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Dienstag, 28. Juni

28.06.2011 | 00:00 Uhr

Manager Magazin tritt zu: Titelstory über "Apple - Die Arroganz der Macht" +++ Apples Developerwebsite hat angeblich Sicherheitslücke +++ Studie: iPhone in Europa besonders populär +++ Duke Nukem Forever kommt im August auf den Mac +++ Skype erscheint für Apples iPad +++ OnLive für Xbox 360 und PlayStation 3 in Planung +++ Neue DualDome-Kamera mit 6,2 Megapixel +++ Eigene Texte in die Kopfzeile eines Word-Dokuments einfügen +++ Zeichnen am iPad: Procreate 1.5 +++ AAPL legt zu

Morgenmagazin: Gold im Meer
Vergrößern Morgenmagazin: Gold im Meer

Manager Magazin tritt zu: Titelstory über "Apple - Die Arroganz der Macht"

Ein Mann im dunklen Business-Anzug mit überkreuzten Armen und arrogant hochgerecktem Kinn, die Nase zum Himmel erhoben. Am Jackett ist ein weißer iPod angeklemmt, die Hintergrundfarbe der Titelseite in giftiges Grün getaucht: So erinnert das Magazin an die iPod-Werbespots, will aber suggerieren: Apple ist überheblich, rüde und machthungrig. So ähnlich lautet denn auch der in Majuskeln gedruckte Titel: "APPLE - DIE ARROGANZ DER MACHT." Und natürlich ist ihr Mitgründer und "König des Silicon Valleys" nicht besser als das Unternehmen, das heute unbestritten von A bis Z seine Handschrift trägt: "Vorbeter: Apple-Boss Steve Jobs - genial, arrogant, machtversessen", wird der Beitrag im Inhaltsverzeichnis angekündigt, nachdem Chefredakteur Arno Balzer in seinem Editorial zur Einstimmung schon genüsslich IT-Vorstände zitiert, die Jobs "Kontrollwahn, Perfektionismus und Herablassung" attestieren, dazu "rüdes Geschäftsgebaren" und die Einsicht, der "Kultkonzern hat seinen Zenit überschritten".

Doch so richtig los geht es erst ab Seite 36: "Das Ende des Appsolutismus", liest man dort, wieder in Majuskeln überschrieben und im besten "Spiegel"-Deutsch. Auf der direkt gegenüberliegenden Seite ein Format füllendes Bild von lauter iPhones, die zusammen ein pyramidenförmiges Kartenhaus bilden: Schick, aber akut vom Einsturz bedroht, will das wohl sagen. Was dann auf insgesamt acht Seiten (nach Abzug der Werbung) folgt, ist Hauen und Stechen auf den "Orden des Apfels" bei nur wenigen wirklich aussagekräftigen oder für Apple-Kenner gar neuen Fakten. So belegt eine Grafik unter dem Titel "Abstiegsszenario", dass Apple seit 2002 vom Umsatz "einen schrumpfenden Prozentsatz in die Forschung" investiert und die Apple-Aktie ihren Höhepunkt überschritten zu haben scheint - obwohl das Manager Magazin einräumt, dass 48 von 53 Apple-Analysten immer noch zum Kauf raten, die übrigen zum Halten der Aktie. Und natürlich ist der Umsatz bei Apple in den letzten Jahren so exorbitant gestiegen, dass die Forschung dem auch prozentual kaum Rechnung tragen könnte oder müsste.

Aus berufenem Mund ist dann der bedeutungsschwere Satz zu hören: "Heute ist Apple obenauf, aber in ein paar Jahren kann das ganz anders sein." Aha. Sagt wer? Ein "neutraler" Marktbeobachter, der zu tief ins Orakelglas geguckt hat? Ach was, so etwas weiß natürlich HP-CEO Leo Apotheker ganz genau, selbstverständlich ohne jeden eigennützigen Hintergedanken. In diesem Stil und mit hoher Redundanz geht es weiter. Nicht ohne berechtigte Kritik am Versuch Apples, die deutsche Zeitschriftenszene im App Store einseitig auszuhebeln. Wie schön, dass diese sich erfolgreich gewehrt hat. "Sicher", so das Magazin wieder augurenhaft dazu, "Apples Zensuranspruch bleibt bestehen. Und doch dürfte die Pokerpartie als Wendepunkt in Apples Firmengeschichte eingehen".

