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Donnerstag, 1. April

01.04.2010 | 00:00 Uhr

Erste iPad-Tests im Netz +++ Handelsbehörde ITC untersucht HTC-Handys nach Apple-Beschwerde +++ Wolfram senkt Preis für iPhone App deutlich +++ "Welt"-Gruppe startet iPad-Anwendung +++ Mehr Arbeitnehmerdatenschutz - Klagen gegen "Elena" +++ Marktforscher GfK sieht neue Chancen im Internet +++ Apple-Aktie leicht im Minus

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Erste iPad-Tests im Netz

Nur wenige Journalisten hatten bisher das Glück, Apples iPad in den Händen halten zu dürfen, vorab hat Apple nur wenige Geräte an ausgewählte Pressevertreter verschickt. Die ersten Eindrücke über das iPad sind durchweg positiv, haben unsere Kollegen von Macworld - bisher nicht mit einem iPad bedacht - zusammengetragen.

Walt Mossberg vom Wall Street Journal hält das iPpad für "beinahe" in der Lage, zum "Laptop-Killer" zu werden: "Ich glaube, dieses schöne neue Tocuchscreen-Gerät hat das Potential mobiles Computing tiefgreifend zu verändern und die Spitzenstellung des Laptops anzugreifen." Ed Baing von USA Today hält das iPad für einen multifunktionalen "Gewinner", der nicht nur mit Amazons Kindel konkurriere, sondern auch mit den moblen Speilekonsolen von Nintendo und Sony. Zu guter Letzt werde das iPad den Markt für Tablet-Computer zum Durchbruch verhelfen, "in einer Weise, wie sie der langjährige Tablet-Visionär Bill Gates nicht zu träumen wagte."

Unser Macworld-Kollege Andy Ihnatko schreibt für die Chicago Sun-Times eine fünfteilige Serie über das iPad, das er für "pure Innovation" und "einen der besten Computer aller Zeiten" hält. Das iPad sei "fesselnd", nach dem Auspacken weiche die pure Begeisterung über den Computer der Konzentration auf die Tätigkeit, "egal, ob das Bücher Lesen, die E-Mails aufräumen oder einen Bericht schreiben ist". Das iPad sehen Ihnatko als den besten Computer seines mit Technik reichlich bestückten Haushaltes an. Keineswegs ersetze es das Notebook, stattdessen fülle es eine Lücke, die seit geraumer Zeit exisitiert habe.

Das iPad ist kein Laptop, bestätigt David Pogue für die New York Times: "Es ist nicht annähernd so gut dafür geeignet, Inhalte zu erzeugen. Andererseits ist es für den Konsum dieser Inhalte unendlich mehr geeignet: Bücher, Musik, Videos, Fotos, Web und E-Mail." Das iPad hätte ein "Haufen von Perfektionisten" gebaut, wenn man das Konzept dahinter schätze, werde man das iPad mögen. Es bleibe also nur die Frage, ob einem das iPad-Konzept gefällt.

Tim Gideon vom PC Magazine vergleicht das iPad mit Amazons Kindle, das er zwar möge, um dessen Zukunft er sich aber nun Sorgen mache. Das Umblättern auf dem iPad wirke wie ein echtes Umblättern, Grafiken und Bilder werden in Farbe dargestellt und an jedes einzelne Wort lasse sich ein Lesezeichen kleben, die man dann nach Datum sortieren kann. Ein perfektes Produkt sei es keineswegs, meint der Autor, die Gegener Apples fänden ausreichend Argumente gegen einen Kauf des Tablets: "Warum brauche ich dieses Extra-Gerät, das kein vollausgestattetes Laptop ist? Wo ist die Kamera? Was ist mit Flash? Und überhaupt mit Multitasking?" Alles berechtigte Beschwerden, das iPad könne nicht alles, meint Gideon. Doch das, was es kann, macht es erstaunlich gut. Neben den genannten Einschränkungen gebe es nichts, worüber man sich beschweren könne. Das Testergebnis: 4,5 von 5 möglichen Punkten.

Weiter Stimmen: "Apples iPad hat einen Hauch Genialität" (Xeni Jardin, BoingBoing). "Apples iPad ist besser als erwartet" (Bob LeVitus, Houston Chronicle). "Techies urteilen über das iPad falsch" (Omar Wasow, The Root).

Handelsbehörde ITC untersucht HTC-Handys nach Apple-Beschwerde

Apples bei der Handelsbehörde ITC (International Trade Commission) eingereichte Beschwerde über Patente, die Handys des Herstellers HTC verletzen würden, hat die Behörde reagieren lassen. Die ITC hat gestern angekündigt, ein Untersuchungsrichter werde sich mit der Angelegenheit befassen und die Beweisaufnahme beginnen. Die auf dem Google-Betriebssystem Android laufenden Smartphones verletzen laut Apple 20 seiner rund um das iPhone gesicherten Patente. Bei der ITC hat Apple ein US- Apple hatte bei der Premiere des iPhones vor drei Jahren angekündigt, hunderte von Patenten Verkaufsverbot der Smartphones aus Taiwan beantragt.

HTC wehrt sich gegen die Vorwürfe und bestreitet, Apples Patente zu verletzen. Google hat angekündigt, seinen Hardware-Partner im Streit gegen Apple zu unterstützen. Apple hatte bei der Vorstellung des iPhone vor drei Jahren angekündigt, hunderte von Patenten für das Smartphone gesichert zu haben und diese vehement zu verteidigen. Prozesse gegen Nachahmer blieben bisher rar, das Vorgehen gegen HTC lässt jedoch vermuten, dass Apple in Wirklichkeit gegen Google um die Vormachtstellung im Markt streiten muss.

Wolfram senkt Preis für iPhone App deutlich

Wolfram Research, Betreiber der mathematischen Suchmaschine Wolfram Alpha, hat den Preis für seine gleichnamige Phone App drastisch von 50 US-Dollar auf 2 US-Dollar reduziert. Laut des leitenden Produktmanagers für Wolfram Alpha Barak Berkowitz will mit der deutlichen Preissenkung der Hersteller von Mathematica seiner Suchmaschine zu mehr Präsenz verhelfen. Wolfram zahlt den geschätzten 10.000 Käufern der teuren Version ihr Geld zurück - inklusive des an Apple abgetreten Anteils. Dafür müssen sich Käufer bei Wolfram registrieren und den Kauf belegen.

Zeitgleich zur Preissenkung stellt Wolfram auch eine neue Version der kostenlosen mobilen Website der Suchmaschine bereit, die besser an alle Smartphone-Browser angepasst sein soll.

"Welt"-Gruppe startet iPad-Anwendung

Mit dem Verkaufsstart des iPad an diesem Samstag in den USA wird auch die "Welt"-Gruppe eigene Anwendungen des neuen Tablet-Computers von Apple anbieten. Mit dem "Kiosk-App" könnten Nutzer aktuell "Die Welt", "Welt Kompakt" und "Welt am Sonntag" lesen, teilte das Medienhaus Axel Springer am Mittwoch mit. Die digitalen Zeitungsausgaben seien im monatlichen Abonnement ab 7,99 Euro verfügbar. Damit setze die Axel Springer AG die Initiative zur Einführung kostenpflichtiger Internet-Angebote fort. Seit Ende 2009 seien die Apps von "Welt" und "Bild" für das iPhone rund 140 000 Mal gekauft und heruntergeladen worden. (dpa)

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