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8.11.21: Die Zukunft von M2 und M3

08.11.2021 | 07:10 Uhr | Peter Müller

So schnell sollen Apples nächste Chip-Generationen werden +++ Apple heuert Ex-Ingenieur von Tesla an +++ Hollywood daheim mit dem iPhone 13 Pro Max +++ DJI veröffentlicht Mavic 3 und Mavic 3 Cine +++ iPhone mit USB-C für 100.000 Dollar auf Ebay +++ Telekom will Glasfaserausbau beschleunigen

8. November: Let me get it back

Macwelt wünscht einen guten Morgen! In der John-Grisham-Verfilmung „Der Klient“ gibt es die wunderschöne Szene, in der Anwältin Reggie Love erstmals auf ihren minderjährigen Klienten Mark Sway trifft und dieser wenig von der „alten Schachtel“ begeistert ist. Diese wisse ja bestimmt nicht, wie denn die ersten vier Platten von Led Zeppelin hießen. Die von Susan Sarandon dargestellte Anwältin kann ihren Klienten schließlich doch davon überzeugen, dass er nur mit ihrer Hilfe die nächsten 110 Filmminuten überleben würde und dreht sich im Herausgehen aus dem Besprechungsraum noch einmal um: „Die ersten Alben von Led Zeppelin heißen einfach nur I, II und III. Das vierte hat keinen Titel, wird aber allgemein IV genannt.“ Nicht nur Mark Sway ist beeindruckt.

Titellose Alben sind nicht ungewöhnlich, etwa das „Weiße Album“ der Beatles, das  erst kürzlich in einer Remastered-Version erschienen „schwarze“ von Metallica oder das von Genesis zwischen "Abacab" und "Invisible Touch". Das vierte Album von Led Zeppelin hat ebenso keinen Titel, die IV ist als inoffizieller Titel aber nicht verkehrt, da auf den Vorgängern eben gut sichtbar die römischen Ziffern prangen. Apple Music positioniert sich da eindeutig, dort heißt das Werk „ Led Zeppelin IV “.

"Four Symbols" könnte an auch sagen, denn Plant, Page, Bonham und Jones haben auf dem LP-Cover innen vier erklärungsbedürftige Symbole anbringen lassen, die sie indes nie erklärten - davon ist in digitalen Zeiten nichts mehr übrig geblieben. Oder man sagt einfach zu der am 8. November 1971, heute vor 50 Jahren, erschienen Platte: Das Album mit „Stairway to Heaven“.  Das ist zwar ein bisschen ungerecht gegenüber Titeln wie „Black Dog“ oder „Rock and Roll“, die die vier Briten auch auf dem berühmten Reunionkonzert 2007 aufführten, aber der Song mit der Dame, die wir alle kennen, und die meint, sich alles kaufen zu können, inklusive Glückseligkeit, ist nun einmal das Zentrum der Scheibe.

Und wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass die vier auf der zweiten Seite heute kaum noch bekannt sind, der wer wollte die LP nach diesem Song überhaupt noch umdrehen? Nein, alles noch mal von vorne. Und nochmal und nochmal. Dann erst die zweite Seite anhören, an deren Ende "When the Levee Breaks" wartet. Das muss man den Musikhörern von heute überhaupt noch erklären, dass Stairway to Heaven zwar ganze Universen der Lyrik und der Musik eröffnet, aber nicht allein steht. Und dass die Reihung von Songs in Alben kein Zufall ist und der Bruch in der Mitte oft gewollt. Das Album als solches scheint aber trotz der Bemühungen vieler Experten 50 Jahre nach Veröffentlichung von „IV“ endgültig Vergangenheit zu sein.

Hat aber nicht neben dem Musikalbum auch die Musik generell an Bedeutung verloren? Ist das, was wir heute als Popmusik bezeichnen und per Stream im Abo beziehen, einfach nur beliebige Ware, die Kalkulationen unterliegt und den ein oder anderen Profit erwirtschaftet, wer auch immer den einstreicht? Für Rock’n'Roll sind es keine einfache Zeiten, seit er in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und die überlebenden Protagonisten der Urformationen reif für das Altersheim oder zumindest das Sauerstoffzelt nach jedem Auftritt sind. Es ist auch kein Zeichen der Auflehnung mehr, als Mann längere Haare zu tragen, mit schwarzen Jungs herumzuhängen oder mit einer Lautstärke Musik vorzutragen, bei der ungeübte Ohren erst einmal erschrecken (direkt im klassischen Orchester zu sitzen, ist für das Gehör übrigens fast genau so schädlich, wie als Rock’n’Roller vor einer Verstärkerwand herum zu turnen).

