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29.11.21: Totgesagte leben länger

29.11.2021 | 07:00 Uhr | Peter Müller

Gurman: Apple arbeitet weiter an Ladematte für mehrere Geräte +++ Apple Glasses bis 2023, Apple Car nicht vor 2025 +++ Twitter für iOS bald mit Reaktionen +++ Tesla verzichtet auf über 1 Milliarde deutsche Fördergelder für Akku-Fabrik +++ Endlich: Katastrophen-Warnungen aufs Handy kommen Ende 2022 - die Details

29. November: Schwarzer Montag

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Nur noch vier Wochen bis Weihnachten … Aber ein wirklich schönes Fest wird es wohl nicht. Auf Weihnachtsmärkte kann man gut verzichten, auf Shopping dich an dicht haben wir selbst in anderen Zeiten wenig Lust. Mit Schaudern erinnern wir uns an die Gelegenheiten, bei denen wir uns in der Nähe des Apple Stores in der Münchner Innenstadt durch tausende Leute zwängen musste. Wenn man den zwei Metern Körpergröße recht nahe ist und gewohnt ist, große Schritte zu nehmen, kommt man sehr schnell in die bedrängliche Situation, keinen Fuß mehr vor den anderen setzen zu können und die Sohlen über den Boden schleifen zu müssen.

Was gäben wir darum, heute nach Feierabend uns in ein solches Getümmel werfen zu können.

"Don't it always seem to go, that you don't know what you got 'til it's gone"- sang Joni Mitchel. Aber diesmal hat niemand ein Paradies asphaltiert und darauf einen Parkplatz errichtet. Es die Sturheit und Egozentrik vieler Einzelner, die die Situation für die Allgemeinheit so unerträglich macht. Bei einer Impfrate nahe der 90 Prozent wäre jetzt die einzige Sorge, wie man die so schnell wie möglich auch mit einer dritten und im nächsten Advent mit einer jährlich notwendigen Auffrischungsimpfung erreichen könnte. Stattdessen besteht die Sorge, dass man im Falle einer anderen plötzlichen Erkrankung oder eines Unfalls vor der überfüllten Notaufnahme den Gang alles irdischen geht.

Aber wollen wir nicht schon gleich zu Wochenbeginn zu pessimistisch sein, Montag Morgen ist schlimm genug, vor allem in Monaten wie November, Dezember und Januar, wenn die Sonne nur wie eine ferne Erinnerung aus besseren Tagen wirkt. Machen wir weiter und tun wir das Beste. Das kann in Unterlassen bestehen, man muss nicht noch mal irgendwo hin, bevor es gar nicht mehr geht, man muss in vielen Fällen glücklicherweise auch nicht ins Büro, sondern kann von daheim aus arbeiten.

Einkaufen, das geht auch wunderbar von daheim, wären da nicht die schlechten Arbeitsbedingungen der Zusteller. Lieber mal etwas verzichten, hilft uns allen. Vielleicht schmeckt am Samstag in nicht ganz vier Wochen die Gans dann auch besser.

Bleiben Sie gesund und beehren Sie uns wieder! Nach dem heutige Cyber Monday wird es hier auch nicht mehr so viele Einkaufstipps geben.

Lesetipps für den Montag

Out of the box: Zwar hat immerhin das Macbook Pro M1 Pro und Max zwei Schnittstellen zurückgebracht – HDMI und SD-Card – aber Apple setzt bei anderen Ports konsequent auf Thunderbolt respektive USB-C, dass man ohne Adapter nicht sonderlich weit kommt - außer dem Netzteil, das im Falle der besseren iMacs auch noch Ethernet integriert, liegt in den Schachteln der Macs nichts bei. Welche Adapter essenziell sind, erklärt ein ausführlicher Ratgeber der Macworld.

Neuer Anlauf: Apple musste im Jahr 2019 endgültig die Pläne für die Ladestation Airpower begraben, die irgendwann 2018 erscheinen sollte, nachdem sie zusammen mit dem iPhone X im September 2017 vorgestellt wurde. Seit 2020 gibt es nun das Magsafe Duo, das immerhin zwei Geräte gleichzeitig aufladen kann - iPhone und Apple Watch. Das Gerät ist aber recht teuer und nicht so gut wie die der Konkurrenz. Wie Bloombergs Mark Gurman am Wochenende in seinem Newsletter "Power On" schrieb, arbeite Apple aber nach wie vor an einer Lösung, mit der man mehrere Geräte gleichzeitig aufladen könne. Es sei das Interesse des iPhone-Herstellers, die Produkterfahrung von einem bis zum anderen Ende zu bestimmen und ein System zu schaffen, in dem alle Geräte sich gegenseitig aufladen können, also etwa das iPhone Energie auch vom iPad beziehen und auch die Apple Watch mit Strom versorgen kann.

