1462729

Dienstag, 6. Oktober

06.10.2009 | 00:00 Uhr

Umweltschutz: Apple tritt aus Handelskammer aus +++ Analyst: Mehr iPhone-Verkäufe nach Ende der Exklusiv-Verträge +++ Windows Mobile App Store startet mit 34 Apps +++ Mit Flash iPhone-Apps entwickeln +++ Telekom geht gegen Vertriebspartner vor +++ Zehntausend Hotmail-Konten gehackt +++ Bedarf an Informationstechnologie trotz Krise groß +++ AAPL legt zu

Morgenmagazin: Bergbach
Vergrößern Morgenmagazin: Bergbach

Umweltschutz: Apple tritt aus Handelskammer aus

Wegen Meinungsverschiedenheiten in Sachen Umweltschutz ist Apple aus der Handelskammer US. Chamber Commerce ausgetreten. Stein des Anstoßes war laut unserer Kollegen von Macworld die laxe Politik der Kammer zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Während Apple zuletzt starke Anstrengungen unternommen habe, für seine Produkte während derer gesamter Lebensdauer den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu verringern, gehen dem Mac-Hersteller die Maßnahmen der Kammer nicht weit genug. Der Präsident der Chamber of Commerce Thomas J. Donohue hat letzte Woche ein vom Repräsentantenhaus verabschiedetes Gesetz zur Reduzierung von Treibhausgasen kritisieret, dieses sei weder verständlich noch international und würde seinen Zweck, alternative Energieformen im Markt zu etablieren, nicht erreichen. In einem Brief an Donohue begründet Apples Vizepräsidentin für weltweite Regierungsbeziehungen Catherine A. Novelli Apples Entscheidung damit, dass Apple Regierungsmaßnahmen unterstütze, wenn andere Firmen den von Apple umgesetzten Beispielen wie den Einsatz regenerativer Energien und der Herstellung Energie effizienter Produkte nicht folgen könnten. Es sei frustrierend, dass die Kammer Apples Bestrebungen entgegen spreche. Laut Washington Post finden sich auch drei weitere Kammer-Mitgleider in Sachen Umweltpolitik nicht mehr von der Handelskammer vertreten, Pacific FGas and Electric, PNM Resources und Exelon hätten ebenso ihren Austritt erklärt.

Analyst: Mehr iPhone-Verkäufe nach Ende der Exklusiv-Verträge

In Großbritannien fällt das iPhone-Monopol von O2, in den USA läuft Apples exklusive Vereinbarung mit dem Provider AT&T im Jahr 2010 aus, womöglich endet dann auch in Deutschland der Vertrag mit T-Mobile. Wenn Apple diese Vereinbarungen nicht verlängert und mehrere Provider in einem Markt zum Zuge kommen lässt, werde das die iPhone-Verkaufszahlen in die Höhe treiben, meint die Analystin Kathryn Huberty von Morgan Stanley. In den USA werde sich demnach nach dem Ende der Exklusivpartnerschaft mit AT&T der Marktanteil des iPhone von derzeit 5 Prozent auf 12 Prozent mehr als verdoppeln, zitiert der Silicon Insider . In sechs anderen Ländern, in denen nur ein Provider das iPhone verkauft, werde sich der Marktanteil von durchschnittlich 4 Prozent auf 10 Prozent erhöhen, ist sich Huberty sicher. Im Jahr 2010 werde Apple insgesamt 41,7 Millionen iPhones verkaufen, wenn sich Apple für das Ende der exklusiven Partnerschaft entschließt. Mobilfunkkunden würden sich zunächst für ein Netz entscheiden und dann erst für ein Telefon, meint Huberty, Apple sollte daher für eine größere Wahlfreiheit sorgen.

Die Kollegen von iSuppli glauben daran jedoch nicht und rechnen in den USA mit einer Fortführung er Partnerschaft. Der Grund sei das deutlich größere Wachstum des HSPA-Netzes von AT&T im Vergleich zum konkurrierenden Netz des Standards Evolution Data Optimized (EVDO) von Verizon. In Europa besteht dieses Problem der unterschiedlichen Netztechniken nicht, Apple wäre nicht gezwungen, für jeden Provider ein eigenes iPhone anzubieten.

Windows Mobile App Store startet mit 34 Apps

Auch Zwerge haben mal klein angefangen: Microsoft hat seine Konkurrenz zu Apples App Store in das Netz gestellt und bietet nun über den Windows Mobile App Store Software für Handy an, die mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6.x arbeiten. Zum Start des Angebotes versammelt der Anbieter jedoch gerade einmal 34 Programme, darunter zehn Spiele, für Handys wie das HTC Pure. Die Preise der Anwendungen liegen dabei über dem Preisniveau des App Stores. Die dürftige Ausstattung könnte ein Zeichen dafür sein, dass Entwickler wenig Vertrauen in das Angebot haben, für Windows Mobile sind tausende von Programmen erhältlich, aber eben nicht aus einer zentralen Quelle. Apples App Store war mit 500 Programmen für iPhone und iPod Touch an den Start gegangen, mittlerweile sind mehr als 85.000 Titel verfügbar.

Mit Flash iPhone-Apps entwickeln

Flash läuft nach wie vor nicht auf dem iPhone und Adobe schiebt Apple dafür den Schwarzen Peter zu: Gelang man mit dem iPhone auf Adobes Flash-Website erhält man in einer Fehlermeldung die Aussage: Apple beschränkt die Verwendung von Technologien wie jene des Flash-Players. Bis Apple diese Beschränkungen aufhebt, kann Adobe keinen Flash-Player für iPhone und iPod Touch anbieten". Laut Adobe setzen mehr als eine Milliarde Handys Flash ein, ein Flash-Player für das iPhone wäre schnell entwickelt. Über die genauen Hintergründe gibt es zahlreiche Spekulationen, Flash benötigte Zugriff auf tiefe Schichten des iPhone-OS, was Apple nicht zulassen könne oder wolle, andere meinen, Flash würde zu sehr den Akku des iPhone belasten.

App-Entwickler können jedoch in Zukunft Flash für die Programmierung von Software für iPhone und iPod Touch einsetzen, hat Adobe gestern auf seiner max Developer Conference in Los Angeles angekündigt. Flash CS5 Professional biete die Möglichkeit, Apps nativ für das iPhone-OS zu kompilieren, Flash auf dem iPhone ist für diese Apps keine Voraussetzung. Noch in diesem Jahr will Adobe eine Public Beta von Flash CS5 bereitstellen, eine finale Version der kompletten Crative Suite 5 wird dann irgendwann im Sommerhalbjahr 2010 erscheinen, nimmt man Adobes Produktzyklen als Berechnungsgrundlage.

1462729