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Dienstag, 27. Oktober

27.10.2009 | 00:00 Uhr

Analysten: Nokia-Patente könnten Apple eine Milliarde US-Dollar kosten +++ Palm Pixi: Zweites Smartphone mit WebOS +++ Orange bringt iPhone am 10. November in Großbritannien +++ Tom Tom Car Kit im Apple Store +++ Microsoft-Aktie nach positiven Analystenreaktionen stark gefragt +++ Schumacher-Prozess vor der Einstellung +++ Computerspielsucht bei Jugendlichen: "Es kann jeden treffen" +++ AAPL im Minus

Morgenmagazin Herbstwald
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Analysten: Nokia-Patente könnten Apple eine Milliarde US-Dollar kosten

Der Patentprozess, den der finnische Handy-Hersteller Nokia letzte Woche am US-Bezirksgericht in Delaware angestrengt hat, könnte Apple teuer zu stehen kommen, fürchten Analysten. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters rechnete Neil Mawston von Strategy Analytics mit einem Betrag irgendwo zwischen 200 Millionen und einer Milliarde US-Dollar, die Apple für die bisher 34 Millionen verkauften iPhones als Lizenzgebühren zahlen müsste. Charles King von Pund-IT rechnet gegenüber der New York Times genauer und schätzt, dass Nokia einen Anteil von 2 Prozent fordere, etwa 12 US-Dollar für jedes Gerät, gut 400 Millionen US-Dollar insgesamt. King hält Nokias Vorgehen für gerechtfertigt, der Konzern habe über Monate seine Ansprüche gegenüber Apple erklärt, aber keinerlei Reaktion erfahren, es bliebe nur noch ein Patentprozess übrig.

Nokia sieht durch das iPhone zehn seiner Patente um Sprachkodierung, drahtlose Datenübertragung, Verschlüsselung und Sicherheit verletzt, in den letzten zwei Jahrzehnten hat der Konzern nach eigenen Angaben rund 40 Milliarden Euro in die Entwicklung der Techniken gesteckt.

Apple werde es im Prozess schwer haben, die Vorwürfe Nokias zurück zu weisen, meint Ben Wood, Direktor der Marktforscher von CSS Insight, gegenüber Reuters. Es sei "fast unvorstellbar", dass der Späteinsteiger Apple es im Mobilfunkmarkt ohne die Nokia-Patente geschafft hätte. Auch andere Firmen würden nicht ohne Lizenzzahlungen an die Pioniere Nokia, Ericsson, Motorola und Qualcomm auskommen.

Den Zeitpunkt der Klage hingegen hält der Marktforscher Steven Nathasingh für wenig überraschend. Zuletzt hatte Nokia im Smartphonemarkt Anteile gelassen und war von 41 Prozent auf 35 Prozent zurückgefallen - zugunsten von Apple und des Blackberry-Herstellers RIM. Nokia suche mit der Patentklage gegen Apple nun neue Einnahmemöglichkeiten, vermutet auch Mawston.

Palm Pixi: Zweites Smartphone mit WebOS

Der Mobilfunkprovider Sprint bringt in den USA am 15. November das zweite Palm-Smartphone mit WebOS auf den Markt. Der Palm Pixi kostet mit einem Zweijahresvertrag und nach Rabatten von insgesamt 150 US-Dollar in der Anschaffung 100 US-Dollar und soll bei Palm direkt sowie bei den Ketten Best Buy, Radio Shack und in einigen Wal-Mart-Filialen erhältlich sein. Der Pixi hat eine QWERTY-Tastatur fest eingebaut und verfügt über einen Touchscreen, der jedoch etwas kleiner ist als der des Palm Pre. Im Vergleich zum großen Brider fehlen dem Pixi GPS und Wi-Fi, allein per 3G-Mobilfunk findet das Gerät Verbindung. Sprit bietet zwei Tarife für den Pixi an, die der Provider als deutlich günstiger als jene von AT&T für das iPhone bewirbt.

Orange bringt iPhone am 10. November in Großbritannien

In Großbritannien ist die Exklusiv-Vereinbarung zwischen Apple und O2 über den Vertrieb des iPhone nach zwei Jahren ausgeleaufen. Der Konkurrent Orange, der schon vor Wochen angekündigt hatte, das iPhone zu verkaufen, nennt nun den 10. November als Termin für den Marktstart. Über Preise und monatliche Tarife schweigt sich Orange noch aus, erhältlich ein wird das Apple-Handy in den Orange eigenen Läden und beim Retailer Phones4U. Eine Bestätigung, auch Carphone Warehouse, das bisher für O2 die iPhones vertreibt, werde für Orange Geräte verkaufen, steht noch aus. In Großbritannien will auch Vodafone das iPhone anbieten, dies werde jedoch nicht vor Anfang 2010 der Fall sein.

Tom Tom Car Kit im Apple Store

Der niederländische Navigations-Spezialist Tom Tom bringt das lang erwartete Tom Tom Car Kit für iPhone nun in Apples Online Store . Die Halterung mit Lautsprecher und zusätzlichen GPS-Empfänger kostet 100 Euro und ist laut Apple Store in vier bis sechs Wochen lieferbar. In den USA gibt der Apple Store die Lieferzeit mit zwei bis drei Wochen an. Das Car Kit kommt ohne Software: Die iPhone-Navigation von Tom Tom kostet im App Store weitere 100 Euro, ist dort aber schon seit Wochen erhältlich. Die Software lässt sich auch ohne das Car Kit verwenden, doch soll dieses den GPS-Enpfang verbessern und mit Hilfe von Lautsprecher und Mikrophon die Navigation freihändig verwenden lassen.

Microsoft-Aktie nach positiven Analystenreaktionen stark gefragt

Aktien von Microsoft waren am Montag nach zahlreichen positiven Studien in Reaktion auf die Zahlen vom Freitag stark gefragt. Gegen 15.50 Uhr kletterten die Titel des US-Softwarekonzerns um 3,21 Prozent auf 28,92 Dollar und waren damit Spitzenreiter im Dow Jones. Der US-Leitindex eroberte derweil die Marke von 10.000 Punkten zurück und stieg um 0,84 Prozent auf 10.056,29 Zähler. So hatte JPMorgan das Kursziel von 20 auf 30 Dollar angehoben, war aber bei "Neutral" geblieben. Die Zahlen bewerteten die Analysten als "stark". Das Quartal habe sich spiegelbildlich zum vorigen Viertel entwickelt. Damals habe Microsoft in allen bis auf einen Geschäftsbereich enttäuscht, nun sei genau das Gegenteil eingetreten. Besonders positiv überrascht habe die Entwicklung bei Windows und der Sparte Entertainment & Devices (z.B. "Xbox 360").

Morgan Stanley erhöhte das Ziel von 30 auf 33 Dollar und hielt an der Einschätzung "Overweight" fest. Der Start von "Windows 7", "Office 10" und "Win Server 2008 R2" dürfte sich positiv auswirken, schrieb Analyst Adam Holt. Die starken Zahlen seien die Basis für weitere Kursgewinne. Zudem habe Microsoft erst mit Aktienrückkäufen begonnen, die noch nicht in allen Schätzungen eingearbeitet seien. Hinzu komme, dass die Aktie historisch niedrig bewertet sei.

Auch die Experten von RBC Capital Markets und Jefferies äußerten sich positiv. Das Management habe bei der Kostenkontrolle in der Rezession gute Arbeit geleistet, hießes beispielsweise von Jefferies-Analystin Katherine Egbert.

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