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25.11.21: Gutre Preise, schlechte Preise

25.11.2021 | 07:00 Uhr | Peter Müller

Welche Apple-Deals keine sind +++ Führerschein in der Wallet erst 2022 +++ Tim Cook lobt Reparaturprogramm für iPhone 12/13 +++ Whatsapp plant Sticker-Revolution mit Neuerung +++ Deutsche Post darf Brief-Porto erhöhen: Das kosten Briefe ab 1.1.2022

25. November: In einer Weise flach

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Die Theorie der Flacherde hat Anhänger rund um den Globus. Darüber kann man heute gar nicht mehr lachen, in Zeiten, in denen Coronaleugner und Impfverweigerer ähnlich borniert ihre "Argumente" vorbringen, die nichts weiter sind als zu Ideologien geronnene Trugschlüsse. Das ist nicht witzig und harmlos wie das Flacherdlertum, sondern im höchsten Maße gefährlich.

Dass die Erde nicht flach ist sondern rund, ist an sich altes Wissen, auf das sich die tumben Spritzenverweigerer gerne berufen, im Altertum war sogar schon ein erster Näherungswert für den Erdumfang bekannt. Und Christoph Kolumbus, der heute vor 521 Jahren in Ketten aus der Kolonie in der neuen Welt Santo Domingo nach Spanien verfrachtet wurde, war bei weitem nicht allein in seinem Glauben, man müsse nur weit genug nach Westen segeln, um im Osten anzukommen. Nicht erst seither kennt man die Erde als eine Kugel (genauer: als Geoid, da an den Polen abgeflacht), die in einer elliptischen Bahn ihr Zentralgestirn umrundet, welches selbst langsam um das Zentrum der Galaxis rotiert, die in der Expansion des Raumes sich von (fast) allen anderen Galaxien wegbewegt. Aber ist der Raum nun seinerseits flach oder welche Form nimmt er an?

Am 25. November 1915 Jahren stellte Albert Einstein der Preußischen Akademie der Wissenschaften in seine Gedanken zum Wesen des Raumes und der in ihm eingebetteten Materie vor: die Allgemeine Relativitätstheorie. Seither muss man sich von der Vorstellung verabschieden, der uns umgebende Weltraum sei einfach nur flach, in dem Sinne, dass er in alle Richtungen sich gleichförmig und unendlich ausdehnt. Denn die Masse krümmt den Raum, hat Einstein mathematisch dargelegt. Physikalisch ist das längst bewiesen, große Massen wie die der Sonne sind in der Lage, Lichtstrahlen zu "verbiegen". Genauer gesagt: Diese folgen einfach nur in einem gekrümmten Raum dem kürzesten Weg. Und der ist in Anwesenheit einer Masse eben nicht mehr "gerade".

Wie aber nun die Raumzeit an sich, sofern sie überhaupt in Abwesenheit von Materie existiert, gekrümmt ist, ist Gegenstand der Diskussionen von Mathematikern und Kosmologen. Seitdem die Poicaré'sche Vermutung bewiesen ist, weiß man aber sicher, dass der Raum keine "Löcher" hat, also etwa wie ein Donut (ein Loch) oder eine Breze (drei Löcher) geformt ist. Ein weiterer interessanter Aspekt: Wäre der Raum unendlich, müsste der Nachthimmel taghell sein, denn dann stünde an jedem beliebigen Punkt ein Stern oder eine Galaxie. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall, die schärfsten Teleskope entdecken zwar im vermeintlich dunklen Raum immer wieder neue Inhalte, aber dazwischen auch immer mehr Gegenden ganz ohne leuchtende Objekte.

Die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit spielt aber hier die Hauptrolle: Aus den schwarzen Gegenden haben uns die Lichtstrahlen der Sterne, Galaxien und Quasare einfach noch nicht erreicht. Zwei Dinge seien unendlich, soll Einstein einmal gesagt haben, der Weltraum und die Dummheit der Menschen. Beim Weltall kann man sich nicht so sicher sein, aber womöglich ist es in sich gekrümmt und somit zwar beschränkt aber ohne Ende wie die Oberfläche einer Kugel. Und so manches weit entfernte Leuchten könnte gar ein Abbild unserer eigenen Galaxis von vor 17 Milliarden Jahren sein, das es einmal um die ganze Welt geschafft hat. Das ist aber nur schwer, falls überhaupt nachzuweisen.

