2626819

24.11.: Apple verklagt NSO Group

24.11.2021 | 06:45 Uhr | Peter Müller

Spyware Pegasus: Apple will NSO Group iPhones und Macs verbieten +++ Nikkei: TSMC produziert Apples 5G-Modems ab 2023 +++ iFixit: Airpods 3 weiter irreparabel, aber … +++ Vorsicht vor dieser Mail: Erpresser fordern 1300 Euro in Bitcoin +++ Nokia 6310 ab sofort in Deutschland erhältlich

24. November: Who wants to live forever?

Macwelt wünscht guten Morgen! Heute vor 30 Jahren verstummte in London eine der großartigsten Stimmen, welche die Pop-Musik je hervor gebracht hatte. Nur einen Tag vor seinem Tod im Jahr 1991 erst hatte Freddie Mercury öffentlich eingeräumt, was alle Menschen in seinem Umfeld längst wussten und was der Musikfreund längst hätte ahnen können: Das Todesurteil AIDS hatte ihn ereilt.

Plötzlich klang der für den Film "Highlander" aufgenommene Schmachtfetzen "Who wants to live forever" ganz anders, ebenso die letzten Queen-Singles "The Show Must Go On" und "These Are the Days of Our Lives". Posthum erst erschien Mercurys Schlussfolgerung: "Too Much Love Will Kill You" - erst in einer Version von Brian May veröffentlicht, später erst dann das Queen-Original, kurz vor Mercurys Tod am Genfer See aufgenommen. Klang fast so, als gäbe er sich selbst die Schuld an seinem frühen Tod, als hätte sein intensiv gelebtes Leben eben nun mal diese Konsequenz gehabt. Das ist aber Unfug und wir hoffen, dass Freddie das selbst am Schluss so gesehen hat: An AIDS trägt der Infizierte keine Schuld.

Aber man kann sich und andere dagegen schützen, das Äquivalent zur Maske kommt dann eben nicht auf Mund und Nase, sondern auf andere Körperteile. Diesen Schutz im Fall einer sicheren oder auch nur wahrscheinlichen Infektion wegzulassen, kommt das Körperverletzung mit Todesfolge gleich.

Wobei die Infektion mit dem HI-Virus längst kein Todesurteil mehr sein, das war zur Zeit von Mercury Infektion ganz anders. "Mit dem Virus leben" gilt aber nur für wohlhabende Länder. Der Weg zu einer Therapie, welche die Viren wirkungsvoll an der Vermehrung hindert, war aber lang und teuer. Doch in Europa nahmen die Infektionen  in den letzten Jahren wieder zu, vor allem deshalb, weil viele Infizierten gar nicht wissen, dass Sie das Virus in sich tragen - so geben sie es weiter.

Warum aber, so "argumentieren" Impffeinde gerne, gibt es keine wirksame Schutzimpfung gegen HIV? Das zeige doch nur, dass Impfungen generell nicht wirken? Da kann doch dieses angebliche mRNA-Zeugs gar nicht so schnell entwickelt worden sein … Querquassler verheddern sich gerne in Widersprüche, die sie selbst nicht erkennen, aber ja: gegen HIV wirkt noch kein Impfstoff. Das hat verschiedene Gründe: Das Virus mutiert mit hoher Geschwindigkeit, hat aber nur wenige Rezeptoren, an denen Antikörper andocken könnten. Nicht zuletzt greift es das Immunsystem in Form seiner T-Zellen selbst an - fatal. Und vor allem fehlte es an Geld, die Impfstoffentwicklung voranzutreiben, ebenso an der Dringlichkeit, da es ja wirksame Medikamente für Infizierte gibt. Manche wirken dabei sogar so gut, dass man auf andere Schutzmaßnahmen schon wieder verzichten kann.

Wie man aber an der neuen Pandemie sieht – AIDS ist nach vor eine – besteht die große Diskrepanz nicht zwischen den hiesigen vernünftigen Menschen und leider zu vielen Impffeinden und Maskenverweigerern, sondern an der großen Ungleichverteilung von Medizin. Entwicklungsländern fehlt es nicht nur an Impfstoffen und Infrastruktur für die Immunisierung gegen Sars-CoV-2, sondern auch an Medikamenten gegen HIV. So ist in manchen Ländern bereits eine komplette Generation an dem einen Virus gestorben, nun hält ein anderer reiche Ernte.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte für das Jahr 2020 das Ziel 90 - 90 - 90 ausgerufen: 90 Prozent der Infizierten sollten identifiziert sein, 90 Prozent davon antiretrovirale Medikamente erhalten, die in 90 Prozent dieser Fälle den Ausbruch der Krankheit verhindern – 100-100-100 wäre natürlich schöner, aber nur in Utopia zu erreichen. Bis Ende 2019 das ganz andere Virus zu rollen begann, war immerhin  81-82-88 erreicht.

