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Was Mini-LED ist und warum Sie es haben wollen

12.01.2021 | 10:59 Uhr |

Apple könnte ab diesem Jahr eine neue Hintergrundbeleuchtungstechnologie in einigen seiner Produkte verwenden.

Seit etwa einem Jahr kursieren Gerüchte, dass Apple einige Produkte mit Mini-LED-Technologie auf den Markt bringen will. Die neuartige Hintergrundbeleuchtung könnte in Macbooks, iPads, iMacs – eigentlich in allem, was einen Bildschirm hat – zum Einsatz kommen, obwohl es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass Mini-LEDs jemals in der Apple Watch oder dem iPhone landen: Diese verwenden OLED-Displays.

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Was ist aber ein Mini-LED-Display und was wird die Technologie Ihnen als Anwender bringen? Unsere Erläuterungen helfen Ihnen vielleicht zu verstehen, warum diese Technologie ein so großer Schritt nach vorne für Apples Produkte sein kann.

Bessere Hintergrundbeleuchtung für das LCD

Um Mini-LED zu verstehen, müssen Sie zunächst die Grundlagen kennen, wie ein herkömmliches hintergrundbeleuchtetes LCD (Liquid Crystal Display) in heutigen iPads, Macbooks und iMacs funktioniert.

Wir wollen es nicht unnötig kompliziert machen. Kurz gesagt, haben Bildschirme eine normalerweise weiße Hintergrundbeleuchtung mit einer LC-Schicht (Flüssigkristall) darüber. Der Zweck der Flüssigkristalle ist es, eine kontrollierte Menge an Licht der Hintergrundbeleuchtung zu blockieren. Über den Flüssigkristallen sind noch Farbfilter angebracht, die das Licht rot, grün oder blau färben. Das ist die Grundstruktur, aber moderne LC-Displays haben weitere Schichten wie Polarisatoren, Blendschutzschichten und so weiter. Wir haben also: Ein großes weißes Licht, das von einem Haufen winziger Flüssigkristalle (drei pro Pixel) bedeckt ist, um verschiedene Lichtmengen zu blockieren oder durchzulassen, und ein Farbfilter, der das Licht rot, grün oder blau färbt. ( Das "weiße" Licht selbst ist auch nur eine Mischung, es gibt aus physikalischen Gründen keine "weißen" Leuchtdioden. Anm. d. Red. )

Bei der Mini-LED-Technologie wird aber nun diese große Hintergrundbeleuchtung durch ein Raster aus vielen winzigen kleinen Hintergrundbeleuchtungen ersetzt.

Goodbye, OLED? Was Mini-LED bedeutet

Ich lasse ein paar Details weg, denn es gibt viele Ausnahmen von diesem einfachen Prinzip. Bei Fernseh-Apparaten zum Beispiel sind größere LED-Hintergrundbeleuchtungs-Anordnungen mit sogenanntem "Local Dimming" üblich, und sogar Mini-LED-Fernseher sind bereits von Marken wie TCL auf dem Markt. Das Pro Display XDR von Apple ist fast ein Mini-LED-Display, mit 576 LEDs für die Hintergrundbeleuchtung, die einzeln angesteuert werden (ein typisches Mini-LED-Display dieser Größe hätte vielleicht ein paar Tausend solcher Punkte).

So kann man sich also ein Mini-LED-Display vorstellen: ähnlich wie das Pro Display XDR, aber mit viel mehr, kleineren LED-Hintergrundbeleuchtungen.

Präzises lokales Dimmen und HDR

Was genau macht eine Hintergrundbeleuchtung aus Tausenden von winzigen LEDs? Nun, bei einem herkömmlichen LCD haben Sie vielleicht eine Hintergrundbeleuchtung, die das gesamte Display gleichmäßig ausleuchtet. Es muss so hell sein wie die hellsten weißen Pixel auf dem Bildschirm. Dann würden die LCDs davor einen Teil des Lichts blockieren, um dunklere Pixel zu erzeugen.

