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Dienstag, 13. Dezember

13.12.2011 | 00:00 Uhr

Kindle und iPad 3 senken Analystenerwartungen +++ Zweifel an Open-Source-Strategie für WebOS +++ Patenttroll Digitude mit Apple-Lizenzrechten gegen Amazon, HTC & Co. +++ AT&T und T-Mobile wollen Prozessaufschub +++ Mac App Store zählt 100 Millionen Downloads +++ Mit Memory Frohe Weihnachten-App Kindern in Not helfen +++ iTunes 10.5.2 behebt Probleme +++ Neue Firmware für Thunderbolt-Displays +++ Samsung verbucht Rekordabsätze mit seinen Handys +++ Chrome laut Studie sicherster Browser sein +++ Erstes großes Kindle-Fire-Update noch vor Weihnachten +++ Tipp: Backup nach dem Update auf iOS 5 löschen +++ AAPL verliert leicht

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Kindle und iPad 3 senken Analystenerwartungen

Aller Voraussicht nach dürfte Apple im laufenden Quartal einen neuen Verkaufsrekord für das iPad aufstellen, doch reduzieren einige Analysten ihre Erwartungen an die Zahlen. Das zum Kampfpreis auf den Markt geworfene Kindle Fire schade ebenso den iPad-Verkäufen wie die Erwartungen der Apple-Kunden, schon im Frühjahr 2012 das iPad 3 erwerben zu können. Shaw Wu von Sterne Agee reduzierte seinen Forecast von 15 Millionen auf 13,5 Millionen Stück und sieht damit den größten Effekt. Michael Walkley von Canaddord Genuity rechnet nur noch mit 13 Millionen iPads, bisher hatte er 14 Millionen Stück angenommen. Ebenfalls 13 Millionen iPads sieht Mark Moskowitz von J.P. Morgan in Apples Bilanz, er war aber zuvor nur von 13,3 Millionen Stück ausgegangen.

Shaw Wu sieht den Markt für Tablets gar überschätzt, wie unsere Kollegen von Macworld UK unter Bezug auf Investor’s Business Daily berichten: "Vielleicht ist der Tablet-Markt nicht so groß, wie die Leute dachten. Erinnert man sich an all das Gerede, dass Tablets den PC überholen werden? Ich gehöre nicht diesem Lager an. Eine Menge anderer Leute schon. Aber vielleicht nicht mehr."

Amazons Kindle Fire werde ein ernsthafter Marktteilnehmer, die Analysten von Forrester Research rechnen mit fünf Millionen verkauften Amazon-Tablets bis Ende Januar 2012. Das Kindle Fire hätten einige Kritiker grundliegend falsch verstanden, meint Scott Devitt von Morgan Stanley. Amazon gehe es nicht darum, mit dem Fire gegen das iPad zu konkurrieren, stattdessen gehe es dem Konzern um die Errichtung eines großen Ökosystems von Inhalten. Das Kindle Fire mit seinem 7-Zoll-Display sei zudem deutlich günstiger als das iPad 2, was viele technische Unzulänglichkeiten des Lesegerätes gegenüber dem Tablet kompensieren könne.

Zweifel an Open-Source-Strategie für WebOS

Im August hatte Hewlett-Packard (HP) zunächst bekannt gegeben, sein PC-Geschäft ausgliedern oder verkaufen zu wollen und WebOS inklusive des mäßig erfolgreichen Tablets Touchpad einzustellen. In Sachen PC-Geschäft ist HP nach einem Wechsel an der Führungsspitze zurück gerudert, bezüglich WebOS hat der Konzern am Freitag angekündigt, den Quellcode des einst von Palm entwickelten mobilen Betriebssystem unter Open-Source-Lizenz zu veröffentlichen. Die Ankündigung wirft aber mehr Fragen auf, als sie Antworten gibt, HP hat sich bisher nur sehr nebulös geäußert, wie es WebOS weiter unterstützen werde. Über die Zukunft von WebOS sind Marktbeobachter geteilter Meinung.

"Das ist ein Todesurteil, aber ein ehrenhaftes," meint der Analyst Avi Greengart von Current Analysis. HP werde das lästige Projekt los, und jeder, der einen Nutzen darin sehe, könne sich nun damit beschäftigen. Will Stofega von IDC fehlt die Unterstützung für WebOS seitens HP: "Das kann nicht allein als wissenschaftliches Experiment bestehen". So könne man aber keine großen Investitionen in das System erwarten, Weiterentwicklung des Systems und von Apps würde sich nicht lohnen. Telefonhersteller würden damit kein Interesse an WebOS haben, da es an Apps für das System fehle.

Mit Open Source alleine könne man nicht erfolgreich sein, erklärt Jack Gold von J. Gold Associates: "Warum ist Android erfolgreich? Nicht nur, weil es quelloffen ist, sondern weil Google dahinter steht." WebOS könne man mit anderen Linux-basierten Projekten vergleichen, die sich nur langsam entwickelten. Der mobile Markt ticke aber "zehnmal schneller", behauptet Gold.

