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17.11.21: iOS 15.2 macht Fortschritte

17.11.2021 | 07:24 Uhr | Peter Müller

iOS 15.2: dritte Beta für Entwickler +++ Filemaker jetzt kompatibel mit Kurzbefehlen +++ Qualcomm liefert in zwei Jahren nur noch ein Fünftel der iPhone-Modems +++ UK untersucht ARM-Verkauf +++ Amazon-Kunden müssen aufpassen: Phishingangriffe! +++ 10 km/h: Automatisches Tempo-Limit für E-Scooter via GPS-Ortung +++ Xbox-Abwärtskompatibilität um 76 Klassiker erweitert +++

17. November: Jahresendfest in anderen Galaxien

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Noch fünf Wochen und den Rest von dieser bis Weihnachten - im zweiten Winter in Folge muss an sich davon verabschieden, gemütlich durch leuchtende Straßen zu bummeln, an hölzernen Ständen allerlei Tand, aber auch viel Kunsthandwerk zu bewundern und halbrohe Bratwürste zum pappsüßen Glühwein zu verzehren. Dabei: Es wäre in diesem Jahr die Chance da gewesen, aus der Sache weitgehend herauszukommen. Aber immer noch wollen Leute nicht wahrhaben, was gegen die Pandemie hilft. Es ist ein Elend.

Aber vielleicht hat das auch eine positive Kehrseite. Verzichten wir eben auf den Trubel und auf Materielschlachten und besinnen uns auf das Wesentliche. Plätzchen, Lebkuchen und Stollen backen, Weihnachtsmusik hören und Weihnachtsfilme ansehen. Es war zwar noch nicht einmal Totensonntag, aber bis das erste Mal "Drei Nüsse für Aschenbrödel" (ja, das Titelbild heute zeigt Schloss Moritzburg, wo die Außenaufnahmen entstanden) im TV läuft, kann es ja nicht mehr so lange dauern. "Der kleine Lord" dann wie üblich am 24.12.

Vor genau 43 Jahren lief im US-Fernsehsender CBS das erste und das letzte Mal eine Art von Weihnachtsfilm, der es nie in irgendeine Klassikerliste von Filmen zum Fest geschafft hat, denn er lief auch nur das eine Mal: das Star Wars Hollyday Special. Aus guten Gründen wird dieser Film nicht mehr wiederholt. Mit Weihnachten gibt es ja im Universum der Sternenkrieger ein Problem: Andere Galaxie, lange her, wie können die dort Jesu Geburt gefeiert haben?

Um die heftigen theologischen und philosophischen Konsequenzen, die die Entdeckung von halbwegs Menschen ähnlichen Spezies weit draußen im All nach sich ziehen würde, haben sich Macher des Specials 1978 nicht weiter geschert und stattdessen Weihnachten auf (nicht unwichtige) soziale und (recht unwichtige) kommerzielle Aspekte reduziert. Immerhin fliegt Chewbacca an Weihnachten heim, pardon, am Wookie Life Day eben, um sich auf dem Planeten Kashyyyk mit der Familie zu treffen. Mit dabei sind auch die Nicht-Wookies aus der Belegschaft: Han Solo, Prinzessin Leia und Luke Skywalker nebst Droiden, selbst die Stimme von Darth Vader ist zu hören.

Das Special mit allerlei Musical-Einlagen und Kommerzkitsch war nicht nur künstlerisch ein Flop, selbst George Lucas muss es grauenhaft gefunden haben. Vielleicht wurde "Das Imperium schlägt zurück" deshalb so duster. Wenigstens hat uns das Star-Wars-Imperium vor weiteren Weihnachtsspecials verschont. Bei den Trekkies wäre so etwas ja leichter möglich, man könnte ja den wieder jungen Kirk den Klingonen erzählen lassen, dass … aber wir wollen hier niemanden auf schräge Ideen bringen, am Ende feiern sie auch noch auf der Enterprise einen Wookie Life Day.

