termin 8. März richtig gelegen, als alle Welt (inklusive Macwelt) noch dachte, die Keynote werde erst zwei Wochen später stattfinden.

Oktober und November: iPad, Mac und mehr

Im Hinblick auf das iPad pendelt sich Apple allmählich in einen Jahresrhythmus ein, was das Basismodell betrifft. Das iPad der zehnten Generation sollte daher im Herbst kommen, neue iPads Pro 18 Monate nach ihrer letzten Aktualisierung im Frühjahr 2021 stehen ebenso für diesen Herbst an. Das iPad der zehnten Generation soll Berichten zufolge auf 10,5 Zoll in der Diagonale wachsen, ohne aber den Home-Button aufzugeben. Diesbezüglich wäre es das letzte seiner Art, aber vermutlich nicht mehr, was den Anschluss betrifft. Denn aufgrund neuer Regulierungen wird Apple künftig auf USB-C setzen müssen, die anderen iPad-Modelle haben den Umstieg bereits abgeschlossen. Der Funkchip wird sich vermutlich auf 5G verstehen.

Das iPad Pro 2022 wird sich gegenüber seinen Vorgängermodellen kaum unterscheiden , die wesentliche Neuerung dürfte der M2-Chip sein. Eventuell bekommt auch das 11-Zoll-Modell Pro Motion, also jene Displaytechnologie, welche die Bildwiederholrate an den aktuellen Bedarf anpasst, zwischen 10 Hz und 120 Hz. Angeblich hat Apple auch ein noch größeres iPad Pro in Arbeit, ein 14-Zoll-Modell sehen wir in diesem Jahr vermutlich nicht mehr in den Läden.

Und dann könnte Apple das Jahr und die Zeit der Transition zu Apple Silicon mit einem neuen Flaggschiff abschließen: einem Mac Pro mit bis zu vier M2-Max-Chips . Oder, wie wir vermuten dürfen: Zwei M2 Ultra, die womöglich zu einem M2 Extreme zusammengeschlossen sind. Die Reihe M1 ist komplett, Apple wird nach dem M1 Ultra nichts mehr nachliefern, sondern seinem Flaggschiff eben gleich die nächste Generation von Apple Silicon spendieren. Nicht sicher, aber gut möglich: Die erst letzten Oktober gezeigten Macbooks Pro 14 und 16 Zoll bekommen auch M2-Varianten bei sonst unveränderten Features. Eine Lücke auf dem Desktop müsste Apple zudem noch mit einem besseren Mac Mini schließen, mit M1 Pro und Max oder gar ebenso M2 Pro und Max. Sehr vage sind die Aussichten auf einen iMac Pro , etwa in 27 Zoll und mit M2 Ultra, aber lassen wir uns überraschen.

Einige Nebenprodukte dürfte Apple zudem im Herbst noch erneuern, wie das Apple TV 4K. Zudem könnte der Homepod wieder in einer etwas größeren Form zurückkehren. Beide Geräte werden zudem als Home-Hubs für iOS 16 und verwandte Systeme wichtig. Seit Jahren im Gespräch und in dabei stets "verschoben": Apples AR/VR-Lösung . Aber ob der Herbst dafür schon die passende Gelegenheit gibt, halten wir für unwahrscheinlich. Nächstes Jahr dann.

Wir sehen erneut in den Kalender: Sollte Apple nach der iPhone-Keynote noch zwei weitere Events abhalten, bieten sich dafür der 11. Oktober und der 8. November an. Bleibt es bei einer Zusatzveranstaltung, wäre der 25. Oktober ein passender Termin.

Frühjahr 2023: Die nächste Runde

Schwer abzuschätzen, was Apple für das Frühjahr 2023 geplant hat – neben dem bereits erwähnten iPad Pro 14'' und vielleicht dem ersten Blick auf Apple Glasses wäre es dann an der Zeit für eine zweite Generation der Airtags , zwei Jahre nach deren Start. Eine neue Farbe für die iPhones 14 wird Apple dann auch wieder auflegen, wir können schon in diesem September spekulieren, welche denn die Palette noch ergänzen könnte. Und falls Apple nicht schon im Herbst mit einem neu gestalteten Nachfolger des Macbook Pro 13'' überrascht, wäre das ein hübsches Osterei, ebenso ein Macbook Air mit 15-Zoll-Bildschirm . Der 21. März 2023 wäre ein passender Termin.

WWDC 2023: Bleibt alles anders

Erst zögerlich konnte Apple im Jahr 2022 Publikum zurück auf seine Entwicklerkonferenz WWDC bringen. Ob es im kommenden Jahr besser möglich sein wird, kann man heute nicht seriös abschätzen. Die Pandemie hat die WWDC für immer verändert – womöglich aber zum Guten . Denn in der hybriden Form können Entwickler weltweit an allen Seminaren und anderen Veranstaltungen teilnehmen, ohne dass sie vorher in der Ticket-Lotterie gewinnen müssen. Für die Keynote, die eine breite Öffentlichkeit interessiert, wird das anders sein – und Live-Publikum vor Ort höchst willkommen. Wir tippen auf Montag, den 5. Juni 2023 als Termin für die WWDC-Keynote. Was es da zu sehen gibt, ist aber jetzt schon halbwegs sicher: Erste Blicke auf iOS 17, iPadOS 17, macOS 14, watchOS 10 und verwandten Systemen. Besonders gäbe aber die WWDC die Gelegenheit, intensiv über die Software der Apple-Brille zu sprechen, die realityOS heißen könnte.

Lesen Sie hier alle Fragen und Antworten zu Augmented Reality und Apples Pläne damit

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