Keine Frage, Jobs ist nicht nur ein visionärer, äußerst charismatischer, sondern auch für viele Zeitgenossen und Mitarbeiter schwer erträglicher Konzernchef mit ganz eigener, exzentrischer Weltwahrnehumg, die man gern als "Reality distortion field" beschrieben hat. Irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt, will das wohl sagen. Aber ist das alles etwas wirklich Neues? Nur Fanboys und -girls werden Produkte und Gebaren des Unternehmens aus Cupertino anhimmelnd und unkritisch begleiten. Aber von einem Wirtschaftsmagazin hätten wir in einer Titelstory doch deutlich mehr erwartet als eine Ansammlung von Häme und Plattitüden. Am aussagekräftigsten ist noch das Interview mit Springerchef Mathias Döpfner auf Seite 39: Er spricht im Verhältnis zu Apple von einer "Hassliebe" und analysiert diese Geschäftsbeziehung ebenfalls kritisch, aber auch deutlich pointierter. Dass Apple, dem er wegen der künstlichen Verknappung von Produkten auch aus ganz persönliche Erfahrung unterstellt, es habe "das DDR-Marketing in genialer Weise reetabliert: ... wer etwas haben will, muss sich hinten anstellen", letztlich angesichts der Konkurrenz von Google & Co. nicht alle Maximalpositionen gegenüber den Verlagen durchhalten kann, ist einsichtig und gut für den Markt. Untergangsszenarien für den Mac-Hersteller muss der Manager aber nicht heraufbeschwören. Sein Statement aus dem vergangenen Jahr, dass jeder Verleger einmal täglich beten und Steve Jobs dafür danken solle, dass er die Verlagsindustrie rette, würde er nach eigener Auskunft auch heute wiederholen - "mit der gleichen Portion Begeisterung und Ironie, die schon damals in der Bemerkung steckte.

Das Manager Magazin 7/11 gibt es derzeit im Zeitschriftenhandel für 8 Euro. Online lässt sich das Heft nach Hause bestellen, aber nicht im Web gleich lesen. Allerdings hat der Verlag passend zu seiner Titelstory eine eigene Site über " Die Methode Steve Jobs " mit einer Fotostrecke angelegt. Wohl bekomm’s ...

Info: Manager Magazin

Apples Developerwebsite hat angeblich Sicherheitslücke

Die vermutlich von Myanmar aus operierende Hacker-Gruppe YGN Ethical Hacker Group warnt vor einer Sicherheitslücke auf Apples Website für Entwickler von iOS- und Mac-Apps developer.apple.com. Die Website ermögliche es Angreifern, Links zu platzieren, die nicht auf developer.apple.com führen, sondern zu anderen Seiten, was Phishing-Attacken erleichtere. Sofern Apple nicht bald die Sicherheitslücke schließe, wolle die Gruppe alle Details in den nächsten Tagen dazu veröffentlichen. Im März hatte YGN bereits Sicherheitslücken auf der Website von McAfee entdeckt und Details offen gelegt, als der Softwarehersteller aus Sicht der Hacker-Gruppe nicht schnell genug reagierte. McAfee räumte die Existenz des Sicherheitsproblems nach der Veröffentlichung der Details durch YGN dann ein. Apple habe man bereits am 25. April über das entdeckte Problem informiert und zwei Tage später lediglich die nichts sagende Empfangsbestätigung erhalten, in der Apple versicherte, jeden Hinweis auf Sicherheitsproblem ernst zu nehmen. Die Lücke habe Apple bis dato aber nicht geschlossen, meint YGN.

