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14.1.22: Rückschritt für iOS

14.01.2022 | 07:18 Uhr | Peter Müller

Keine Sicherheitsupdates mehr für iOS 14 +++ Epic Games testet Geforce Now in geschlossener Beta auf iOS - mit Fortnite +++ Analysten jubeln schon jetzt über Apple Glasses +++ Asteroid könnte im Juli 2023 die Erde treffen +++ Apothekerkammer rechnet mit Hunderttausenden falschen Impfzertifikaten +++ Angriff auf Amazon-Nutzer - Cybergangster setzen 24-Stunden-Frist

14. Januar: Logisch, oder?

Macwelt wünscht einen Guten Morgen! Kommt die Impfpflicht nun und wenn ja, für wen? Das ist kaum vorhersagbar, politische Prozesse bergen bedeutende Unwägbarkeiten und sind daher nicht schwer vorhersagbar. Die Mathematik tut sich da in der Regel leichter - und auch wenn sie nur die komplexe Realität modellieren kann, ist sie darin recht gut. Forschende der Fächer Virologie und Epidemiologie sind sich recht sicher, dass es an sich nur noch den Rest des Winters dauern wird, bis in Europa jeder Mensch seine Bekanntschaft mit Sars-CoV-2 gemacht oder erneuert hat, so stark ansteckend ist die Omikronvariante. Wer sich doppelt oder gar dreifach geimpft hat, braucht weder eine Impfpflicht fürchten, bei drei Spritzen mit ordentlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmal Symptome. Wer sich der erwiesenen Tatsache, dass Impfen schützt und der Königsweg aus der Pandemie heraus ist, immer noch widersetzt, wird eben zwangsgeimpft – aber nicht von Ärzten oder Apothekern sondern eben vom Virus selbst - was nun wirklich kein Vergnügen für die Betroffenen ist.

Aber diesen Leuten kann man nicht mit Logik kommen. Oder gar mit Ethik. Fakten? Sind doch relativ und alternativ! Nein, sind sie nicht. Es gibt keine alternative Naturwissenschaft oder gar eine alternative Mathematik oder Logik. Die Mathematik hat nur das nicht lösbare Problem, dass es in ihrer Systematik wahre Sätze gibt, die sich nicht beweisen lassen. Und was Leerdenken nie auch nur im Ansatz verstehen werden: Dieser Unvollständigkeitssatz ist bewiesen - von Kurt Gödel, der am 14. Januar 1978 in Princeton im 72sten Lebensjahr verstarb.

Gödel und dem am 14. Januar 1901 geborenen Mathematiker Alfred Tarski ist der heutige Weltlogiktag gewidmet, den mittlerweile auch die UNESCO in ihr Gedenkprogramm mit aufgenommen hat. Tarski war nahe dran an der Erkenntnis, die später zu Gödels wichtigstem Satz werden sollte, darüber hinaus hat er sich Verdienste um die Algebraisierung der Logik erworben, dabei baute er auf den Vorarbeiten von George Bool auf. Ohne Bool'sche Algebra und Alfred Tarski wären Computer kaum denkbar.

An sich sollte jeder Tag ein Tag der Logik sein, das würde dabei helfen, den allgegenwärtigen PLURVern mit ihren ständigen Logikfehlern (das "L" im Akronym) nicht mehr auf den Leim zu gehen. Aber was schreien die "Spaziergänger" auf nächtilchen Straßen? Dass sie in einer Diktatur lebten, etwa. Eine Diktatur indes ließe Äußerungen dieser Art nicht mal ansatzweise zu. Ein womöglich noch größerer Logikfehler: Sie glauben nicht an Wissenschaft und ihre Erkenntnisse, schreiben diese Personen dann mit Geräten, die ohne Wissenschaft und Logik niemals existieren würden. Aber mit Logik haben diese Leute es eben nicht, weder heute noch morgen.

Lesetipps für den Freitag

Totaler Mist: Die Affäre um Wordle, in der schlechte Kopien in den App Store gelangen, aber nicht einmal das Original, ist für unsere US-Kollegen Jason Cross Anlass, über den App Store zu wettern. Denn dieser halte immer weniger von seinem Versprechen ein, ein sicherer Platz für Apps zu sein. Stattdessen kommt immer mehr schlechte Software durch die Prüfung, die den Anwendern Daten, Zeit und Nerven raubt, manchmal auch Geld. Leidtragende sind dabei die Entwickler, die Apple an sich schützen sollte, sich aber vom Moloch App Store immer mehr kujoniert fühlen.

Bedingtes Comeback: Epic Games testet seinen Streamingdienst Geforce Now in einer geschlossenen Beta auch auf iOS - auf diese Weise könnten Gsmer Fortnite zurück auf ihr iPhone bekommen – Apple hatte die App im August 2020 aus dem App Store geworfen, weil Epic das Bezahlsystem des App Stores umgehen wollte. Für die Beta kann man sich über seinen Geforce-Account bewerben, die Teilnahme ist jedoch streng limitiert. Epic will in dem Test Touchkontrollen überprüfen lassen, mit Controllern lässt sich in diesem Rahmen nicht spielen.

