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Dienstag, 11. Januar

11.01.2011 | 00:00 Uhr

Digg-Gründer rechnet mit iPad 2 am 1. Februar +++ Verizon-iPhone womöglich mit LTE? +++ Intel: Light Peak ist fertig +++ IBM erhält die meisten Patente, Apple unter Top 50 +++ Nvidia bekommt 1,5 Milliarden Dollar von Intel +++ Elektronikmesse CES legt wieder deutlich zu +++ Cebit-Trend: Internet macht Stromzähler intelligenter +++ AAPL weiter auf Rekordkurs

Morgenmagazin: Durchblick
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Digg-Gründer rechnet mit iPad 2 am 1. Februar

Dass Apple im Jahr 2011 eine zweite Fassung des iPad auf dem Markt bringen wird, dürfte so sicher sein wie der Sonnenaufgang. Den genauen Zeitpunkt für das Auftauchen des iPad 2 kennt außer den bei Apple Eingeweihten jedoch keiner - der Sonnenaufgang hingegen lässt sich genau berechnen.

Angesichts der zahlreichen Produktvorstellungen von Tablet-PCs auf der Elektronikmesse CES in dieser und der letzten Woche ist jedoch wahrscheinlich, dass sich Apple nicht mehr allzu viel Zeit mit der Ankündigung eines neuen iPad lässt. Der Gründer des sozialen News-Networks Digg Kevin Rose will nun aus "zuverlässiger Quelle" einen genauen Termin erfahren haben: Demnach wird Apple das iPad 2 am 1. Februar, einem Dienstag, der Öffentlichkeit präsentieren.

Über Features des iPad 2 weiß Rose wenig Erhellendes zu berichten, zwei Kameras an Vorder- und Rückseite sollen auch das iPad an Videokonferenzen über Facetime teilnehmen lassen. Eine derartige Spekulation werde durch iPad-Hüllen mit entsprechenden Löchern unterstützt, die in der letzten Woche auf der CES in Las Vegas aufgetaucht waren. Das Display des neue iPad soll eine höhere Auflösung als das des aktuellen Modelles aufweisen, vom Begriff "Retina-Display", den Rose ursprünglich verwendete, ist er jedoch wieder abgekommen.

Der 1. Februar klingt als Termin für die iPad-2-Premiere durchaus realistisch, das Original hatte Apple am 27. Januar 2010 präsentiert. Wie das iPhone und die iPods sollte auch das iPad einen einjährigen Produktzyklus erleben. Ob Apple anders als im Vorjahr das iPad 2 dann auch gleich wird liefern können, verrieten die zitierten Quellen Rose jedoch nicht. Wer sich aber jetzt ein iPad kaufen wollte, sollte besser noch eine Weile damit warten. Wie viele iPads Apple im Weihnachtsgeschäft verkauft hat, wird der Hersteller nächste Woche mit seiner Bilanz für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2010/2011 offen legen.

Eine Woche der kolportierten iPad-Premiere steigt in San Francisco die zweite Macworld Expo ohne Apple. Für Produktpräsentationen nutzt Apple eigenen "Special Events", die der Mac-Hersteller in der Regel ein bis zwei Wochen vorher ankündigt.

Verizon-iPhone womöglich mit LTE?

Heute Abend ab 17 Uhr wird der US-Mobilfunkprovider Verizon vermutlich ein neues iPhone vorstellen. Dabei dürfte es sich um ein modifiziertes iPhone handeln, das auf den Funkstandard CDMA ausgerichtet ist, den Verizon anstatt GSM und UMTS nutzt. Das iPhone 4 CDMA oder wie auch immer es Apple und Verizon nennen werden, markiert das Ende der exklusiven Providerbindung nun auch in den USA, dreieinhalb Jahre nach der Markteinführung des iPhone. In Europa wird sich das neue iPhone mangels CDMA-Netz wohl nicht nutzen lassen, doch fordert bereits ein Analyst, dass Verizon einen halben Schritt weitergehen und das iPhone auch im Mobilfunknetz der vierten Generation LTE (Long Term Evolution) soll funken lassen. Ein Dual-band-iPhone mit CDMA und LTE würde potentiell 15 Millionen Mobilfunkabonnenten in den USA ansprechen, rechnet der PRTM-Analyst Dan Hays unseren Kollegen der Computerworld vor. Ein reines CDMA-Handy hingegen träfe auf derzeit nur 7 Millionen Kunden. Zunächst sei jedoch mit einem reinen CDMA-iPhone für einen Preis zwischen 200 und 250 US-Dollar zu rechnen, meint Hays. LTE-Netze betreibt Verizon in den USA in mittlerweile 38 Ballungszentren, bis Ende 2013 will der Provider das ganze Land abdecken. Auch in Europa nimmt der Aufbau des LTE-Netzes langsam Gestalt an. Die technischen Beschränkungen des CDMA-Netzes hinsichtlich Multitasking und globaler Nutzbarkeit würden den Verkauf behindern, PRTM rechnet daher mit fünf bis maximal sieben Millionen Verkäufen im Jahr 2011, einem Bruchteil dessen, was Apple in GSM/UMTS-Netze verkauft. LTE hingegen würde mit Datentransferraten von bis zu 12 Mbit pro Sekunde gut zehn mal so schnell funken wie ein CDMA-Handy.