Lesetipps für den Mittwoch:

Nächste Runde: Neue Betas von iOS 15.2 erscheinen derzeit im Wochenrhythmus, gestern hat Apple die dritte Vorabversion zunächst für Entwickler veröffentlicht, die Public Beta sollte heute folgen. Gegenüber den ersten beiden Betas sind noch keine Änderungen bekannt. iOS 15.2 sollte in finaler Fassung noch in diesem Jahr erscheinen und wird dann einige Neuerungen bringen wie einen Schalter für den Makromodus in der Kamera-App der iPhones 13 Pro, den App Privacy Report, Kommunikationssicherheit in Nachrichten und den Nachlasskontakt. In "Wo ist?" soll man leichter Tags aufspüren können, die einem Dritte zur Überwachung untergejubelt haben. Nach Installation von iOS 15.2 können Dritte auch wieder den Bildschirm austauschen, ohne dass die Funktionalität der Face-ID verloren ginge.

Langer Arm: Im September 2020 hat die japanische Holding Softbank dem Verkauf des britischen Chip-Designers ARM an Nvidia angekündigt, für mehr als 50 Milliarden US-Dollar soll das Geschäft über die Bühne gehen. Noch haben aber die zuständigen Behörden keine Zustimmung gegeben, nach den USA und der EU hat nun  auch Großbritannien eine Untersuchung eingeleitet, ob die Übernahme durch Nvidia den Wettbewerb schädigen würde. "ARM hat eine einzigartige Postion in der globalen Technologie-Lieferkette, und wir müssen sicherstellen, dass die Auswirkungen dieser Transaktion vollständig berücksichtigt werden", erklärt die britische Digitalministerin Nadine Dorries gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. ARM entwickelt die Chip-Designs, auf denen Apples A- und M-Chips aufsetzen, auch andere Hersteller wie Samsung oder Qualcomm setzen auf ARM, selbst Intel will demnächst Chips für die Plattform in Lizenz von ARM herstellen.

Verschoben : Apple wird nach Ansicht von Qualcomm in den iPhones des Jahrgangs 2023 zu 80 Prozent auf eigene Modems setzen, welche die Abteilung entwickelt, die Cupertino von Intel übernommen hatte. Qualcomm war mit Apple in einem längeren Rechtsstreit verwickelt, dabei ging es darum, ob Qualcomm Umsatzbeteiligung für das gesamte Gerät kassieren durfte, wo doch nur ein wesentliches Bauteil, eben der Modem-Chip, von Qualcomm stammt. Da Intel als alternativer Lieferant ausfiel, weil der Hersteller aus Santa Clara seine Modemsparte aufgab, musste Apple einknicken und den Abschied von Qualcomm verschieben. Der scheint nun am Horizont zu stehen, was Qualcomm aber weniger Sorgen bereitet, als man vermuten möchte. Denn Zuwächse bei Chips für autonome Fahrzeuge würden die Einbußen beim iPhone-Geschäft kompensieren. In fünf Jahren würden die Umsätze von heute einer Milliarde US-Dollar pro Jahr in diesem Sektor auf 2,5 Milliarden US-Dollar steigen, in zehn Jahren auf 8 Milliarden US-Dollar.

Update: Apples Softwaretochter Claris hat ihr Flaggschiffprodukt Filemaker, nachdem sich die Firma gut 20 Jahren lang benannt hatte, ehe sie zu ihrem ursprünglichen Namen zurückkehrte, auf Version 19.4.1 gehoben. Mit dem Update kommt eine wesentliche Neuerung: Filemaker unterstützt auf dem Mac ab Monterey nun Kurzbefehle. Im Script-Workspace lässt sich in Filemaker festlegen, welche Skripte die Datenbankanwendung an Kurzbefehle übergibt, die sich dann etwa per Sprachbefehl an Siri auslösen lassen. Zudem wollen die Entwickler von Claris SQL in Filemaker beschleunigt und weitere Fehler ausgebessert haben.

