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iPhone soll Depressionen erkennen: Apple forscht an neuem Feature

22.09.2021 | 12:29 Uhr | Peter Müller

Apple entwickelt Berichten zufolge neue Forschungsalgorithmen für das iPhone, das rechtzeitig psychische Erkrankungen erkennen soll.

Während sich Gerüchte über künftige Gesundheits- und Fitnessfunktionen in der Regel auf die Apple Watch beziehen ( die in diesem Jahr keine neuen Gesundheitsfunktionen bekommen wird ), will Apple einem Bericht des Wall Street Journal zufolge auch die Rolle des iPhones erweitern. Quellen und Dokumente, die das Journal einsehen konnte, besagen, dass Apple für das iPhone Funktionen entwickelt, die bei der Diagnose von Depressionen und kognitivem Verfall helfen könnten.

iPhone auf Mustersuche – auf dem Gerät selbst

Demnach untersuche Apple, ob die gesammelten Daten zu Mobilität, körperlicher Aktivität, Schlafverhalten, Tippverhalten und mehr genutzt werden können, um Muster zu finden, die mit psychischen Erkrankungen in Zusammenhang stehen, und Algorithmen zu entwickeln, die diese erkennen. In einem Projekt namens "Seabreeze" arbeitet Apple mit der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) zusammen, um Angstzustände, Depressionen und Stress zu untersuchen. Ein anderes Projekt mit dem Namen "Pi" nimmt das Pharmaunternehmen Biogen mit ins Boot, um die kognitive Entwicklung zu untersuchen. Leichte kognitive Beeinträchtigungen gelten als erste Anzeichen von Alzheimer. Die UCLA versammelt in ihrer Studie 3.000 Teilnehmer während Biogen auf 20.000 Teilnehmer zurückgreifen kann.

Das Wall Street Journal berichtet weiter, dass Apple ein ungenanntes Projekt mit der Duke University verfolgt, um Autismus bei Kindern zu erkennen. Den Quellen des Journals zufolge soll die Kamera des iPhones genutzt werden, um zu beobachten, wie kleine Kinder sich konzentrieren, wie oft sie hin- und herschwanken und andere Verhaltensweisen zeigen.

Das Journal weist darauf hin, dass sich diese Forschungsprojekte noch in einem frühen Stadium befinden, und es ist möglich, dass Apple feststellt, dass die Ergebnisse nicht zu neuen iPhone-Funktionen führen. Apple sei jedoch "begeistert" von den Möglichkeiten, die sich aus der Forschung ergeben, und davon, wie sie in einer Zeit, in der die Zahl der Depressionen und anderer psychischer Erkrankungen steigt, durch Früherkennung zu besserer Behandlung beitragen können.

Der Bericht wirft Fragen des Datenschutzes auf, die Apple in seiner eigenen Art und Weise beantworten sollte: Wenn das Unternehmen Algorithmen entwickelt, werden diese wahrscheinlich allein auf dem iPhone laufen, ohne Daten an die Server von Apple senden zu müssen.

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