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23.11.21: Der lange ARM Qualcomms

23.11.2021 | 06:54 Uhr | Peter Müller

Airpods( Pro): Jetzt kaufen oder warten? +++ Warum es kein Windows für M1-Macs gibt +++ Apple Watch bleibt vorn, aber Samsung holt auf +++ Seltener WristMac vor Versteigerung +++ NASA will Kernkraftwerke auf dem Mond bauen +++ Adele bringt Spotify zur Änderung des Shuffle-Modus

23. November: Wie die Karnickel

Macwelt wünscht Guten Morgen! In diesen Tagen blickt man wieder fassungslos auf Politiker, wie sie fassungslos auf Infektionskurven, Hospitalisierungsraten, Impfquoten, Bettenbelegungen und Auftragsbücher von Bestattern starren. Wie konnte das passieren? Das hätte doch keiner ahnen können! Warum hat uns das niemand rechtzeitig gesagt? Doch - Wissenschaftler haben sehr wohl seit Monaten gewarnt und hochgerechnet, was passieren wird, wenn die Impfquote weiterhin so niedrig bleibt. Die aus dem Sommer stammenden Prognosen sind sehr präzise eingetroffen - vor Wochen haben einige das noch als "Panikmache" abgetan. Die Mathematik kennt aber keine Panik, sondern stellt sehr gute Werkzeuge bereit, deren man sich gerne öfter bedienen dürfte.

Alles kein Hexenwerk, im Gegenteil manchmal sogar uraltes Wissen, auf das sich Esoteriker gerne berufen – die Esoterik ist übrigens ein Begriff, den ein Herr namens Pythagoras prägte und meinte damit den innersten Kreis seiner informierten Schüler.

Mit durch Wachstum ausgelösten Veränderungen – und manchmal auch Problemen – befassen sich Mathematiker vielleicht nicht schon sei Pythagoras' Zeiten, aber nicht wesentlich kürzer. Anfang des 13. Jahrhunderts fragte sich etwa ein Italiener, wie viele Kaninchenställe man denn zum Zeitpunkt X benötige und wie viel Futter. Und wie viele man von den Viechern, die sich vermehren wie Karnickel, dann futtern kann.

Man muss in der Mathematik erst einmal abstrahieren, um später die Zahlen und Formeln auf das wahre Leben anwenden zu können. So ging der Italiener erst einmal davon aus, dass ein frisches Kaninchenpaar nach einem Monat geschlechtsreif würde. Da die Tragezeit auch einen Monat betrage, haben man im kommenden Monat immer noch nur ein Paar. Im Monat darauf aber zwei, da idealer Weise sich das Paar um ein männliches und ein weibliches Exemplar vermehre. Die wiederum einen Monat später – Sie wissen schon – ein weiterer Monat kommt deren Nachwuchs zur Welt, auch wieder ein Paar. Das erste Paar rammelt aber munter weiter (bei Kaninchen darf man das so sagen!) und bringt weitere Nachkommen zur Welt, die dann wiederum …

Also hat man in aufeinander folgenden Monaten 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, … Paare. Denn in der abstrakten Betrachtung sind die Kaninchen nicht nur unermüdlich, sondern auch unsterblich, der Schmortopf bleibt also leer. Der Italiener, der diesen wohl schon im Altertum bekannten Zusammenhang in der aufkommenden europäischen Rennaissance neu formulierte, hat sich in dieser Folge unsterblich gemacht, der Fibonacci-Folge. Man nannte ihn auch Leonardo da Pisa, der Beiname Fibonacci kommt von "Filius des Bonaccio".

Was aber Leonardo erkannte: Seine theoretischen Überlegungen zu unsterblichen Kaninchen beschrieben die Wirklichkeit des Wachstumsprozesses einer realen Population recht gut, auch andere Wachstumsvorgänge der Natur lassen sich damit beschreiben. Heute sind es nur keine Kaninchen, die sich vermehren, sondern Infizierte.

Und jetzt kommt es: Nimmt man ein Element der Folge und dividiert es durch seinen Vorgänger, erhält man einen Wert, der sich immer weiter der Zahl (1+√5)/2 annähert, je weiter hinten man die Paare (von Zahlen, nicht von Kaninchen) herauspickt: Das Verhältnis des goldenen Schnitts, das ein anderer Italiener namens Leonardo ein paar hundert Jahre später so eindrucksvoll am Menschen nachwies.

