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16.11.: iPhone 13 weiter knapp

16.11.2021 | 07:11 Uhr | Peter Müller

Liefersituation für iPhone 13 bleibt angespannt +++ Apple wirbt für Apps im App Store - gefällt nicht jedem +++ Safari Developer Preview 135 unterstützt Pro Motion auf dem Mac +++ Echo erkennt Menschen im Raum - dank Firmware-Update +++ Luca: Das sind die Corona-Hotspots - und hier hat Corona keine Chance +++ Intel reagiert mit BIOS-Updates auf Sicherheitslücke

16. November: Alles in den Arm

Macwelt wünscht einen guten Morgen! "Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen!" heißt es im Vorspiel im Theater zu "Faust, der Tragödie erster Teil". Argumente sind genug ausgetauscht, die Fakten sind bekannt, Impfverweigerern, so sie nicht aus medizinischen Gründen wie einer laufenden Chemotherapie sich nicht Comirnaty oder dergleichen spritzen lassen, kann man an sich nicht mehr mit Toleranz begegnen.

Warum? Ist denn heute nicht der von der UNESCO vor 26 Jahren beschlossene Welttag der Toleranz? Wie die Geschichte lehrt und die Gegenwart wieder brutal zeigt, hat Toleranz ihre Grenzen. Der Philosoph Karl Popper sprach gar vom Toleranz-Paradoxon. Toleranz schaffe sich selbst ab, wenn sie auch intolerantes Verhalten toleriere - denn die Intoleranz nimmt irgendwann überhand, wenn man ihr nicht rechtzeitig Einhalt gebietet.

Laut Popper erkenne man Intolerante daran, dass sie sich dem rationalen Diskurs verweigern und zur Gewalt gegen Andersdenkende nicht nur aufrufen, sondern sie auch anwenden. Als hätte er die Schwurbeleien der Impfverweigerer und ihr aggressives und teils gewalttätiges Auftreten gegen Wissenschaftler oder impfende Ärzte gekannt. Popper hatte bei der Niederschrift seiner Thesen im Jahr 1945 aber eine andere Intoleranz im Sinne. Die bekanntlich von den späteren Alliierten zu lange toleriert wurde, bis sie gegenüber dieser Intoleranz eben intolerant wurden, eine Intoleranz zweiten Grades, wie Popper das nannte.

Eine der Folgen dieser Beseitigung eines intoleranten, gewalttätigen und an rationalem Diskurs nicht interessierten Regimes war ein anderes intolerantes System: die DDR. Wie intolerant Kritikern gegenüber dieser Staat war, musste heute vor 45 Jahren der Liedermacher und Regimekritiker Wolf Biermann erleben, der am Tag nach seinem 40sten Geburtstag anlässlich eines Konzerts in Köln die Ausbürgerung erfuhr.

Biermann hatte die intolerante und zu rationalem Diskurs unfähige Staatssicherheit längst kennengelernt und alle Illusionen verloren. Wie perfide und schließlich auch stupide die Stasi vorging, lässt sich wunderbar Biermanns Autobiografie entnehmen, die zu seinem 80sten erschienen war. Im Stasilied heißt es bei Biermann etwa "Die Stasi ist mein Eckermann" - den Bezug zu Johann Peter Eckermann, der mit Goethe in regem Briefwechsel stand, verstanden die Lauscher aber nicht so recht. "Die Stasi ist mein Henkersmann", steht daher in der Akte, habe der Biermann zur Gitarre gesungen. An technischem Versagen lag das Nichtverstehen keineswegs, es war hier wie so oft ein Nichtverstehenwollen oder -können. Oder hier so eine Art Freud'scher Verhörer.

Wie nun also als prinzipiell toleranter Staat gegen die Intoleranz der Impfverweigerer angehen, die Leben kostet? Schwierig, eine allgemeine Impfpflicht wäre kaum durchsetzbar, aber konsequente 2G-Regeln sollten helfen. Haben Experten schon vor Wochen und Monaten gesagt. Die Zeit für Toleranz und Freundlichkeit den Faktenleugnern und PLURVern gegenüber ist aber vorbei.

