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Was Mac und iPad voneinander lernen können

27.04.2020 | 10:26 Uhr |

Apples Plattformen rasen aufeinander zu. Und sie sollten sich dabei beeilen und sich gegenseitig inspirieren.

Dieses Jahr stand bereits ganz im Zeichen des Wandels, innerhalb und außerhalb von Apple. Aber es scheint, als hätte das Unternehmen noch weitere große Schritte vor sich.

Gerüchte über einen Übergang von Mac-Prozessoren zu von Apple entwickelten ARM-basierten Chips haben bereits eine beträchtliche Eigendynamik erhalten, aber nun kursieren sogar schon Details wie Zeitplan, die Fähigkeiten der Chips und mehr. All dies verleiht den Spekulationen hohe Glaubwürdigkeit. Am anderen Ende des Spektrums hat das iPad vor Kurzem mehr Mac-ähnliche Funktionen erhalten, indem es mit Cursor-Unterstützung und einer brandneuen Tastatur samt Trackpad ausgestattet wurde.

In Verbindung mit Apples fortwährenden Bemühungen um eine Vereinheitlichung seiner Software deutet dies darauf hin, dass sich diese beiden Apple-Plattformen näher denn je kommen. Aber es gibt immer noch Stellen, an denen jeder von den Erfahrungen des anderen lernen und profitieren kann.

Der Preis ist noch zu hoch

Zu diesem Zeitpunkt ist die Wahl einer Computerplattform weitgehend zu einer Geschmackssache geworden. Es gibt zwar immer noch einige Aufgaben, für die ein Mac erforderlich ist – vor allem die Entwicklung einer App für das iPad oder iOS, mehr dazu in Kürze –, aber die meisten Nutzer können alle Aufgaben, die sie benötigen, entweder auf einem Mac oder einem iPad erledigen. Das ist eine großartige Position für alle, nicht nur, weil es bedeutet, dass die Verbraucher eine größere Auswahl haben, sondern auch, weil es bedeutet, dass Apple noch mehr Produkte anbietet, die die Leute kaufen können.

Meiner Meinung nach fehlt jedoch eine Sache: ein kostengünstiger tragbarer Mac. Im Moment hat das iPad eine Reihe von Preispunkten, die von 379 Euro für das Basis-iPad (das oft für weniger zu kaufen ist) bis hin zu einem voll ausgestatteten iPad Pro reichen, das Sie in Verbindung mit der Magic Keyboard gut 2000 Euro kostet. Das 16-Zoll-Macbook Pro beginnt bei 2.699  Euro und lässt sich auf einen Preis von über 7.000 Euro hochkonfigurieren, aber das billigste Macbook in der Reihe ist das Einstiegsmodell Air für 1.199 Euro.

Es ist schon eine Weile her, dass ein tragbarer Mac unter diesen Einstiegspreis gefallen ist, aber es wäre schön, wenn die Benutzer, die es einfach vorziehen, auf einem Mac zu arbeiten, eine Option hätten, die billiger und vielleicht auch leichter ist? Effizientere Batterie? Ein von Apple entwickelter Prozessor könnte dies sicherlich möglich machen, und wenn iPad und Mac als gleichwertige Produktlinien gedacht sind, würde dies einen großen Beitrag dazu leisten, den Mac zu etwas zu machen, das nicht automatisch einen höheren Preis hat.

Software für Profis

Auf der anderen Seite des Zauns hat das iPad Pro hinsichtlich Hardware Fortschritte gemacht, aber Apples Softwareabteilung scheint es im Stich zu lassen. Am wichtigsten ist jedoch, dass trotz der routinemäßigen Blockbuster-Leistungsbenchmarks, die die iPad-Reihe liefert, und des "Profi"-Namens, den Apple seinen High-End-Tablets verliehen hat, das Unternehmen offenbar zögert, Profi-Anwendungen zu liefern, die das Paket vervollständigen können.

Final Cut Pro und Logic Pro X fehlen auf der Plattform auffallend, obwohl es offensichtlich Optionen von Drittanbietern für den Video- und Audio-Schnitt gibt. Der größte fehlende Name ist jedoch Xcode, Apples Software zur Entwicklung von Apps, für die es eigentlich keine Alternative gibt.

Gerüchte der vergangenen Woche deuten darauf hin , dass in der App-Entwicklungsabteilung etwas für das Tablet auf dem Weg ist, aber bis sich das Unternehmen entscheidet, Xcode auf iPadOS zu portieren, werden Entwickler von iOS-Software gezwungen sein, sowohl einen Mac als auch ein iPad zu haben. Das mag aus der Perspektive von Apples großartig sein, da man gleich zwei Geräte verkaufen kann, aber die Kehrseite der Medaille: Das iPad ist ein Bürger zweiter Klasse im Ökosystem.

Katalytische Konverter

Letztes Jahr hat Apple das Project Catalyst vorgestellt, dessen Werkzeuge es iPad-Entwicklern ermöglicht, ihre Anwendungen auf den Mac zu bringen – aber das hat die Sache nicht gerade erleichtert. Einige wenige Entwickler haben ihre Apps durch den Prozess gebracht, aber es scheint immer noch viele Mängel zu geben.

Da das iPad jedoch nicht nur Tastaturen, sondern auch eine vollwertige Cursor-Unterstützung bietet, scheint die Zeit reif für Mac Catalyst – oder eine ähnliche Technologie – zu sein, um den umgekehrten Weg zu beschreiten und macOS-Anwendungen auf das iPadOS zu portieren. Im Moment ist der Arbeitsablauf von hinten durch die Brust ins Auge: Wenn Sie eine iPad-Anwendung auf Ihrem Mac entwickelt haben, können Sie sie zurück auf den Mac portieren.

Vielversprechender wäre ein freier Fluss von Apps zwischen den beiden Plattformen, was sowohl für die Benutzer als auch für Apple gut wäre, die alle davon profitieren würden, wenn eine große Bandbreite von Anwendungen auf beiden Plattformen verfügbar wäre, was noch einmal unterstreicht, dass es nicht eine Frage der Notwendigkeit ist, die eine Plattform der anderen vorzuziehen, sondern einfach eine Frage dessen, was einem besser gefällt.

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