Rückschritt: Apple veröffentlicht keine Sicherheitsupdates mehr für Geräte, die noch nicht auf iOS 15 installiert sind. Im letzten Herbst, als das neue System für iPhones kam, wollte Apple noch für diejenigen, die noch nicht bereit waren für den Umstieg, das alte System weiter pflegen. So kam im Oktober tatsächlich auch noch iOS 14.8.1 heraus. Wie 9to5Mac herausgefunden hat, hat Apple das Versprechen nun kassiert und auch das Update auf iOS 14.8.1 zurückgezogen. Wer also die jüngsten Sicherheitsupdates auf seinem iPhone haben möchte, muss die jeweils aktuelle Version installieren. Das ist seit dieser Woche iOS 15.2.1, das eine kritische Lücke in Homekit schließt.

Chancen und Risiken : Warum baut Apple eine AR/VR-Brille? Weil sie es können! Und weil der Markt dafür da ist, meint ein Wall Street Analyst. Noch ist die Brille nicht offiziell und alles könnte auch noch anders kommen, die Chancen sind aber gut, dass die Apple Glasses auf starke Nachfrage im Markt stoßen, erklärt Ami Daryanani von Evercore ESI Anlegern. Gegen Ende 2022 werde die Markteinführung der Brille einen Hype auslösen, was sich positiv auf den Aktienkurs Apples auswirke. Der Einfluss auf die Bilanz Apples sei mit dem der Apple Watch vergleichbar, fünf Jahre später werde die Brille 18,1 Milliarden US-Dollar Umsätze generieren und 9 Cent pro Aktie zum Gewinn des Unternehmens beitragen.

Vereinfacht: Niemand, wirklich niemand, liest Nutzungsbedingungen von Services wie iTunes komplett durch – stimmt diesen dennoch zu. Manche haben sich einen Spaß daraus gemacht und unwirksame Klauseln hinzugefügt, die etwa den Erstgeborenen versprachen. Ein in den USA eingebrachtes Gesetz könnte Nutzungsbedingungen verständlicher machen. Lang und kompliziert werden sie aus juristischen Gründen immer noch sein müssen, sollen aber  eine "TLDR" (für "too long, didn't read") genannte Sektion enthalten, die in einfacher Sprache und kompakt erklärt, was Sache ist - und welche Daten zu welchen Zwecken von den Nutzenden erhoben werden. Witzigerweise trägt der Gesetzesvorschlag tatsächlich das Akronym TLDR, das steht aber für "Terms-of-service Labeling, Design and Readability". Der Entwurf wird von beiden Parteien des Kongresses unterstützt. Die Notwendigkeit einer solchen Regelung ist längst bekannt: Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigte auf, dass die Durchschnittskunden in den USA 76 Tage brauchen würden, um die Nutzungsbedingungen aller Geräte und Services, die sie im Einsatz hätten, zu lesen.

Weitere Nachrichten:

Asteroid könnte im Juli 2023 die Erde treffen

Das Leben auf der Erde ist immer in Gefahr. Jederzeit könnte ein unbekannter Himmelskörper unseren Planeten treffen. Aus diesem Grund werden alle sichtbaren Asteroiden und Kometen überwacht und auf ihre Wahrscheinlichkeit eines Einschlags auf der Erde hin überprüft. Ein besonders interessanter Kandidat ist der erst am 6. Januar 2022 entdeckte Asteroid 2022 AE1. Er landete auf der Liste des Center for Near Earth Object Studies am Jet Propulsion Laborator der NASA direkt auf Platz 1.

Nach Angaben des Spiegel sei der Asteroid 70 Meter breit. Auf seinem Kurs durch den Weltraum könnte er gleich in zwei Momenten mit der Erde kollidieren. Der Termin der größten Annäherung lässt sich schon heute genau berechnen: Am 4. Juli 2023 kommt er der Erde besonders nahe, doch auch im Jahr 2028 könnte eine Kollision mit AE1 2022 bevorstehen. Der erste Termin der größten Erdannäherung am US-Staatsfeiertag Independence Day dürfte Erinnerungen an den gleichnamigen Kinofilm wecken – darin wird die Erde von Außerirdischen attackiert.