Lesetipps für den Dienstag

Hohe Nachfrage: Die Liefersituation für den aktuellen iPhone-Jahrgang bleibt angespannt, legen Analysten von JP Morgan dar. Auf ein iPhone 13 müssen die Kunden heuer länger warten als vor einem Jahr auf die 12er-Modelle. Dabei bezieht sich die Untersuchung von Samik Chatterchee vor allem auf die USA. Dort sei das iPhone 13 Mini im Schnitt in acht Tagen lieferbar, das 13er in 10. iPhone 13 Pro und Pro Max hätten indes Lieferzeiten von bis zu einem Monat. Auch in China und Europa sei es aufgrund hoher Nachfrage nicht viel anders. Apple selbst sieht in Deutschland die Lage offenbar recht gelassen, einige Modelle des iPhone 13 sind sofort lieferbar, andere bis Ende des Monats. iPhone 13 Pro (Max) gibt es dann in der ersten Dezemberwoche. Offenbar sind aber noch Lieferungen unterwegs, mit denen Apple fest rechnet, denn man könne noch am 22. und 23. Dezember ein iPhone 13 (Pro) kaufen und es rechtzeitig zum Fest in den Händen halten, erklärt der Verfügbarkeitsbericht Apples.

Bestätigt und dementiert: Am Wochenende war in Forbes ein Artikel erschienen, der Apple vorwarf, auf Plattformen wie Google, Youtube, Snapchat, Twitter und Tik Tok für Apps Dritter zu werben, um potenzielle Kunden in den App Store zu locken und so von den App-Umsätzen die 30-prozentige Provision zu kassieren. Apple hat gegenüber Apple Insider nun bestätigt, dass man Geld für Werbung ausgebe, von "heimlich" könne aber keine Rede sein. Mit den Entwicklern von rund 100 Anwendungen sei man darüber in Kontakt, die Anzeigen seien immer klar als solche des App Store gekennzeichnet. Manchen Entwicklern geht das jedoch gegen den Strich und sehen vor allem 30 Prozent des Umsatzes schwinden und achten dabei weniger das erzielte Wachstum. Andere wiederum beschweren sich über verloren gegangene Kundenbeziehungen, wenn diese ihre Software über den App Store laden. Apple will mit seinen Werbekampagnen insgesamt 70 Milliarden Pageimpressions auf den unterschiedlichen Kanälen erzielt haben.

Vergleich : Eigentlich ist die Frage nicht die, ob man von einer Apple Watch Series 6 auf das Nachfolgemodell upgraden sollte, denn wenn man nicht gerade jedes Jahr nach der neueste Mode gehen will, lohnt sich das wenig. Größerer Bildschirm, ja, schön. Schnellladen auch. Aber keine neuen Sensoren, die sollten erst nächstes Jahr und 2023 kommen. Die Frage ist eher: Series 7 kaufen oder doch die Series 6? Und da wird es kompliziert, denn Apple stellt das Vorjahresmodell nicht mehr her, im Handel sind nur noch vereinzelte Varianten zu finden. Roman Loyola stellt dennoch beide Apple Watches gegenüber.

Jetzt per App: Amazon hat eine native Mac-App für seinen Videodienst Prime veröffentlicht und über den Mac App Store zugänglich gemacht. Bisher hatten Prime-Abonnenten auf dem Mac zur per Browser Zugriff auf Filme und Serien. Die App hat einige Vorteile: So liefert sie eine Bild-in-Bild-Funktion mit und kann via Airplay auf kompatible Geräte streamen. Hinzu kommen Downloads für Offline-Nutzung und das Übertragen von einem Gerät auf ein anderes, so lassen sich auf dem iPhone begonnene Sendungen etwa auf dem Mac fortsetzen und umgekehrt.

Nachgelegt: Pro Motion auf dem Macbook Pro M1 Pro/Max ist eine feine Sache, erste Tester und Käufer bedauern aber, dass bisher nur wenige Apps die hohe Bildwiederholrate unterstützen. Selbst Apples eigene Apps sind noch nicht alle auf dem Stand der Dinge. Vor allem Safari lässt auf sich warten, das ändert sich nun aber. Apple hat gestern die Version 135 von Safari Technology Preview veröffentlicht, gewissermaßen die experimentelle Version seines Browsers, mit der Entwickler und Anwender neue Features testen können. Wann die Pro-Motion-Unterstützung in die reguläre Version kommt, lässt sich noch nicht sagen.

Wechsel: Apples Head of Home Services, Sam Jadallah, hat die Firma nach etwas mehr als zwei Jahren wieder verlassen. In Jadallahs Zeit als Chef für das Home Kit hat dieses etliche Verbesserungen und Erweiterungen erfahren, wie etwa Aufzeichnung vom IP-Kameras in der iCloud, adaptive Beleuchtung oder Siri-APIs für Drittentwickler. Die Gründe für Jadallahs Ausscheiden sind ebenso unbekannt wie ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin.

Lesetipps für den Dienstag:

Echo erkennt Menschen im Raum - dank Firmware-Update

Amazon hat in den USA damit begonnen, ein Firmware-Update an seine neueren Echos auszuliefern, womit diese erkennen können, wenn sich jemand im Raum bewegt. Der Amazon Echo wird damit zum Bewegungsmelder, wie The Verge berichtet .

