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Wie Apple seine Integration von Hardware, Software und Services verbessern kann

27.01.2020 | 15:54 Uhr |

Apple ist stolz auf seine Integration von Hardware, Software und Dienstleistungen. Aber das ginge an manchen Stellen noch besser.

Apple spricht viel über sein offensichtliches Geheimrezept: Die Kombination aus Hardware, Software und Dienstleistungen, die es Cupertino ermöglicht, die nach eigener Ansicht besten Technologieprodukte der Welt herzustellen.

Und als Nutzer von Apple-Produkten stimmen die meisten von uns wahrscheinlich zu, dass dies im Allgemeinen auch der Fall ist. Aber so gut die Integration zwischen diesen drei Säulen des Unternehmens auch ist, es gibt immer noch einige Stellen, an denen sie seltsamerweise zu kurz kommt. Hardware und Software, die nicht zusammen funktionieren, Dienstleistungen, die nicht den nötigen Zusammenhalt haben.

Vielleicht sind es Fälle, die Apple nicht für besonders wichtig hält, oder womöglich ist die Firma einfach noch nicht dazu gekommen. Wie dem auch sei, sie trüben das Gesamtbild. Hier sind nur einige Beispiele für eine Integration, die, nun ja, nicht ganz so integriert ist.

Korrektur erfordert Korrektur

Haben Sie schon einmal ein Wort zum Wörterbuch Ihres Macs hinzugefügt und es dann auf Ihrem iPad weiterhin unterstrichen gesehen? Was hat das zu bedeuten? Es scheint, als müssten Sie nicht jedem Gerät, das Sie besitzen, beibringen, dass ein bestimmtes Wort oder ein Satz etwas ist, das Sie häufig eingeben. Da iOS und iPadOS nicht einmal eine echte Möglichkeit bieten, ein Wort zu Ihrem persönlichen Wörterbuch hinzuzufügen, könnte Apple zumindest dafür sorgen, dass die Änderungen, die Sie am Wörterbuch Ihres Macs vorgenommen haben, respektiert werden.

Ja, es gibt Workarounds für das Problem, etwa indem Sie ein Wort in einem Kontakt hinterlegen oder einer Textabkürzung, aber das sind nicht die Dinge, die Sie jedes Mal tun wollen, wenn Sie auf ein neues Problemwort stoßen. Stattdessen sollte Apple die iCloud-Synchronisierung von benutzerdefinierten Wörterbüchern zwischen all Ihren Macs und iOS-Geräten hinzufügen, um sicherzustellen, dass die Wörter, die Sie eingeben, immer die sind, die Sie wollen – und nicht das, was Apple meint, dass sie sein sollten.

iOS 13 Erinnerungen

In iOS 13 wurde die App Erinnerungen erheblich überarbeitet und erhielt nicht nur eine neue Oberfläche, sondern auch neue Funktionen, die Ihnen helfen, sich tatsächlich an all die Dinge zu erinnern, die Sie in sie eingeben. Dazu gehört die Möglichkeit, Sie an eine Aufgabe zu erinnern, wenn Sie mit einer bestimmten Person via iMessages kommunizieren.

Das ist zwar alles schön und gut, aber die App Nachrichten (Messages) ist – ich hasse es, das zu sagen – nicht die einzige Anwendung, die ich für die Kommunikation mit Menschen verwende. Ich verstehe zwar, warum Apple vielleicht nicht bereit ist, diese Funktion für Dritte wie Slack oder Skype zu öffnen, aber es fehlt eine übliche First-Party-Anwendung direkt auf dem Gerät selbst: E-Mail. Was noch wichtiger ist: Sobald Sie eine Person für eine Aufgabe ausgewählt haben, sollte sie Sie daran erinnern, egal welche App Sie für die Kommunikation mit ihr verwenden. Wenn es nämlich jemanden erkennen kann, mit dem ich über Nachrichten chatte, kann es wahrscheinlich eine ähnliche Annahme treffen, wenn ich Mail benutze.

Leider scheint Apple oft vergessen zu haben, dass E-Mail weiterhin relevant ist. Zum Guten oder zum Schlechten, wir alle benutzen sie aber immer noch, also tun wir nicht so, als gäbe es sie nicht, so sehr wir uns das auch wünschen würden.

All die Orte, die wir besuchen werden

Sie sind dafür entschuldigt, wenn Sie sich nicht daran erinnern, dass Apple in iOS 13 die Möglichkeit hinzugefügt hat, Sammlungen in Maps zu erstellen. Sicher, es ist praktisch, eine Liste von Orten erstellen zu können, die man besuchen möchte – z.B. Restaurants in der Stadt, die man besuchen wollte – aber das könnte alles besser sein.

Zum einen können Kartensammlungen zwar mit anderen Personen geteilt werden, aber diese Person bekommt nur eine Kopie Ihrer Sammlung. Was benötigt wäre, ist etwas, das einer gemeinsamen Erinnerungsliste oder einer gemeinsamen Notiz näher kommt. Wenn meine Frau und ich den Überblick über die Restaurants behalten wollen, in die wir gehen möchten, wäre es toll, wenn wir diese Liste für jeden von uns ergänzen und für uns beide aktualisieren könnten.

Darüber hinaus ist dies eine Funktion von Maps, die jedoch nur sehr wenig von Apples Kartendienst profitiert. Es wäre zum Beispiel großartig, wenn es eine Option gäbe, einen Geofence hinzuzufügen, um mich zu benachrichtigen, wenn ich mich in der Nähe eines Ortes befinde, an den ich mich erinnern möchte.

Stereo nur im Sonderfall

Lassen Sie uns letzteres in die Spalte mit völlig sinnlosen Zeug einordnen. Apple verkauft den Homepod, einen intelligenten Lautsprecher, der einen sehr schönen Klang bietet und mit einem zweiten Homepod (sollte jemand den Mut haben, zwei zu kaufen) zu einem Stereo-Paar kombiniert werden kann. Damit können Sie Musik von Ihrem iOS-Gerät oder Ihrem Apple TV oder sogar von iTunes auf Ihrem Mac abspielen.

Aber das letzte ist der eigentliche Trick, denn es geht nur von iTunes respektive der Musik App. Möchten Sie dieses Stereo-Paar von Homepods als Systemausgang Ihres Macs verwenden? Dann haben Sie Pech. Es ist einfach nicht möglich. Stattdessen sehen Sie zwei HomePods im Menü für die Audioausgabe des Systems, die jeden der beiden Lautsprecher darstellen. Sie können einen der beiden einzeln als Systemausgabe verwenden, aber nicht beide zusammen. Das ist geradezu verwirrend.

Vielleicht ist das Unternehmen einfach noch nicht dazu gekommen, die Funktion einzufügen. Es hat sicherlich viele große Projekte auf dem Tisch. Aber je komplexer die Angebote des Unternehmens werden, desto mehr von diesen Ecken und Kanten scheinen aufzutauchen – und das kratzt nur an der Oberfläche. So sehr Apple auch auf die Stärke seiner Produktintegration stolz ist, hat es doch langsam den Anschein, dass dieser Plan nicht ganz aufgeht.

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