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26.11.21: Mit der Kraft der zwei Herzen

26.11.2021 | 06:50 Uhr | Peter Müller

Kuo: Apples AR/VR-Headset mit zwei Prozessoren, unabhängig von iPhone – schon Ende 2022 +++ Rechnung: Macbook Pro M1 Max amortisiert sich schnell +++ Leak: So grob kommuniziert Elon Musk via Mail - Kündigung angedroht +++ Nordkorea verhängt Todesstrafe wegen "Squid Game" +++ Deutsche Post DHL: So kommt die Weihnachtspost sicher an

26. November: Verlässliche Information auf Papier und digital

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Gerade in diesen Zeiten der Desinformation, die vorwiegend über soziale Medien erfolgt, ist eine freie Presse essenziell für die Demokratie, eine weitläufige Medienlandschaft ist die Basis eines jeden Pluralismus. Auch öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehsender tragen dazu bei, von Gebühren finanziert und nicht von Steuern. Das gefällt zwar nicht jedem, doch die Alternativen wären entweder Privatsender mit ihren teils fragwürdigen Methoden, die Zuseher vor dem Schirm zu halten – da sind sie Facebook oft gar nicht unähnlich -– oder eben ein von Steuern finanzierter Staatsfunk, der das Lied der Mächtigen singt, anstatt ihnen Paroli zu bieten. Nun mögen Kritiker einwenden, dass Report aus München vor 30 Jahren auch nicht recht viel anders war als der "Schwarze Kanal" im DDR-Fernsehen, aber das ist ein anderes Thema.

Heute geht es am Welttag der Zeitschriften eher um gedruckte Periodika, die für Meinungsbildung und Wissensvermittlung auch nicht unwichtiger als Zeitungen sind - wobei natürlich nicht jedes aus Papier gedrucktes Blatt ein "Sturmgeschütz der Demokratie" wie der Spiegel (Eigenbeschreibung des Gründers) oder ein hochwertiges Instrument der Wissenschaftspublikation wie der Scientific American (Spektrum der Wissenschaft) sein kann.

Gedruckte Zeitschriften haben aber im digitalen Zeitalter zusehends ein Problem mit ihrer Finanzierung - sie können sich ja nicht aus Gebührentöpfen bedienen. Im Internet gelten andere Geschäftsmodelle, die Bereitschaft für Inhalte aber mehr als nur Pennies zu zahlen, ist nicht sonderlich hoch - Musikern und Filmschaffenden geht es da auch nicht viel anders. Nur hat Apple für letztere eben lukrative Geschäftsmodelle entwickelt, bei denen es die Masse macht: Eine Milliarde potenzielle Abonnenten für Apple Music und Apple TV+, da werden die auf viele verteilten Monatsgebühren von 10 respektive 5 Euro schnell zu einem immensen Wert.

Mit Zeitschriften versucht Apple das mehr schlecht als recht, es hat seine Gründe, dass Apple News+ den hiesigen Markt immer noch nicht erreicht hat. Es mag in den USA, UK und Australien zwar etliche hochwertige Publikationen geben, die ihre Inhalte für News+ freigeben, wie etwa das Wall Street Journal oder The New Yorker, zwei der dicksten Fische fehlen aber: Die New York Times und die Washington Post versuchen es lieber weiterhin mit eigenen Digitalabos.

Diese sind offenbar auch bei Spiegel, Süddeutscher Zeitung oder der Zeit recht erfolgreich, als Stammleser einer oder mehrerer Qualitätszeitungen und -zeitschriften wünschte man sich aber oft, den einen oder anderen interessanten Artikel bei der anderen zu lesen, ohne gleich ein Abo abschließen zu müssen. Micropayment für einzelne Seiten und Artikel ist aber wenig lukrativ, zu wenig bleibt wegen hoher Transaktionskosten bei den Verlagen hängen. Manchmal ist es doch sinnvoll, zum physikalischen oder digitalen Kiosk zu gehen und die komplette Ausgabe zu kaufen, wenn man an sich nur die Titelstory lesen wollte. Oft findet man in dem Fall weitere interessante Artikel, nach denen man gar nicht gesucht hatte. Und das beste an der gedruckten Zeitschrift oder der für Lesegeräte: Unter dem Beitrag stehen keine dummen Kommentare. Ein Hoch auf die Zeitschrift!