Studie: iPhone in Europa besonders populär

Laut einer Studie der Yankee Group wird das iPhone seinen Siegeszug in Europa fortführen: 40 Prozent derjenigen, die den Kauf eines Smartphones planen, wollen demnach ein iPhone. Befragt hatten die Marktforscher europaweit 5.000 Verbraucher 2.400 IT-Spezialisten, wie unsere Kollegen der Macworld UK vorab aus der im Juli zur Veröffentlichung anstehenden Studie erfahren haben. Mit Abstand folgt die Android-Plattform in der Gunst der Neukäufer, 19 Prozent wollen zu einem Handy mit Google-Betriebssystem greifen. Auf dem dritten Platz folgt die Blackberry-Plattform mit 17 Prozent, ein Nokia-Smartphone wollen nur 15 Prozent der Käufer.

Duke Nukem Forever kommt im August auf den Mac

Lange Jahre war das Ballerspiel nur ein Gerücht, seit kurzem ist Duke Nukem Forever nun endlich für diverse Plattformen im Handel. Wie der Publisher Aspyr Media bekannt gibt, soll im August auch die Mac-Version des jüngsten Teils der Duke-Nukem-Reihe zu kaufen sein. Aspyr veröffentlicht Duke Nukem Forever in Zusammenarbeit mit dem Entwickler 2K Games. Die Entwicklung des Spiels hatte bereits im Jahr 1996 begonnen, die Veröffentlichung war zunächst für 1997, dann für 1998 angekündigt. Der damalige Entwickler 3D Realms hatte 2001 schließlich versprochen, das Spiel werde auf den Markt kommen "wenn es fertig ist". Acht Jahre später ging 3D Realms in Gearbox Software auf, das Entwicklerteam wurde ersetzt. Erst im September 2010 stand mit Mai 2011 ein neuer Veröffentlichungstermin, Juni wurde es dann schließlich. Aspyr bietet Duke Nukem Forever ab sofort für 45 US-Dollar zur Vorbestellung an, im August soll das Spiel dann 50 US-Dollar kosten.

Skype erscheint für Apples iPad

In den vergangenen Tagen tauchte im Internet ein Promo-Video auf, dass eine Skype-iPad-App zeigte. Nachdem der Clip die Gerüchteküche anheizte, gab es heute eine offizielle Ankündigung seitens Skype. So bestätigte Rick Osterloh, Leiter des Konsumenten- und Produktdesigns bei Skype, gegenüber dem Apple-Blog TUAW, dass sich eine Skype-iPad-App derzeit in der Tesphase befindet und voraussichtlich in den nächsten Wochen für das Tablet veröffentlicht wird. Einen konkreten Termin nannte Osterloh jedoch noch nicht.
Die Skype-iPad-App wird sich an der iPhone-App des VoIP-Anbieters orientieren und den gleichen Funktionsumfang bieten. Die Smartphone-Anwendung ist aktuell in der Version 3.0 verfügbar und gehörte im vergangenen Jahr zu einer der beliebtesten Apps für das iPhone. Für die iPad-App erhofft sich Skype ähnliche Erfolge. Bislang war es zwar möglich, die Skype-iPhone-App auch auf dem iPad zu nutzen, Tablet-Besitzer musste jedoch Abstriche bei der Vollbild-Auflösung machen und sich mit dem überdimensionierten Keyboard arrangieren.

Die mobile Skype-Applikation für Apples iPad wird voraussichtlich Instant-Messages, Skype-SMS sowie Skype-Anrufe auf andere Geräte wie Mobiltelefone und PCs unterstützen. Ebenfalls enthalten sind Video-Telefonie, Konferenz-Gespräche, Anrufweiterleitung, Voicemail, Adressbuch-Anbindung sowie eine Kontaktliste, die sich nach Gruppen sortieren lässt.

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