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22.11.21: Bilder statt Worte

22.11.2021 | 07:00 Uhr | Peter Müller

Google will Problem mit iMessage fixen +++ Kaufratgeber: Was für einen iMac M1 spricht +++ Apple lässt Mitarbeiter:innen über Löhne sprechen +++ Bundesland wirft MS Office & Windows raus - stattdessen Libre Office & Linux +++ Blick zurück: So arbeitete man früher bei Microsoft Deutschland

22. November: Hausmusik

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Wenn man heute Kinder und Jugendliche fragt, welche Instrumente sie denn spielen, sagen sie meistens: "iPhone und Macbook". Früher war gewiss nicht alles besser, aber vieles anders. Damals lautete die Antwort: "Plattenspieler und Radio". Seien wir also nicht zu kulturpessimistisch, das Erlernen eines Musikinstruments ist eben nicht jedem gegeben.

Mehr als Talent erfordert es Ausdauer, Hingabe und Konzentration - und vor allem auch das Vorbild der Verwandten, Bekannten und Freunde. Wenn denn nämlich am Feierabend auch die Eltern lieber die Füße hochlegen und via iPad in der Zeitung von morgen schmökern oder die nächsten Apple-TV+-Folgen schauen, anstatt zur Gitarre zu greifen oder sich an das Klavier zu setzen, woher soll der Nachwuchs denn Lust bekommen, selbst zu Musizieren?

In den letzten drei Jahrzehnten, also über gut eine Generation hinweg, haben sich die am meisten bewunderten Berufe in den vergangenen deutlich geändert. Was früher der Rockstar mit Plattenvertrag und Hitsingle war, dem man unbedingt nacheifern wollte, ist heute der Youtuber oder die Influencerin mit Millionen von Abonnenten.

Bleibt alles anders: Denn früher hatte man gemeint, man müsse nur drei Akkorde lernen und könne dann selbst vor Zehntausenden auf die Bühne gehen und Millionen von Platten verkaufen, ist der Trugschluss heute der, dass man nur ein paar halb reflektierte Gedanken und Aufnahmen von Aktionen hochladen muss, schon kommt der Ruhm von allein. Und die Rockmusiker von heute touren nicht mehr, um eine Platte zu bewerben, sondern nehmen die Platte auf, um ihre Tour zu promoten, auf der sie wirklich Geld verdienen und sei es mit Merchandise. Zumindest war das bis vor gut zwei Jahren so. Jetzt veröffentlichen sie ihre Corona-Sessions, von denen einige hörenswert sind, bei Van Morrison drückt man dann lieber auf "nächstes Stück".

Kulturpessimismus ist dennoch nicht angebracht, neben vielen uninteressanten Möchtegerninfluencern gibt es aber auch jede Menge kompetente und interessante Leute im Netz, so wie es auch verdammt viele schlechte Gitarristen und Pianisten gibt, die dann ihre Aufnahmen auch noch in die Soundcloud stellen.

Greifen wir heute mal lieber wieder zum Instrument und dem iPhone, iPad oder Macbook als Recording-Studio. Denn der 22. November ist nicht nur der Heiligen Cäcilie von Rom gewidmet, der katholischen Patronin der Kirchenmusik, sondern vor allem als Tag der Hausmusik im Kalender etabliert.

Wichtig ist hierbei das gemeinsam Spielen, Hören und Erleben, sonst ist es nur Gedudel. Die wenigsten von Ihnen werden daheim eine Kirchenorgel stehen haben, um den Cäcilientag angemessen zu begehen, aber ein Klavier tut es ja auch.

Vielleicht mal wieder ein Stück von Billy Joel spielen, muss ja nicht das sehr anspruchsvolle "Angry Young Man" sein oder das nicht minder schwere "Piano Man". Gerade heute auch empfehlenswert die Hit-Single des 89er-Albums "Stormfront" – "We Didn't Start The Fire". Sie wissen schon: Die auf 4:51 Minuten komprimierten Jugenderlebnisse der US-Nachkriegsgeneration. Besonders die Zeile vor dem vierten Refrain wird uns heute wieder einen Schauer über den Rücken jagen, 58 Jahre danach: "JFK - Blown away, what else do I have to say?"

Lesetipps für den Montag

Bild statt Text: Bleibt man in der App Nachrichten unter sich, chattet also nur mit iPhones, iPads und Macs, bekommt man die Reaktionen der Gesprächspartner per Bildreaktion an die Sprechblase: Herz, Ausrufezeichen, Fragezeichen, "Haha", Daumen hoch oder runter. Diese Tapbacks sind aber auf Apples Ökosystem beschränkt, beteiligen sich Android-Nutzer an der Unterhaltung per SMS, können diese zwar auch reagieren, aber dann kommen Nachrichten wie "Peter gefällt das" oder "Frau Bu lacht". Laut 9to5Google hat Google aber für Android nun seine APIs angepasst, so sollen Reaktionen per Bild bald möglich werden. Wie die genau aussehen, sei noch nicht sicher, vermutlich würden aber Emojis statt Textnachrichten zum Einsatz kommen.

