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Dienstag, 23. März

23.03.2010 | 00:00 Uhr

iPad: Apple schließt Vereinbarung mit Perseus Books +++ Amazon und Barnes & Noble arbeiten an E-Book-Readern für das iPad +++ Apps zum Verschenken +++ Adobe veröffentlicht Flash Builder 4 +++ Google eskaliert Zensur-Streit mit Peking +++ Mehr als 2100 Klagen wegen Domain-Namen +++ Web-Netzwerke werden immer wichtiger +++ Apple-Aktie im Plus

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iPad: Apple schließt Vereinbarung mit Perseus Books

Gut zwei Wochen vor dem Erstverkauf des iPad ist es Apple gelungen, eine Distributionsvereinbarung über elektronische Bücher mit dem großen unabhängigen Buchverlag Perseus Books abzuschließen, der seine Titel via Apples iBooksstore ab Ostersamstag anbieten wird. Wie beide Unternehmen laut unserer Kollegen von Macworld bestätigen, bietet Apple Publishern das gleiche Geschäftsmodell wie Entwicklern von iPhone-Apps: 70 Prozent des Umsatzes bleiben den Verlegern, die den Preis für die Veröffentlichungen selbst bestimmen. Nach Medienberichten hat Apple bereits mit vier der fünf größten US-Verlage ähnliche Vereinbarungen getroffen und setzt somit den Platzhirschen in Sachen Ebooks unter Druck. Amazon handhabt den Verkauf über seinen Kindle Store deutlich restriktiver, setzt die Preise selbst fest und beteiligt die Verleger weniger stark am Umsatz. Zuletzt hatte sich Amazon etwa mit dem Verlag McMillian über den Vertrieb gestritten und auch die papieren Ausgaben der Bücher aus seinem Store entfernt. Nach Ansicht von Analysten hat der iBookstore große Chancen, dem Kindle-Store wesentliche Marktanteile abzujagen, Amazon hält derzeit noch 90 Prozent des digitalen Vertriebes. Das Entgegenkommen Apples in Sachen flexibler Preisgestaltung hat jedoch Grenzen, Publisher müssen sich verpflichten, ihre Bücher anderswo nicht günstiger als im iBooksstore anzubieten.

Amazon und Barnes & Noble arbeiten an E-Book-Readern für das iPad

Nach einem Bericht der New York Times arbeiten sowohl Amazon als auch der Großverlag Barnes & Noble an E-Book-Readern für das iPad. Die beiden Firmen hätten zwar laut der Times keine Testgeräte von Apple erhalten, würden aber ihre bestehenden iPhone-Lösungen an den größeren Bildschirm des iPad anpassen und mit einigen Effekten für das Umblättern aufwerten, heißt es. Beide Programme dienten zum Lesen und zum Kaufen von elektronischen Büchern, die Zeitung schreibt jedoch nicht, ob die Kindle-App auch auf Amazons Kindlestore zurückgreift, wie es bei der iPhone-Version jedoch der Fall ist. Apple tritt mit seinem iBooksstore gegen die Vormacht des Kindle-Store in Sachen elektronische Bücher an.

Apps zum Verschenken

Zwar basiert der App Store auf seinem erfolgreichen Vorbild iTunes Store, doch fehlten dem Softwarengebot noch einige Funktionen des Musik- und Videovertriebs. Eine fehlende Funktion hat Apple nun nachgetragen, ab sofort lassen sich Apps auch verschenken. Bis dato war das Verschenken von Apps nur möglich, indem man einen Geschenkgutschein erwarb und weiter reichte, jetzt kann man direkt aus dem App Store heraus ohne Umwege Apps verschenken. Dazu gibt man die E-Mail des Beschenkten an, eine App lässt sich auch an mehrere Empfänger versenden, dabei ist jedoch jedes Mal der Preis zu entrichten.