Hays rechnet zwar zunächst mit einem reinen CDMA-Angebot, wäre aber "ein wenig enttäuscht", wenn das heute Abend präsentierte Verizon-iPhone nicht LTE-fähig wäre. Apple werde "bald" seine Technik an LTE anpassen, wohl aber noch nicht heute.

Intel: Light Peak ist fertig

Intels Chef der Architecture Group David Perlmutter hat dem IDG News Service auf der CES verraten, dass die im Jahr 2009 angekündigte Technologie zur Verbindung von Computern mit Peripherie Light Peak fertig für den Einsatz sei. Light Peak hat Intel dafür konzipiert, zwischen Rechner und Peripherie wie Monitoren, Speicher oder mobilen Geräten Daten über schnelle Glasfaserkabel auszutauschen. Die ersten Umsetzungen der Technologie werde jedoch auf Kupferdrähten basieren, räumte Perlmutter ein. Die Glasfasertechnologie sei wie jede neue Technologie noch sehr teuer, wohingegen die Leistungen der Kupferdrähte sich als besser als erwartet herausgestellt hätten. Light Peak verspricht Datenübertragungsraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde auch auf Strecken von bis zu 100 Metern - jedoch nur mit Glasfaser, Kupfer dürfte deutlich geringere Geschwindigkeiten erreichen und eine höhere Dämpfung des Signals erleiden. Details dazu nannte Perlmutter im Interview jedoch nicht. Perlmutter wollte sich auch nicht auf die Diskussion einlassen, ob Light Peak denn USB ablösen könne: "USB 3.0 ist bereits im Markt etabliert. Ich weiß nicht, ob sich das ändern wird." Es sei jedoch möglich, dass die beiden Technologien nebeneinander existierten.

IBM erhält die meisten Patente, Apple unter Top 50

Nach einer Statistik von IFI Claims Patent Services hat im vergangenen Jahr IBM in den USA die meisten Patente zugesprochen bekommen. "Big Blue" habe demnach 5.896 Schutzschriften für sich beanspruchen können. Der Abstand auf den zweiten Samsung ist beträchtlich, der koreanische Konzern konnte 4.551 US-Patente gewinnen, Microsoft folgt auf Platz drei mit 3.094 Patenten. Die Top Ten komplettieren Canon (2.552), Panasonic (2.482), Toshiba (2.246), Sony (2.150), Intel (1.653), LG Electronics (1.490) und HP (1.480). Die Top Ten ist gegenüber dem Vorjahr nur auf dem neunten Platz verändert, LG hat Seiko verdrängt. IBM, schon im Vorjahr Spitzenreiter, hat als erste Firma in der IFI-Statistik mehr als 5.000 Patente in einem Jahr gewährt bekommen. Erstmals hat IFI auch Apple Apple in die Liste der 50 Firmen mit den meisten Patenten aufgenommen, auf Position 46 mit 563 gewährten Patenten. 2010 sei generell ein Rekordjahr für Patente gewesen, das US-Patente- und Markenamt gewährte insgesamt 219.614 Schutzschriften.

Nvidia bekommt 1,5 Milliarden Dollar von Intel

Geldregen für den Grafikkarten-Spezialisten Nvidia: Das Unternehmen bekommt 1,5 Milliarden Dollar vom Chip-Riesen Intel. Damit wurde am Montag ein Patentstreit der beiden US-Konzerne beigelegt. Intel bekommt für die umgerechnet rund 1,16 Milliarden Euro eine Lizenz auf alle Nvidia-Technologien für sechs Jahre. Der Grafikchip-Konzern darf im Gegenzug zwar auch einige Intel-Technologien lizenzieren - das «Kronjuwel», die x86-Plattform, auf der immer noch der Großteil heutiger PC-Prozessoren basiert, ist aber nicht darunter.

Intel hatte selbst den ersten Schritt auf dem Weg zu dem teuren Lizenz-Deal gemacht. Anfang 2009 hatte der Halbleiter-Marktführer Nvidia verklagt. Es ging um die Frage, ob die bisherige Lizenz von Nvidia ausreicht, um sogenannte Grafik-Chipsets zu neuen Intel-Prozessoren zu verkaufen. Nvidia klagte zurück, drohte damit, einen eigenen x86-Prozessor zu entwickeln und zog sich schließlich aus dem Chipset-Geschäft zurück.

Zuletzt kündigte Nvidia zwar auch einen Hauptprozessor an, er soll aber auf der Architektur des Intel-Konkurrenten ARM basieren. Die ARM-Plattform dominiert im Markt für Smartphones, weil sie besonders stromsparend ist. Die Grafik-Chips sind für Computer immer wichtiger geworden. In neuesten Prozessor-Generationen werden sie mit der zentralen Recheneinheit zusammengeschaltet, um die Leistung zu erhöhen. So sind die 1,5 Milliarden Dollar, die in fünf jährlichen Tranchen ausgezahlt werden, für Intel zwar ein stolzer Preis, aber auch eine Investition in eine Zukunftsvision.

Der Intel-Erzrivale AMD hatte 2006 den Nvidia-Konkurrenten ATI gekauft, um integrierte Chips zu entwickeln. Der Deal führte jedoch zu Milliardenverlusten und die Kombi-Prozessoren kommen erst jetzt auf den Markt. AMD-Chef Dirk Meyer trat ebenfalls am Montag nach zweieinhalb Jahren an der Spitze zurück. (dpa)

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