Flach ist die Welt aber nicht, allenfalls in einer abstrakten Form: Von einem flachen Universum spricht man, wenn die beobachtete Ausdehnung irgendwann einmal zu einem Ende käme – und sich dann auch nicht mehr umkehrt. Eine flache Erde gibt es aber nur im humoristischen Buch wie bei Terry Pratchett oder Film von Monty Python – und in den Hohlbirnen einiger Zeitgenossen.

Lesetipps für den Donnerstag:

No Sale: Da Sie Macwelt aufmerksam lesen, wissen Sie, dass wir Ihnen zum Black Friday keinen Schrott empfehlen. Leider gibt es auf die neuesten Apple-Produkte nirgends Rabatte, nicht mal Gutscheine bei Apple selbst. Aber auch einige Modelle von 2020 können sich lohnen, wenn der Preis stimmt. Zur Zeit sind etwa Grundmodelle des iMac 27'' im Angebot, wer mit den Einschränkungen zurecht kommt, der möge zugreifen. Grundsätzlich von Intel-Macs rät indes unser US-Kollege Michael Simon ab, sie haben schließlich keine Zukunft. Aber auch andere Produkte Apples, die es noch zu kaufen gibt, lohnen nicht mal mehr bei Tiefstpreisen, etwa die Apple Watch Series 3 oder das Apple TV HD. In jedem Fall bestehen ausreichend Alternativen.

Verspätet: Apple hatte es auf der WWDC im Juni angekündigt: Personalausweis und Führerschein werde man bald in der Wallet des iPhone ablegen können. Zumindest in den USA, den Anfang sollen acht Bundesstaaten mit eher überschaubarer Einwohnerzahl machen, darunter Arizona und Connecticut. Wie Apple Insider zuerst herausfand, hat Apple nun aber seine Informationsseite für iOS 15 und watchOS 8 überarbeitet, demnach verspäte sich die Integration auf das Jahr 2022.

Mehr Musik: Apple hat ein Update für die App des im Jahr 2018 übernommenen Musikerkennungsdienst Shazam veröffentlicht. Laut Releasenotes sei die Anwendung nun in der Lage, noch mehr Musik zu erkennen, da sie "intensiver" und vor allem "länger" zuhöre. In der Regel weiß Shazam schon nach wenigen Sekunden, was gespielt wird, gibt nun aber erst später die Suche auf.

Prominent: Langsam wird es kitschig - zumindest so lange man die brutale Realität der Pandemie ausblendet. Es ist also an der Zeit für Weihnachtsfilme. Apple liefert wie in jedem Jahr einen Kurzfilm zum Thema, der komplett auf dem iPhone gedreht wurde. In diesem Jahr kommt bei "Saving Simon", in dem ein kleines Mädchen einen Schneemann über die für ihn unguten Zeiten zu retten versucht. Regie geführt haben Ivan und Jason Reitman, also höchste Hollywoodprominenz, beide für Oscars nominiert und als Ghostbusters erfahren.

Vorfreude: Apple hat im November ein wenig überraschend ein Reparaturprogramm für iPhone 12 und 13 angekündigt, in dessen Rahmen auch Privatleute ihre Telefone reparieren und mit originalen Ersatzteilen ausstatten können. Apple dürfte mehr oder minder von den Umständen und einer kommenden Gesetzgebung gezwungen worden sein, in einem Interview mit KTLA klang Apple-CEO Tim Cook aber so, als würde Apple voller Freude und Menschenliebe den Bastlern gegenüber hochoffizielle Anleitungen und Werkzeuge herausgeben. Anlässlich der Wiedereröffnung des Apple Stores "The Grove" in Los Angeles sagte Cook,  das Programm sei ideal für Techniker und Enthusiasten, die mit der Technik umgehen könnten und handwerkliches Geschick mitbrächten. So stellt er immerhin zwischen den Zeilen klar, dass nicht jeder selbst Hand an defekte iPhones legen sollte. "Wir haben festgestellt, dass es einige Leute gab, die das machen wollten und die dafür ausgebildet sind. Das sind die Leser von Popular Mechanics, wenn man so will, die ich liebe und auf die ich mein ganzes Leben lang schon schätze." Cook bezieht sich hier auf ein in den USA bekanntes populärwissenschaftliches Magazin für Naturwissenschaft und Technik.