Adobe veröffentlicht Flash Builder 4

Adobe hat den Flash Builder 4 als Nachfolger des bisherigen Flex Builders zur Entwicklung von Flash-Applikationen herausgebracht. Die Namensänderung begründet Adobes Produktmanager für die Flash-Plattform Dave Gruber damit, das neue Produkt umfasse weit mehr als nur das Flex-Framework. Entwickler hätten schon früher den Flex-Builder unter anderem zur Actionscript-Entwicklung verwendet, diesen Bedürfnissen käme man nun entgegen. Der Flash Builder 4 unterstützt Flash- und Flex-Entwicklung und arbeitet mit beiden Frameworks von Flex 3 und Flex 4. Entwicklern verspricht Adobe mit dem Flash Builder 4 verbesserte Möglichkeiten beim Programmieren und Testen, auch die Integration in die Creative Suite 4 sol verbessert sein. Mit dem bald veröffentlichten Werkzeug Flash Catalyst sollen Entwickler und Designer auch bequem gemeinsam an Projekten arbeiten können. Flash Builder 4 liegt in zwei Fassungen vor, die Standard Edition kostet 249 US-Dollar die Premium Edition 699 US-Dollar. In die Premium-Edition ist der Coldfusion Builder DIE integriert, mit dem Adobe die Entwicklung von Anwendungen mit dem Application Server Coldfusion erleichtern will.

Google eskaliert Zensur-Streit mit Peking

Google hat im Streit mit der chinesischen Regierung seine Drohung wahrgemacht und bietet für China eine Suchmaschine ohne Zensur an. Wer die Seite google.cn besucht, wird seit Montag auf die Version für Hongkong umgeleitet, in deren Ergebnissen politisch heikle Treffer nicht herausgefiltert werden.

Google eskaliert damit den Zensur-Streit mit Peking und muss damit rechnen, den Zugang zum lukrativen chinesischen Markt zu verlieren.

Der US-Konzern hatte im Januar nach einem breit angelegten Hacker- Angriff angekündigt, Pekings Zensur-Anforderungen nicht mehr befolgen zu wollen und notfalls auch einen Rückzug aus China in Kauf zu nehmen. Die kommunistischen Regierung verlangt von westlichen Internet- Unternehmen, dass sie zum Beispiel Informationen über Tibet oder die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 herausfiltern.

Die chinesische Regierung hatte unmissverständlich gewarnt, dass Google mit Konsequenzen rechnen müsse, falls der Konzern auf die Zensur verzichtet.

Google-Manager David Drummond betonte in einem Blog-Eintrag am Montag, das Unternehmen hoffe, dass Chinas Regierung den Schritt respektieren werde. «Obwohl wir uns bewusst sind, dass sie den Zugang zu unseren Diensten jederzeit blockieren kann.» Die Regierung habe in Gesprächen unmissverständlich klargemacht, dass über eine Aufgabe der Zensur-Regel nicht verhandelt werde.

Google hatte seine Haltung zu der von Peking verordneten Zensur nach dem Hackerangriff auf sein Email-System Googlemail Ende vergangenen Jahres überdacht. Die Attacke sei nach China zurückverfolgt worden, hatte es geheißen. Das Unternehmen beharrt nun auf seinem neuen Kurs, weltweit entschiedener gegen Zensur vorgehen zu wollen. China hatte Google zuletzt vorgeworfen, den Streit zu politisieren.

Der chinesische Internet-Markt gilt als äußerst lukrativ und zukunftsträchtig. Google, mit Abstand der weltweite Marktführer bei Suchmaschinen und Internet-Werbung, hat in ihn jedoch einen schweren Stand. Das Unternehmen startete in China relativ spät und liegt deutlich hinter dem chinesischen Konkurrenten Baidu.com zurück. In den vergangenen Wochen hatte es geheißen, Google wolle andere Aktivitäten in China wie sein Forschungszentrum in Peking weiterbetreiben, sei jedoch unsicher, ob die Behörden das zulassen werden. (dpa)

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