Lesetipps für den Mittwoch

Klage: Sonst wird ja immer wieder Apple verklagt, wegen angeblicher Patentverletzung oder Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung – nun aber reicht das Unternehmen aus Cupertino Klage gegen eines aus Israel ein. Die NSO Group, die mutmaßlich hinter der Pegasus-Spyware steckt, die auch iOS infiltrierte, bevor Apple die Lücke schließen konnte, soll laut Apples Klage von einer dauerhaften Verfügung verboten werden, Apple-Geräte, - Dienste und -Software zu nutzen. Apple fordert zudem einen Schadensersatz in  nicht genannter Höhe für die "schamlosen Verstöße gegen Bundes- und Landesrecht". Die Spyware habe es nur auf wenige Ziele abgesehen, etwa Journalisten und Menschenrechtler, sodass nur eine geringe Zahl von iPhones betroffen war. Mit iOS 14.7.1 hat Apple die von Pegasus genutzte Schwachstelle im System geschlossen. Apple hat neben der Klage auch eine Spende in Höhe von zehn Millionen US-Dollar an durch die NSO Group geschädigte Organisationen angekündigt.

Gut gefunkt: Nikkei Asia berichtet, dass Apples Chiplieferant TSMC ab 2023 5G-Modems für das iPhone produzieren werde, die Apple selbst entwickelt hat. Damit würden sich Spekulationen der letzten Wochen bestätigen, unter anderem hat der bisherige Zulieferer von Modemchips Qualcomm die Prognose gewagt, ab 2023 nur noch ein Fünftel der produzierten iPhones mit seinen Chips ausstatten zu können. Qualcomm und Apple waren in einen längeren Rechtsstreit über die Höhe der Lizenzgebühren verwickelt, in dem Apple einknicken musste, als Intel sein Modemgeschäft aufgab und eine potenzielle Alternative entfiel. Im Jahr 2019 übernahm Apple die Reste des Modemsparte von Intel, die einst aus dem Siemens-Spinoff Infineon hervorgegangen war. Die Behauptung, iPhones würden ab 2023 mit 5G-Technik aus München funken, ist also nicht sonderlich weit hergeholt – Apple unterhält ein Entwicklungszentrum in der Landeshauptstadt.

Wallpaper : Vermutlich in der nächsten Woche oder der darauf wird Apple in Berlin Mitte seinen zweiten Apple Store in der Hauptstadt eröffnen. Für die Ankündigung des Events haben sich die Designer Apples etwas Nettes ausgedacht: Ein Apple-Logo, das von roten und blauen Röhren umrahmt wird. Dies soll die oberirdischen Abwasserleitungen in Berlin Mitte symbolisieren. Apple hat nun die Grafik als Wallpaper zur Nutzung als Hintergrundbild für Mac, iPad und iPhone veröffentlicht.

Unterschätzt: Die Bedienungshilfen von iOS sind vor allem für Menschen mit bestimmten Einschränkungen gedacht, erweisen sich aber oft für alle als recht nützlich. Ein solch unterschätztes Feature ist etwa die Geräuscherkennung, die vor allem schwerhörigen Personen helfen soll. Aber warum nicht darüber hinaus die Hilfe als eine Art Einbruchsmelder für Arme verwenden? Denn wenn das iPhone eines der vorkonfigurierten Geräusche erkennt, worunter auch das Zerbrechen von Glas fällt, meldet es sich mit einem Vibrationsalarm und einer Benachrichtigung auf dem Bildschirm. Professionelle Sicherheitssystem ersetzt das nicht, aber wäre es nicht auch praktisch, die Türklingel angekündigt zu bekommen, wenn man sie selbst unter Kopfhörer oder aus größerer Entfernung nicht mehr wahrnehmen kann?

Irreparabel: Die Airpods der dritten Generation sind ebenso wie die neuen Beats Fit Pro nach Ansicht der Spezialisten von iFixit komplett irreparabel, was sie in ihrem Teardown im Video belegen. Um an die Innereien der Earbuds zu kommen, muss man sie buchstäblich zerstören: Von einem Schraubstock unter Druck gesetzt, lassen sich die beiden Teile des Plastikgehäuses mit Hilfe eines Plektrums voneinander trennen, aber in keiner Weise, die das spätere wieder zusammensetzen erlauben würde. Immerhin: Bei den Airpods der dritten Generation hat Apple eine Kleinigkeit verbessert: Der Akku ist nun auf die Platine gesteckt, für das Recycling würde sich die Batterie vom restlichen Ohrhörer separieren lassen. Auf der iFixit-Skala bleibt es für beide neuen Modelle von Apple und seiner Tochter aber bei null von zehn Punkten.

Weitere Nachrichten:

Vorsicht vor dieser Mail: Erpresser fordern 1300 Euro in Bitcoin

Sie sind wieder da: Bitcoin-Erpressermails. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt davor, dass jetzt wieder Mails in den Postfächern eintrudeln, die versuchen, die Empfänger einzuschüchtern und dazu zu bewegen, ein Lösegeld in Bitcoin zu bezahlen.