Neuere Echo-Shows besitzen übrigens eine Bewegungserkennung auf Kamera-Basis. Das jetzt ausgelieferte Update versorgt nun aber auch Echos ohne Kamera mit einer Bewegungserkennung.

Das Firmware-Update, das die Bewegungserkennung auf Ultraschallbasis aktiviert, stellt Amazon in den USA für Echo 4 und neue Echo Dot zur Verfügung. Ob und wann dieses Update auch nach Deutschland kommt, ist unbekannt.

Luca: Das sind die Corona-Hotspots - und hier hat Corona keine Chance

Die Entwickler der durchaus umstrittenen und vielfach kritisierten Luca-App haben nun Zahlen dazu vorgelegt, wo sich Menschen am häufigsten mit dem Sars-CoV2-Virus infizieren. Zumindest soweit es sich den Zahlen der Luca-App und den Warnungen, die von den Gesundheitsämtern an die Nutzer herausgegeben werden, entnehmen lässt.

Demnach treffen „verhältnismäßig wenige Warnmeldungen in Restaurants, Cafés, Kinos, Einzelhandel sowie Theater, Kultur und Museen“ ein. Das würde dafür sprechen, dass die Hygienekonzepte der meisten Restaurant- und Café-Betreiber sowie der Kulturbetriebe funktionieren. Doch zwei echte Hotspots scheint es zu geben und diese dürften kaum jemanden überraschen: Denn es gibt eine „vergleichsweise starke Häufung von Warnmeldungen in Clubs und Bars “. Und weiter: „Im vergangenen Oktober haben die Gesundheitsämter bundesweit rund 130.000 Warnungen an Besucher:innen von Clubs und Bars gesendet. Das entspricht einem Anteil von rund 72 Prozent aller via luca ausgespielter Warnungen in diesem Zeitraum.“

Außerdem machen die Luca-Verantwortlichen eine weitere Beobachtung, die zur Jahreszeit passt: Die Zahl der Neuanmeldungen steigt. Die Luca-Macher interpretieren das folgendermaßen: „Das zeigt, dass sich derzeit viele Menschen dazu entschließen, sich erstmals zum Ausgehen auch wieder in Innenräume zu begeben“.

Die vor wenigen Tagen gestartete Faschings-/Karnevalssaison 2021/2022 hinterlässt in der Statistik der Luca-App noch keine Spuren.

Die Luca-Verantwortlichen haben außerdem einige weitere Zahlen vorgelegt:

  • Die Luca-App wird demnach aktuell von über 38 Millionen registrierten Menschen genutzt

  • Hinzu kommen über 420.000 Betriebe wie Restaurants, Cafés, Clubs oder Bars.

  • 323 von 375 Gesundheitsämter deutschlandweit sind an das luca System angeschlossen

Intel reagiert mit BIOS-Updates auf Sicherheitslücke

Die schlicht unter den Namen CVE-2021-0157 und CVE-2021-0146 geführten Sicherheitslücken wurden kürzlich in mehreren Prozessoren von Intel entdeckt. Angreifer können sich damit höhere Rechte verschaffen und Schadcode einschleusen. Die erstgenannte Lücke betrifft Server-Prozessoren der Xeon-Reihen E, E3 v6, W sowie die dritte Xeon Scalable-Generation. Leider sind auch alle CPUs der siebten, zehnten und elften Core-Generation von der Schwachstelle betroffen. Selbst die Sondermodelle Core X, Celeron N und Pentium Silver sind anfällig.

Sicherheitslücke Nummer 2 trifft primär Besitzer von preiswerten Einsteiger-Prozessoren wie den J- und N-Modellen der Reihen Pentium und Celeron. Auch mit den Serien Atom A, E3900 und Pentium Silver können Angreifer Zugriff auf das System erlangen.

Als Reaktion auf die Entdeckung der Sicherheitslücken haben mehrere Hersteller damit begonnen , neue BIOS-Versionen für ihre Mainboards zu entwickeln und auszuliefern. Wer einen der oben genannten Prozessoren in seinem System verwendet, sollte entsprechend im BIOS nach einem angebotenen Update Ausschau halten. Einmal eingespielt, sollen die Updates ein weiteres Ausnutzen der Sicherheitslücken verhindern. Nicht betroffen sind lediglich die Prozessoren der neuen Serie Alder Lake-S. In Panik verfallen sollten jedoch auch Besitzer eine anfälligen CPU nicht: Beide Schwachstellen in den Intel-Prozessoren erfordern einen Angreifer, der lokalen Zugang zur Hardware haben muss. Erst danach kann er höhere Rechte erlangen. Systeme wie Server oder öffentlich zugängliche Rechner-Systeme sind entsprechend deutlich stärker gefährdet als der heimische PC.

 

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