2434769

Wie Apple iOS 13 noch schneller macht

12.06.2019 | 13:45 Uhr | Halyna Kubiv

Die iPhones werden ab Herbst noch eine zusätzliche Geschwindigkeitssteigerung erhalten.

Apple kündigte eine Reihe neuer Funktionen für iOS 13 auf der WWDC an. Man muss sich dabei wahrscheinlich keine Sorgen um all diese ausgefallenen neuen Funktionen machen, die das iPhone auf ein Schneckentempo herunterdrosseln.

Tatsächlich eröffnete Apples Vize Craig Federighi den iOS-13-Abschnitt der WWDC-Keynote mit den Worten: "Nichts ist für unsere iPhone-Nutzer wichtiger als Leistung. Also haben wir in diesem Jahr von Grund auf gearbeitet, um alles schneller zu machen, was der Nutzer am iPhone oder iPad am meisten gebraucht."

Hier sind ein paar Wege, wie Apple iPhones und iPads noch schneller macht, wenn iOS 13 diesen Herbst auf den Markt kommt.

Schnellere Gesichtserkennung mit Face ID

Face ID noch schneller
Vergrößern Face ID noch schneller

Die Freischaltung per Gesichtserkennung ist bereits schnell, aber Apple macht sie bis zu 30 Prozent schneller. Diese kleine Pause, während Sie darauf warten, dass Ihr Handy entsperrt wird, könnte fast unmerklich sein. Ansonsten hat sich bei der Funktionsweise der Face ID nicht viel geändert. Diese Art von Änderungen wird wahrscheinlich einen TrueDepth-Sensor der zweiten Generation erfordern (der in einem zukünftigen iPhone erhältlich sein könnte).

Kleinere App-Downloads, schnellerer App-Start

App-Performance
Vergrößern App-Performance

Mit der Veröffentlichung von iOS 13 ändert Apple die Art und Weise, wie Apps im App Store zusammengefügt werden. Das Ergebnis sind bis zu 50 Prozent kleinere App-Downloads und bis zu 60 Prozent kleinere App-Updates.

Das bedeutet schnellere Downloads, weniger Belastung für den mobilen Datentarif und weniger Speicherplatz für Apps. (Allerdings beanspruchen die Daten wie Fotos und Musik immer noch den größten Teil des iPhone-Speicherplatzes.)

Aber es hat einen Nebeneffekt, dass Apps bis zu doppelt so schnell starten. Das Starten einer App bedeutet, sie aus dem Speicher zu lesen, die komprimierten Bits zu dekomprimieren und die aktiven Teile im RAM zu speichern. Wenn die App halb so groß ist, kann das alles bis zu doppelt so schnell passieren.

Dabei muss man beachten, dass man diesen Leistungsschub während der Beta-Phase von iOS 13 wahrscheinlich nicht sehen wird. Die neue App-komprimierungsmethode erreicht die Benutzer erst, wenn Apple beginnt, App-Aktualisierungen für iOS 13 zu akzeptieren, normalerweise genau zum Zeitpunkt des Starts von iOS 13. Selbst wenn Sie also die iOS 13 Beta haben, erwarten Sie keine kleineren Apps und einen schnelleren Start bis zur Veröffentlichung der iOS 13 in diesem Herbst.

Apple Pencil mit kürzerer Latenz

Apple Pencil Latenz
Vergrößern Apple Pencil Latenz

Auch dem iPad kommt iOS 13 zu Gute. Craig Federighi hat bei der Vorstellung des iPadOS auch kurz die Latenzzeiten des Apple Pencils angesprochen. Apple rühmt sich schon jetzt den schnellsten Eingabe-Stift auf dem Markt zu haben. Momentan funktionieren die Eingaben auf dem iPad mit 20 Millisekunden Latenz, was für den Menschen kaum merkbar ist. Mit dem kommenden Update will Apple diese Verzögerungen bei den Pencil-Eingaben mehr als halbieren und auf 9 Millisekunden reduzieren. So ist nach Federighi ein fast Echteizerlebnis wie auf dem Papier möglich. Noch ist jedoch nicht klar, ob diese Änderung sich auf beide Generationen des Apple Pencils auswirkt oder nur für die zweite Generation zu Gute kommt. 

Und viele Berichtigungen im Hintergrund

iOS 13 Alle Geschwindigkeitsverbesserungen
Vergrößern iOS 13 Alle Geschwindigkeitsverbesserungen

Kleinere, schneller startende Apps und eine schnellere Face-ID sind konkrete Dinge, die jeder Benutzer gut nachvollziehen kann. Aber iOS 13 verbessert eine ganze Reihe Hintergrundsfunktionen, um viele Anwendungen und Operationen schneller, reibungsloser oder reaktionsschneller zu machen. Einige können auch die Akkulaufzeit verbessern.

Auf der WWDC zeigte Apple eine Folie, die viele dieser Änderungen unter der Motorhaube auflistet. Es ist eine große Liste, aber wahrscheinlich nicht vollständig:

  • Verbesserter Kernel-Thread-Verwalter

  • DLYD3-Verschlüsse

  • System-Frameworks

  • Effizienterer gemeinsamer Cache

  • Verbesserte Effizienz des Hintergrundprozesses

  • Verbesserungen am Compiler

  • Systemzustand im Cache

  • iCloud Optimierungen

  • Asynchrone Metall-Shader

  • Schnelle Codeoptimierung

  • Dynamische Netzwerkschaltung

  • Reduzierter Speicherverbrauch auf Super Retina Displays

  • Automatisches Layout

  • Hocheffiziente Speicherzuweisung

  • APFS-Cache löschen

  • Optimierte FairPlay-Entschlüsselung

  • Verkürzte Startzeit der Deamon-Prozesse

  • Priorisierte Speicherzuweisungen bei Apps

Erwartungen niedrig halten

Dabei muss man beachten, dass iOS 13 Beta-Versionen alle die gleichen Leistungsmerkmale wie die endgültige Version aufweisen. Beta-Versionen sind nicht vollständig optimiert und verfügen oft über kontinuierliche Bug-Trackings, Telemetrie-Codes und dergleichen, was die Leistung beeinträchtigt.

Man soll nicht unbedingt erwarten, dass iOS 13 in Benchmark-Tests wie Geekbench deutlich bessere Ergebnisse liefert. Sobald eine solche Anwendung geladen ist und ihre eigenen Algorithmen durchläuft, um die Prozessorleistung zu testen, ist für die meisten dieser neuen iOS-Verbesserungen zu früh. Diese iOS-Verbesserungen wirken sich auf die Leistungsmerkmale aus, die wir beim Laden von Apps, Abspielen von Medien und Scrollen durch Social Media Feeds spüren, haben aber oft wenig mit der Ausführung von hoch optimierten CPU-Bashing-Aufgaben zu tun, die im Hintergrund ohne menschliche Interaktion ausgeführt werden. Geekbench und seine Art sind wertvolle Benchmarks, aber sie vermessen eher die theoretische Prozessorleistung mehr als die Einschränkungen des Betriebssystems.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2434769