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18.11.21: Kleine Updates, große Wirkung

18.11.2021 | 07:27 Uhr | Peter Müller

Updates: iOS 15.1.1 für bessere Telefonate und neue Firmware für Airpods +++ Richterin stimmt Vergleich von Apple mit Entwicklern zu +++ Apple erleichtert Selbstreparatur des iPhones - Resolution von Investoren +++ Corona-Warn-App: Diese Impf-Zertifikate sind jetzt ungültig +++ Google Maps hilft, Menschenansammlungen zu vermeiden

18. November: Stets steigender Kurs

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Was ist der Unterschied zwischen einer Volksaktie und einer Erfolgsaktie? Betrachten wir mal den Kurs der Telekom-Aktie, die heute vor 25 Jahren an die Börse ging und in einer beispiellosen Werbekampagne, in der unter anderem der Schauspieler Manfred Krug das Papier empfahl, Anteilsscheine des ehedem Staatskonzerns zur Volksaktie hochgejubelt wurden. Der Ausgabekurs von 14,57 Euro (umgerechnet) war nur theoretisch zu erreichen, da die Anteilsscheine der Bonner mehrfach überzeichnet waren, also bei weitem nicht jeder Bewerber beim IPO zu Zuge kam. Der Kurs schnellte recht schnell in die Höhe, und wer bei rund 100 Euro wieder verkaufte, hatte einen guten Schnitt gemacht, auf den nicht einmal so wahnsinnig viele Steuern anfielen.

Wer aber dachte, das geht ewig so weiter oder das Papier würde sich nach seinem beispiellosen Absturz in Richtung Ausgangswert wieder erholen und stärker als die Inflation sowie weit stärker als die Sparbuchzinsen im Wert steigern, sah sich getäuscht. Heute steht die T-Aktie bei rund 16,76 Euro, auf einen Tausender Invest zum Ausgabekurs hätte man heute also stolze 150 Euro Wertzuwachs. Da hätte man auch gleich beim Sparbuch bleiben können. Damals abgeschlossene Sparverträge mit sagen wir mal drei Prozent Zinsen hätten die Banken heute vermutlich schon gekündigt, in den letzten  25 Jahren wären da aber so um die 1000 Euro hinzu gewachsen.

Im gleichen Zeitraum legte die Apple-Aktie dafür um fast 18000 Prozent zu, das heißt ein Tausenderinvest von damals läge heute gut 180.000 Euro schwer im Aktiendepot. Ziehen wir die Steuer ab, bleibt immer noch verdammt viel, man könnte sich davon wohl sogar ein Macbook Pro M1 Max mit 8 TB Speicher leisten!

Vermutlich  findet sich aber niemand, der im November 1996 in Apple investierte und die Aktien heute immer noch hält. Zuviel ist in der Zwischenzeit passiert, die Beinahepleite, der mühselige Turnaround, die Gewinnwarnung im Oktober 2000, 9/11, das erst langsame Wachstum des iPod bis der Kurs dann gegen Mitte der Nuller Jahre durch die Decke ging. Und vermutlich haben Investoren von damals irgendwann man persönliche Gründe gehabt, ihr Portfolio zu verflüssigen. Man braucht das Geld ja immer zu einem bestimmten Zeitpunkt - sich danach zu ärgern, ein Papier nicht länger gehalten zu haben, bringt nichts.

Und wer gab zur Zeiten des IPO der T-Aktie und deren kurzen Booms überhaupt noch einen Pfifferling auf die Firma mit dem angebissenen Apfel? Den Leuten war es ja nicht zu verdenken, Apple hatte sich seinerzeit schwer verzettelt, mit einer unübersichtlichen Produktpalette, einer erratischen Betriebssystemstrategie und der fehlenden Vision, wie denn Computer 25 Jahre später aussehen konnten.