Der Beweis, dass die Fibonacci-Folge mit dem goldenen Schnitt zusammenhängt, lässt sich leicht führen, geht hier aber zu weit. Wir sehen nur an den ersten vier Gliedern 1,1,2,3, dass heute, am 23. November respektive 11/23 in englischer Schreibweise, die Entdeckung Fibonaccis zu würdigen ist. Nach Feierabend kümmern wir uns dann um die Reduktion der Kaninchenpopulation und ihrer Kontakte.

Lesetipps für den Dienstag

Schlechter Deal: Windows auf Apple-Silicon-Macs – technisch geht das, doch die ARM-Version des Microsoftbetriebssystems, ehedem Windows RT genannt, ist nur Entwicklern zugänglich und Software dafür gibt es auch kaum. Apple indes hat in der Intel-Ära keinerlei Berührungsängste mit Windows auf dem Mac gehabt, schon bald nach den ersten Intel-Macs kam im Frühjahr 2006 schon Bootcamp heraus. Warum die Beziehung von Redmond und Cupertino wieder einschlafen musste, könnte an einem Vertrag liegen, den Microsoft einst mit Qualcomm geschlossen hat, berichtet XDA. In diesem steht geschrieben, dass Microsoft die ARM-Version von Windows einzig und allein auf Qualcomm-Chips laufen lassen dürfte. Der Vertrag laufe bald aus, einen genauen Termin nennt das Magazin aber nicht.

Kaufen oder warten: In den letzten Jahren konzentrierten sich Rabatte zum Black Friday für Macianer auf Zubehör - bei Apple selbst waren allenfalls Gutscheine zu bekommen. Das ist auch in diesem Jahr so, doch haben wir bereits einige attraktive Angeboten auch für Macs gefunden, wenngleich es sich um Auslaufmodelle handelt. Anders ist es bei Airpods. Nicht nur gibt Apple einen ungewöhnlich hohen Gutschein beim Kauf von Airpods mit, an allen Ecken und Enden des Onlinehandels bekommt man die weißen Ohrhörer zu enormen Preisnachlässen, man muss beinahe vermuten, dass es Airpods bald zum Kilopreis geben wird. Soll man nun aber kaufen und wenn ja, welche Modelle? Kommen für die Airpods Pro nicht bald Nachfolger? Macworld beantwortet die dringendsten Fragen.

Wat mut, mut: Bei Apple hat es in den letzten Wochen und Monate einige interessante Änderungen gegeben, auch was die Unternehmenspolitik betrifft. Da lässt es Apple nun auf einmal zu, dass kleine Unternehmen und selbstständig bastelnde Kunden ihre iPhones reparieren können und dafür originale Bauteile bekommen. Im App Store gibt es Änderungen, die vor Beginn des epischen Streits mit Epic Software nicht denkbar waren. Und dann baut Apple an den neuen Macbooks Pro auch noch die bei vielen unbeliebte Touchbar wieder aus und lang vermisste Schnittstellen wieder ein. Apple ändert seine Politik aber nur, wenn es das muss, stellt Dan Moren in seiner aktuellen Kolumne auf Macworld fest.

Rückgang: Die Apple Watch ist nach wie vor die meistverkaufte Smartwatch, nach Zahlen von Counterpoint Research holt Samsung aber auf, dank der Galaxy Watch 4. Der Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr für Apple dürfte aber vor allem daran liegen, dass Apple das aktuelle Modell Series 7 erst später in den Handel brachte - und wer nicht sofort bestellte, wartet heute noch auf seine Uhr. Insgesamt ist laut der Analysten der Smartwatch-Markt über das Jahr um 16 Prozent gewachsen.

Auktion: Die erste Uhr in Apples Kosmos, die den Computer an das Handgelenk brachte, war im Jahr 2015 die Apple Watch. Nein? Nein: Denn im Jahr 1988 baute Seiko den WristMac, eine Armbanduhr, die sich mittels Apple Talk mit dem Mac verbinden ließ. Und der Mac mit Armband schaffte es tatsächlich in den Kosmos, wenn auch nicht sonderlich weit an Bord des Spaceshuttle Atlantis, auf der im Jahr 1991 auch ein Macintosh Portable mitreiste, für den Versand und Empfang von E-Mails. Der WristMac war etwa darauf ausgerichtet, die Nutzer mit Alarmen auf Tätigkeiten des Computers aufmerksam zu machen Ein solcher WristMac kommt jetzt bei ComicConnect.com zur Versteigerung, noch originalverpackt. Der Hammer dürfte bei einem Preis zwischen 25.000 und 50.000 US-Dollar fallen.

