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Dienstag, 16. Juni

16.06.2009 | 00:00 Uhr

Analyst: iPhone 3G S immer noch nicht Business-tauglich +++ Universal will Filesharer mit Musikflatrate umerziehen +++ Firefox überholt Internet Explorer +++ Bundesdatenschutzbeauftragter kritisiert Internet-Sperren +++ Bauernvertreter machen Undercover-PR im Internet +++ AAPL fängt sich wieder

Morgenmagazin: Sonnenaufgang III
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Analyst: iPhone 3G S immer noch nicht Business-tauglich

Seitdem das iPhone das Licht der Welt erblickt hat, hat Apple den Unternehmen immer mehr Zugeständnisse gemacht. Als Beispiel sei die Exchange-Unterstützung mit der Firmware 2.0 genannt. Mit der nächsten Firmware und dem nächsten iPhone wird sich dieser Trend weiter fortsetzen. In Zukunft erhält das iPhone eine Hardwareverschlüsselung und kann per "Fernlöschung" alle empfindlichen Daten aus dem Speicher tilgen - beispielsweise wenn es verloren geht.

Dennoch sehen Analysten wie Ken Dulaney von Gartner nicht, dass das iPhone bereits im Geschäftsumfeld angekommen wäre. Unternehmen müssten iPhones fernwarten können, um die Nutzung eines Gerätes einheitlich zu gestalten. Auch sein Kollege Kevin Burden von ABI sieht dies so. Das Problem sei, "dass es für das iPhone keine Konsole gibt, um die Geschäftspolitik auf Gruppen von Angestellten anzuwenden." sagt Burden. Zudem vermissen die Analysten auch mit der Firmware 3.0 noch die Hintergrundanwendungen. Auch in Zukunft wird das iPhone nur ein Programm aufführen können. Dadurch könne man keine Verwaltungs- oder Sicherheitstools im Hintergrund laufen lassen, die bei vielen Firmen Vorschrift seien.

Analyst Burden sieht hier Microsoft und RIM (Blackberry) noch weit im Vorteil. Sie bieten bereits seit langem die Infrastruktur, um die Geräte aus der Ferne zu warten. Trotz aller Skepsis kann das iPhone im Unternehmensbereich mit größeren Erfolgsmeldung aufwarten. So nutzt der Lebensmittelhersteller Kraft bereits ebenso das iPhone als Geschäftshandy wie der Softwarehersteller Oracle. Im Finanzsektor hat Blackberry noch die Nase vorn. Hier gibt laut Analysten der zentrale "Blackberry Enterprise Server" den Ausschlag.

Universal will Filesharer mit Musikflatrate umerziehen

Der Plattenriese Universal Music macht britischen Internetnutzern den Weg frei für den unbegrenzten Download seiner Musiktitel. Kunden des Internetanbieters Virgin Media entrichten dafür eine monatliche Zusatzgebühr, teilten beiden Unternehmen am Montag mit. Nach dem Download kann der Nutzer die Musik so lange behalten, wie er will, und auf mehreren Geräten wie iPods, MP3- und CD-Player abspielen. Das Projekt soll Ende des Jahres starten. Es ist laut den Beteiligten die weltweit erste Kooperation zwischen Musikindustrie und einem Internetanbieter. Virgin Media will noch andere Plattenfirmen ins Boot holen.

Wer illegal Musik aus Raubkopien erhält, soll eine Zeit lang keinen Zugang ins Internet haben, sagte die Sprecherin von Virgin Media, Emma Hutchinson, der dpa in London. Der Rechteinhaber, Universal Music, könne mit einer Software die Adresse eines Rechners identifizieren, auf dem sich Musik befindet, die ein anderer Nutzer zuvor legal aus der digitalen Bibliothek von Universal Music heruntergeladen hatte.

Der weltgrößte Musikkonzern will auf diesem Wege Musikpiraten "umerziehen". In einem ersten Schritt sollen sie über legale Alternativen aufgeklärt werden. Wer sich dagegen sträube, solle vom Internet ausgeschlossen werden, sagte Hutchinson. "Wir prüfen mehrere Optionen für eine befristete Sperrung. Das können fünf Minuten oder im Härtefall fünf Monate sein."

Eine rechtliche Absicherung gibt es für diese Kooperation bisher noch nicht. Das Projekt basiert auf einem Memorandum der Britischen Phono-Industrie und des Wirtschaftsministeriums. Die Regierung will diese Woche einen Online-Report vorlegen, in dem Maßnahmen gegen Internet-Piraterie erwartet werden. (dpa)

Firefox überholt Internet Explorer

Microsofts Internet Explorer könnte nach Einschätzung von Hamburger Marktforschern noch in diesem Jahr seine langjährige Marktführerschaft an den Webbrowser Firefox verlieren. Mit einem Nutzeranteil von 40 Prozent habe der Browser der Mozilla Foundation die beiden jüngsten Versionen 7 und 8 des Internet Explorers (IE) zumindest unter den deutschsprachigen Nutzern bereits überrundet, teilte die Marktforschung Fittkau & Maaß am Montag mit. Microsofts jüngste IE-Versionen kommen danach zusammen auf einen Anteil von nur 38 Prozent.

Weltweit hatte die amerikanische Marktforschung Net Application für den Internet Explorer allerdings im Mai noch einen Marktanteil von 66 Prozent errechnet, Firefox kam in der US-Analyse auf lediglich 23 Prozent. Unter dem Druck des derzeit laufenden Wettbewerbsverfahrens der EU-Kommission hatte Microsoft erst vergangene Woche angekündigt, sein neues Betriebssystem Windows 7 in Europa ohne den Internet Explorer anzubieten. Konkurrenten werfen dem Softwarekonzern vor, seine beherrschende Stellung im Browsermarkt mit der Software-Bündelung weiter festigen zu wollen.

Auch in der Erhebung von Fittkau & Maaß ist Microsoft im deutschsprachigen Raum allerdings vorerst weiter Marktführer - aufgrund der mit einem Nutzeranteil von immer noch 12 Prozent noch immer viel genutzten Version 6 des Internet Explorers aus dem Jahr 2001. Apples Webbrowser Safari kommt danach auf einen Nutzeranteil von 3,1 Prozent, noch vor Opera (2,4 Prozent) und Googles Chrome mit 1,3 Prozent. Für die Studie befragten die Hamburger Marktforscher zwischen April und Mai über 120.000 deutschsprachige Internet-Nutzer. (dpa)

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