Tiefpunkt: Das Macalope regt sich bekanntlich gerne über sachlich falsche Kritik an Apple auf, denn so wie es gerne unterschiedliche Meinungen geben kann, Fakten sind nun mal Fakten. Das Macalope kann faktisch aber auch anders und gewaltig über Apple herziehen – es gibt immer wieder gute Gründe dafür. In seiner jüngsten Kolumne nimmt sich das Macalope nun der Werbung an, die Apple für Apps schaltet, die es selbst über seinen App Store vertreibt. Nicht ganz selbstlos, wie bekannt: denn an im App Store bezahlten digitalen Gütern verdient Apple kräftig mit. Verhindert aber gleichzeitig weiterhin, dass App-Entwickler aus der App heraus auf alternative Bezugsquellen verweisen. Das ist Apples nicht würdig ebensowenig die Ausflüchte, man würde digitale Güter so behandeln wie die physikalischen, die man in den eigenen Filialen verkauft, meint das Macalope. Von unserer Seite aus gibt es hier keinen Widerspruch.

Weitere Nachrichten:

Amazon-Kunden müssen aufpassen: Phishingangriffe!

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass nach wie vor Phishingattacken gegen Amazon-Nutzer laufen. Vermutlich schaffen der bevorstehende Black Friday und das Weihnachtsfest und die damit verbundene Kauflaune die richtigen Rahmenbedingungen für Angriffe auf Amazon-Kunden.

Laut den Verbraucherschützern würden Mails mit der Betreffzeile "Aktivitätszugriff auf Informationen“ in vielen Postfächern landen. Im Text der Mail behaupten die Cybergangster dann, dass es ein Abrechnungsproblem mit der Prime-Mitgliedschaft geben würde. Angeblich konnte der monatlich anfallende Betrag i. H. v. 11,01 EURO nicht von dem hinterlegten Konto abgebucht werden. Dann folgt die Warnung: Um eine endgültige Kündigung Ihrer Prime-Mitgliedschaft zu vermeiden, müsse man die Zahlungsinformationen umgehend aktualisieren.

Darunter befindet sich wie immer bei solchen Angriffen ein Link, über dem man sich angeblich bei Amazon anmelden und das Problem lösen könne, sprich: die Zahlungsinformationen aktualisieren könne.

Der ganze Aufbau der Mail entspricht dem typischen Schema einer Phishingmail und ist keineswegs originell oder besonders einfallsreich. Klicken Sie nicht auf den Link und löschen Sie die Mail.

Allerdings kursiert derzeit auch noch eine andere Variante von Amazon-Phishingmails. Darin wird behauptet, dass man ausgewählt wurde, um an einer Umfrage teilzunehmen. Wenn man das macht, bekomme man ein „phantastisches Geschenk“. Als Beispiel für dieses „phantastische Geschenk“ werden Samsung Galaxy S21, iPhone 12 oder eine Playstation genannt. Auch bei diesen Mails ist wieder ein fieser Link eingebaut. Auch hier gilt: Löschen Sie diese Mail!

Bereits Ende Oktober kursierten zahlreiche Phishingmails, die auf Amazonkunden zielten. Mehr dazu lesen Sie in Cybergangster wollen Amazon-Kunden abzocken. Und bereits im Sommer 2021 standen Amazonkunden im Visier der Angreifer, wie Sie hier nachlesen können: Amazon-Kunden sind Ziel einer aktuellen Angriffswelle.

10 km/h: Automatisches Tempo-Limit für E-Scooter via GPS-Ortung

In Paris gilt jetzt in ausgewählten Bereichen eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h. Dieses Tempolimit wird automatisch aktiviert, sobald man in den entsprechenden Bereich einfährt.

Die Zeitung Le Parisien berichtet , dass in der französischen Hauptstadt die drei Betreiber von elektrischen Tretrollern die Geschwindigkeit ihrer Geräte (insgesamt sind derzeit 15.000 E-Scooter bei diesen drei Unternehmen in Paris im Einsatz) in 700 Gebieten auf 10 km/h begrenzen würden. Dabei handelt es sich um Gebiete wie Touristen-Hotspots, Parks, Gärten, Straßen an Schulen etc., in denen es besonders gefährlich ist, wenn die E-Scooter schnell unterwegs sind und in denen sich Fußgänger und E-Scooterfahrer in die Quere kommen.