Weitere Nachrichten:

NASA will Kernkraftwerke auf dem Mond bauen

Die NASA fordert Unternehmen auf, Vorschläge für den Betrieb von Kernspaltungsreaktoren auf dem Mond einzureichen. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde jetzt mit.

Für die Erforschung des Monds und erst Recht für eine Station auf dem Mars benötigen die Astronauten zuverlässige und robuste Energiequellen. Für solche hält die NASA Kernkraftwerke. Zusammen mit Solarzellen, Akkus und Brennstoffzellen könne Kernenergie den erforderlichen Strom für den Betrieb von Rovern und für die Durchführung von Experimenten liefern und die Ressourcen des Monds nutzen, um Wasser, Treibstoff und anderen lebensnotwendigen Gütern herzustellen. Die mit diesen Kernkraftwerken gemachten Erfahrungen könnten sogar auf der Erde von Nutzen sein, meint die NASA.

Die NASA hat deshalb zusammen mit dem US-Energieministerium US-Firmen aufgefordert, Designkonzepte für „Fission Surface Power“ einzureichen. Das System soll binnen eines Jahrzehnts auf dem Mond vorzeigbar sein. Das Oberflächen-Kernspaltungsprojekt soll vom Deck einer Mondlandefähre oder eines Rover auf der Mondoberfläche aus autonom betrieben werden können. Die fertige Kernspaltungslösung soll nicht größer als vier Meter im Durchmesser und 6 Meter in der Länge sein und nicht mehr als 6 Tonnen wiegen.

Das spricht für die Kernenergienutzung auf der Mondoberfläche (laut NASA):

  • Zuverlässig. Spaltungssysteme können in schattigen Kratern und während der wochenlangen Mondnächte, in denen die Stromerzeugung aus Sonnenlicht schwierig ist, rund um die Uhr arbeiten.

  • Leistungsfähig. Die Systeme, um deren Entwicklung die NASA die Unternehmen bittet, würden eine Leistung von mindestens 40 Kilowatt liefern, genug, um 30 Haushalte zehn Jahre lang kontinuierlich mit Strom zu versorgen.

  • Kompakt und leicht. Systeme wie diese könnten eines Tages genug Energie liefern, um einen Außenposten auf dem Mars zu errichten.

Die bei der Entwicklung von Kernreaktoren für die Mondoberfläche gemachten Erfahrungen könnte die NASA vermutlich auch für die Entwicklung von nuklearen Antrieben für Raumschiffe verwenden. Solche Atomantriebe spielen bei der Planung für eine bemannte Mission zum Mars eine Rolle.

In den nächsten zwölf Monaten sollen interessierte Unternehmen nun erste Designvorschläge vorlegen. Die daraus resultierenden Entwürfe werden in eine Ausschreibung der Industrie für die endgültige Konstruktion und den Bau eines flugtauglichen Spaltungsenergie-Systems einfließen, das im Rahmen einer Demonstrationsmission zum Mond geschickt werden soll.

Adele bringt Spotify zur Änderung des Shuffle-Modus

Spotify hat am Wochenende die Shuffle-Funktion in Alben deaktiviert. Die Nutzer müssen damit die Alben jetzt in der vorgegebenen Reihenfolge hören. Damit erfüllt Spotify einen von der britischen Künstlerin Adele geäußerten Wunsch. Erst kürzlich ist das neue Album "30" von Adele ( hier auf Spotify ) erschienen. In einem Tweet begrüßt Adele die Änderung auf Spotify mit den Worten:

"Das war der einzige Wunsch, den ich in unserer sich ständig verändernden Branche hatte! Wir machen unsere Alben nicht ohne Grund mit so viel Hingabe und Sorgfalt, was die Tracklist angeht. Unsere Kunst erzählt eine Geschichte und unsere Geschichten sollten so gehört werden, wie wir es beabsichtigen. Vielen Dank an Spotify fürs Zuhören."

Die Antwort von Spotify folgte prompt . Unter dem Adele-Tweet schrieb Spotify: "Alles für dich".

In Spotify-Playlists ist die Shuffle-Funktion auch weiterhin nutzbar. Man kann sich also (beispielsweise) das neue Adele-Album auch über eine der vielen Playlists mit aktiviertem Shuffle anhören. Und: Wenn man die Wiedergabe eines Albums startet, dann ist im Player ebenfalls noch der Shuffle-Button verfügbar.

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