Lesetipps für den Freitag

Noch ein Jahr: Wird AR Apples "Nächstes großes Ding"? Cupertino macht zumindest keinen Hehl daraus, AR sei ein großes Feld des Interesses. Nun will der in der Regel recht gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo wissen, dass schon Ende nächsten Jahres Apple ein AR-Headset auf den Markt bringen werde. Der Analyst nennt einige Details des Geräte, die so noch nicht kursierten: Zwei Prozessoren sollen das Herzstück des Systems bilden, ein Chip der M-Klasse werde sich um das Computing kümmern, während ein wenig leistungsfähiger Chip die Sensoren steuere und von ihnen Daten sammle. Eine Verknüpfung an ein iPhone oder einen Mac sei daher nicht nötig. Das Headset werde aber nicht nur die reale Umgebung durch vom Computer generierte Informationen ergänzen, sondern könnte auch komplett virtuelle Realitäten erzeugen, die auf zwei von Sony gelieferten Micro-OLED-Bildschirmen mit 4K-Auflösung generiert werden. Headset und auch das nächsten Herbst erwartete iPhone 14 werden laut Kuo für eine höhere Bandbreite WiFi 6E unterstützen.

Spartipp: Black Friday allüberall, aber neue Apple-Produkte gibt es nicht ermäßigt. Keine iPhones 13, keine Macbooks Pro M1 Pro und Max. Aber dennoch lässt sich mit diesen Geräten Geld sparen, wie jetzt Reddit-Ingenieur  Jameson Williams  im Engineering-Blog des Unternehmens vorrechnet. Denn Zeit ist Geld, vor allem die Zeit, in denen ein Entwickler nur warten kann, bis sein Macbook Pro einen neuen Build einer Software feritg kompiliert, in der er aber dennoch bezahlt wird. Bei Reddit habe man festgestellt, die neuen Macbook Pro würden neue Builds ihrer Android-Software in der Hälfte der Zeit fertig stellen, die ein Macbook Pro mit Intel-Core-i9-Chip benötigte. Jeden Tag würde der Entwickler 22 Minuten einsparen. Schon nach zwei Monaten würde sich die Anschaffung daher amortisieren. Wenn das mal kein Argument ist …

Noch ein Spartipp : Zum Black Friday haben auch viele Entwickler Rabatte für ihre Software aufgelegt. Ein recht attraktives Bundle aus zwölft Apps von unabhägnigen Entwicklern hat Unclutter it den "Applaudables" zusammengestellt, das nur 75 US-Dollar kostet. Darin versammelt sind Programme wie Default Folder X, Better Zip, Path Finder oder Textsniper.

Lieferung: 19 US-Dollar respektive 25 Euro für ein Poliertuch? Das mit den Macbooks Pro M1 Pro und Max vorgestellte Zubehör hat jede Menge Spot nach sich gezogen, dabei mag das Mikrofasertuch sein Geld sogar wert sein. Denn die empfindliche Textur des Bildschirms sollte man nicht mit Geschirrtüchern oder Brillenputztüchern reinigen, die wirken wie Schmirgelpapier. Apple kann aber nur schlecht liefern, erste Kunden in den USA berichten nun, dass sie ihre bestellten Tücher bis zu zehn Tage vor dem avisierten Termin erhalten. Für Neubesteller hat sich die Situation in Deutschland aber noch nicht geändert, sechs bis acht Wochen muss man ausweislich Apple Store auf die Lieferung warten oder könne das Tuch erst gegen Ende Januar im Apple Store abholen. Glücklicherweise gibt es auch andere Hersteller, die geeignete Reinigungstücher im Angebot haben - gerne auch zu niedrigeren Preise.

Weitere Nachrichten:

Leak: So grob kommuniziert Elon Musk via Mail - Kündigung angedroht

Die US-Nachrichtenseite CNBC hat zwei Mails zugespielt bekommen, die Tesla-Chef Elon Musk an seine Mitarbeiter geschickt hat. Die eine Mail beschäftigt sich mit dem Thema Musik hören am Arbeitsplatz. In der anderen Mail legt Musk fest, welche Reaktionen er auf seine Mails erwartet – und wann er die Empfänger feuert.