Muss man sich bald wieder für seinen Musik- und Frisurengeschmack entschuldigen? Oder sich am Ende noch seiner sexuellen Orientierung oder seiner Hautfarbe schämen? Nein, wenn es in der Hecke raschelt, handelt es sich nur um einen Frühjahrsputz für die Maikönigin.

Lesetipps für den Montag

Schelle Zukunft: Die erste Generation Apple Silicon, SoCs mit Namen M1, M1 Pro und M1 Max treiben beeindruckend schnelle und sparsame Macs und haben noch den Geruch von etwas völlig Neuem, doch schon bald könnten die Nachfolger M2, M2 Pro und M1 Max die heutigen Chips alt aussehen lassen. The Information wagt einen Ausblick auf die nächste Generation, die TSMC für Apple in einem optimierten 5-nm-Prozess bauen werde. Dieser N4P-Node ermögliche sechs Prozent kleinere Dies, was zu einerm Performancegewinn von zehn Prozent führen könnte. Die neuen SoCs kommen aber mit zwei Dies, berichtet The Inforamtion weiter, das führe vorrangig zu deutlich mehr Kernen als bisher.  Die dritte Generation werde dann im 3-nm-Prozess gefertigt, mit bis zu vier Dies und 40 CPU-Kernen: M1 Pro und Max haben jeweils zehn CPU-Kerne. Mit der zweiten M-Generation sei ab Ende 2022 oder Anfang 2023 zu rechnen, die dritte komme nicht vor 2024 in ein Produkt.

Hollywood daheim: Prominente Filmemacher preisen das iPhone13 Pro Max als ideale Kamera, mit der man Szenen drehen kann, die zuvor so nicht möglich waren. Man darf sich trotzdem nicht der Illusion hingeben, der Kinomodus würde professionelles Equipment ersetzen und komplette Filme würden auf ein Telefon passen, sofern es 1 TB Speicher mitbringt. In Apples Promo-Video-Reihe "Hollywood at Home" zeigen aber Profis, wie man mit dem iPhone auch daheim Szenen drehen kann, die an Hollywood erinnern, etwa Verfolgungsjagden mit ferngesteuerten Autos oder beeindruckende Landschaften mit Armeen aus Gummibärchen und Panzern aus Marzipan.

Unsensibel: Am Freitag ist es bei einem Konzert des Rappers Tracis Scott beim von ihm selbst organisierten Festival "Astroworld" zu einer Katastrophe gekommen - in einer Massenpanik starben acht Konzertbesucher, 300 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Apple Music, welches das Festival live streamte, hat mittlerweile einen Gedenktweet für die Opfer veröffentlicht . Laut Variety war es aber am Freitag zu einem missverständlichen bis unsensiblen Tweet gekommen. Dieser war offenbar vorproduziert, zeigte fröhliche Konzertszenen und schloss mit dem Slogan "Sehen wir uns auf der anderen Seite!". Auch Stunden nach den ersten Meldungen von der Katastrophe sei er noch online gewesen.

Personalie: Apple hat mit CJ Moore für sein vermutetes iCar-Projekt einen weiteren  ehemaligen Tesla-Ingenieur angeheuert, berichtet Bloomberg. Morre wird unter Stuart Bowers arbeiten, der ebenfalls von Tesla nach Cupertino kam. Moore war im Frühjahr dadurch aufgefallen, dass er Elon Musk widersprach, der in einem Tweet vollautonomes Fahren als Nahziel erscheinen ließ. Aus Sicht eines Ingenieurs entspreche das jedoch nicht der Realität, bis man nicht weitere Millionen Meilen auf der Teststrecke gefahren sein, entgegnete Moore, der kurz darauf Tesla verließ.

Weitere Nachrichten:

iPhone mit USB-C für 100.000 Dollar auf Ebay

Als der Bastler mit dem Youtube-Usernamen Kenny Pi seine Kreation, ein iPhone X mit USB-C-Anschluss, auf Ebay zum Verkauf einstellte , hat er sicher nicht mit einem derartigen Ansturm auf das Gerät gerechnet: Zum Zeitpunkt dieses Updates liegt das Höchstgebot bei 100.100 US-Dollar. Die Anzeige läuft aber noch sechs weitere Tage, ein weiterer Anstieg ist also durchaus möglich.

Dabei sind dem Käufer einige Bedingungen auferlegt. Er stimmt nämlich zu, das iPhone weder wiederherzustellen, zu löschen noch zu aktualisieren. Außerdem soll es nicht als Alltagsgerät genutzt oder auseinandergenommen werden. Der Verkäufer garantiert die Funktionalität des iPhones nur, solange diese Bedingungen eingehalten werden. Bei Nichtbeachtung übernimmt er keine Verantwortung für mögliche Probleme.