Etwas mehr als einen Monat nach dem Börsengang des "rosa Riesen" aus Bonn traf Apple aber die richtige Entscheidung, Grund dafür, dass AAPL heute eine Erfolgsaktie ist: Im Dezember 1996 übernahm Apple für 400 Millionen US-Dollar Steve Jobs' neue Firma NeXT, mitsamt dem Gründer, allen Mitarbeitern und vor allem einem tauglichen Betriebssystem sowie eine Vision für das 21ste Jahrhundert.

Lesetipps für den Donnerstag:

Schneller Fix: Für die Modellreihen iPhone 12 und iPhone 13 hat Apple gestern das Update auf iOS 15.1.1 veröffentlicht. Dieses ist nur 1,44 GB groß und behebt lediglich den einen Fehler, der dazu führen konnte, dass Telefonate unterbrochen wurden. Weitere Fixes nennt Apple keine, zeitgleich ist tvOS 15.1.1 erschienen, das weniger Probleme mit Telefonaten haben dürfte. Auch hier sind keine Details zu den Inhalten veröffentlicht.

Noch ein Fix: Apple hat zudem die Firmware für die Airpods Pro und die Airpods der dritten Generation aktualisiert. Die Updates, die sich die Kopfhörer automatisch laden, enthält wohl einige Bugfixes und Verbesserungen, welche Apple nicht näher spezifiziert. Zuletzt hatten die Airpiods pro per Firmware Update den Conversation Boost bekommen. Die neue Firmware 4.0 trägt die Build-Nummer 4A402, was gegenüber der vorherigen 4A400 nur ein kleiner Sprung ist. Airpods der dritten Generation haben nun Firmware 4.1 (4B66).

Vergleich: Dem in der Sammelklage von Entwicklern gegen Apples geschlossene Vergleich hat Richterin Yvonne Gonzalez Rogers zugestimmt. Insgesamt sieben Punkte sind geklärt, der wichtigste ist, dass Apple Entwicklern Kommunikation mit ihren Kunden erlaubt, um sie auf alternative Bezahlmethoden außerhalb des App Stores hinzuweisen. Apple verpflichtet sich zudem, das erst letzte Jahr aufgelegte Small Business Program weiter laufen zu lassen - Entwickler mit weniger als einer Million US-Dollar Umsatz im Jahr zahlen nur 15 statt 30 Prozent Provision. Für diese Entwicklergruppe legt Apple zudem in den USA einen Fonds zur Förderung ihrer Arbeit auf. Bezüglich der Suche im App Store verpflichtet sich Apple zur Neutralität, für das Ranking entscheidend sein sollen objektive Kriterien wie Downloadzahlen, Bewertungen und generische Suchbegriffe. Bezüglich seiner eigenen Werbung für Apps verspricht Apple in dem Vergleich einen Transparenzreport.

Umgangen : Apple verstärkt mit iOS 15, iPadOS 15 und macOS 12 den Schutz der Privatsphäre. Dieser Schutz hat aber eine Lücke, wie der Entwickler Mysk darlegt. Ausgerechnet ein Apple-Produkt unterminiert Schutzvorrichtungen wie die Mail Privacy Protection: Die Apple Watch. Denn unter watchOS 8 ist der Schutz nicht aktiviert, liest man Mails in der Mail-App auf der Uhr, schickt diese die korrekte aktuelle IP-Adresse an den Server. Das betrifft jeden Inhalt aus dem Web, den man etwa in Benachrichtigungen diverser Apps bekommt.

So geht's: Seit iOS 15 und seinen verwandten Systemen hat Apple Änderungen an iCloud vorgenommen, wer für Speicher im Web bezahlt, weil die 5 GB Gratissspeicher lächerlich wenig sind, hat jetzt iCloud+. Das wesentliche neue Feature ist aber Private Relay, das sich auf den ersten Blick wie ein VPN ausnimmt, wird der Webtraffic doch verschlüsselt und über mehrere Server geleitet. Doch die Einordnung als VPN greift zu kurz, wie Jason Cross auf Macworld im Detail erklärt, Private Relay hat mit VPN einige Gemeinsamkeiten, es bestehen aber auch Unterschiede.