Verhaftet: Laut eines Berichts von Apple Insider hat der ukrainische Sicherheitsdienst in Kyiv und Charkiv fünf Hacker verhaftet, die Mitglied der Gruppe "Phoenix" sind, die für zahlreiche Phishing-Attacken auf Apple-Kunden verantwortlich zeichnet. Login-Daten für Apple-IDs habe die Gruppe über gefälschte Apple-Support-Seiten erbeutet. Die Verdächtigen hätten alle eine höhere technische Ausbildung, die Polizei habe zahlreiche Computer und Mobilgeräte beschlagnahmt.

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Whatsapp plant Sticker-Revolution mit Neuerung

In einer Beta von Whatsapp ist eine Neuerung gesichtet worden, die sich Whatsapp-Fans schon lange gewünscht haben. Wie 91mobiles.com berichtet , soll es nämlich künftig möglich sein, direkt in Whatsapp auch eigene Sticker zu erstellen. Bisher musste man sich mit den zur Auswahl stehenden Stickern begnügen oder über Apps von Drittanbietern vorgefertigte Sticker-Packs hinzufügen. Wie das funktioniert, erläutern wir in diesem Beitrag.

Über die neue Funktion können die Nutzer einfach bei der Suche nach Stickern in der App mit einem Klick auf "+ Create" einen eigenen Sticker kreieren. Welche Möglichkeiten es genau geben wird, ist noch nicht bekannt. Vermutet wird, dass die Nutzer für die Erstellung der Sticker diverse Werkzeuge erhalten. Etwa um eigene Bilder auf dem Smartphone in Sticker umzuwandeln und diese dann mit Text anzureichern.

Es wird damit gerechnet, dass die neue Sticker-Erstellen-Funktion in den kommenden Wochen in den Apps für Android und iOS eingeführt wird. Die Neuerung bietet auf jeden Fall den Nutzern eine bessere Möglichkeit, in Chats ihre Emotionen spannender auszudrücken.

Deutsche Post darf Brief-Porto erhöhen: Das kosten Briefe ab 1.1.2022

Die Deutsche Post darf wie geplant das Briefporto erhöhen. Die zuständige Bundesnetzagentur hat entsprechende Pläne der Post (siehe unten die Meldung vom 6.10.) mit ihrer „Price-Cap-Maßgrößenentscheidung“ faktisch genehmigt. Das neue Porto gilt für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024.

Genau gesagt hat die Bundesnetzagentur den „Erhöhungsspielraum von 4,6 Prozent für Briefentgelte“ für besagten Zeitraum festgelegt. Mit welchen konkreten Preisen die Deutsche Post diese Vorgabe umsetzt, ist deren Sache, sofern sie innerhalb des Erhöhungsspielraums bleibt. Die von der Deutschen Post geplanten neuen Briefpreise sind aber schon länger bekannt (siehe unten), insofern ist das nur noch Formsache. „Die Deutsche Post AG kann den ermittelten Preiserhöhungsspielraum auf die im Price-Cap enthaltenen Produkte verteilen und zur Genehmigung vorlegen. Dieser gilt zum Beispiel für Standard-, Kompakt-, Groß-, Maxibrief, Postkarte (national und international) sowie für Zusatzleistungen wie Einschreiben, Nachnahme, Wertversand etc.“, erklärt die Bundesnetzagentur hierzu.

Nachdem die Bundesnetzagentur die endgültige „Price-Cap-Maßgrößenentscheidung“ nun also beschlossen hat, darf die Deutsche Post die Genehmigung der ab 1. Januar 2022 geltenden Briefpreise bei der Behörde beantragen. Diese neuen Briefpreise will die Bundesnetzagentur dann schnell genehmigen: „Die Bundesnetzagentur kann die Briefentgelte auf Antrag innerhalb von zwei Wochen genehmigen, wenn die Vorgaben der Price-Cap-Entscheidung eingehalten werden“.

Briefmarken mit den neuen Portowerten und Ergänzungsmarken werden ab dem 2. Dezember 2021 in den Postfilialen oder online unter www.deutschepost.de erhältlich sein. Kunden können das Porto für ihre Briefe und Postkarten auch digital über die Post & DHL App kaufen oder die Sendungen mit der mobilen Briefmarke über die App frankieren. Vorhandene Briefmarken wie auch noch vorhandene Ergänzungsmarken aus den Vorjahren können für die Frankierung von Sendungen mit der Deutschen Post weiter verwendet werden. Ein Umtausch ist nicht nötig.

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