Ratgeber: Zwar sind die Chancen in diesem Jahr größer, bei den Auslaufmodellen mit Intel-Chip ein Schnäppchen zu machen (Amazon hatte am Freitag den iMac 27 Zoll sehr günstig), attraktiver mag aber ein Modell mit einem Apple-Silicon-Chip sein. Hier sticht besonders der iMac M1 hervor. Die Kollegen der Macworld haben nochmals aufgeschrieben, was sie genau mit welchem Modell bekommen, wir verraten Ihnen dann, wo es die besten Preise gibt.

Was zu viel ist: Der Fokus in iOS 15, iPadOS 15 und macOS 12 ist ein gut gemeinter Schritt, die Flut von Benachrichtigungen einzudämmen, damit man sich besser auf seine Arbeit konzentrieren kann oder beim Fahren nicht gestört wird. Jason Cross ist jedoch er Ansicht, dass Apple es nicht gut gemacht habe. Fokus sei unnötig kompliziert geworden und hofft auf Verbesserungen mit Hilfe von Apples künstlicher Intelligenz, die etwa selbstständig vernünftige Zusammenfassungen erstellen könnte oder selbst merkt, welche Nachricht jetzt wirklich wichtig und dringlich ist und daher durch das "Nicht stören"-Schild des Fokus nicht abgehalten werden dürfte.

Nicht nachmachen: Wir können die Geschichte nicht verifizieren und wollen schon gleich gar nicht das Ereignis reproduzieren wollen, aber sie scheint nicht völlig unglaubwürdig zu sein. Auf Tiktok hat eine Frau erzählt, dass die rammdösig vor dem Schlafengehen ihr linkes Airpods mit einer Ibuprofen verwechselte und nicht die recht wuchtige Schmerztablette schluckte, sondern den Kopfhörer. Erbrechen funktioniert nicht, das Airpod sollte dann den anderen Weg durch den Verdauungstrakt finden. Kurios: Der verschluckte Kopfhörer fand dann immer noch Verbindung zum iPhone und steuerte so Telefonaten Magengeräusche bei, wie ein Sprachmemo beweisen will, das die Dame aufnahm.

Transparenz: Apple hat vergangene Woche seine Mitarbeiter:innen per internem Memo darüber informiert, dass es ihnen völlig freigestellt sei, über Löhne, Arbeitszeiten und -bedingungen zu sprechen, intern wie extern. Dieses Recht muss Apple auch gewähren, denn es vom National Labor Relations Act gedeckt. Gleichzeitig drängen Mitarbeiter:innen verstärkt auf mehr Transparenz im Unternehmen und auf das Schließen des Gender Pay Gaps. Noch im August hatte Apple einen Slackkanal geschlossen, der sich um diese Themen drehte, besonders aktive Mitarbeiterinnen haben das Unternehmen mittlerweile verlassen, nicht immer aus freien Stücken.

Weitere Nachrichten:

Bundesland wirft MS Office & Windows raus - stattdessen Libre Office & Linux

Das Bundesland Schleswig-Holstein ersetzt Microsoft Office durch Libre Office. Auf 25.000 Rechnern in der Verwaltung und an Schulen soll Libre Office zusammen mit anderer Open-Source-Software installiert werden. Deutschlands nördlichstes Bundesland will damit seine Abhängigkeit von proprietärer Software verringern und schließlich sogar ganz beenden.

Die Umstellung der 25.000 Behörden-Rechner soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Diese Rechner werden von Beamten, Angestellten und Lehrern genutzt. Dann soll auf keinem dieser Rechner mehr Microsoft Office laufen und stattdessen nur noch Libre Office zum Einsatz kommen.

Doch Schleswig-Holstein geht sogar noch einen Schritt weiter. Nicht nur die Office-Anwendung wird ersetzt, sondern auch das Betriebssystem. Auf den 25.000 Rechnern soll also Microsoft Windows durch Linux abgelöst werden.

Der Landtag von Schleswig-Holstein hatte die Nutzung von Open-Source-Software schon 2020 beschlossen .

Das Bundesland teilte 2020 mit, dass für die Microsoft-Software auf den 25.000 Rechnern rund 2,5 Millionen Euro Lizenzkosten pro Jahr anfallen. Bereits 2020 habe Schleswig-Holstein den Rahmenvertrag mit Microsoft um die MS-Office-Produktlinie reduziert und seine MS-Office-Lizenzen eingefroren. Das Bundesland will dadurch in fünf Jahren 6,8 Millionen Euro sparen. Ab 2025 sollen nach der Umstellung jedes Jahr weitere 1,7 Mio. Euro gespart werden.