Halbzeit: Ein Jahr nach Beginn des Umstieges auf Apple Silicon mit Macbook Air M1, Macbook Pro M1 und Mac Mini M1 ist Apple halb durch mit seiner Transition. Den Mac hat bereits die erste Halbzeit ein für alle Mal verändert, zum Gute, wie Jason Snell in seiner Zwischenbilanz schreibt. Apples Fähigkeiten, schnelle, sichere und effiziente Chips für iPhone und iPad zu bauen, hat sich auch auf dem Mac bemerkbar gemacht. Bisher verlief der Umstieg auch angenehm ruckelfrei und die Konkurrenz hat noch keine Antworte darauf. Auf die zweite Halbzeit darf man sich jedenfalls schon gespannt freuen.

Aus Gründen: Überraschend hat Apple gestern eine Initiative zur Selbstreparatur von iPhone angekündigt, ab 2022 können zunächst in den USA Privatleute und kleinere Unternehmen Reparaturanleitungen, Werkzeuge und Originalersatzteile von Apple beziehen, siehe Bericht weiter unten. Das Timing sei kein Zufall, erklärt nun eine Investorengruppe gegenüber "The Verge", denn erst im September habe man eine Resolution genau dieses Inhalts eingereicht. zur Begründung zieht die Gruppe vor allem den Umweltschutz heran, während Apple bis dato immer mit der Sicherheit der Geräte argumentierte, die durch unsachgemäße Reparaturen gefährdet sei.

Weitere Nachrichten:

Apple erleichtert Selbstreparatur des iPhones für Endkunden

Apple ist in den letzten Jahren zurecht kritisiert worden, dass seine Geräte unter dem Trend zur Miniaturisierung ihre Fähigkeit einbüßten, leicht repariert und erweitert zu werden. Konnte man in einem Macbook Pro aus dem Jahr 2012 ohne Doktortitel in Ingenieurwissenschaften die Festplatte austauschen und den Arbeitsspeicher aufstocken, gestaltet sich ein solcher Eingriff momentan recht schwer oder ist gar unmöglich. 

Der Kritik hat Apple vor knapp zwei Jahren sein Programm für unabhängige Reparatur-Shops entgegengesetzt. Die kleinen Dritt-Dienstleister konnten Zugang zu Original-Teilen, Tools und Reparaturanleitungen erlangen, ohne teure Geräte zu kaufen oder ein zertifizierter Apple Service Provider zu sein. Nun macht der Hersteller einen Schritt weiter und erlaubt S elbstreparatur des iPhones 12 und des iPhones 13 auch für Endnutzer und Endnutzerinnen.

Wer sein iPhone selbst reparieren will, kann sich von Apple deren Anleitungen herunterladen. Im speziellen Online-Shop von Apple bestellt man anschließend die nötigen Ersatzteile und Werkzeuge. Die ausrangierten Akkus, Displays oder Kameras kann man dem Hersteller zum Recycling zurückgeben, dafür rechnet Apple noch eine Gutschrift an. 

Der Selbst-Reparatur-Service startet zunächst mit vielen Einschränkungen: Am Anfang werden die Nutzer nur die iPhones 12 und 13 reparieren können, im Laufe der Zeit kommen noch die M1-Macs hinzu. Das Programm startet Anfang 2022 in den USA und wird nach und nach im Laufe von 2022 auf weitere Länder erweitert. Am Anfang beschränkt Apple die iPhone-Reparaturen auf Batterie, Bildschirm und Kamera, der Hersteller verspricht, mit der Zeit die Reparaturen anderer Komponente zu unterstützen. Wie sich eine solche Reparatur auf die Garantie von Apple auswirken wird, ist noch nicht bekannt.