Die beiden Mails soll Elon Musk in der ersten Oktoberwoche 2021 an die Tesla-Mitarbeiter geschickt haben, wie CNBC berichtet . In der einen Mail vom 3. Oktober 2021 mit dem Betreff „Musik in der Fabrik“ an alle Mitarbeiter schreibt Musk, dass es okay sei, wenn Tesla-Angestellte in einem Ohr einen Earbud zum Musik hören haben, wenn sie mit dem anderen Ohr sicherheits-relevante Anweisungen noch hören können – ein Ohr müsse also ohne Earbud sein. Musk schätze Musik in der Fabrik und auch alles andere, was die Arbeit angenehmer machen würde. Ebenso sei Umgebungsmusik aus Lautsprechern völlig in Ordnung, solange sich alle Mitarbeiter über die Musikauswahl einig seien.

In der anderen Mail vom 4. Oktober 2021 mit dem Betreff „Bitte beachten“ erklärt Musk, dass es auf eine Mail von mit ausdrücklichen Anweisungen nur drei Arten von Reaktion für Führungskräfte geben würde, Zitat:

„1. Schicken Sie mir eine E-Mail zurück und erklären Sie, warum das, was ich gesagt habe, falsch war. Manchmal liege ich einfach nur falsch!

2. Bitten Sie um weitere Erläuterungen, wenn das, was ich gesagt habe, zweideutig war.

3. Führen Sie meine Anweisungen aus.

Wenn keiner der oben genannten Punkte befolgt wird, wird der Manager aufgefordert, sofort zu kündigen.“ Zitat Ende .

Nordkorea verhängt Todesstrafe wegen "Squid Game"

Ein Gericht in Nordkorea hat einen Mann zum Tode durch Erschießen verurteilt. Sein Vergehen: Er hat eine Kopie der Netflix-Serie „Squid Game“ nach Nordkorea geschmuggelt und dort verkauft. Das berichtet Radio Free Asia RFA (Hinweis: außer RFA gibt es keine andere Quelle für diese fast unglaubliche Meldung).

Die nordkoreanischen Behörden kamen dem Netflix-Schmuggler“ auf die Schliche, nachdem sie sieben Schüler festgenommen hatten, die sich den aus Südkorea stammenden Netflix-Hit angeschaut hatte. Der verurteilte Mann soll heimlich eine Kopie der Serie aus China in das abgeschottete und außenpolitisch isolierte Nordkorea mitgebracht haben. Dort habe er Kopien auf USB-Speicher überspielt und diese dann verkauft. Die Todesstrafe soll durch Erschießen vollzogen werden.

Ein Schüler, der eine der Kopien kaufte, wurde zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt. Die anderen sechs Schüler, die die Serie „nur“ mit angeschaut, aber keinen der USB-Speicher gekauft haben, wurden zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt. Deren Lehrer und die Schul-Administratoren wurden entlassen und müssen wohl in abgelegenen Bergwerken arbeiten.

Das diktatorisch regierte Nordkorea versucht mit allen Mitteln ausländische Medien aller Art von seiner Bevölkerung fernzuhalten. Per Gesetz ist das Anschauen, Besitzen oder Verteilen von Medien aus „kapitalistischen“ Staaten, insbesondere aus Südkorea und den USA, verboten und sieht dafür als Höchststrafe die Todesstrafe vor.

Die Behörden hatten einen Hinweis auf die Schüler bekommen. Daraufhin schlug eine Spezialeinheit – „Surveillance Bureau Group 109“ - der nordkoreanischen Polizei, die eigens darauf spezialisiert ist, das Anschauen illegaler Medien zu verhindern, zu. Die Behörden befragten die Festgenommen gnadenlos, wie RFA berichtet, um weitere Besitzer von Serien-Kopien und den Vertriebsweg sowie den Weg, auf dem die Kopien in das hermetisch abgeschirmte Land gekommen sind, herauszufinden. Die Regierung nimmt den Vorfall sehr ernst und behauptet, dass die Erziehung der Schüler vernachlässigt worden sei. Deshalb wurden auch die Lehrer, Schulvorstände und weiteres Erziehungspersonal hart bestraft. Diese harte Strafe für die Lehrer soll offensichtlich dazu führen, dass andere Lehrer ihre Schüler mehr noch als bisher bespitzeln und überwachen.