Diese Erpressungsversuche gibt es in unterschiedlichen Varianten . Meist behaupten die Cybergangster, dass sie den Empfänger bei sexuellen Handlungen gefilmt hätten - hierzu hätten sie dessen Webcam gekapert - oder dass sie auf dessen PC Pornovideos gefunden hätten. Das ist auch bei der aktuellen Erpressermailwelle der Fall.

Der oder die Angreifer behaupten, dass sie den Rechner des Empfängers mit einem Trojaner infiziert hätten und dessen Daten bereits alle auf ihre Server kopiert hätten. Sie hätten nun die vollständige Kontrolle über dessen Rechner, würden dessen Bildschirm sehen und dessen Kamera kontrollieren. Und natürlich behaupten die Erpresser, dass sie ein Video von dem PC-Besitzer erstellt haben, das zeigt, wie dieser vor dem Rechner masturbiert, als er sich gerade einen Porno anschaut. Dieses Video, drohen die Erpresser, würden sie an alle dessen Kontakte (deren Daten haben sie ja angeblich auf dem PC erbeutet) und Social-Media-Kontakte schicken. Falls der so Erpresste nicht 1300 Euro an eine Bitcoin-Wallet schickt.

Der Erpresser verspricht, dass er nach erfolgter Zahlung das Video und den Virus/Trojaner entfernen würde. Für die Zahlung setzt der Erpresser eine Frist von 2 Werktagen (Feiertage und Sonntage zählen also nicht nur Frist, wie entgegenkommend…)

Die Erpressermail ist in holprigem Deutsch verfasst und enthält einige Grammatik- und Tippfehler. Ihr Hauptfehler ist aber ein anderer: Der gesamte Sachverhalt ist erfunden, der Erpresser hat keinen Zugriff auf den Rechner und kann dessen Besitzer auch nicht erpressen. Löschen Sie also diese Mail.

Falls Sie Opfer eines derartigen Betrugs geworden sind, können Sie in allen Bundesländern außer Thüringen online Anzeige erstatten.

Nokia 6310 ab sofort in Deutschland erhältlich

Das Nokia 6310 ist ab sofort offiziell in Deutschland und Österreich erhältlich (inoffiziell wurde diese Neunterpretation des bekannten Handy-Klassikers schon länger auch für deutsche Kunden erreichbar verkauft). Die Silhouette des Originals sowie dessen grundsätzlichen Aufbau hat HMD Global zwar beibehalten, doch gegenüber dem Original aus den frühen 2000er-Jahren hat der Hersteller bei der Neuauflage einige Details verbessert beziehungsweise neu hinzugefügt, um das neue 6310 zeitgemäßer zu machen.

Nokia 3310 vor 20 Jahren: Erinnern Sie sich noch?

Ausstattung des neuen Nokia 6310

Das Nokia 6310 besitzt ein Polycarbonat-Gehäuse und einen 2,8-Zoll-Bildschirm und soll gegenüber dem Original von Anfang der 2000er-Jahre größere Tasten besitzen, mit denen sich Nachrichten schneller schreiben lassen. Das Menü haben die Entwickler ebenfalls neu gestaltet und vergrößert. Es gibt zudem größere Schriftoptionen. Das alles soll die Bedienbarkeit und vor allem die Ablesbarkeit erleichtern. Ein Accessibility-Modus soll zusätzlichen Komfort bringen: Diese Funktion kann die Ansicht des Geräts automatisch auf jeweils ein Symbol einstellen, die Schrift für bessere Lesbarkeit vergrößern und die Lautstärke maximieren, um keinen wichtigen Anruf zu verpassen, wie HMD Global erläutert.

Die Kamera macht Fotos mit gruseligen 0,3 Megapixel. Der Arbeitsspeicher ist 8 MB groß und der interne Speicher misst knappe 16 MB - mit microSD-Karte werden es immerhin 32 GB. Ein UKW-Radio ist ebenso vorhanden wie ein MP3-Player, zwei SIM-Karten-Slots und ein Slot für eine MicroSD-Karte. Der 90er-Jahre-Spieleklassiker Snake ist natürlich auch wieder mit an Bord.

Eine Akku-Ladung (1150 mAh) soll mehrere Wochen durchhalten. Sie können den Akku auswechseln. Mit dem Nokia 6310 können Sie nicht im Internet surfen, da es nur 2G/GSM unterstützt. Als Betriebssystem dient S30+.

Preise

Für das Nokia 6310 (Neuauflage) nennt HMD Global in Deutschland und Österreich eine UVP von 59,90 Euro. Auf Amazon bekommen Sie das Nokia 6310 in Schwarz für knapp über 57 Euro und in Dunkelgrün für knapp 62 Euro.

Bewertungen

Die Bewertungen auf Amazon sind zwar zum größeren Teil positiv, es gibt allerdings auch Kritik, vorwiegend an der Verarbeitungsqualität, die wohl deutlich schlechter als beim Original sein soll.

Klapphandy Kaufberatung: Cooles, sicheres, günstiges & robustes Zweit-Telefon

Nokia 8110 4G: Kulthandy mit neuer Technik

Die coolsten Retro-Handys von damals

Diese Handys schrieben IT-Geschichte

Macwelt Marktplatz

2626819