Doch die Weltraumforscher geben gleichzeitig Entwarnung vor derartigen Apokalypse-Szenarien: Die auf der Turiner Skala festgelegte Einschlagswarscheinlichkeit auf der Erde wird für 2022 AE1 nur mit Stufe 1 von 10 möglichen Stufen angegeben. Entsprechend sei nicht von einer ungewöhnlichen Gefahr auszugehen. Dennoch steht 2022 AE1 damit ganz oben auf der Liste, denn es gibt lediglich Himmelskörper aus der Stufe 0, die noch unwahrscheinlicher mit uns kollidieren. Asteroiden werden häufig erst sehr spät entdeckt. Nur bei einer Reflektion des Sonnenlichts sind sie zu erkennen. So erklärt es sich auch, dass der erst am 6. Januar 2022 entdeckte Asteroid 2022 AE1 eigentlich schon am 31. Dezember 2021 der Erde am nächsten gekommen war.

 

Apothekerkammer rechnet mit Hunderttausenden falschen Impfzertifikaten

Nach einer erfolgten Impfung gegen das Coronavirus lässt sich die im gelben Impfausweis eingetragene Impfung in vielen Apotheken mit einem digitalen Impfnachweis erweitern. Damit landet der Nachweis über eine erfolgte Impfung bequem auf dem Smartphone und kann bei Bedarf vorgezeigt werden. Die Apothekerkammer Baden-Württemberg geht nach Angaben unserer Kollegen von Heise aber davon aus, dass sich in Deutschland Hunderttausende falsche Impfzertifikate im Umlauf befinden. Offiziell seien zwar nur 3.000 bis 4.000 Ermittlungen gegen gefälschte Impfausweise begonnen worden. Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, rechnet jedoch mit einer deutlich höheren Dunkelziffer. Er geht davon aus, dass 12 bis 15 Prozent der gelben Impfpässe, die bei der Übertragung als Nachweis dienen, gefälscht seien.

Die Menge der verfolgten Fälle sei nur die Spitze des Eisbergs. Braun geht davon aus, dass Hunderttausende gefälschte Impfzertifikate in deutschen Apotheken ausgestellt wurden. Da ungeimpfte Menschen im vergleich zu dreifach Geimpften ein deutlich höheres Infektionsrisiko mitbringen, sei nach Ansicht von Braun schon fast von Körperverletzung auszugehen.

Hauptgrund für die große Menge an gefälschten Impfzertifikaten sei die Tatsache, dass sich die analogen Impfpässe kaum prüfen lassen. Ein Wasserzeichen sei beispielsweise nicht zu finden, zudem gebe es überall Blanko-Papiere des gelben Impfausweises. Lediglich die Abfrage der Chargennummer könne Hinweise auf eine Fälschung geben. Dabei handelt es sich allerdings nur um das Verfallsdatum des Impfstoffs, welches logischerweise nicht vor dem eigentlichen Impftermin erreicht sein darf. Auch das Druckdatum des Papiers darf nicht vor der angeblich erfolgten Immunisierung liegen.

Zudem drohen Fälschern kaum rechtliche Konsequenzen. Zwar könne mittlerweile von einer Urkundenfälschung ausgegangen werden. Doch Apotheker unterlägen der Schweigepflicht, daher sei lange nicht klar gewesen, ob eine Anzeige überhaupt möglich ist. Mehrere Generalstaatsanwaltschaften hätten nun jedoch bestätigt, dass diese Vorgaben zur Geheimhaltung aufgehoben seien. Andernfalls könnten Beschuldigte den Mitarbeiter der Apotheke sogar mit einem Berufsenthebungsverfahren konfrontieren.

 

Angriff auf Amazon-Nutzer - Cybergangster setzen 24-Stunden-Frist

Bereits kurz vor Weihnachten 2021 versuchten Cybergangster Amazon-Nutzer in die Phishingfalle zu locken. Doch nun sind die Phishingmails, die auf Amazon-Nutzer zielen, zurück, wie Verbraucherschützer warnen.

Die Mails beginnen mit dem Amazon-Logo, darunter steht die allgemein gehaltene Anrede „Sehr geehrter Kunde“. Der dann folgende Text ist etwas schräg formuliert: „Einige Informationen in Ihrem Konto scheinen nicht falsch zu sein oder sind falsch“. Obwohl die Informationen als nicht falsch zu sein scheinen, wird der Empfänger dazu aufgefordert, seine Kontoinformationen sofort zu aktualisieren. Das sei nötig, damit man das Amazon-Konto weiterhin voll nutzen könne. Einige Bestellungen und die „ausstehende Karte“ seien vorübergehend entfernt worden.

Um den Druck auf die Empfänger dieser Mail noch zu erhöhen, wird behauptet, dass man den Überprüfungsprozess innerhalb von 24 Stunden abschließen müsse. Andernfalls würden alle ausstehenden Bestellungen storniert und das Amazon-Konto vorübergehend gesperrt.

Darunter folgt dann ein oranger/brauner Button mit der Aufschrift „Mein Konto“. Über diesen Button kommt man zu einer gefälschten Seite, auf der die eingegebenen Amazon-Zugangsdaten von den Gangstern abgefangen werden.

Wie immer gilt: Löschen Sie diese Mail, ohne etwas in der Mail anzuklicken.

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