Nachdem die Studenten erwischt worden waren, begannen die Behörden, die Märkte nach Speichermedien und Video-CDs mit ausländischen Medien zu durchsuchen, so ein Bewohner der Provinz gegenüber RFA. Die Einwohner hätten nun große Angst, weil sie für den Kauf oder Verkauf von Speichermedien gnadenlos bestraft werden könnten.

Einen der sieben verurteilten Schüler konnten dessen reiche Eltern wohl dadurch vor dem Antreten der Strafe bewahren, indem sie die Behörden mit 3000 US-Dollar bestachen.

Deutsche Post DHL: So kommt die Weihnachtspost sicher an

Deutsche Post DHL erwartet auch 2021 wieder sehr hohe Paketmengen vor Weihnachten. Damit Geschenke und Weihnachtspost sicher und pünktlich beim Empfänger ankommen, gibt Deutsche Post DHL den Kunden folgende Empfehlungen.

1. Pakete frühzeitig bestellen und versenden
Spätester Versandtermin für Pakete und Päckchen innerhalb Deutschlands ist dieses Jahr Montag, der 20. Dezember 2021. Für Briefe und Postkarten ist der spätestmögliche Einwurf Mittwoch, der 22. Dezember 2021 vor der Briefkastenleerung. Alle Details entnehmen Sie dieser Zusammenstellung:

2. Für den Paketversand können Sie neben den rund 23.500 DHL Paketshops und Filialen auch den kostenlosen und kontaktlosen Service an den über 8.200 DHL Packstationen nutzen. Deren Standorte finden Sie hier . Der Versand an der Packstation ist auch ohne vorherige Registrierung möglich.

3. Briefe und Pakete online frankieren, z.B. über das Handy mit der Post & DHL App für iOS und für Android . Die Paketmarke kann zu Hause, an der Packstation sowie in Filialen und Paketshops ausgedruckt werden. Und wer keine Briefmarke zur Hand hat, kann mit der Mobilen Briefmarke seine Post mit App und Stift frankieren. Hierzu das Porto bargeldlos in der App bezahlen, den Portocode gut leserlich oben rechts auf den Umschlag oder die Postkarte schreiben und die Sendung in den nächsten Briefkasten werfen. Mehr unter: www.deutschepost.de/mobile-briefmarke

4. Einen Ablageort oder den vereinbarten Nachbarn für den Paketempfang benennen oder das Paket direkt an eine Packstation schicken lassen.

5. Pakete möglichst früh aus der Packstation oder der Filiale abholen. DHL informiert registrierte Kunden per E-Mail oder Push-Nachricht in der App, wenn ein Paket abholbereit in einer Filiale oder einem DHL-Paketshop liegt.

6. Sie suchen eine Alternative zu Ihrer üblichen Filiale, weil es dort längere Wartezeiten gibt? Mit dem Standortfinder finden Sie alle Standorte von Postfilialen, Paketshops, Packstationen und Briefkästen in der Nähe.

7. Die richtige Verpackung wählen. Verpackungstipps sowie weitere Hinweise zum Versand und Empfang von Weihnachtsgeschenken gibt DHL hier .

8. Bargeld und Wertsachen als Einschreiben Wert versenden und nicht in einfachen Standardbriefen, da der Bargeldversand in normalen Briefen nicht zulässig ist und die Deutsche Post bei Verlust nicht haftet. Lese-Tipp: Einwurfeinschreiben sind nicht immer rechtssicher.

9. Bestellung von Waren im Nicht-EU-Ausland: Seit dem 1. Juli 2021 gelten EU-weit neue Zollbestimmungen. Diese sehen u.a. vor, dass grundsätzlich für Waren aus einem Nicht-EU-Land Einfuhrabgaben zu entrichten sind. Einfuhrabgaben von weniger als einem Euro werden jedoch nicht erhoben. Fallen Abgaben an, die noch bei Ankunft der Sendung in Deutschland zu zahlen sind, legt die Deutsche Post diese Abgaben gegenüber dem Zoll aus und zieht sie bei Zustellung vom Empfänger ein. Aufgepasst: Hierfür erhebt die Deutsche Post eine Auslagenpauschale in Höhe von 6 Euro, unabhängig vom eigentlichen Warenwert. So kann ein auf den ersten Blick sehr günstiger Artikel z.B. aus China schnell um einiges teurer werden als bei der Bestellung gedacht.

Deutsche Post darf Brief-Porto erhöhen: Das kosten Briefe ab 1.1.

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