1462289

Dienstag, 31. März

31.03.2009 | 00:00 Uhr

Macworld Expo 2010 auf Februar verschoben +++ Analyst: Kein günstiges iPhone im Juni +++ Google spielt Sicherheitsprobleme von Google Docs herunter +++ Disney und Youtube vor Vereinbarung von Content +++ Adobe und Facebook bringen Flash-Entwicklertools +++ Auswirkung von Internet-Spionageangriff unklar +++ IBM bildet Industrie-Allianz für Cloud Computing - ohne Amazon +++ Zeitung: Google startet kostenloses Musikangebot in China +++ AAPL verliert über zwei Prozent

Morgenmagazin: Sonnenaufgang I
Vergrößern Morgenmagazin: Sonnenaufgang I

Macworld Expo 2010 auf Februar verschoben

Vom 9. bis zum 13. Februar 2010 wird die 26ste Macworld Expo im Moscone Center in San Francisco ihre Pforten öffnen. Nach dem Ausstieg von Apple arbeitete die nächste Macworld Expo an einer ganzen Reihe von Strategien zur Sicherung des Messe-Erfolges: Neuer Termin - neue Preise - neue Öffnungszeiten - neuer Fokus.

Bisher hat keine Mac-Messe ohne Apple als Aussteller auf Dauer überlebt. Nach den Mac Expos in London und Köln, der Ostküsten Mac World Expo in Boston und der Macworld Expo in Tokyo hat im September 2008 auch die Apple Expo in Paris aufgegeben. Zusätzlich bereitet die Wirtschaftskrise schwere Zeiten für alle Messen.

Die Veranstalter der IDG World Expo hingegen lassen keinen Zweifel daran, dass die Mac World Expo mit ihrer Kombination von Ausstellung und Konferenz auch weiterhin auf Erfolgskurs bleibt. Nach Auswertung der " Bürgerversammlung " während der Macworld Expo zu Beginn dieses Jahres und dem Feedback über die Webseiten wurden neue Strategien entwickelt, um ideale Voraussetzungen für die nächste Macworld Expo zu schaffen.

Keine Termin-Überlappungen

Paul Kent, der Vizepräsident und Manager der Macworld Expo, berichtet, dass die Rückmeldungen der Aussteller und Kunden hauptsächlich sich einen neuen Termin wünschten. Anfang Januar war für viele Aussteller zu nahe zu Weihnachten. Abgesehen von den logistischen Probleme und den Ablieferungsterminen für Entwickler in der Weihnachtszeit stellte sich für viele Hersteller auch die kritische Frage, ob sie für ihr Produkt nicht lieber schon das Weihnachtsgeschäft zum Verkauf nutzen, als es knapp zwei Wochen später vorzustellen. Außerdem überlappt sich Anfang Januar der Termin meist mit der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, die in 2010 vom 7. bis zum 10. Januar stattfindet und bisher mussten sich die beiden Messen Aussteller und Interessenten aufteilen.

Neue Öffnungszeiten

Zwar werden die Öffnungszeiten der Ausstellung für Endkunden von bisher vier auf drei Tage in 2010 verkürzt, aber zum ersten Mal ist ein Samstag, der 13. Januar 2010, enthalten, sodass Teilnehmer auch ohne Beurlaubung besuchen können können. Nebenbei hofft Kent, dass Sonderangebote und spezielle Messepreise die Verkäufe ankurbeln werden.

Neue Preise

Dank der verkürzten Ausstellungszeiten will Kent auch günstigere Teilnehmerpreise für Aussteller und Besucher anbieten. Die Organisatoren hoffen damit, dem Dämpfungseffekt der Wirtschaftskrise vorzubeugen und mit attraktiveren Angeboten die Teilnehmerzahlen zumindest stabil zu halten.

Fokus auf Dritthersteller

Apple hatte seine Absage auch damit begründet, dass seine Kunden hauptsächlich über Apple Store erreicht werden und nur noch ein kleiner Bruchteil auf Messebesuch beruht. Kent sieht nun die Chance für Dritthersteller, ihre Produkte vorzustellen, ohne dass Apple mit seiner Ausstellung "die ganze Show stiehlt". Laut den Rückmeldungen steht auf der Wunschliste der Teilnehmer für eine erfolgreiche Konferenz auf Platz eins "die Entdeckung von neuem Zubehör von Drittherstellern" und auf Platz zwei "das Treffen mit interessanten Leuten", berichtet Kent.

Letztendlich ist die Messe nicht nur eine Ausstellung, sondern bietet eine Konferenz mit zirka 140 Vorträgen und Seminaren für Training und Innovationen. Auf keiner anderen Messe finden sich so eng beieinander ganze Branchen und dieses Potential für Unternehmen, neue Geschäfte anzubahnen.

Bisher scheint die Rechnung für die nächste Macworld Expo aufzugehen. 90 Prozent der Vortragenden haben für die Konferenz in 2010 bereits zugesagt, 90 Aussteller haben bereits während der letzten Macworld Expo ihre Teilnahme in 2010 zugesichert und 10.000 Besucher haben bereits registriert.

Kent kündigt an, dass sie aus dem Scheitern der Sommerversion der Macworld in Boston ihre Lektion gelernt haben und konsequent auf Verbesserung der Messe setzen. "Das neue Datum ist nur die erste einer Reihe von Ankündigungen, mit der wir die Weiterentwicklung der Macworld Expo anzeigen", verspricht Kent.