Das Zentrale IT-Management (ZIT) habe zur Vorbereitung dieser Umstellung mit dem IT-Dienstleister Dataport bereits Dienstleistungen rund um Libre Office aufgebaut und Libre Office auch mit dem in der Verwaltung grundlegenden E-Akte-System verbunden. Nun soll LibreOffice sukzessive flächendeckend an den Arbeitsplätzen der Landesregierung eingeführt werden. Dazu plant das Ministerium ausführliche Umschulungen.

Neben Libre Office will Schleswig-Holstein aber auch verstärkt auf Cloudlösungen setzen.

Die Stadt München hatte vor Jahren mit "Limux" ein ähnlich ambitioniertes Umstiegsprogramm von Microsoft-Programmen und Windows zu Open Source und Linux. München brach den Umstieg aber ab und kehrte zu Microsoft zurück. Mehr dazu lesen Sie in diesen Meldungen:

Blick zurück: So arbeitete man früher bei Microsoft Deutschland

Mitterweile hat man sich daran gewöhnt, dass die deutsche Firmenzentrale von Microsoft in München sitzt. Doch das war nicht immer so. Im Jahr 2010 - damals war noch Achim Berg (derzeit Präsident des Branchenverbandes Bitkom) der Deutschlandchef von Microsoft - befand sich die Microsoft-Deutschlandzentrale noch nicht in München, sondern war in Unterschleißheim vor den Toren von München angesiedelt.

Im November 2013 teilte Microsoft aber mit, dass es seine Deutschlandzentrale von Unterschleißheim (im Norden von München) nach München verlegen will. Seit 2016 ist die neue Zentrale in der Walter-Gropius-Straße 1-3 in Betrieb, Microsoft leitet sein Deutschland-Geschäft seitdem aus dem modernen Bau in der Parkstadt Schwabing. Nur wenige Meter von IDG Tech Media entfernt - dem Verlag von pcwelt.de und macwelt.de.

Doch viele Jahre befand sich das Hauptquartier von Microsoft Deutschland im Norden von München. In Unterschleißheim (wenn Sie mit dem Zug aus Richtung Landshut zum Hauptbahnhof München fuhren, sahen Sie kurz vor München zur rechten Hand die damalige Microsoft-Niederlassung). Wir hatten 2010 die alte Microsoft-Zentrale besucht und auf vielen Fotos den Arbeitsalltag der Mitarbeiter von Microsoft Deutschland festgehalten. Begleiten Sie uns an auf eine Zeitreise in die alte Deutschland-Zentrale von Microsoft. Sie sehen auf unseren Bildern, wie man bis 2016 bei Microsoft arbeitete, wie zum Beispiel die Kantine aussah und erleben, wo die Gespräche mit Kunden und Journalisten stattfanden.

Microsoft hatte damals in Deutschland etliche Niederlassungen, deren Zahl zwischenzeitlich aber auf drei sank: München, Köln und Berlin. Im Hauptquartier in Unterschleißheim wurden die PR-Arbeit, das Marketing und der Verkauf der Microsoft-Produkten für den deutschen Markt durchgeführt und koordiniert. Dort hatte auch der Chef ( mittlerweile eine Chefin ) von Microsoft Deutschland seinen Arbeitsplatz. Entwickelt beziehungsweise programmiert wurde in Unterschleißheim allerdings nicht, das Code-Hacken erfolgt hauptsächlich in den USA. In Aachen unterhielt der Software-Gigant aber bis 2013 ein Forschungslabor. Mittlerweile (Stand Herbst 2021) hat Microsoft sieben Standorte in Deutschland .

Ausgestattet mit der Kamera zogen wir im August 2010 durch das damals relativ neu und freundlich wirkende Gebäude in Unterschleißheim. Wir durften alles fotografieren mit einer kuriosen Ausnahme: dem Chefsessel von Achim Berg, damals der Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. Das Fotografieren des Chefsessels untersagte uns damals die Pressestelle. Der Inhaber des Chefsessels bei Microsoft wechselt allerdings öfter. Die Verweildauer der Deutschland-Chefs von Microsoft ist eher kurz, weil sie oft bald auf andere Positionen innerhalb des Microsoft-Konzerns wechseln oder das Unternehmen ganz verlassen.

So viel können wir aber verraten: Der Chef von Microsoft Deutschland saß damals wie alle anderen Microsoft-Mitarbeiter in einem Großraum-Büro, sein Arbeitsplatz war ausgesprochen unauffällig.

Microsoft Deutschland hat seit 1.11.2020 eine neue Chefin: Dr. Marianne Janik. Mehr zu dieser Personalie lesen Sie hier: Diese Frau leitet Microsoft Deutschland.

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