Mit einem System von kleineren Hintergrundbeleuchtungs-LEDs, wie beim Pro Display XDR, können Sie die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung auf Hunderten von winzigen "Zonen" individuell steuern und dann die Helligkeit mit der LCD-Schicht weiter verfeinern. Dies verbessert den Kontrast und die Stromeffizienz und ermöglicht dunklere Schwarztöne.

Das Pro Display XDR hat Hunderte von LED-Hintergrundbeleuchtungen, aber nicht genug, um wirklich als Mini-LED-Display bezeichnet zu werden.
Vergrößern Das Pro Display XDR hat Hunderte von LED-Hintergrundbeleuchtungen, aber nicht genug, um wirklich als Mini-LED-Display bezeichnet zu werden.
© Apple

Die Mini-LED-Technologie geht noch einen Schritt weiter, mit Tausenden oder sogar Zehntausenden von wirklich winzigen LEDs, die in Hunderte oder Tausende von Beleuchtungszonen unterteilt sind. Das Display kann die Intensität der Hintergrundbeleuchtung hinter nur ein paar hundert Pixeln steuern.

Dies verbessert die Energieeffizienz weiter und ermöglicht außerdem eine feinere Kontrolle über die hellsten und dunkelsten Bereiche des Bildschirms. Eine LED-Hintergrundbeleuchtung kann sehr hell eingestellt werden, ohne dass das Licht in einen dunklen Bereich in der Nähe abstrahlt.

Es ist wahrscheinlich, dass Apple Produkte mit Mini-LED-Displays eine höhere Spitzen- und Dauerhelligkeit haben werden, wenn auch nicht auf dem Niveau der beeindruckenden 1000 nits Dauer- und 1600 nits Spitzenhelligkeit des Pro Display XDR. So etwas erzeugt eine Menge Wärme und erfordert eine erhebliche Kühlung. Dies, kombiniert mit großartigen Schwarzwerten, wird wirklich hohe Kontrastverhältnisse und brillante HDR-Qualität bedeuten.

Nicht dasselbe wie Micro-LED

Es gibt eine weitere Technologie mit einem ähnlich klingenden Namen: Micro-LED. Micro-LED, das aus Kostengründen wahrscheinlich zuerst in der Apple Watch zum Einsatz kommen könnte, unterscheidet sich stark von Mini-LED.

Wenn Sie die Beschreibung von Mini-LED gelesen haben und sich gedacht haben: "Warum machen sie die LEDs nicht einfach so klein, dass es für jedes Subpixel eine gibt?", dann liegen Sie genau richtig: Denn genau das ist die Micro-LED.

Micro-LED ist nicht wie Mini-LED. Es ist überhaupt nicht wie ein LCD.
Vergrößern Micro-LED ist nicht wie Mini-LED. Es ist überhaupt nicht wie ein LCD.
© Trendforce

Micro-LED ist  ähnlich wie OLED eine selbstemittierende Technologie (was bedeutet, dass es keine Hintergrundbeleuchtung gibt). Es ist eine Anordnung von viel kleineren LEDs, Millionen von ihnen auf einem einzigen Display, jede in der Größe eines einzelnen Sub-Pixels. Jede Micro-LED ist rot, grün oder blau und leuchtet einfach heller oder dunkler, um die Farbe eines Pixels zu ändern. Es ist also keine LC-Schicht oder ein Farbfilter erforderlich.

Micro-LED-Displays sind derzeit noch zu teuer für eine breite Anwendung, aber die Preise werden fallen. Sie sollten letztendlich große Vorteile gegenüber der LCD- oder OLED-Technologie bieten, mit superkurzen Reaktionszeiten, unglaublicher Farbwiedergabe, hoher Helligkeit, perfekten Schwarzwerten und besserer Energieeffizienz – und das alles in einem dünneren Display.

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