Analyst: Kein günstiges iPhone im Juni

Der Analyst von RBS Capital Mike Abramsky rechnet nicht damit, dass Apple im Juni ein kostengünstiges iPhone auf den Markt bringen werde. Bisher deuteten keinerlei Indizien aus der Produktionskette auf ein solches Produkt zu diesem Zeitpunkt hin. Abramsky hält Apples Strategie für vernünftig, der iPhone-Hersteller wolle mit einem High-End-Gerät lieber seine Profit-Marge erhalten, gehe aber potentiell das Risiko ein, Marktanteile an Low-Cost-Anbieter zu verlieren. Viel wahrscheinlicher hält Abramsky für den Juni ein iPhone 3G Pro, mit dem schnelleren Datenübertragungsstandard HSUPA anstatt von HSDPA, einer besseren Grafik, Video-Funktion und höheren Kapazitäten bis 32 GB.

Google spielt Sicherheitsprobleme von Google Docs herunter

Ade Barkah, Gründer der Unternehmensberatung Bluewax in Toronto, hat einen Mängelbericht für Google Docs ( Google Text & Tabellen ) veröffentlicht. Darin kritisiert Barkah gleich drei Arbeitsabläufe, wie in der Anwendung Dokumente und Bilder für andere Anwender freigegeben, Zeichnungen erstellt und Dokumentversionen veröffentlicht werden.

Innerhalb von nur wenigen Stunden reagierte Google darauf mit einer vorläufigen Mitteilung, dass die Bedenken untersucht werden, aber Google diese nicht als signifikante Sicherheitslöcher einstuft. Dennoch hat Google offensichtlich sich Barkahs Mängelbechreibung zu Herzen genommen und prompt die Hilfe-Dokumentation revidiert.

Jonathan Rochelle, der Produktmanager für Googles Text & Tabellen, hat am Tag darauf in einem Blog Barkah für die Meldungen gedankt und angedeutet, dass Googles Entwickler an Design-Alternativn arbeiten, welche die gemeldeten Sicherheitsprobleme und ähnliche Mängel beheben könnten.

Eingebettete Bilder sind nach Löschen des Dokuments noch verfügbar

In der veröffentlichten Stellungsnahme weist Rochelle Bedenken zurück, dass jedes eingebettete Bild seine eigene URL erhält und damit auch nach Löschen des Dokumentes noch verfügbar ist. "Diese URL ist nur den Anwendern bekannt, die vorher bereits Zugang zu dem Bild hatten und es jederzeit laden und speichern konnten. Mit dem Löschen der Bilder werden alle Links aus Blogs oder externen Dokumenten unbrauchbar.", sagt Rochelle. Barkah hält weiterhin dagegen, dass Anwender bei der Verwendung von Bildern in geschützen Dokumenten zu Recht annehmen, dass auch die Bilder geschützt sind. Rochelle weist darauf hin, dass Bilder mit einer Email an Googles Supportteam endgültig gelöscht werden können.

Alle Vorgängerversionen von Graphen sind verfügbar

Jeder, der zur Verwendung von Google Docs Dokumenten eingeladen wurde, kann alle jemals erstellten Versionen der Bilder und Graphiken einsehen, indem die Versionsnummer der Vorgänger in der angezeigten URL eingegeben wird. Laut Rochelle ist dies kein Mangel, sondern ein Feature. Änderungen in Google Docs werden in Echtzeit freigegeben, während eingeladene Personen darauf Zugriff haben. Während Rochelle in Erwägung zieht, die Freigaben von Vorgängerversionen zu sperren, bietet er derzeit diese provisorische Lösung. "Wer seine Revisionen des Dokuments nicht veröffentlichen will, sollte die letzte Version in ein neues Dokument kopieren und nur dieses zum Zugriff freigeben", rät Rochelle.

Anwender können entzogene Zugangsrechte wiederherstellen

Der dritte Mangel wurde von Bakhar nicht detailliert in der Veröffentlichung freigegeben, um Google einen Vorsprung zur Behebung dieser Sicherheitslücke zu lassen. Laut Bakhar können Anwender, denen der Zugang zu Dokumenten entzogen wurde, dank der ursprünglichen Einladungs-Email den Zugang ohne Erlaubnis oder Wissen des Autors wiederherstellen. Rochelle schränkt ein, dass dies nur auftreten kann, wenn ein Anwender in Google Docs statt an Einzelpersonen sein Dokument an eine Email-Liste und zur Weiterleitung freigibt. Solche Einladungen enthalten einen speziellen Schlüssel im Link zum Dokument, der nach Angeben von Rochelle einfach im gleichen Menü - für alle Eingeladenen - deaktiviert werden kann.

Weitere Sicherheitsmängel

Für Bakhar sind die Sicherheitsprobleme damit aber nicht behoben. Er weist in einer Email daraufhin, dass beim Überprüfen der Sicherheitsvorkehrungen in Google Docs weitere Testszenarien und Details auftauchten, die er analysieren und melden wird.

Google war auch in der letzten Woche wegen Sicherheitsbedenken in den Schlagzeilen. Die Verbraucherschutzorganisation Electronic Privacy Information Center hat bei dem US-Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen eine Klage gegen Google eingereicht, um das Sammeln von privaten Daten zu untersagen, bis Google ausreichende Sicherheitsvorkehrungen vorweisen kann.

Anfang März hatte Google eingestehen müssen, dass auch ohne Autorisierung Dokumente in Google Docs für andere Anwendern freigegeben wurden. Laut Google betraf dies aber nur Anwender, die bereits vorher Dokumente austauschten und somit "nur" 0,5 Prozent aller Dateien.

1462289