DJI veröffentlicht Mavic 3 und Mavic 3 Cine

Mit der Mavic 3 und der Mavic 3 Cine hat DJI in dieser Woche zwei neue Kamera-Drohnen vorgestellt. Das Top-Modell - die DJI Mavic 3 Cine – kostet 4.799 Euro und filmt in Apples Prores 422 HQ-Format mit 5,1K mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde. Die Drohne verfügt über einen integrierten SSD-Speicher mit einem Terabyte, der jedoch nicht ausgetauscht werden kann.

Mit 2.099 Euro deutlich günstiger fällt die DJI Mavic 3 aus. Sie unterstützt weder Prores, noch hat sie einen integrierten SSD-Speicher. Dafür kommt bei diesem Modell das selbe Dual-Kamera-System mit 4/3-CMOS-Sensor wie bei der DJI Mavic 3 Cine zum Einsatz. Beide Drohnen filmen mit 4K und bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Fotos nehmen sie mit 20 Megapixeln auf. Neben der Hauptlinse mit 24 Millimetern, verbaut DJI außerdem eine Hybrid-Zoom-Linse mit bis zu 28-fachem Digital-Zoom. Damit sind Brennweiten von bis zu 162 Millimetern möglich.

Der Akku in beiden Drohnen soll bis zu 46 Minuten Flugzeit bieten. Wie schon die Vorgänger-Modelle, setzen auch die DJI Mavic 3 und die Mavic 3 Cine auf die Hasselblad Natural Color Solution, die für natürliche Farben bei Fotos und Videos sorgen soll. Andere Farbprofile können ebenfalls genutzt werden. HDR unterstützen die Drohnen jedoch nicht. DJI hat außerdem die Hinderniserkennung verbessert. An Bord sind zudem Advanced RTH (return to home), APAS 5.0 aud ActiveTrack 5.0. OcuSync 3+ verspricht zudem bis zu 15 Kilometer Reichweite.

Im deutschen Online-Shop von DJI können die beiden Drohnen ab sofort bestellt werden. Die DJI Mavic 3 ist ohne Zubehör für 2.099 Euro erhältlich. Im Fly More Combo Paket mit Tragetasche, ND-Filterset, Zusatz-Akkus und Ladestation schlägt sie mit 2.799 Euro zu Buche. Das Mavic 3 Cine Premium Combo Paket kostet mit DJI RC Pro Fernsteuerung 4.799 Euro.

Telekom will Glasfaserausbau beschleunigen

Der Glasfaserausbau in Deutschland soll Menschen schnellere Internetanschlüsse ermöglichen. Die Deutsche Telekom will in diesem Bereich in den nächsten Jahren deutlich zulegen. Dazu wurde nun eine langfristige Partnerschaft mit dem IFM Global Infrastructure Fund angekündigt. Dabei stehe eine 50-prozentige Beteiligung an der Ausbaugesellschaft GlasfaserPlus GmbH im Fokus. Das so entstandene Joint Venture soll bis 2028 vier Millionen zusätzliche gigabitfähige FTTH-Anschlüsse im ländlichen Raum und in Fördergebieten schaffen. Dazu komme das bereits ausgegebene Ziel, bis 2024 insgesamt 10 Millionen Haushalte ans Glasfasernetz anzubinden.

Die Deutsche Telekom investiert dafür in Deutschland mehr als alle anderen Anbieter. Ab dem kommenden Jahr würden sechs Milliarden Euro pro Jahr in den Glasfaserausbau investiert, dazu kommen weitere Mittel durch die GlasfaserPlus GmbH. Bis 2030 sollen über 30 Milliarden Euro in Glasfaser investiert werden. Die Telekom appelliert jedoch auch an ihre Mitbewerber, den Ausbau weiter voranzutreiben.

Mit GlasfaserPlus soll speziell die Digitalisierung des ländlichen Raums vorangetrieben werden. Für IFM Investors und IFM Global Infrastructure Fund sei das Joint Venture ein attraktives Investment. Noch fehle jedoch eine ausstehende Genehmigung für das Joint Venture. Das so entstandene Netz an Glasfasernetzten soll auch Mittbewerbern diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt werden. Nach Angaben der Telekom komme der Glasfaserausbau in Deutschland gut voran. Im laufenden Jahr würden 1,2 Millionen FTTH-Anschlüsse entstehen. Bis 2024 würden schon zehn Millionen Anschlüsse zur Verfügung stehen. Danach sollen im Schnitt 2,5 Millionen FTTH-Anschlüsse pro Jahr entstehen.

 

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