Lange Zeit: Im gleichen Newsletter schreibt Gurman davon, dass Apple zwischen der Vorstellung von Apple Glasses respektive dem Apple Car bis zu deren Verkaufsstart jede Menge Zeit vergehen lassen wird. Bei der Apple Watch und zuvor dem iPhone lagen zwischen Präsentation und Verkaufsstart etwa ein halbes Jahr, bei der Brille und dem Auto wird es noch weit länger dauern, meint Gurman. Das liege an komplexer Technik und Logistik, die Brille soll schließlich austauschbare optische Gläser bekommen, die es in manchen Ländern für Fehlsichtige gar auf Rezept geben soll, für das Auto seien die Genehmigungen für öffentliche Straßen eine langwierige Angelegenheit, ebenso die Schaffung einer Infrastruktur für Reparatur und Service. Mit einer Ankündigung der Brille rechnet Gurman auf der kommenden WWDC im Juni 2022, bis man sie auf die Nase setzen kann, könne es noch bis 2023 dauern. Das Auto werde nicht vor 2025 rollen.

Gib mir mein Herz zurück: Facebook bietet schon seit etlichen Jahren die Auswahl aus mehreren Reaktionen, davor gab es nur "Daumen hoch" das wie bei Twitter das Herz ein "Gefällt mir" signalisiert. Das ist aber nicht immer die passende Reaktion auf einen Tweet. Laut 9to5Mac steht die iOS-Version der Twitter-App aber kurz davor, ähnlich Facebook "Reaktionen" einzuführen, "Freudentränen", "nachdenkliches Gesicht", "applaudierende Hände" und "weinendes Gesicht" - das Herz soll bleiben wie auch Facebook seinen Daumen behalten hat. Dazu werde Twitter auch ein "Downvote"-Feature einführen, womit man Tweets, die nicht zum Thema passen, herabwählen kann. Diese Downvotes werden aber nicht angezeigt und sind nur dem Algorithmus bekannt.

Ausgezeichnet: Tim Cook wurde auf einem Heimatbesuch in Alabama von seiner Alma Mater, der Universität Auburn mit dem “Institute of Industrial and Systems Engineers Captains of Industry Award” ausgezeichnet - im Rahmen des College-Football-Spiels zwischen Auburn und Alabama State. Letztere gewannen die Partie, was nicht weiter verwundert - Alabama State ist im College-Football eine große Nummer, und brauchte dazu nicht einmal die Unterstützung von Ted Lasso …

Weitere Nachrichten:

Tesla verzichtet auf über 1 Milliarde deutsche Fördergelder für Akku-Fabrik

Tesla verzichtet auf knapp über eine Milliarde Euro deutscher Steuergelder. So viel staatliche Förderung könnte Tesla nämlich eigentlich für den Bau seiner Akku-Fabrik im brandenburgischen Grünheide bekommen, wie im September 2021 bekannt wurde. Doch Tesla verzichtet auf diese bereits genehmigten Fördergelder, wie jetzt Süddeutsche Zeitung und das Handelsblatt berichten. Beide Medien berufen sich auf Aussagen des Bundeswirtschaftsministeriums und von Tesla auf eine entsprechende Anfrage der Deutschen Presse Agentur.

Demnach habe der US-Elektro-Autobauer-Pionier das Wirtschaftsministerium Brandenburg darüber informiert, dass Tesla nicht weiter eine Teilnahme an dem zweiten europäischen Großvorhaben zur Batteriezellfertigung verfolgen möchte. Tesla zog deshalb den entsprechenden Förderantrag zurück. Einen Grund für diesen Rückzieher nannte Tesla nicht.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Tesla hält weiter an dem Bau einer Batterie-Fabrik in Grünheide fest. Die Batterie-Fertigung und das Batterien-Recycling wären dann neben der Produktion des Tesla Model Y der zweite Aufgabenbereich der Tesla-Niederlassung in Grünheide. Laut dem Tagesspiegel sollen allein in Teslas Batteriezellenfabrik rund 2000 Jobs entstehen. Die Auto-Herstellung darf Tesla bisher aber noch nicht starten, weil noch nicht die finale behördliche Genehmigung vorliegt und die von Gegnern des Fabrikbaus vorgebrachten Einwendungen noch bearbeitet werden müssen.

Die EU hatte die staatliche Förderung für die Batteriefertigung in Grünheide bereits genehmigt. Diese Gelder können nun für andere Zwecke eingeplant werden.

Für die Auto-Produktion in Grünheide erhält Tesla separat staatliche Fördergelder.

Endlich: Katastrophen-Warnungen aufs Handy kommen Ende 2022 - die Details

Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat der Einführung von Cell Broadcast, also dem Versand von Warn-SMS im Katastrophenfall, zugestimmt. Das berichtet Spiegel Online. Ab Ende 2022 sollte es dann endlich auch in Deutschland möglich sein, Menschen per SMS vor Katastrophenereignissen zu warnen.

Noch im Sommer 2021 war davon die Rede gewesen, dass Cell Boardcast bereits ab dem darauffolgenden Sommer zur Verfügung stehen solle. Doch dieser Termin ließ sich nicht halten. So wird es also Ende 2022 werden, bis dieses einfache Warninstrument auch in Deutschland zur Verfügung steht. Weiter unten in dieser Meldung stellen wir die Funktionsweise und die Vorteile von Cell Broadcast ausführlich vor. 

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