Welche Open-Source-Lizenz HP auf WebOS anwende, sei zudem noch nicht klar, merkt Jay Lyman von The 451 Group an. Der Analyst spekuliert auf die Apache-Lizenz, die sehr weitreichende Änderungen erlaube, Entwickler könnten quelloffenen Code mit ihrem eigenen kombinieren und die daraus entstandenen Produkte verkaufen. Der Zeitplan stehe auch noch nicht fest. Proprietären Code in Open Source zu wandeln, könne mitunter lange dauern, wie Nokia an seinem System Symbian feststellen musste, das einige seiner patentierten Technologien in den Code verarbeitet hatte. Der Fall von WebOS sei aber nicht so komplex, die Veröffentlichung des Quellcodes für die erste Jahreshälfte 2012 zu erwarten.

Wer überhaupt an WebOS Interesse haben könnte, ist ebenso Gegenstand von Spekulationen unter Analysten. Eine interessante Theorie hat Chris Hazelton von The 451 Group. LG, noch recht neu im Smartphonemarkt und nur mit einem kleinen Marktanteil, könnte sich eventuell für WebOS begeistern. Als Nutzer denkbar seien auch Hersteller, deren Geräte nicht viele Apps benötigten, dafür mehr auf Medieninhalte setzten, wie es etwa beim Kindle Fire der Fall sei. Es gebe durchaus Bedarf für ein kostengünstiges High-End-System ohne Altlasten. Dem pflichtet auch Lyman bei, die Sorge um rechtliche Problem rund um Android könnte Hersteller über WebOS nachdenken lassen. Selbst HP halte es nicht mehr für ausgeschlossen, neue Tablets mit WebOS herauszubringen, berichtet der IDG News Service.

Das Problem an WebOS sei nie dessen Qualität gewesen, meint Will Stofega: "Es ist großartig, keine Frage." Nur sei WebOS zu spät auf dem Markt erschienen.

Patenttroll Digitude mit Apple-Lizenzrechten gegen Amazon, HTC & Co.

Ein Patente"troll" wie das erst 2010 gegründete Digitude Innovations sammelt Patente anderer Firmen in einem gemeinsamen Pool (Konsortium) um diese seinerseits zu Geld machen. Firmen, die an diesem Pool teilhaben, können ihrerseits Patente aus dieser Sammlung nutzen.

Derzeit führt Digitude, das in Virginia (USA) beheimatet ist, Lizenzrechtverfahren beim International Trade Commission (ITC), der internationalen amerikanischen Handelskommission, gegen Größen wie Amazon, HTC, LG, Nokia, RIM, Samsung und Sony. Dies berichtet der US-Blog Techcrunch. Zwei der vier Patente, auf die Digitude Anspruch erhebt, gehörten zuvor Apple, und sind offensichtlich erst dieses Jahr in das Konsortium von Digitude übergegangen. Dabei handelt es sich um Patente im Bereich der mobilen Information und Kommunikation, wie sie insbesondere bei Smartphones genutzt werden. Die entscheidende Frage ist nun, was Apple veranlasst haben könnte, sich diesem etwas undurchsichtigen Patentrechtesammler und -verfolger anzuschließen. Spekulationen gehen in die Richtung, dass das Großunternehmen aus Cupertino mit dem Beitritt Lizenzrechtverfahren gegen Konkurrenten starten könnte, ohne dass zu viel Aufmerksamkeit in den Medien dadurch entstünde. Für wahrscheinlicher jedoch hält Techcrunch, die mit geradezu detektivischer Spürarbeit dem Weg von Apple-Patentrechten über einen ominösen Zwischenhändler zu Digitude nachgegangen sind, dass dieses an Apple herangetreten ist und einen Deal über die gegenseitige Verwendung von Lizenzrechten aus dem Pool abgeschlossen hat. Die Rede ist von einem Dutzend Patenten, die Apple dort eingebracht haben soll. Im Rahmen der zahlreichen Streitigkeiten und Verbotsanträge um und wegen vorgeblicher oder tatsächlicher Lizenzrechtvergehen der verschiedenen Smartphone-Anbieter einschließlich Apple muten diese neuen Informationen wie der weitere Höhepunkt eines fast schon bis aufs Messer geführten Verdrängungswettbewerbs an, von denen die potentiellen Kunden am Ende am wenigsten haben werden. Doch vorläufig bleibt abzuwarten, welche weiteren Details an die Oberfläche sickern. Laut Techcrunch wollten sich weder Apple noch Digitude dazu äußern. Die durchaus spannenden Einzelheiten zu diesen Enthüllungen finden sich auf der Site von Techcrunch .