Die Pariser Stadtverwaltung ist zwar aktuell noch dabei die konkreten Viertel mit Tempolimits festzulegen, doch die Betreiber gehen bereits aktiv voran und führen das Tempolimit schon mal freiwillig ein. Das Tempolimit von 10 km/h gilt seit diesem Montag, 15. November 2021, in den ausgewählten Gebieten, die als „Slow Zones“ bezeichnet werden. Die Pariser Stadtverwaltung hat aber bereits angekündigt, dass sie noch mehr Bereiche als „Slow Zones“ ausweisen will, zum Beispiel das Seine-Ufer.

Die Roller erkennen über ihren GPS-basierten Standort, dass sie in eine solche „Slow Zone“ einfahren und reduzieren automatisch die Höchstgeschwindigkeit. Das Ganze nutzt also das Prinzip des Geofencing zur Steuerung. Die Nutzer sehen in den E-Scooter-Apps, wo sich die „Slow Zones“ befinden.

Vorausgegangen war im Sommer 2021 ein Test am Louvre-Museum und an einigen anderen Plätzen, wie die FAZ Online berichtet . Laut FAZ Online gibt es auch schon in New York und Barcelona Tempolimits für E-Scooter. In Deutschland dürfen E-Scooter maximal 20 km/h schnell fahren, wie Sie hier nachlesen können: Pedelec, S-Pedelec, E-Bike, E-Scooter, E-Roller: Was ist was?

Xbox-Abwärtskompatibilität um 76 Klassiker erweitert

Mit seinem Backwards Compatibility Program hat sich Microsoft in den vergangenen Jahren einen guten Stand bei Spielern verschafft. Im Gegensatz zu Sonys Playstation 4, auf der Spiele der Vorgängergeneration nur über eine kostenpflichtige PlayStation Now-Mitgliedschaft per Streaming zur Verfügung stehen, hat Microsoft große Bemühungen unternommen, um auch Klassiker der ersten und zweiten Xbox-Generation auf der Xbox One lauffähig zu machen. Zeitweise machte es den Eindruck, als hätte Microsoft diese Bestrebungen aufgegeben. Doch nun wurde der Katalog an abwärtskompatiblen Spielen überraschend um 76 weitere Titel erweitert, die auf der Xbox One und der Xbox Series X/S spielbar sind.

Als Anlass für diese Erweiterung an spielbaren Klassikern nennt Microsoft den 20. Geburtstag der ersten Xbox. Der Katalog umfasst ab sofort mehrere Teile der Shooter-Reihen „Max Payne“ und „F.E.A.R.“. Dazu kommen Rollenspiele wie „Risen“ und dessen Nachfolger „Risen 2“. Auch Klassiker wie „Dead or Alive Ultimate“, „Star Wars: Jedi Knight II“, „Star Wars: Starfighter“ oder die Titel der „Otogi“-Reihe sind nun endlich auf den aktuellen Plattformen spielbar.

Der Katalog der abwärtskompatiblen Spiele umfasst mittlerweile über 500 Spiele. Teilweise wurden diese sogar um eine HDR-Wiedergabe oder eine höhere Auflösung erweitert. In einigen Fällen steigt zudem die FPS-Grenze von 30 auf 60 Bilder pro Sekunde. Diese FPS-Boost genannte Funktion ermöglicht es auch, Spiele wie „Fallout 3“, „Dragon Age Origins“ oder „Gears of War“ mit 60 statt 30 fps zu spielen. Die Nutzung der Klassiker ist denkbar einfach: Nachdem das Original-Spiel in das Laufwerk gelegt wurde, werden kompatible Versionen von den Xbox-Servern heruntergeladen. Die Disc dient in diesem Falle nur als Legitimation des Besitzes. Alternativ stehen die Klassiker auch im Store als kostenpflichtiger Download bereit.

 

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