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Dienstag, 16. Februar

16.02.2010 | 07:00 Uhr

iPad: Apple bietet Verlegern Fair-Play-DRM an +++ iPhone-Konkurrenz: Microsoft stellt Windows Mobile 7 vor +++ Adobe tritt mit Air gegen Apple an +++ Nach Kritik: Google ändert Datenschutz von Buzz +++ Handymesse: Mobile World Congress startet +++ Mobilfunk-Branche rüstet sich für Daten-Boom

Morgenmagazin: Durchblick
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iPad: Apple bietet Verlegern Fair-Play-DRM an

Laut einem Bericht der LA Times will Apple eBooks für den eigenen iBooks Store optional mit dem Fair-Play-Rechtemanagement ausstatten. Dieses Rechtemanagement kann dafür sorgen, dass ein Medium wie ein eBook an das iTunes-Konto des Käufers gekoppelt ist. Zusätzlich kann man mit diesem DRM festlegen, auf welche und wie viele Geräte das Medium kopiert werden kann. So kann man beispielsweise verhindern, dass das Medium auf anderen Geräten geöffnet werden kann.

Apple will den iBooks Store analog zum iTunes Store für Musik aufbauen. Nutzer können damit Bücher direkt vom iPad aus kaufen. Das Fair-Play-DRM ist bereits von den anderen iTunes-Medien her bekannt. Apple sichert damit auch die Filme aus dem iTunes Store. Die Musiktitel aus dem Store waren bis 2009 ebenfalls damit geschützt, im Frühjahr 2009 hat Apple diesen Schutz nach und nach aus allen Musikstücken entfernt.

Laut der LA Times können die Verlage selbst bestimmen, ob ihre Bücher mit DRM geschützt sind. Viele werden von dieser Option Gebrauch machen. Der iBooks Store soll zum Start des iPad Ende März online sein, ist bis jetzt allerdings nur für den US-Markt angekündigt, die Verhandlungen auf dem europäischen Markt könnten dafür sorgen, dass deutsche Kunden erst später eBooks bei Apple kaufen können. Neben Apples DRM gibt es weitere eBook-DRMs, beispielsweise von Adobe. Ob das iPad auch zu diesem Rechtemanagement kompatibel ist, ist noch nicht bekannt.

iPhone-Konkurrenz: Microsoft stellt Windows Mobile 7 vor

Microsoft hat am Montag in Barcelona sein neues Betriebssystem für Handys vorgestellt. Windows Phone 7 Series ordnet Internet, Anwendungen und Inhalte in sechs thematische Bereiche, die Microsoft "Hubs" nennt: People, Pictures, Games, Musik und Video, Marketplace und Office. Die vom Nutzer konfigurierbare Startseite zeigt Icons verschiedener Dienste an, die automatisch aktualisiert werden. Erste Handys mit der Software sollen in der zweiten Jahreshälfte in den Handel kommen, teilte Microsoft auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (noch bis 18. Februar) mit.

Mit Hilfe der Hubs werden für den Nutzer auf dem Handy oder im Web verfügbare Daten übersichtlich gruppiert. Unter People zum Beispiel finden sich aus Facebook, Windows Live oder Outlook stammende Infos, die aktuell zu einer bestimmten Person verfügbar sind. Gleichzeitig fasst People die Möglichkeiten für den Nutzer zusammen, Beiträge für soziale Netzwerke und andere Kommunikations-Plattformen zu verfassen.

Pictures vereinfacht dem Hersteller zufolge das Veröffentlichen von Aufnahmen, die mit der Handykamera geknipst worden sind. Erstmals integriert Microsoft den Zugriff auf seine Online-Spiele-Plattform Xbox Live in ein Smartphone und macht dort erhältliche Spiele für Handys nutzbar. Vergleichbar Apples App Store finden Nutzer von Windows-basierten Handys Anwendungen im Marketplace. Der Hub Office fasst Büroanwendungen wie OneNote, Sharepoint und Outlook zusammen. (dpa)

Adobe tritt mit Air gegen Apple an

Der kalifornische Softwarekonzern Adobe wird seine Entwicklungsumgebung "Air" auf die Smartphones der wichtigsten Konkurrenten des iPhone-Herstellers Apple bringen. Programme, die auf der Basis von "Air" geschrieben werden, sollen auf den Handy-Betriebssystemen Android, Symbian OS, WebOS und Windows Mobile laufen. Das teilte Adobe am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona mit.

Apple unterstützt weder auf dem iPhone noch auf dem neuen Tablet-Computer iPad die Adobe-Umgebung Air und die damit verwandte Technologie Flash, die vor allem zum Abspielen von Webvideos und Programmieren von webbasierten Anwendungen eingesetzt wird. Apple-Chef Steve Jobs begründete dies mit der Fehleranfälligkeit der Adobe-Plattform und den Sicherheitslücken in Flash. Als Alternative zu Flash und Air setzt Apple auf die neue Version 5 des offenen Webseiten-Standards HTML, mit der Videos im Web auch ohne Flash abgespielt werden können. Statt Flash-Anwendungen offeriert Apple Programme, die speziell für das iPhone und das iPad programmiert und über den iTunes Store von Apple vermarktet werden.

Vorreiter bei dem Einsatz von Air auf dem Smartphone soll das von Google geförderte Handybetriebssystem Android sein. Noch in diesem Jahr werde Air und der neue Flash-Player 10.1 für Android-Handys verfügbar sein. Adobe verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics. Danach sollen bis Ende 2012 mehr als 250 Millionen Smartphones den Flash-Player unterstützen.

In einer Allianz zur Verbreitung von Air und Flash, dem "Open Screen Project", haben sich 70 Partner zusammengeschlossen. Dazu zählen neben Adobe und Google auch Unternehmen wie die Handyhersteller Nokia, HTC, Samsung, Sony Ericsson, Toshiba, Motorola und Palm sowie Inhalteanbieter wie Disney und die New York Times. (dpa)

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