Corona-Warn-App: Diese Impf-Zertifikate sind jetzt ungültig

Die Bundesregierung ergreift Maßnahmen gegen gefälschte Impfzertifikate. Diese werden in den für iOS und Android aktualisierten Versionen der Corona-Warn-App nun erkannt und automatisch als "ungültig" angezeigt. Für iOS-Geräte ist die aktualisierte Corona-Warn-App bereits hier im Apple App Store in Form der Version 2.13.2 erhältlich. Für Android-Nutzer ist die Version 2.13.3 im Google Play Store verfügbar.

"In der Vergangenheit gab es vereinzelt Apotheken, die gefälschte Impfzertifikate herausgegeben haben. Zertifikate der betroffenen Apotheken wurden daraufhin zurückgerufen", heißt es in der Mitteilung der Bundesregierung. Man habe nun die Zertifikatserkennung über eine Erweiterung der Corona-Warn-App 2.13 verbessert. Dadurch können die Zertifikate nun kontrolliert und auf ihre Echtheit hin überprüft werden. Die Impf-Zertifikate, die von entsprechenden Apotheken stammen, werden als ungültig angezeigt. Neben der Corona-Warn-App erhält auch die CovPassCheck-App diese Änderung.

Wer im Besitz eines Impf-Zertifikats ist, welches von der Corona-Warn-App als "ungültig" eingestuft wird, der muss sich nun um ein neues Impf-Zertifikats kümmern. Das Problem: Es werden alle Zertifikate, die von den betroffenen Apotheken ausgestellt wurden, von der Corona-Warn-App als "ungültig" eingestuft. Auch, wenn diese Impf-Zertifikate ursprünglich gültig und echt waren.

"Die Nutzer können sich aber in einer anderen Apotheke kostenlos ein neues digitales Zertifikat ausstellen lassen. Mitbringen sollten sie dafür ihren gelben Impfpass und einen Lichtbildausweis", empfiehlt die Bundesregierung.

Alle Nutzer, die im Besitz eines ungültigen Impf-Zertifikats sind, werden von der Corona-Warn-App über eine Push-Nachricht entsprechend informiert.

Google Maps hilft, Menschenansammlungen zu vermeiden

Google hat in dieser Woche eine neue Funktion für seine Navigations-App Maps angekündigt . „Area Busyness“ kombiniert Live-Trends zum Verkehrsaufkommen an unterschiedlichen Orten wie etwa Einkaufszentren. Maps-Nutzer können so über Google Maps sehen, wann Orte überfüllt sind und wie sie Menschenmassen meiden können.

Die Funktion empfiehlt sich nicht nur für die bevorstehende Weihnachts-Shopping-Tour, sondern auch auf Reisen. „Area Busyness“ zeigt, nach einem Tipp auf ein Stadtviertel, eine Sehenswürdigkeit oder ein Einkaufszentrum an, wie belebt es dort zu verschiedenen Tageszeiten ist. Nutzer, die Menschenansammlungen meiden wollen, können sich auf diese Weise für ihren Besuch also die Tageszeit und den Wochentag aussuchen, wo die wenigsten Besucherströme zu erwarten sind. „Area Busyness“ wird laut Google pünktlich zur Weihnachtszeit weltweit für Android und iOS ausgeliefert.

Ein weiteres Feature, das noch in diesem Jahr weltweit ausgeliefert wird, ist die Erweiterung der Registerkarte „Directory“ in Google Maps. Hier wird künftig angezeigt, welche Arten von Geschäften sich in einem Gebäude befinden. In Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren, lässt sich so mit wenigen Klicks erkennen, wo Boutiquen, Lounges, Autovermietungen oder auch Parkplätze zu finden sich.

Google Maps sortiert die Geschäfte nach Kategorien und führt weitere Informationen wie etwa Öffnungszeiten und die genaue Lage inklusive Stockwerk im Gebäude auf. Die neue Funktion ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar.

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