AT&T und T-Mobile wollen Prozessaufschub

Der US-Mobilfunkcarrier AT&T hat das Bezirksgericht in Washington D.C, um Aufscub des Prozesses gebeten, der die geplante Fusion mit der US-Tochter der Deutschen Telekom T-Mobile USA verhindern soll. Unterstützung erhält AT&T in diesem Anliegen vom US-Justizministerium. Das Gericht soll seine Untersuchungen bis zum 18. Januar 2012 anhalten, in der Zeit wollen AT&T und T-Mobile "alle Optionen evaluieren", wie der IDG News Service berichtet. "AT&T verpflichtet sich dazu, zusammen mit Deutsche Telekom eine Lösung zu finden, die im besten Interesse unserer jeweiligen Kunden, Aktionäre und Angestellten ist," heißt es in einer Erklärung. AT&T und T-Mobile USA wollen die Bedingungen ihrer Fusion überdenken, um den behördlichen Vorgaben entsprechen zu können. Für AT&T wird die Zeit immer knapper, die Fusion soll 39 Milliarden US-Dollar kosten, im Falle des Scheiterns wäre eine Ausgleichszahlung in Höhe von vier Milliarden US-Dollar an T-Mobile fällig, sofern die beiden Firmen den Fusionsvertrag nicht neu verhandeln.

Mac App Store zählt 100 Millionen Downloads

Nicht ganz ein Jahr nach seinem Start im Januar 2011 zählt der App Store nun 100 Millionen Downloads von Apps für den Mac, wie Apple in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Da der Mac App Store nicht die einzige Bezugsquelle für Mac-Apps ist und Entwickler ihre Software auch direkt vertreiben, verblassen die Zahlen des Mac App Store gegen die des App Store in iTunes. Dort stehen über 500.000 Teitel zur Auswahl, Apple hat in dreieinhalb Jahren 18 Milliarden Downloads zählen können. "In gerade einmal drei Jahren hat der App Store die Art und Weise verändert wie Anwender mobile Apps beziehen und nun verändert der Mac App Store den Markt für traditionelle PC Software," jubelt Apples Marketingchef Philip Schiller. "Mit über 100 Millionen Downloads in weniger als einem Jahr ist der Mac App Store der weltweit größte und am schnellsten wachsende Store für PC-Software." Der Mac App Store setzt mindestens Mac-OS X 10.6.6 oder OS X Lion voraus. Wie im App Store behält Apple 30 Prozent des Kaufpreises als Gebühr, 70 Prozent gehen an den Entwickler. Für viele Entwickler lohnt sich das Geschäftsmodell, Distributionskosten für Software können unter Umständen höher ausfallen. So haben einige Hersteller sich dazu entschlossen, ihre Software exklusiv über den Mac App Store zu vertreiben, etwa Pixelmator. Große Hersteller wie Adobe, Microsoft oder Quark bleiben bei ihren bisherigen Vertriebsmodellen und meiden den Mac App Store bislang.

Mit Memory Frohe Weihnachten-App Kindern in Not helfen

Der Spielehersteller und Entwickler Ravensburger Digital unterstützt mit Memory Frohe Weihnachten die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks "Sternstunden - Wir helfen Kindern". Der Reinerlös der Downloads soll komplett an die Initiative gehen. Die zum Kartenspiel entwickelte Memory Frohe Weihnachten 1.0 bietet folgende Funktionen:

  • Exklusiver Bildersatz mit Weihnachtsmotiven

  • Einzelspieler-Modus: Je besser man sich die Karten merken und je schneller man ein Spiel beenden kann, umso mehr Punkte verdient der Spieler.

  • Duell-Modus: Hier spielen zwei Spieler nach den klassischen Memory-Spielregeln gegeneinander

  • Abenteuermodus: Mit 2 x 2 Karten fängt es an und es werden immer mehr. Wie lange halten die Spieler durch?

  • Die App bietet drei Schwierigkeitsgrade für "Einsteiger bis Profis"

Die Memory-App ( iTunes-Link ) läuft auf iPhone, iPad und iPod Touch (Download: 5, 4 MB) und setzt mindestens iOS 4.0 voraus. Die App kostet 80 Cent. Diese spezielle Edition gibt es bis zum 31. Dezember 2011. Der komplette Erlös der App geht an die Benefizaktion "Sternstunden" und damit an Kinder in Not, verspricht der Anbieter.

Info: Ravensburger-Digital

iTunes 10.5.2 behebt Probleme

Apple hat in der Nacht das Update auf iTunes 10.5.2 herausgebracht und damit einige nicht näher spezifizierte Fehler behoben. Wie Apple in den Release Notes mitteilt, bringe iTunes 10.5.2 einige Verbesserungen für iTunes Match und behebe Probleme mit Audio-Verzerrung beim Import oder der Wiedergabe einiger CDs. Apple bietet iTunes 10.5.2 über seine Download-Seite und die Software-Aktualisierung an. Der Dienst iTuens Match erlaubt es, seine eigene Musikbibliothek mit der von iTunes abzugleichen und Songs aus der Cloud zu beziehen, auch wenn man sie nicht im iTunes Store erworben hat. iTunes Match kostet 25 US-Dollar im Jahr, ist bisher aber nur in den USA erhältlich.

Neue Firmware für Thunderbolt-Displays

Einige Thunderbolt-Displays fallen durch laute Lüftergeräusche auf, den betroffenen Geräten spendiert Apple ein Firmwareupdate. Die 942 Kilobyte große Tunderbolt Display Firmware 1.1 ist über Apples Downloadsite erhältlich und auf Macs mit Mac-OS X 10.6.8 oder Lion installierbar.

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